Serie: Blutopfer – Miniserie (abgeschlossen)

Netter Thriller aus Schweden.
Mit Blutopfer schickt Netflix eine neue schwedische Miniserie ins Rennen, die sich im Kern als klassischer, düsterer Nordic-Noir-Thriller präsentiert. Aufgeteilt in fünf Episoden entfaltet die Produktion eine recht solide Grundspannung und versucht, das Rad des Genres zwar nicht komplett neu zu erfinden, aber dennoch mit bekannten Mustern zu spielen.
Das Fundament der Geschichte weiß dabei durchaus zu gefallen. Der eigentliche Plot rund um den brutalen Serienmörder, der gezielt Polizisten in mörderische Fallen lockt, ist recht nett konstruiert. Die morbide Prämisse liefert anfangs eine packende Dynamik und weckt das Interesse, den Motiven hinter den grausamen Taten auf den Grund zu gehen. Die düstere Bildsprache und das unbehagliche Setting Stockholms im Sommer tragen gut zur anfänglichen Atmosphäre bei.
Leider schafft es die Serie im weiteren Verlauf nicht, diesen Fokus konsequent beizubehalten. Die Drehbuchautoren legen stattdessen einen massiven Fokus auf die schwierige Vater-Sohn-Beziehung zwischen dem ermittelnden Kommissar Thomas Berg und seinem in Ungnade gefallenen Vater Alfred. Gepaart mit der ständigen Sezierung moralischer Grauzonen innerhalb der Polizeiarbeit und des persönlichen Umfelds nimmt dieses Familiendrama schlichtweg zu viel Platz ein. Die eigentliche Kriminalisierung rückt dadurch immer wieder spürbar in den Hintergrund, wodurch der Spannungsbogen merklich an Intensität verliert.
Wenn das Erzähltempo durch die privaten Päckchen der Figuren ohnehin schon strapaziert wird, hofft man als Zuschauer zumindest auf einen packenden Knalleffekt zum Abschluss. Das lang gezogene Showdown am Ende war dann leider auch etwas enttäuschend. Statt eines cleveren, logischen Finales flüchtet sich die letzte Episode in altbekannte Klischees, unüberlegte Solo-Gänge und ein erzählerisch eher unrundes Gerangel, das dem vielversprechenden Start der Serie nicht ganz gerecht wird.
Fazit: Kann geschaut werden.

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