Gedankensprung: Billige Menschenleben in Filmen

Ich habe letztens eine interessante Filmkritik gelesen und dachte mir, ich beschäftige mich mal etwas allgemeiner mit dem Thema.
In dem besagten Beitrag geht es um den Film Godzilla Vs. Kong und die Kritik lautet, dass der Film kein Problem damit hat, dass in Hong Kong fast die gesamte Bevölkerung stirbt, während im Vorgängerfilm King of the Monsters die US-Regierung sich heldenhaft dafür eingesetzt hat, Boston zu evakuieren. Während es in dem Beitrag aber um Whitewhashing und Filmrassismen geht, möchte ich mich eher mit etwas anderem beschäftigen, das da mitschwingt, nämlich billige Menschenleben.
Eine der Szenen der Filmgeschichte, die mir am besten in Erinnerung geblieben ist, stammt aus dem Film Austin Powers. Der Geheimagent läuft durch die Basis der Bösewichte und tötet einen Wachmann nach dem anderen. Doch jedes Mal, wenn so ein Wachmann stirbt, sieht man dessen Flashback. Mir blieb diese Szene deshalb so gut in Erinnerung, weil ich da das erste Mal richtig darüber nachgedacht habe, dass eigentlich jeder irgendein ausgeprägtes Leben führt, mit Familie und Freunden, Freuden und Sorgen. Aber wenn dann auf der Leinwand jemand getötet wird, ist das einfach nur „cool“.
Man muss aber klar differenzieren: Wenn Soldaten, Polizisten oder Bösewichte sterben, generell Personen mit einer Waffe in der Hand, mache ich mir da keine weiteren Gedanken, denn wer sich extra in die Position bringt, kennt das Risiko. Andererseits schüttle ich aber immer wieder den Kopf, wenn gezeigt wird, wie Zivilisten haufenweise sterben. Natürlich, wenn Godzilla kommt oder ein Asteroid einschlägt, dann ist das halt so, ist dies Teil der Geschichte. Was ich kritisiere, sind beispielsweise Autoverfolgungsjagden. Es wird da nie gezeigt, dass da ein Zivilist stirbt, aber bei den Unfällen und Verwüstungen, die da hinterlassen werden, ist es wohl kaum anders möglich. Ebenso bei Schießereien inmitten einer Stadt.
Natürlich, der Tod eines Zivilisten ist ein dramaturgische Mittel, um den Helden noch stärker zu motivieren. Aber sehr oft denke ich mir, dass kein Zivilist hätte sterben müssen, wenn der Held nicht wie versessen dem Bösewicht hinterherjagen würde.
Mir gefallen gut choreographierte Actionszenen und eine ordentliche Autoverfolgungsjagd ist immer toll, dennoch sitze ich halt oft nach solchen Szenen da und frage mich, ob das wirklich nötig war.

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