Buch: Stephenson, Neal – Error (Originaltitel: Reamde)

Zwei aneinandergeklebte Bücher. Ein cooles vom Autor, ein schlechtes vom Verlag.
Inhalt: Nachdem chinesische Hacker ausgerechnet einige sensible Daten der Russenmafia in Beschlag nehmen, beginnt ein brutales Katz-und-Maus-Spiel.
Ich hatte beim Lesen des Buches das Gefühl, dass dem Verlag das Ende nicht gefallen hat oder es zu kurz war, weshalb da noch etwas dazugekleistert wurde. Anders kann ich mir das sonst nicht wirklich erklären. Aber was meine ich eigentlich damit?
Begonnen habe ich das Buch wegen des Themas, also ein MMORPG – ein Online-Spiel – und Hacker, bzw. chinesische Jugendliche, die Charaktere für solche Spiele aufbauen und dann an Europäer oder Amerikaner verkaufen, die wenig Zeit aber viel Geld haben. Sie entwickeln ein Programm, mit dem sie die Daten von anderen Computern als Geisel nehmen, bis deren Besitzer in jenem MMORPG an einem bestimmten Ort Geld ausgeben. Und diese beiden Ebenen haben mir total gut gefallen, also das Abenteuer im Spiel um das Geld dorthin zu bringen und gleichzeitig die Suche nach den Hackern in der realen Welt. Dazu kommt auch noch der Erfinder dieses Spiels und in faszinierenden Flashbacks erfährt man, wie diese virtuelle Welt erschaffen wurde.
Also ein toller Plot mit interessanten Charakteren, sehr gut geschrieben und absolut packend. Bis die dann in China in einer Stadt zufällig (!!!) in ein falsches Appartement gehen und dann auf islamische Terroristen stoßen. Was?! Die kommen zu abrupt, so komplett unerwartet, dass ich wirklich das Gefühl hatte, hier hat nun der Verlag eingegriffen. Denn danach folgt ein elendig langes Kapitel, in welchem es nur um Action in jener chinesischen Stadt geht. Anschließend wird es wieder interessant, als die beiden Plots, Original und Terroristen, teilweise ineinander verwoben, weitergeführt werden. Bis dann am Ende ein actionreicher Showdown das Buch abschließt. Der Originalplot wurde schon früher hastig beendet.
Vielleicht war das auch vom Autor von Anfang an so geplant, wer weiß, nur passen diese beiden Themen für mich überhaupt nicht zusammen, zumal sie ja nur zufällig (!!!) aufeinander treffen. Abgesehen davon ist das Buch nicht schlecht. Die Charaktere sind allesamt interessant, weshalb ich auch zu Ende gelesen habe. Die Action ist sehr gut beschrieben. Ein bisschen bedenklich ist das Ende, denn das rechtfertigt irgendwie, dass Amerikaner Waffen tragen dürfen. Denn ohne diese „wahren Patrioten“ wären die Dschihadisten nie aufgehalten worden. Aber was erwartet man anderes von einem Buch, in welche islamische Terroristen von China über Kanada in die USA einschleichen wollen?
Wenn man die sehr langen Actionszenen und die Terroristen-Kapitel rasch überfliegt und sich auf den Rest konzentriert, hat man einen sehr interessanten Tech-Thriller. Aber davon gibt es eigentlich genug andere, die auch ohne Terroristen auskommen oder diese zumindest besser integrieren. Doch für die Leser, die sich für beide Genres interessieren, ist das hier ein sehr gutes Buch.
Fazit: Mir hat es gefallen, es ist aber nur bedingt empfehlenswert.

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Error: Thriller
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