Buch: Baxter, Stephen – Artefakt. Sternenpforte

Spannendes Sci-Fi-Abenteuer mit ein paar Schwächen.
Inhalt: Seit seiner Kindheit wollte Reid Malenfant Astronaut werden, doch die NASA lehnte ihn ab. Seine Frau Emma ist erfolgreicher: Sie bricht mit einer Expedition zum Marsmond Phobos auf, um eine Anomalie zu erkunden. Doch ein Jahr später reißt der Kontakt ab, und Emma gilt seither als verschollen. Reid bekommt schließlich doch noch einen Platz als Space-Shuttle-Pilot, stürzt jedoch bei einem tragischen Unfall ab.
Über vierhundert Jahre Jahre später erwacht Reid Malenfant auf dem Mond. Man hat ihn damals schwerverletzt geborgen und in einen Kälteschlaf versetzt. Dank der fortschrittlichen Medizintechnik konnte er geheilt werden, doch das ist nicht der Grund, warum man ihn aufweckte. Die Erde erhielt einen Notruf – von Emma …
Als kleine Anmerkung vorweg: Dieses Buch ist zwar ein Nachfolger früherer Werke desselben Autors, aber eigentlich für sich alleinstehend. Ich habe diese älteren Bücher nicht gelesen und gerade deshalb habe ich das hier so spannend gefunden. Wenn man jene nämlich kennt, weiß hier man sofort, wie der Hase läuft. Andererseits liest man da dann das Buch gern, weil man einen altbekannten Charakter wieder trifft. Also ein ideales Buch für neue und alte Leser.
Die Formulierung „für sich alleinstehend“ ist jedoch eigentlich falsch, denn es ist der Beginn einer Trilogie und wie so oft habe ich das erst erfahren, als ich am Ende mit einem Cliffhanger konfrontiert wurde. Die gesamte Trilogie ist also „für sich alleinstehend“ und es ist kein Vorwissen nötig, im Gegenteil kann das sogar beim Spannungsaufbau hinderlich sein.
Grundsätzlich ist es ziemlich schwer über dieses Buch zu sprechen. Denn wenn ich über das Element spreche, welches das Buch für mich so spannend gemacht hat, wird es unweigerlich zu Spoilern kommen. Spreche ich aber nur über die Schwächen, wird zu Unrecht ein negativer Eindruck aufkommen. Nun, viele Bausteine des Buches sind nicht wirklich neu – Mann der Gegenwart aus Kälteschlaf, der mit Popkultur-Referenzen um sich wirft; Erkundung einer utopischen Gesellschaft in der Zukunft, die stagniert; eine scheinbar unvermeidliche heranrückende Katastrophe; eine seltsame Nachricht aus den tiefen des Alls – aber was mich gefesselt hielt, war das spannende Rätsel mit all den vielen seltsamen Details. Wie gesagt, wer die anderen Bücher von Baxter gelesen hat, wird von diesen Details nicht weiter beeindruckt sein, wer hier aber neu einsteigt und sich darauf einlässt, hat eine spannende Lektüre vor sich.
Für mich persönlich war das Buch teilweise etwas langatmig und speziell die Überraschung am Ende, dass das Buch nicht abgeschlossen ist, war schon ein bisschen negativ. Es hat für mich auch ein paar unlogische Elemente gegeben. Aber insgesamt war das Rätsel für mich spannend genug und somit hat mich das Buch bis ans Ende unterhalten. In der zweiten Hälfte ist das Buch auch noch teilweise Hard-Sci-Fi geworden und ab da habe ich es regelrecht verschlungen. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil.
Im Nachwort erläutert der Autor übrigens sehr schön, welche seiner Ideen auf welchen wissenschaftlichen Theorien basieren und wo er das genau recherchiert hat. Auch sehr interessant zu lesen und dadurch erhält die Geschichte noch eine ganz andere Qualität.
Fazit: Empfehlenswert.

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