Wandern als Allheilmittel.
Abenteuer-Drama mit Reese Witherspoon von Jean-Marc Vallée. 120 Min.
Inhalt: Eine junge Frau beschließt quer durch die USA von der mexikanischen zur kanadischen Grenze zu wandern, um sich über ihr Leben, ihre Zukunft und ihre Vergangenheit klarzuwerden.
Mit diesem Film hat Reese nun endlich auch meinen Respekt gewonnen, denn was die bisher so abgeliefert hat, hat wenig mit schauspielerischen Höchstleistungen zu tun. Aber mit Wild beweist sie allen, dass sie etwas kann.
Abgesehen von ihrer Performance ist der Film selbst auch nicht schlecht. Mir gefällt vor allem, dass es sich hier um eine einfache Wanderung handelt, mit gewöhnlichen Problemen und sie nicht gegen abstruse Gefahren ankämpfen muss. Nein, ihr Kampf ist ein Innerer, den sie in ihren Erinnerungen austragen muss, dargestellt durch Flashbacks. Das ist ein weiterer Punkt, der mir gefällt: Sie ist nicht der typische Hollywood-Charakter, dem alles passiert, was einem Menschen irgendwie auch nur passieren könnte. Nein, sie hatte einen Schicksalsschlag und muss nun damit umgehen.
Und das ist auch schon das Negative: Mir fehlt dieser Moment der Erleuchtung. Die Idee sollte ja sein, dass sie in Mexiko als gebrochener Mensch startet, auf der Wanderung inneren Frieden findet und dann in Kanada ein neuer Mensch ist. Aber ich hatte das Gefühl, als hätte sie sich nicht verändert, außer dass sie am Ende keine Probleme mehr hat, ihre Ausrüstung zu verwenden.
Fazit: Ein toller Film mit tollen Bilder und einer tollen Reese, dem aber dieses Quäntchen etwas fehlt, um mich vollkommen zufrieden zu stellen.
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