Toller Neustart.
Sci-Fi-Horrorfilm mit Austin Abrams von Zach Cregger. 90 Min.
Inhalt: Der Kurierfahrer Bryan (Austin Abrams) nimmt einen scheinbar harmlosen Auftrag an, die Lieferung eines biomedizinischen Pakets. Was wie ein gewöhnlicher Arbeitstag beginnt, wird zur Hölle auf Erden.
Resident Evil meldet sich im Kinojahr 2026 mit einem Paukenschlag zurück. Regisseur Zach Cregger wirft den Ballast der alten Filmreihen komplett über Bord und liefert ein radikales, atmosphärisch dichtes Reboot ab, das vor allem in den ersten drei Vierteln der Laufzeit für absolute Begeisterung sorgt. Die Geschichte um den glücklosen medizinischen Kurierfahrer Bryan, der in einer verschneiten Winternacht inmitten eines viralen Ausbruchs in Raccoon City landet, fesselt von der ersten Minute an. Das Ergebnis ist ein extrem packender Mix aus klaustrophobischem Survival-Horror, nervenzerfetzender Spannung und einer ordentlichen Portion B-Movie-Humor, die durch fantastisch aufgelegte Co-Stars wie Paul Walter Hauser und Zach Cherry getragen wird. In diesen ersten 70 Minuten macht der Film einfach unfassbar viel Spaß, ist verdammt lustig und inszenatorisch ein echt gelungenes Paket.
Umso härter ist der Aufprall, wenn das letzte Viertel anbricht, denn hier verliert der Horror-Trip leider völlig die Spur. Sobald das Finale eingeläutet wird, verlässt Cregger seinen stimmungsvollen, bodenständigen Pfad und flüchtet sich in überhastete Erzählstrukturen und ein unrundes Skript. Auch das eigentliche Ende wollte mir überhaupt nicht gefallen. Es wirkt unbefriedigend und lässt den grandiosen, bis dahin sorgsam aufgebauten Spannungsbogen extrem unglücklich verpuffen. Dass dieser qualitative Einbruch im Schlussspurt einen bitteren Beigeschmack hinterlässt, ist extrem schade, da der Film bis dahin meisterhaft war. Schaut man jedoch auf das Gesamtbild, überwiegt das Positive. Trotz des verpatzten Finales bleibt der Kinobesuch dank der genialen ersten drei Viertel ein insgesamt wirklich tolles Filmerlebnis, das Genrefans aufgrund seines frischen Ansatzes auf keinen Fall verpassen sollten.
Fazit: Empfehlenswert.
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