Großartig, aber am Ende irgendwie unbefriedigend.
Fans der ersten Staffel werden auch hier wieder begeistert sein. Die Geschichte wird nahtlos weitererzählt, ist spannend und emotional, man ist also bis zum Schluss gefesselt. Alles, worüber ich mich kurz geärgert habe, den Kopf geschüttelt habe, was ich als dramaturgisch billig empfunden habe, waren nur Kleinigkeiten, bei denen man locker ein Auge zudrücken kann, weil sie in der tollen Gesamterzählung rasch untergehen und den Spaß in keiner Weise beeinträchtigen.
Während die erste Staffel ja in einem Cliffhanger endete und bis zum Schluss ambivalente Botschaften ausgeschickt wurden, ob es weitergeht oder nicht, ist hier nun eindeutig und fix, dass die Serie abgeschlossen ist und es keine dritte Staffel geben wird. Es wird weitere Serien geben, die in diesem Universum spielen, worauf ich mich auch schon freue, aber Arcane selbst ist zu Ende. Umso enttäuschender waren für mich die letzten Minuten. Denn wenn man schon Charaktere aufbaut, die das Publikum lieben lernt, mit denen man ein episches Abenteuer erlebt, eine emotionale Reise unternimmt und ihnen bei ihrer Charakterentwicklung zuschaut, dann wünscht man sich halt doch einen schönen Abschied. Für mich hat sich das Finale angefühlt wie das Ende einer Episode und nächste Woche geht es weiter, aber nicht wie der Abschluss einer Serie. Es wäre für mich schon wichtig gewesen zu sehen, wie es mit den Charakteren, die überlebt haben, weitergeht, eine kleine Compilation mit Szenen, wie jeder seinen Platz in der neuen Ordnung findet, wie es allen gut geht und man zufrieden Abschied nehmen kann, aber doch bitte nicht so etwas. Zwei Charaktere reden darüber, dass sie weiterkämpfen, aber welchen Kampf? Einer sitzt traurig in der Ecke und die anderen sieht man gar nicht mehr.
So, nachdem ich mir jetzt den Frust aus den Fingern geschrieben habe, beruhige ich mich wieder. Denn im Grunde war die gesamte Serie wirklich großartig, umso mehr fällt so ein abruptes Ende halt ins Gewicht.
Fazit: Sehr zu empfehlen.
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