Buch: Lostetter, Marina – Die Reise

Großartige Science-Fiction!
Inhalt: Wir schreiben das Jahr 2088, und die Menschheit bricht zu den Sternen auf. Ein geheimnisvolles Objekt, das weit jenseits unseres Sonnensystems entdeckt wurde, soll das Ziel der Reise sein. Eine Reise, die Hunderte von Jahren dauern wird. Alle paar Jahrzehnte wird die Crew geklont, doch nicht jeder Klon ist eine perfekte Kopie seines Vorgängers und jede Generation von Klonen hat ihre ganz besonderen Eigenheiten. So wird bereits die Reise selbst zu einem atemberaubenden Abenteuer für jeden von ihnen, und noch wissen sie nicht, welche Geheimnisse sie erst erwarten, wenn sie ihr Ziel erreicht haben.
Das Buch hat mich sofort fasziniert, weil es eine positive Zukunft malt, was ich seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr gesehen habe. Die Menschheit schickt einen Generationenkonvoi in ein fernes Sternensystem und zwar nicht, weil es irgendeine Bedrohung gibt, sondern weil sie es einfach kann, weil sie dem Forscherdrang folgt. Ebenfalls sehr gut gefallen hat mir die Tatsache, wie gut durchdacht das ganze Unterfangen ist, sowohl technisch als auch psychologisch. Es macht richtig Spaß, das zu lesen.
Das Buch ist eine Aneinanderreihung von Kurzgeschichten, die gemeinsam das große Abenteuer erzählen. Charaktere, die in einer Geschichte eine zentrale Rolle spielten, finden in einer späteren als Kinder Erwähnung, dann wieder als Nebencharaktere bis irgendeine Iteration von ihnen wieder im Mittelpunkt steht. Der gesamte Prozess des Klonens ist sehr gut ausgeklügelt, absolut nachvollziehbar und daher ein sehr spannendes Element dieses Buches.
Einzig Kapitel 7 „Fehlklonung“ (S. 305-393) empfehle ich zu überspringen. Es widerspricht komplett der Atmosphäre, weshalb mir das Buch so gut gefallen hat und wirkt völlig fehl am Platz. Dieses Kapitel ist auch ziemlich uninteressant und man verpasst eigentlich nichts, wenn man es auslässt.
Bis auf diesen Fehlgriff ist das Buch von Anfang bis zum Ende spannend, ich habe es regelrecht verschlungen. Speziell das Ende ist on par mit den großen Werken der Sci-Fi-Literatur. Man kann das Buch so für sich alleine stehen lassen, was absolut funktioniert und auch legitim wäre. Es gibt auf Englisch aber bereits eine Fortsetzung und ich freue mich schon, diese auch in die Hände zu bekommen.
Negativ anmerken möchte ich aber die vielen Druckfehler. An sich würde mich das ja nicht so sehr stören, wenn einfach mal ein paar Buchstaben fehlen oder doppelt sind. Hier ist es jedoch so, dass öfters die Anführungszeichen fehlen, was den Lesefluss konkret hemmt. Naja, es ist im Moment des Lesens ärgerlich, mindert aber keinesfalls die allgemeine Qualität des Buches.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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