Spiel: Bamboo (Skellig Games)

Japanischer Hausbau.
Von Germán P. Millán (ca. 90-110 Min.; 2-4 Spieler)
Bamboo versucht sich als atmosphärisches Kennerspiel rund um den fernöstlichen Bambusanbau, entpuppt sich in der Realität jedoch leider als eine arg kleinteilige und glückslastige Geduldsprobe. Der eigentlich innovative Ansatz, über farbige Weihrauchstäbchen und nachrutschende Bambusrohre die eigenen Aktionen in den Tempeln zu steuern, wird durch einen zutiefst frustrierenden Marktmechanismus ausgebremst. Da der Erfolg beim Einrichten des Hauses massiv von passenden Plättchen abhängt, die Auslage aber völlig zufällig aufgefüllt wird, mutiert das strategische Planen schnell zum reinen Hoffnungsspiel. Wer Pech hat und schlichtweg nicht die geforderten Symbole für seine Balanceplättchen im Angebot vorfindet, wird am Spielende durch die gnadenlose Wertung bestraft. Zudem fühlt sich das gesamte Thema extrem aufgesetzt an, da man statt einer harmonischen Naturerfahrung lediglich mathematisch die linke und rechte Seite seines Spielertableaus numerisch ausgleichen muss. Die winzigen Symbole und das überfrachtete Material trüben den Spielfluss zusätzlich, sodass das vermeintlich entspannte Gärtnern in mühsame Verwaltungsarbeit ausartet.
Außerdem sorgt der an sich spannende Aktionsmechanimsus der Bambusrohre dafür, dass manche Spieler ihre Runde recht früh beenden, während andere Spieler dann noch ewig mit Fitzelaktionen weitermachen, also eine extreme Auszeit entstehen kann.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

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