Buch: Simmons, Dan – Olympos (Homerzyklus 2)

Wegen eines sehr großen Mankos kann ich Simmons‘ Homerzyklus doch nicht als mein neues Lieblings-Sci-Fi-Werk bezeichnen, aber großartig ist es allemal.
Inhalt: In der direkten Fortsetzung von Ilium geht es genauso fantastisch weiter. Der Homer-Experten Thomas Hockenberry versucht irgendwie in dem Chaos zurechtzukommen, das er angerichtet hat; Daeman organisiert die letzte Verteidigung der Menschheit; Die Moravecs machen eine furchtbare Entdeckung. Parallel wird aber auch noch die Geschichte von Achill erzählt, der auf den Olymp steigt, um die Götter zu bekämpfen und dann in den Tartaros klettert, um Verbündete zu finden. Seine Reise durch die griechische Mythologie ist wirklich toll.
Alles, was den ersten Band so großartig gemacht hat, ist auch jetzt wieder vorhanden: eine tolle Kombination aus Spannung, Action, Philosophie und weitspannenden Zukunftsszenarien mit einem wunderbaren Schreibstil. Die Wendungen, die sich gegen Ende nur noch so anhäufen, sind fantastisch, die Zusammenführung der Plots und die gesamte Auflösung ist sehr gut gemacht.
Das Problem an diesem Buch aber ist nun, dass es streckenweise extrem langatmig ist. Vor allem, als ich mit dem Buch begonnen habe, war ich richtig enttäuscht von dem langweiligen und uninteressanten Plot. Ich musste es dann sogar weglegen und einige Tage pausieren, so frustriert war ich. Ich habe es dann aber wieder zur Hand genommen und es nicht bereut. Jedoch kommen immer wieder Stellen, die für den Plot selbst nicht weiter von Bedeutung sind. Man könnte argumentieren, dass sie wichtig für die Atmosphäre sind, aber das ist lächerlich. Atmosphäre gibt es genug. Nein, ich hatte wirklich das Gefühl, dass der Verlag sich beschwert hatte, dass der zweite Band zu kurz geraten sei und Simmons daher einfach noch weitere Szenen einbauen und Existierende strecken musste. Es hemmt schon ein bisschen das Leseerlebnis, wenn man immer wieder auf solche Stellen stößt. Sogar ein paar Logikfehler haben sich eingeschlichen. Abgesehen davon aber ist der Rest wirklich fantastisch. Ich persönlich hätte nichts dagegen gehabt, ein kürzeres Buch in Händen zu halten, oder wenn man die beiden Teile sogar als einen einzigen Band veröffentlicht hätte.
Der Plot ist abgeschlossen, einige Handlungsstränge bleiben jedoch offen und gestatten es, der Phantasie freien Lauf zu lassen. Ich kann mir aber vorstellen, dass für manche Leser zu viel offen gelassen wurde, sie sich weniger Interpretation gewünscht hätten. Das ist dann natürlich Geschmackssache. Achills Schicksal am Ende ist etwas vom Witzigsten, was ich je gelesen habe, aber Mitleid muss man mit dem armen Kerl schon haben. Odysseus‘ Schicksal hingegen wird den Neid eines jeden Mannes erregen. Und dann kommt die große Überraschung. Als ich die letzte Seite aufschlug, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ach, das ist der! Warum ist mir das nicht früher aufgefallen? Der ähnliche Name und das gleiche körperliche Leiden hätten mich als Altphilologen sofort darauf aufmerksam machen müssen. Ja, das Ende gefällt mir.
Fazit: Wer sich auch nur ein bisschen für Sci-Fi interessiert, sollte die beiden Teile des Homerzyklus‘ auf jeden Fall lesen.

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