Zu viel.
Von Jonny Pac, Carl Van Ostrand, Drake Villareal (ca. 60-90 Min.; 1-4 Spieler)
Eigentlich wäre das hier ein richtig cooles Konzept, dass nämlich jeder Spieler in eine andere Rolle schlüpft und entsprechend einen eigenen Mechanismus benutzen muss. Dabei handelt es sich aber nicht nur um asymmetrische Strategien, wie in so vielen anderen Spielen, sondern konkret um komplett unterschiedliche Minispiele. Tatsächlich hat jeder Spieler sein eigenes Tableau vor sich, auf dem er solitaire vor sich hin spielt und Punkte sammelt. Auf einem Spielbrett in der Mitte gibt es zusätzliche Aktionen, bei denen es dann auch zu Interaktionen kommt.
Der Alchemist braut Zaubertränke mit Kügelchen; Der Captain sucht Schätze auf den Inseln; Der Schmied produziert Waffen und andere Gegenstände durch Würfelmanipulation; Der Zeitreisende versucht die Zeitlinien durch das Legen von Plättchen zu richten; Der Wirt will so viele Gäste wie möglich in seiner Taverne unterbringen; Das Orakel malt die Zukunft auf sein Tableau; Die Drachenpflegerin pflegt Drachen.
Jeder Spieler wählt also einen eigenen Charakter aus und bekommt das dazu passende, individuelle Material. Über mehrere Runden hinweg versucht dann jeder Spieler auf dem eigenen Tablaeu so effizient wie möglich zu spielen, um die meisten Punkte zu bekommen und zu gewinnen.
Was sehr interessant klingt, hat leider ein großes Problem: Für jeden Charakter gibt es nämlich ein eigenes Regelheft. Man muss also vor Spielbeginn jedes Regelwerk jedes Charakters lernen. Doch wenn man das nächste mal dann einen anderen Charakter wählt, muss man ein neues Regelwerk lernen, statt sich mit seinem Wissen hinzusetzen und einfach loszuspielen. Einerseits finde ich es schon interessant, alle Charaktere auszuprobieren, andererseits habe ich halt nur sehr wenig Lust, so viel zu lernen.
Insgesamt funktioniert das Spiel tadellos und macht auch Spaß, aber ich persönlich finde es nicht gut genug, um viel Zeit und Energie zu investieren, um alle Charaktere kennenzulernen.
Fazit: Kann probiert werden.
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