Gedankensprung: Brettspiel-Apps

Wie ich letztens in meinem Gedankensprung „Ein guter Spieler – Ein schlechter Spieler“ ausgeführt habe, ist ein wesentlicher Teil von Brettspielen die soziale Interaktion, der zwischenmenschliche Kontakt. Dennoch gibt es zahlreiche Spiele, die digital umgesetzt wurden und online mit weit entfernten Spielern gespielt werden können. Vor einigen Jahren habe ich intensiv auf yucata.de gespielt, doch neben der konkreten Distanz zu den Mitspielern habe ich auch die taktile Erfahrung vermisst, also Figuren anzugreifen, selbst zu würfeln, Karten zu halten. Ich bin mir durchaus bewusst, dass Menschen, die aus verschiedenen Gründen nicht regelmäßig zu Spieleabenden kommen können, aber ihr Hobby weiterführen möchten, hier eine ganz tolle Möglichkeit haben, das soll auch gar nicht kritisiert werden.
Mit der Verbreitung des Smartphones sind viele Apps auf den Markt gekommen, nicht zuletzt auch solche, die Brettspiele auf den kleinen Bildschirm bringen. Vor kurzem gab es auf humblebundle.com ein tolles Angebot, bei dem du für 8€ elf Brettspiele in App-Form erhalten hast: Siedler von Catan, Carcassonne, Scotland Yard, San Juan, Small World, Take it Easy, Labyrinth, Galaxy Trucker, Zug um Zug, Splendor und Ingenious. Seit ich mein Smartphone besitze, haben sich nur zwei Spiele darauf befunden, nämlich Jewels, das aber bald langweilig geworden ist und wieder entfernt wurde, sowie Pokemon Go, das ebenfalls bereits nach einer Woche wieder deinstalliert worden ist. Man sieht, ich bin nicht so der Handy-Spieler und allgemein zücke ich mein Smartphone nur wenn nötig. Diesmal habe ich aber doch zugeschlagen, weil ich die Spiele gut finde, den Preis sogar noch mehr.
Der ausschlaggebende Punkt, warum ich letztlich zugegriffen habe, waren die eingebauten KIs, man kann also hier gegen das Programm spielen, muss also nicht online gehen und irgendeinen Mitspieler in den Tiefen des Internets finden. Denn ob ich gegen einen anonymen Mitspieler oder gegen ein Programm spiele, macht vom Gefühl her für mich keinen Unterschied. Im Gegenteil kann ich so jederzeit die App öffnen und ein kleines Spielchen machen, wenn ich etwa in der U-Bahn sitze oder irgendwo warte und Mal kein Buch dabei habe. Grafisch und von der Bedienung her sind alle Spiele sehr gut umgesetzt, die Frage bleibt nur, ob die KIs eine Herausforderung darstellen. Bis jetzt habe ich nur einfach und manchmal mittel gespielt, um die Apps kennenzulernen, werde aber demnächst schwierig probieren, weil ich bisher immer alles gewonnen habe, außer das Labyrinth. Also ja, ich bin zufrieden, die Apps gefallen mir und wenn ich mich Mal langweile zücke ich lieber ein Brettspiel, als sinnlos im Netz zu surfen oder Juwelen zum Explodieren zu bringen.
Bei solchen Dingen besteht natürlich immer Suchtgefahr. Man will noch einmal probieren zu gewinnen, man will endlich den Highscore knacken, man will eine neue Strategie, eine neue Variante ausprobieren und schon hat man drei Stunden auf Catan oder im Labyrinth verbracht. Aber da muss jeder selbser wissen, wie anfällig er dafür ist.

Eine andere Art der Apps sind solche, die konkret Teil eines Brettspieles sind, wie etwa bei Alchemisten oder Mansions of Madness 2nd Edition. Selbst habe ich solche Spiele noch nicht ausprobiert und irgendwie scheue ich mich auch davor, denn es fühlt sich für mich einfach falsch an. Aber wenn die Apps so eingebaut sind, dass sie mir das taktile Erlebnis nicht nehmen, dann könnte ich mich eventuell damit anfreunden. Aber wie immer gilt: erst probieren, dann meckern.

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Eine Antwort zu Gedankensprung: Brettspiel-Apps

  1. Wortman schreibt:

    Ich spiele auf meinem Smartphone „Walking Dead – No Mans Land“ 🙂 Das macht Spaß.

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