Gedankensprung: Antikenrezeption in Anime und Manga II

Wie bereits in Teil I meines kleinen Projektes zur Antikenrezeption in Anime und Manga ausgeführt, ist die griechische Antike und Mythologie in Japan sehr bekannt und beliebt. Daher möchte ich jetzt diesen zweiten Teil dazu verwenden, um einige Animes und Mangas zu nennen, die darauf zurückgreifen und auch ganz allgemein über diese Verwendung zu sprechen.
Es ist natürlich ein unmögliches Unterfangen, alle Animes und Mangas aufzulisten, da fast in jedem eine Referenz in irgendeiner Form gemacht wird, sei es die griechische Statue als Mordwaffe bei Detective Conan, Herkules als Gegner im Jenseits bei Dragon Ball Z oder antiker griechischer Goldschmuck als Beute bei Lupin III. Dazu kommen auch noch die unzähligen Verwendungen von Namen für irgendwelche Projekte, Strukturen oder Waffen, etwa „Aegis“ bei God Eater oder einfach der inflationär gebrauchte Begriff „Gaia“ – ebenso auch germanische Begriffe wie „Yggdrasil“. Ganz zu schweigen von all den Kreaturen, wie Kentauren, Chimären etc. Dann noch die Verballhornung der griechischen Schrift, gemeinsam mit den germanischen Runen, um eine Atmosphäre der Mystizität zu schaffen. All das findet deshalb statt, weil diese beiden Welten in Japan sehr bekannt sind und daher einen Wiedererkennungswert in sich bergen, aber dennoch fern und fremd genug, um exotisch, mystisch, fantastisch zu wirken.
Die bekannteste Serie ist sicherlich Saint Seiya, wo jeder Charakter der griechischen Mythologie entspringt und die ganze Hintergrundgeschichte darauf basiert. Am Ende wird dort sogar noch die germanische Mythologie eingebaut.
Eine andere Serie, bei der der Einfluss der griechischen Mythologie an allen Ecken und Enden zu erkennen ist, wäre Sailormoon. Man erkennt vor allem an den Namen, wo sich die Autorin hat inspirieren lassen, etwa die Katze Artemis oder Prinz Endymion, aber auch die Gegner können teilweise von dort hergeleitet werden, zusätzlich zur Optik des Königreichs auf dem Mond.
Campione! Matsurowanu Kamigami to Kamigoroshi no Maou ist eine Serie, in welcher der Hauptcharakter nach Sizilien und später durch sämtliche Mittelmeerländer reist und dabei auf alle möglichen Götter und Kreaturen der griechischen Antike trifft.
Auch in der aktuellen Serie Danmachi (oder Is It Wrong to Try to Pick Up Girls in a Dungeon?) spielen griechische Götter, allen voran Hestia, und Kreaturen eine zentrale Rolle.

Man sieht, der Varianz und Kreativität, mit der die griechische Antike in Anime und Manga aufbereitet wird, kennt keine Grenzen. So mancher moderner konservative Philhellene wird vielleicht den Kopf schütteln, wenn seine ach so geliebte Kultur derart recycelt wird, aber machen Filmemacher in Hollywood und Fantasy-Autoren nicht dasselbe? Ich jedenfalls freue mich immer wieder, wenn ich diese Elemente sehe und erkenne. Denn auch die Griechen haben viel recycelt und ihrem Zeitgeist angepasst, aber das ist eine andere Diskussion.

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