Gedankensprung: Das seltsame Eigenleben meines Bücherturms

Meine Bücherwand ist dreigeteilt. Den Großteil macht das Regal aus mit all jenen Büchern, die mir gefallen und die ich unbedingt behalten möchte. Links davon gibt es einen Turm mit Büchern, die mir nicht gefallen und die ich irgendwie loszuwerden versuche, sei es durch öffentliche Bücherschränke, Flohmärkte oder Geschenke an interessierte Leute. Aber der eigentliche interessante Turm steht rechts vom Regal. Das ist nämlich der Turm mit den Büchern, die ich noch lesen muss.
Das ist der Turm mit dem seltsamen Eigenleben.
Vor fast dreizehn Jahren – wow, so alt bin ich schon – habe ich diesen Turm begonnen. Damals habe ich nämlich regelmäßig und wie wild in den Abverkäufen von Buchgeschäften zugeschlagen und außerdem haben die meisten Leute mir zu den entsprechenden Anlässen immer Bücher geschenkt, weil mich sonst eh nichts interessiert hätte. Und so ist der Bücherturm dann kontinuierlich gewachsen, trotz meiner intensiven Bemühungen ihn zu reduzieren. Bis er irgendwann fast anderthalb Meter hoch war und umgefallen ist. Das hat zu einiger Verwüstung im gegenüberliegenden Glasschrank geführt. Dann habe ich mir ein Embargo auferlegt und kein Buch mehr gekauft, bis der Turm nicht fertig gelesen wäre. Dazu kam auch noch der Rückgang an Geschenken, was natürlich mit dem fortschreitenden Alter zu tun hat und der immer geringer werdenden Motivation, seinen Geburtstag zu feiern.
Und siehe da, es hat tatsächlich funktioniert, vor etwa sieben Jahren war mein Turm auf ein Buch reduziert: John Katzenbach – Die Anstalt. Dieses Buch hatte eine Freundin meiner Mutter ihr geschenkt. Sie jedoch hatte es mehrere Jahre ungelesen auf dem Nachttisch, bis es wie durch Zauberhand auf meinem Bücherturm gelandet ist. Wo es sich übrigens auch heute noch befindet.
Es kam dann also die Zeit, als ich mich wieder in Buchhandlungen wagte. Diesmal ging ich jedoch gezielt vor und kaufte systematisch Bücher, die ich auch sofort lesen würde. Mein Turm sollte zu keiner Zeit mehr als fünf Bücher enthalten.
Doch dann starb meine Nachbarin, die eine riesige Privatbibliothek hinterlassen hat. Ihre Kinder hatten nichts mit Büchern am Hut und wollte die einfach irgendwie loswerden. Also sind sie an mich und einige andere Bekannte herangetreten und wir durften uns frei bedienen. Ein Großteil der Bibliothek bestand aus Büchern zur jüdischen Geschichte und der Politik im modernen Israel. Diese Bücher haben wir allesamt dem lokalen jüdischen Zentrum geschenkt. Aber auch so blieb noch genug übrig, meinen Bücherturm wieder auf fast anderthalb Meter anwachsen zu lassen. Die letzten Bücher von diesen habe ich vergangenen Sommer gelesen: Eric Idle – Die Reise zum Mars und Rudyard Kipling – Das Dschungelbuch. Nur ein Buch befindet sich noch im Turm: Fjodor M. Dostojewskij – Die Dämonen.
Zusätzlich zu dieser unerwarteten Erbschaft hat ein Freund meinen Turm mit seiner Sammlung an Fantasy-Literatur (Tad Williams – Das Geheimnis der Großen Schwerter, eine fantastische Saga, sowie Richard Schwartz – Das Geheimnis von Askir und noch einiges andere) ordentlich aufgestockt. Ich war die letzten Jahre also ziemlich mit Lesen beschäftigt und als ich im Juni 2014 mit diesem Blog begann, war auch eines meiner Ziele diesen Turm zu reduzieren. Es ist mir auch ziemlich gut gelungen, als dann ein zweiter Freund meinen Turm mit sehr viel Science Fiction – Literatur aufgestockt hat, die mir eigentlich sehr gut gefällt. Aufgrund dessen war mein Blog im letzten Jahr ziemlich Sci-Fi-lastig, was dazu geführt hat, dass ich nun regelmäßig Sci-Fi-Bücher geschenkt bekomme. Da mir Science Fiction sehr gut gefällt und der Turm in dieser Hinsicht noch einiges zu bieten hat und sich momentan ständig regeniert, wird wohl auch mein Blog noch eine Weile mit diesem Genre gefüllt werden.
Persönlich lese ich auch gerne Sachbücher, wissenschaftliche Werke zu den verschiedensten Themen und zwischendurch gönne ich mir auch so ein Büchlein. Die sind auch im Turm recht gut verteilt.

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