Gedankensprung: Die große Leere nach dem Ende

Jeder kennt dieses Gefühl, wenn er sich in eine neue Welt einlässt, sei es eine Buchreihe in einem Zug durchzulesen, eine Serie komplett im Marathon zu schauen, viele Stunden in ein spannendes Computerspiel zu investieren. So etwas machen wir natürlich nur, wenn uns Story und Charaktere fesseln, wir emotional richtig eingebunden werden. Wir leiden mit den Protagonisten und freuen uns mit ihnen. Und dann kommt es, das Ende.
Die Leere, die einem nach so einem Ende ausfüllt, scheint unerträglich. Man sitzt da und fragt sich: „Und jetzt? Was soll ich jetzt machen? Welchen Sinn hat mein Leben noch?“ Melancholie erfasst einen und man stapft lustlos durchs Leben. So erging es mir kürzlich, als ich Mass Effect fertig gespielt habe, aber auch sonst kann ich mich an viele solcher Momente in meinem Leben erinnern, etwa als ich sämtliche Harry Potter – Bücher in zwei Wochen verschlungen habe oder als ich Star Trek – Deep Space Nine oder die Anime-Serie Fullmetal Alchemist: Brotherhood im Marathon geschaut habe. Denn alles hat irgendwann ein Ende und plötzlich wird man aus dieser Welt geworfen, die man so lieb gewonnen hat.
Aus medizinischer Sicht könnte man argumentieren, dass man einfach süchtig geworden ist und man anschließend einfach wieder vom Trip runterkommen muss. Da ist sicher etwas Wahres dran, aber es ändert nichts an der Tatsache, dass es ein brutales Gefühl ist. Soll ich gleich wieder eintauchen oder mich in den Park setzen und über die Sinnlosigkeit allen Seins nachdenken?
Ganz besonders schlimm wird es, wenn das Ende enttäuscht. Ich erinnere mich da nur an die Serien Lost und Stargate SG1.
Aus dieser Perspektive betrachtet verstehe ich auch die Online-Spieler, denn diese Spiele werden vermutlich nie enden, man wird also nie in dieses Loch fallen.
Das ist auch ein Grund, weshalb ich mit diesem Blog begonnen habe. Ich hasse es einfach ein Buch fertig zu lesen und es dann einfach ohne Kommentar ins Regal zu stellen, oder einen Film zu schauen und ihn ohne weitere Gedanken auszuschalten. Ich bin sehr involviert, wenn ich etwas konsumiere und dieser Blog ist dafür da, einen Abschluss zu bieten. Mein Weg, die Leere nach dem Ende zu überbrücken.
Wenn man sich jedoch nicht emotional auf solche Dinge einlässt, kann man sie auch nicht wirklich genießen. Diese Leere nach dem Ende ist eigentlich nur ein Zeichen dafür, dass man gerade etwas Großartiges erlebt hat. Ja, sie ist schlimm, aber sie gehört dazu. Und so beginnt bereits die Suche nach dem nächsten Universum, in welches ich eintauchen möchte. Momentan ist noch keines ersichtlich, aber das kann sich bald ändern.

P.S.: Ich habe diesmal meine Depression nach Mass Effect damit überwunden, dass ich online ein paar Happy-After-Comics von Fans gelesen haben, nämlich Reunion und Baby Blues. Die kann ich nur empfehlen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s