Eine weitere Perle aus der Beck Wissen Reihe.
Als ich dieses Büchlein in die Hand genommen habe, war ich zunächst etwas irritiert, denn es gibt ja schon einen Band „Geschichte Japans“ in der Beck Wissen Reihe, nämlich vom bekannten Manfred Pohl, welcher natürlich auch in meinem Regal steht. Also habe ich das direkt herausgezogen, um sie zu vergleichen.
In vielerlei Hinsicht sind es die gleichen Bücher, nämlich wird die Geschichte Japans von ihren Anfängen bis in die Gegenwart erzählt. Die neue Version hier von Krämer hat ca. 30 Seiten mehr, also konkret mehr Inhalt, mehr Platz für Ausführungen, aber keine Zeittafel! Wer hat die Entscheidung getroffen, in einem Buch über Ereignisgeschichte das wegzulassen?
Während wir ja letztens beim Band „Griechische Geschichte“ die gleiche Diskussion hatten, also ein neues Büchlein mit dem gleichen Thema, war dort ganz klar, dass die beiden Exemplare große Unterschiede aufweisen.
Hier hingegen sind es fast idente Bücher und ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht wirklich weiß, warum ich den Band von Krämer jenem von Pohl vorziehen sollte, bzw. weshalb ich beide in meinem Regal stehen haben sollte.
Anders herum kann man sagen: Wenn jemand das Buch von Pohl noch nicht hat und ein tolles, knappes Buch über die Japanische Geschichte sucht, der sollte hier zugreifen. Nicht zuletzt weil das Buch von Pohl bereits über 20 Jahre alt ist und das neue von Krämer eben bis in die Gegenwart reicht.
Was ich aber schon kritisieren möchte, ist der Cover-Text. Dieser beginnt mit dem Begriff „Japanische Populärkultur“, doch weder Kultur noch Religion noch Traditionen werden ordentlich ausgeführt. Weiter steht dort, dass es „eine kurze Einführung in die geografischen und klimatischen Grundlagen gibt“, aber das habe ich zumindest nicht gefunden. Und schließlich wird angeführt, dass „der Neuzeit deutlich mehr Platz eingeräumt“ wird, was leider auch nicht korrekt ist. An sich wäre das alles ja kein Problem und reduziert auch nicht die Qualität des Buches, aber wenn es schon im Cover-Text steht, hat man als Leser halt gewisse Erwartungen.
Fazit: Empfehlenswert.
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