Spiel: Saqqara (Piatnik)

Dieses Spiel funktioniert irgendwie nicht.
Von Florin Purluca (ca. 10-20 Min.; 2-4 Spieler)
Ich habe die Regeln gelesen, wir haben gespielt und dann haben wir uns gewundert. Dann hat mein Kollege die Regeln durchgelesen und dann noch der dritte im Bunde, aber es wurde kein Fehler entdeckt. Wenn wir also mit den richtigen Regeln gespielt haben, warum war das alles so seltsam?
Im Spiel möchte man nämlich Karten in eine von drei Reihen legen. Wer eine Karte mit gleichem Wert legt, wie bereits ausliegt, erhält eine Bonuskarte. Wer mit seiner Karte in einer Reihe den Wert 15 erreicht oder überschreitet, erhält sämtliche Karten dieser Reihe. Die Spielregel suggeriert, dass es zwei Strategien gibt, nämlich Artefaktkarten zu sammeln oder Bonuskarten (die sogar zwei Punkte bringen würden, wenn man derer mehr als Artefakte hätte). Das Problem ist aber, dass es relativ bald ziemlich einfach ist, Reihen voll zu machen. Wenn ich eine Reihe nicht voll mache, gebe ich meinen Mitspielern die Chance, Punkte zu sammeln. Ich werde also immer, wenn möglich, Reihen abschließen und Artefaktkarten nehmen, wodurch die Strategie der Bonuskarten obsolet wird. Außerdem ist es thematisch komplett unsinnig, dass eine Karte mit Sand und eine Karte mit einer Keramik und eine Karte mit einer Goldmaske alle genau ein Punkt wert sind, es da also keine Steigerung gibt. Es sind hier also weder Strategie noch Taktik nötig, sondern einfach pures Kartenglück, um eben Reihen abzuschließen oder, wenn das nicht klappt, sich zumindest eine Bonuskarte zu schnappen, die auch genau ein Punkt wert ist, wie sämtliche Artefaktkarten.
Das Spiel hat in der Form leider keinen Spaß gemacht und uns anfangs eben auch unschlüssig zurückgelassen, ob wir es schon richtig gespielt haben.
Alternative Ideen, die man eventuell ausprobieren könnte, um Spielspaß und Taktik zu steigern, wären:
– Beim Nachziehen muss von unterschiedlichen Stapeln gezogen werden.
– Beim Auslegen muss in unterschiedliche Reihen gelegt werden.
– Doppelte Karten bleiben nicht liegen, sondern werden aus dem Spiel entfernt, bringen also keine Punkt am Ende.
– Karten mit unterschiedlichen Artefakten bringen unterschiedliche Punkte.
Das sind nur ein paar Ideen, die uns auf die Schnelle eingefallen sind, aber wir hatten keine Muse, diese auch alle zu testen.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

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Serie: Star Trek Lower Decks – Staffel 4

Weiterhin großartig.
Für mich eindeutig eine der besten neuen Star Trek Serien. Sie macht mir einfach Spaß und vermittelt gleichzeitig das klassische Star Trek Feeling. Wie so oft gilt auch hier der Standardsatz: Wem die Serie bisher gefallen hat, dem wird auch diese Staffel gefallen, wem nicht, der wird hier nicht umgestimmt werden.
Während wir in der dritten Staffel eine tolle Deep Space Nine Folge hatten, gab es diesmal eine großartige Voyager Folge, was für sich alleine schon absolut sehenswert ist. Insgesamt bot diese Staffel eine sehr spannende folgenübergreifende Geschichte, die am Ende toll abgeschlossen wurde. Ein kleiner Cliffhanger am Ende bereitet bereits Vorfreude auf die nächste Staffel, die auch schon bestellt wurde.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Spiel: Star Trek Away Missions (GF9)

Cooles 2-Personen-Duell im Star Trek Universum.
Von Andrew Haught, Mike Haught und Phil Yates (ca. 60-90 Min.; 2 Spieler)
In diesem Spiel übernimmt ein Spieler die Kontrolle über die Borg, der andere Spieler über die Föderation. Dann bewegen sie ihre Miniaturen durch ein Raumschiff, um Missionen zu erfüllen. Jeder Figur stehen zwei Aktionen zur Verfügung. Wenn alle Figuren aktiviert worden sind, ist eine Runde zu Ende. Nach drei Runden endet das Spiel und wer mehr Punkte hat, ist der Gewinner.
Je nach Vorliebe der Spieler und der aufgedeckten Missionen kommt es zu mehr oder weniger Kämpfen. Es kann sogar Partien geben, in denen kein einziger Kampf ausgeführt wird. Das Problem ist aber, dass Kämpfe die einzigen Interaktionen zwischen den beiden Fraktionen sind, was für manche Spieler zu wenig ist, für andere aber völlig ausreicht. Das taktische Planen der Missionen ist nämlich durchaus spannend und der Wettlauf um die Punkte ist auch eine Art Interaktion.
Neben den beiden genannten Fraktionen aus dem Basisspiel ist es noch möglich zusätzlich das Klingonen- und das Romulaner-Set zu kaufen, die ich selbst aber noch nicht ausprobiert habe. Was mich ein bisschen irritiert, ist die Tatsache, dass GF9 demnächst ein zweites Föderation- und Klingonen-Set veröffentlichen wird, statt zwei neue Fraktionen, von denen es in Star Trek eigentlich eh genug gibt. Aber vielleicht ist zu diesem Spiel eh noch viel geplant und wir werden in den nächsten Jahren noch viele weitere Sets erhalten.
Star Trek Away Missions ist eine Mischung aus Eurogame (taktisches Planen der Missionen) und Ameritrash (Würfelproben mit vielen Würfeln und Miniaturen). Mir persönlich hat es viel Spaß gemacht und ich freue mich schon darauf, es wieder auf den Tisch zu bekommen.
Fazit: Empfehlenswert.

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Buch: Sharpson, Neil – Ecce Machina. Die Seele der Maschine

Großartige Sci-Fi-Lektüre.
Inhalt: 200 Jahre in der Zukunft. Androiden leben als gewöhnliche Bürger unter den Menschen, außer in der isolierten Diktatur der Kaspischen Republik. Hier hat man jegliche künstliche Intelligenz verboten. Als Lily Xirau, die Witwe des ermordeten politischen Propagandisten Paulo Xirau, ins Land kommt, um seine Überreste zu identifizieren, bekommt Agent Nikolai South den Auftrag, sie zu eskortieren. Doch Lily sieht Souths verstorbener Ehefrau zum Verwechseln ähnlich, und wie sich herausstellt, war der Ermordete selbst eine KI. South ahnt schnell, das irgendetwas hier ganz und gar nicht stimmt.
Das Buch kommt daher wie ein Thriller, eine Detektiv-Geschichte mit KI-Verschwörung, ist aber im Kern eine Kritik an autoritären Regimen, an Diktaturen und gleichzeitig eine philosophische Abhandlung darüber, was eine Seele ist und ob KIs dazu in der Lange sind. Das Buch behandelt zwar große Themen, kann diese aber nur deshalb so gut ausführen, weil auf der kleinen Ebene erzählt wird, dem menschlichen Tun und Streben, Verlust und Hoffnung, Trauer und Wut, warmherzig und mitfühlend.
Insgesamt für mich eine der besten Lektüren der letzten Jahre.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Serie: Rocco Schiavone – Staffel 1-5

Spannende Krimiserie aus Italien.
In dieser Serie folgen wir dem titelgebenden Helden, der von Rom nach Aosta versetzt wird und dort nun Fälle lösen muss. Aber selbst im hintersten Eck von Italien wird Rocco von seiner Vergangenheit eingeholt.
Wie so oft lebt auch diese Serie von ihrem Hauptcharakter. Die einzelnen Fälle sind durchaus spannend und die schöne Gebirgslandschaft des Aostatals wird wunderbar eingefangen, aber am Ende ist es Rocco, der mit seiner Persönlichkeit, seiner Vergangenheit und seinen Eigenarten die Serie trägt.
Rocco Schiavone ist ein Polizist, der eher seinen eigenen Moralvorstellungen folgt als dem Gesetz, weshalb er eben auch versetzt worden ist, und der immer noch in den Erinnerungen an seine verstorbene Ehefrau gefangen ist.
Mir haben die ersten vier Staffeln sehr gut gefallen, nur in der fünften Staffel gab es einige dramaturgische Entscheidungen bezüglich der Nebencharaktere, die mich nicht überzeugen konnten, dennoch freue ich mich schon auf die sechste Staffel, die aber erst 2024 gedreht werden wird.
Fazit: Empfehlenswert.

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Film: Ballerina (2023)

Coole Rache-Action aus Südkorea.
Action / Thriller mit Jeon Jong-seo von Lee Chung-hyun. 93 Min.
Inhalt: Die ehemalige Leibwächterin Ok-Ju trauert um den Verlust ihrer besten Freundin und Balletttänerzin Min-Hee, die sie nicht beschützen konnte. Daraufhin macht Ok-Ju sich auf den Weg, den letzten Wunsch ihrer Freundin zu erfüllen: Rache.
Rache ist immer ein gutes Thema für einen Film, erlaubt sie doch tolle Action und befriedigende Emotionen. In diesem Sinne ist Ballerina ein guter Beitrag zu diesem Genre, auch wenn für meinen Geschmack die Actionszenen etwas zu kurz kommen und der emotionale Ballast etwas zu dick aufgetragen ist. Aber insgesamt ein solider Film, der kurzweilige Unterhaltung bietet.
Fazit: Kann geschaut werden.

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Spiel: Tokaido Duo (Pegasus Spiele)

Spannender Wettlauf in Japan.
Von Antoine Bauza (ca. 20-30 Min.; 2 Spieler)
In diesem Spiel erhält jeder drei Figuren, mit denen er die Insel Shikoku bereist und Punkte sammelt: Der Künstler malt Bilder und verschenkt diese; der Händler sammelt Waren und verkauft diese; der Priester besucht heilige Orte.
Der aktive Spieler wirft drei Würfel, einer pro Figur, dann nimmt er sich einen davon und fährt mit der entsprechenden Figur so viele Felder wie abgebildet. Der andere Spieler nimmt ebenfalls einen Würfel und den letzten Würfel erhält wieder der aktive Spieler. Derart werden die Figuren bewegt und Punkte gesammt, bis eine Spielendebedingung aktiviert wird.
Insgesamt ist Tokaido Duo ein nettes taktisches Spiel, das einen immer wieder vor die Wahl stellt, welchen Würfel man nehmen soll und wohin man die Figur dann bewegen soll. Weil es eben oft gleichwertige Optionen gibt, sind das interessante Dilemmata.
Fazit: Empfehlenswert.

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Buch: Vidard, Mathieu – Science to go. Merkwürdiges aus der Welt der Wissenschaft

Faszinierende Sammlung wissenschaftlicher Details.
Der Autor Mathieu Vidard ist seit Jahrzehnten Moderator einer Radiosendung über Wissenschaft, in welcher er regelmäßig Experten aus den verschiedensten Fachgebieten interviewt. Die interessantesten Fakten, faszinierendsten Anekdoten und spannendsten Details hat er gesammelt und in diesem Buch präsentiert.
Es ist ein gemütlich zu lesendes Buch, das einlädt zu schmökern und bei dem man ständig „Oh“-, „Wow“-, „Wirklich“- oder „Das glaub ich nicht“-Momente hat. Abschnitte über die einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen wie etwa Mathematik, Geologie, Biologie, Astronomie etc. wechseln einander ab, sind wild durcheinander gewürfelt. Es ist also wirklich ein Buch für Personen, die sich allgemein interdisziplinär für Wissenschaft interessieren und vor ihren Freunden mit sog. „Fun Facts“ prahlen möchten.
Dieses Durcheinander der Disziplinen ist einerseits toll, andererseits aber auch der einzige Kritikpunkt. Denn wenn man gezielt etwas suchen möchte, tut man sich sehr schwer, weil das Inhaltsverzeichnis am Ende zwar sämtliche Abschnitte auflistet, aber viele Titel nichtssagend sind.
Fazit: Empfehlenswert.

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Serie: Ahsoka – Staffel 1

Nettes neues Abenteuer im Star Wars Universum.
Vorweg sei aber erwähnt, dass man Star Wars The Clone Wars und besonders Star Wars Rebels sowie den ersten Real-Auftritt von Ahsoka in Mandalorian Staffel 2 gesehen haben muss, um die Serie hier richtig verstehen zu können. Während nämlich The Mandalorian absolut geeignet für ein Publikum ist, welches Star Wars nicht kennt oder die Filme nicht mag, ist Ahsoka ein Geschenk an langjährige Fans. Wer all das Vorwissen nicht hat, der wird zwar den Hauptplot verstehen und durchaus ein cooles Abenteuer sehen, aber eben auch viel nicht mitbekommen und sehr viele Details einfach nicht wertschätzen. Wenn beispielsweise Ezra Bridger plötzlich vor Sabine Wren steht, dann wird ein Publikum ohne Vorwissen nicht verstehen, was für ein epischer Moment das ist, auf den Fans jahrelang gewartet haben. Daher bin ich mir letztlich auch nicht sicher, ob Personen ohne Vorwissen Ahsoka positiv bewerten würden oder sich einfach nur gelangweilt abwenden.
Mir persönlich hat es jedenfalls gut gefallen und ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
Fazit: Empfehlenswert (für Fans).

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Film: The Creator (2023)

Tolles Sci-Fi-Erlebnis.
Sci-Fi / Abenteuer mit John David Washington von Gareth Edwards. 135 Min.
Inhalt: Die Menschheit liegt mit einer künstlichen Intelligenz in einem vernichtenden Krieg. Der Special-Forces-Agent Joshua wird beauftragt, den Architekten der künstlichen Intelligenz zu finden und ihn auszuschalten, denn dieser hat eine Waffe entwickelt, die die gesamte Menschheit vernichten könnte. Doch als Joshua und sein Team in die feindlichen Gebiete vordringen, bemerken sie, dass diese Waffe eine KI in der Form eines Kindes ist.
Diesen Film als Meisterwerk zu bezeichnen ist zu viel und es ist auch sicherlich keiner, über den ich noch jahrelang schwärmen werde. Aber ihn einmal gesehen zu haben war definitiv ein tolles Erlebnis. Bildgewaltig, hervorragender Sound und großartige Schauspieler – produktionstechnisch kann nichts bemängelt werden. Das Problem ist der Plot, speziell der Schluss. In den ersten drei Vierteln hat sich der Regisseur Zeit genommen, die Charaktere zu entfalten und die facettenreiche Welt auszugestalten, aber dann kam irgendwann der Moment, wo klar war, dass ein Schluss her muss und das letzte Viertel ist dann nur noch überhastet, wenig durchdacht und irgendwie unbefriedigend. Das Ende ist schon ordentlich, also keine offenen Handlungsstränge und keine Fortsetzung nötig, aber halt einfach schnell gemacht, um eben zu einem Ende zu kommen.
Ich finde es ein bisschen schade, dass der Film nicht so erfolgreich an den Kinokassen war, denn er ist ein originaler Film, also ohne jegliche Vorlage, komplett dem Kopf des Regisseurs entsprungen. Da solche Filme leider der Reihe nach finanziell nicht erfolgreich sind, finanzieren Studios solche Projekte immer seltener und daher haben wir einen gefühlten Einheitsbrei im Programm.
Fazit: Empfehlenswert.

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