Serie: The Bondsman – Staffel 1

Fast wie Supernatural, aber doch nicht ganz.
Inhalt: Der Kopfgeldjäger Hub Halloran wird nach seinem Tod ausgerechnet vom Teufel wiederbelebt, doch dafür muss Hub für ihn Dämonen jagen, die aus der Hölle geflohen sind.
An sich erinnert The Bondsman von Plot und Stil her stark an Supernatural, die Fans von dort werden also auch hier ihre Freude haben. Dämonen jagen, ein paar kantige Sprüche klopfen und etwas Humor – was will man mehr? Außerdem spielt Kevin Bacon großartig den mürrischen Kopfgeldjäger mit dem düsteren Geheimnis und der kaputten Familie.
Es gibt aber einen eklatanten Unterschied zwischen den beiden Serien. Bei Supernatural sind die beiden Brüder Helden mit harter Schale und weichem Kern. Es macht einfach Spaß, mit den beiden mitzufiebern. Hub Halloran hier hingegen ist einfach ein schäbiger, unsympathischer Kerl. Auch wenn Kevin Bacon ihn gut darstellt, mag ich ihn einfach nicht und schaue ihm nicht gern zu. Außerdem endet diese erste Staffel in einem brutalen Cliffhanger und es gibt noch keine Ankündigung, ob eine zweite Staffel folgen wird oder nicht. Sollte sie kommen, werde ich weiterschauen. Sollte sie nicht kommen, wäre es auch nicht schade.
Fazit: Kann probiert werden.

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Film: Bullet Train Explosion (2025)

Toller High Speed Actiontrip.
Action/Thriller mit Tsuyoshi Kusanagi von Shinji Higuchi. 134 Min.
Inhalt: Als in einem Hochgeschwindigkeitszug nach Tokio Panik ausbricht und die Gefahr besteht, dass er explodiert, wenn er unter 100 km/h abbremst, liefern sich die Behörden ein Wettrennen gegen die Zeit, um alle Insassen zu retten.
Natürlich erinnert Bullet Train Explosion an den Film Speed mit Keanu Reeves aus dem Jahr 1994. Doch eigentlich ist es eine Fortsetzung des Films The Bullet Train aus dem Jahr 1975, den Hollywood dann eben 20 Jahre später kopiert hat, aber statt einem Zug war es dort ein Bus. Hier aber kehren wir zurück in den Hochgeschwindigkeitszug nach Japan. Auch wenn Bullet Train Explosion eine direkte Fortsetzung von The Bullet Train ist, muss man das Original nicht kennen. Der Film hier steht für sich alleine und funktioniert wunderbar.
Der Film hat mich mehr überrascht, als ich erwartet hatte. Von den ersten Minuten an war ich gefesselt von der ununterbrochenen Spannung, die nicht nachlässt. Die Geschichte spielt zwar in einem beengten japanischen Hochgeschwindigkeitszug, aber der Regisseur schafft es, jede Szene groß und voller Adrenalin wirken zu lassen. Gut gelungen ist vor allem, wie sich Action mit menschlichen Momenten vermischt haben. Es geht nicht nur darum, zu rennen und Bomben zu entschärfen – es bleibt auch Zeit, die Charaktere kennenzulernen, ihre Ängste und ihre Antriebe zu verstehen.
Besonders gut gefallen hat mir persönlich, dass hier nicht auf CGI zurückgegriffen wurde, sondern praktische Effekte verwendet wurden. Die Modellarbeit fühlt sich realistisch an und die Musik passt perfekt zu jedem Schlüsselmoment. Es ist kein Film, der das Genre neu erfindet, aber er respektiert es und erweckt es mit großer Sorgfalt zum Leben.
Es ist einer dieser Filme, der einen mit einem Wow-Effekt zurücklässt.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Spiel: Canvas (Awaken Realms)

Tolle Gemäldekonstruktion.
Von Jeff Chin und Andrew Nerger (ca. 30 Min.; 1-5 Spieler)
In diesem schönen Spiel mit coolem Material schlüpfen wir in die Rolle eines Malers und versuchen die besten Gemälde zu kreieren. Jeder Spieler erhält dabei drei Hüllen, in denen drei transparente Karten Platz haben. Die Kombination dieser drei transparenten Karten ergibt ein Gemälde. In jeder Partie erhält man für andere Elemente Punkte, man muss seine Gemälde also immer mit einem anderen Fokus konstruieren.
Der Kern des Spiels ist aber der Kampf um die transparenten Karten in der Tischmitte. Wer holt sich die beste Karte für die jeweilige Wertung und wer muss in den sauren Apfel beißen? Dieser gelungene Draft-Mechanismus sorgt für Spannung und Spaß.
Canvas ist kurzweilig, lustig und vor allem schön anzusehen. Es macht jedes Mal Spaß und ich bringe es immer wieder gerne auf den Tisch.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Buch: Korenjak, Martin – Latein. Porträt einer Weltsprache

Latein, Weltsprache, Kultursprache – und alles andere als tot!
Wer sich in der Schule gefragt hat, weshalb man sich heute noch mit Latein beschäftigen sollte, findet die Antwort in diesem kompakten Büchlein. Anschaulich und zugänglich führt Martin Korenjak darin die überragende Bedeutung der lateinischen Sprache für die Kultur- und Geistesgeschichte Europas von der Antike bis heute vor Augen.
Konkret behandelt der Autor die vier Themenbereiche Literatur, Recht, Religion und Wissenschaft, um darzustellen, welche Rolle Latein dabei in den letzten zweitausend Jahren gespielt hat und auch heute noch spielt. Der entscheidende Abschnitt des Buches, der mich am meisten interessiert hätte, nämlich „Ausblick“, ist aber leider viel zu kurz geraten. Tatsächlich schreibt der Autor: „Wie aber steht es heute um Latein insgesamt? Was kann man über seine Zukunft sagen? Keine dieser beiden Fragen lässt sich hier umfassend beantworten.“ (S. 115) Schade!
Die Frage auf dem Klappentext des Büchleins, „weshalb man sich heute noch mit Latein beschäftigen sollte“, wird meiner Meinung nach leider unzureichend beantwortet. Wenn man das Büchlein aber hernimmt und sich rein am Untertitel orientiert, nämlich „Porträt eine Weltsprache“ und den Anspruch auf Gegenwartsbezug außen vorlässt, dann ist das hier sehr gelungen. Wie ist Latein entstanden, wie hat es sich ausgebreitet, hat es seine Bedeutung gewonnen und so lange behalten können?
Fazit: Empfehlenswert.

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Das Buch wurde dankenswerterweise vom Verlag zu Verfügung gestellt.
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Serie: The Residence – Staffel 1

Tolle neue Krimiserie.
Cordelia Cupp ist eine brillante, exzentrische Detektivin, die einen kniffligen Fall im Weißen Haus aufklären soll. Man erhält dabei einen Blick hinter die politische Kulisse dieses Gebäudes, nämlich das Werken und Wirken der einfachen Hausbediensteten. Als Politsatire kann man The Residence also nicht bezeichnen, auch wenn die Politiker immer wieder durch den Kakao gezogen werden. The Residence ist ein heiteres Whodunit mit rasanten Dialogen und witzigen Wendungen. Ein Spaß, vor allem dank Uzo Adubas herrlich schneidiger Interpretation als Cordelia Cupp.
Insgesamt ist The Residence eine wirklich unterhaltsame und gut gemachte Serie. Es gibt zwar ein paar langatmige Momente, aber es lohnt sich auf jeden Fall, dranzubleiben, denn die letzte Episode und die obligatorische Auflösung sind ein schöner Höhepunkt.
An sich könnte das hier als Miniserie abgeschlossen sein, es wird aber bereits über eine zweite Staffel diskutiert und ich freue mich schon darauf.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Spiel: Die Weiße Burg (Kosmos)

Zähes Worker Placement.
Von Isra C. und Shei S. (ca. 80 Min.; 1-4 Spieler)
Dieses hochgelobte Spiel ist leider bei unseren Spielrunden und diversen Konstellationen nicht gut angekommen. Das fängt schon damit an, dass die Regeln kompliziert und unübersichtlich geschrieben sind und man für manche Karten gefühlt ein Mathematikstudium benötigt.
Der zentrale Mechanismus besteht darin, Würfel aus einem zentralen Pool zu nehmen und auf Aktionsfeldern zu platzieren, um damit Aktionen zu aktivieren, die im Idealfall eine Kettenreaktion auslösen, also weitere Aktionen aktiveren. Mit den Aktionen sammelt man Ressourcen, um Gärtner, Diplomaten und Krieger anzuheuern, die man dann auf dem Spielbrett platziert und die dann Siegpunkte bringen. Doch da kommt ein extrem lästiges Glückselement zum Tragen. Die Aktionsfelder sind nämlich nicht fix, sondern sind aufgrund sich verändernder Plättchen in jedem Zug anders. Das kann dazu führen, dass ein Spieler eine super Aktion ausführt, der nächste Spieler hat nur Blödsinn zur Auswahl und beim dritten kommt dann zufällig wieder ein sehr gutes Plättchen. Das ist extrem frustrierend und ruiniert jeglichen Spielspaß.
Die Schlusswertung wirkt dann regelrecht banal gegenüber all der Rechnerei während des Spiels, fast irgendwie enttäuschend nach all der Mühe.
Wie oben geschrieben hatte bei uns niemand Spaß bei dem Spiel und es wird auch nicht mehr auf den Tisch kommen. Ich weiß aber, dass Die Weiße Burg viele Fans hat, es kann also ruhig sein, dass wir einfach nicht die Zielgruppe sind oder irgendetwas übersehen haben.
Fazit: Kann probiert werden, aber eher nicht zu empfehlen.

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Spiel: Quantum (Funforge)

Interessante Würfelmanipulation im Weltraum.
Von Eric Zimmerman (ca. 60 Min.; 2-4 Spieler)
In Quantum übernehmen die Spieler die Führung einer Raumschiffflotte, um andere Planeten zu erobern und die Mitspieler zu besiegen. Dabei symbolisiert jeder Würfel ein Raumschiff und die Augenzahl zeigt, welche Raumschiffklasse man konkret vor sich hat. Durch diverse Aktionen kann man die Würfel drehen und dadurch ihre Klassen verändern.
Die Sonderfähigkeiten der einzelnen Klassen und die konstante Veränderung dieser ist das zentrale taktische Element von Quantum. Ein Quäntchen Glück kommt auch noch dazu, wenn man manchmal einen Würfel würfelt und dann zufällig eine neue Raumschiffklasse generiert. Diese gut platzierten Glücksmomente führen zu tollen emotionalen Momenten und machen viel Spaß.
Insgesamt läuft das Spiel sehr flüssig und bietet eine interessante taktische Tiefe mit einigen spannenden Dilemmata. Der erste optische Eindruck mit den großen klobigen Würfel lässt Skepsis aufkommen, die aber gleich verfliegt, sobald man im Spiel drinnen ist.
Fazit: Empfehlenswert.

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Buch: Jansen, Jan C. und Osterhammel, Jürgen – Dekolonisation. Das Ende der Imperien

Ein spannendes Büchlein über einen der wichtigsten Prozesse der jüngeren Weltgeschichte.
Konkret geht es um die „gleichzeitige Auflösung der multikontinentalen Imperien innerhalb des kurzen Zeitraums von drei Jahrzehnten (1945-75) und deren Ersetzung durch formal souveräne Staaten“ (S. 7) und die Konsequenzen daraus bis zur Gegenwart.
Informativ und emotionslos wird in diesem Überblickswerk beschrieben, wie sich Dekolonisation in verschiedenen Ländern unterschiedlich abspielte, aber auch, wie in einem postkolonialen Zeitalter Abhängigkeiten und Verantwortungen noch nicht komplett abgeschüttelt wurden. Über verschiedene theoretische Erklärungsbeispiele hin zu konkreten Ereignissen wird das Thema ausführlich behandelt, mit teilweise anspruchsvoller Sprache, aber dennoch flüssig lesbar.
Leider gibt das Buch keine Zukunftsperspektiven. Es wird zwar schön geschrieben, dass es eine „internationale Tendenz zu einer Pflicht zur Erinnerung an negative Elemente nationaler Vergangenheit“ (S. 124) gibt, doch wird in vielen Staaten wieder genau das Gegenteil gemacht und es entstehen neue imperiale Ambitionen. Da es sich bei diesem Buch um eine 2025 überarbeitete neue Edition handelt, hätte ich mir schon ein Schlusswort gewünscht, welches die Gegenwart mit einbezieht.
Abgesehen von diesem Detail am Rande gibt es eigentlich nichts zu bemängeln. Ein lesenswertes Büchlein über einen wichtigen Prozess, der oft ignoriert wird.
Fazit: Empfehlenswert.

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Serie: Reacher – Staffel 3

Immer noch gut.
Mir haben ja bereits die ersten beiden Staffeln sehr gut gefallen und jetzt wurde ich wieder großartig unterhalten. Diesmal muss Reacher undercover eine Mafiaorganisation infiltrieren, was eine spannende Verschwörung offenbart und viel Action liefert. Wem die Serie bisher gefallen hat, der wird auch hier wieder seine Freude damit haben.
Sehr gelungen finde ich, dass alle drei Staffeln komplett unabhängig voneinander sind. Man kann also getrost die dritte Staffel schauen, wenn man die ersten beiden nicht kennt. Alle drei sind in sich geschlossen und erzählen unterschiedliche Geschichten.
Fazit: Empfehlenswert.

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Film: O’Dessa (2025)

Verschenktes Potenzial.
Musical/Romanze mit Sadie Sink von Geremy Jasper. 106 Min.
Inhalt: Ein Bauernmädchen zieht mit ihrer Gitarre in die Großstadt, um dort eine Karriere als Musikerin zu beginnen. In der verruchten Stadt Satylite City trifft sie den Musiker Euri Dervish, die beiden verlieben sich ineinander und wollen heiraten.
Ein Cyberpunk-Musikfilm hat mich von der Idee her sofort angesprochen und der Anfang des Films hat mir dann auch sehr gut gefallen, denn Sadie Sink als Sängerin ist wirklich toll. Insgesamt ist es aber leider so, dass die Musik in diesem Film tatsächlich das einzige sehens-, bzw. hörenswerte ist. Die zentrale Romanze fühlt sich sehr erzwungen an, die Chemie zwischen den Hauptcharakteren passt gar nicht und der Plot insgesamt ist auch ziemlich lächerlich und überhaupt nicht spannend.
Fazit: Leider nicht zu empfehlen.

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