Peinkofer, Michael – Zauberer (Die komplette Saga)

Herr der Ringe meets X-Men meets Harry Potter meets Star Wars. Und dennoch lesenswert – oder gerade deswegen. Bis auf den dritten Teil.
Denn selten hatte ich so ein frustrierendes Leseerlebnis. Während ich die ersten beiden Teile der Saga in einer Woche verschlungen habe, musste ich mit dem dritten Teil eine gefühlte Ewigkeit kämpfen. Aber dazu später mehr. Jetzt kommen die Copyright-Verletzungen:
Warum Herr der Ringe? Natürlich basiert jedes High-Fantasy-Werk irgendwie auf HdR. Aber dennoch kann man aus diesem Grundstoff noch sehr unterschiedliche Welten erschaffen, wie etwa Markus Heitz in Die Zwerge oder Christopf Hardebusch in Die Trolle (u.v.m.). Hier jedoch sind die Parallelen zu HdR (Landschaft, Ethnogenese der Völker, Elfen verlassen die Welt, Zukunft gehört den Menschen, etc. …) sehr offensichtlich.
Warum X-Men? In dieser Welt hat jeder Zauberer eine eigene, spezielle Fähigkeit, die er von Geburt an besitzt. Es geht also nicht darum, irgendwelche Magie zu erlernen, sondern seine speziellen Fähigkeiten zu fördern und einzusetzen. Die wichtigsten X-Men sind Pyro und Iceman, sowie einer mit ’ner neuen Fähigkeit: Zeitmanipulation.
Warum Harry Potter? Die Helden müssen zunächst eine Magische Schule besuchen, um die Geheimnisse der Magie zu erlernen und ihre Talente zu fördern. Auf der einen Seite haben wir eine Dreiergruppe, die auch Harry-Hermine-Ron genannt werden könnte, auf der anderen Seite eine Dreiergruppe, die auch Draco-Vincent-Gregory sein könnte. Beide Gruppen konfrontieren sich ständig, hänseln und beleidigen sich. Wobei natürlich die Draco-Gruppe meist der Initiator ist.
Warum Star Wars? Aufbau der Aubildung; Beziehung Novize/Padavan – Meister; Erschaffung des individuellen Zauberstabs/Lichtschwertes; Hoher Rat der Meister.
ABER all diese Anleihen stören nicht, außer jemand legt wirklich darauf wert, nur kreative und innovative Werke zu lesen. Denn der Schreibstil ist fesselnd und die Geschichte selbst auch packend.
Was ein bisschen stört sind jedoch die zahlreichen Logikfehler. Immer wieder kommt der Moment, wo sich der Leser fragt: „Häh? Wie jetzt?“ Und die sind eigentlich fast alle darauf zurückzuführen, dass der Autor sich entweder nicht mehr daran erinnert, was er ein paar hundert Seiten vorher geschrieben hatte, oder plötzlich seinen Masterplan geändert und die vorherigen Ausführungen nicht abgeändert hat. Wie dem auch sei, Schuld daran ist der Lektor, der den Autor nicht darauf aufmerksam gemacht hat (weil er das Buch vermutlich nur überflogen hat).
!Achtung SPOILER!
Was meine ich mit Logikfehler? Caia etwa ist Chaos pur. Denn warum ist sie bei der Prüfung dabei, wenn diese speziell für das Haupttrio erstellt wurde? Und erst sehr viel später erfährt man, dass sie die Prüfung nicht bestanden hat, obwohl das aus dem entsprechenden Kapitel nicht hervorgeht. Außerdem ist es plötzlich ein Skandal, dass sie sich mit dem König einlässt, da sie ja einen Eid der Enthaltung leisten hat müssen, obwohl vorher nie erwähnt wird, dass irgendjemand das hat tun müssen. Außerdem dürfte weder Rawina eine Verräterin sein, noch Alanah ein Spitzel am Königshof, denn aus ihren Gedankengängen vor diesen Offenbarungen geht hervor, dass sie ehrlich sind. Da hätte der Autor einfach nach vor blättern müssen und jene Absätze mit ihren Gedanken streichen, dann wäre es kein Problem. Weiters kommt noch dazu, dass erklärt wird, dass jeder Zauberer seinen individuellen Zauberstab basteln muss, mit Materialien, die er selbst gefunden hat (wie ein Jedi sein Lichtschwert eben), doch bei der Weihung erhalten sie dann einen überreicht.
!SPOILER Ende!
Doch sind diese Logikfehler nicht das einzige, was sauer aufstößt. Auch Druckfehler tragen ihres dazu bei. Dass die Druckfehler aus der Erstausgabe bei der Erstellung des Sammelbandes nicht ausgemerzt wurden, ist einfach nur ein Armutszeugnis. Und wieder ist hierfür der Lektor verantwortlich zu machen.
Und dann ist da noch der dritte Teil. Irgendwie ist dem Autor da die Luft ausgegangen, aber er musste unbedingt noch ein Ende produzieren. Es ist teilweise eine Qual, diesem langweiligen und ideenlosen Geschwülst zu folgen.
Die große Endschlacht hätte man auch am Ende des zweiten Teils anbringen können, denn im dritten Teil passiert wirklich gar nichts.
Fazit: Empfehlenswert für Fantasy-Fans, die alles verschlingen, was Fantasy ist.

Note: 3,5

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