Flip oder nicht?
Von Eric Olsen (ca. 20 Min.; 3-18 Spieler)
Mit Flip 7 präsentiert Eric Olsen ein klassisches „Push your Luck“-Spiel, bei dem es vor allem um eines geht: Risiko abwägen und hoffen, dass das Glück auf der eigenen Seite ist. Die Grundidee ist schnell erklärt: Reihum decken die Spieler Zahlenkarten auf. Kommt eine Zahl doppelt, ist die Runde für den betroffenen Spieler sofort beendet. Wer die meisten Karten aufdeckt, ohne auszuscheiden, gewinnt. Also im Prinzip Black Jack für die Familie.
Die Spielmechanik ist bewusst einfach gehalten: Karte ziehen oder passen. Dadurch bleibt der Einstieg unkompliziert, strategische Überlegungen jedoch eher begrenzt. Der Verlauf kann stark vom Zufall bestimmt sein, was manche als spannungsgeladen empfinden, während andere es als frustrierend empfinden könnten, wenn etwa ein Spieler früh ausscheidet und ein anderer mit scheinbarer Leichtigkeit Runde um Runde gewinnt, nur weil er mehr Glück hat.
Der Wiederspielreiz hängt stark von der Spielgruppe ab. Während manche Runden nach zwei bis drei Partien genug gesehen haben, entwickeln andere schnell eine humorvolle Dynamik am Tisch, bei der das Mitfiebern und gelegentliche Scheitern Teil des Reizes wird. Die Gestaltung der Karten bleibt dabei funktional: farbige Hintergründe, Zahlen, keine weiteren grafischen Elemente.
Flip 7 lebt nicht von taktischer Tiefe, sondern vom gemeinschaftlichen Erleben. Wer das Spiel in der richtigen Runde spielt, kann kurze, unterhaltsame Partien erwarten, bei denen das gemeinsame Lachen über Fehlschläge oft mehr zählt als der eigentliche Spielsieg.
Flip 7 ist ein leicht zugängliches, glücksbasiertes Kartenspiel, das vor allem in größeren Runden oder als Absacker gut funktionieren kann. Wer ein einfaches Spiel mit hohem Glücksfaktor sucht, kann hier reinschauen, wer allerdings mehr Einfluss und strategische Tiefe erwartet, sollte sich anderweitig umsehen.
Meine Tochter (10) hätte das Spiel nach der ersten Runde am liebsten in den Müll geworfen, mein Sohn (5) hingegen kriegt nicht genug davon und will es ständig mit mir spielen. Und ich? Nun, mit meinem Sohn nach einem anstrengenden Arbeitstag Karten flippen, nicht viel denken, einfach lachen: Absolut großartiger Zeitvertreib.
Fazit: Kann probiert werden.
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