Gedankensprung: Hinter den Kulissen der Entenhausen Comics

Den folgenden Beitrag könnt ihr auch auf Spotify in der neuesten (vierten) Folge des Entenhausen Podcast hören.

Wer schreibt und zeichnet eigentlich die Geschichten aus Entenhausen? Wo kommen diese Comics her? Und warum sehen Donald, Micky und Co. manchmal so unterschiedlich aus?

Wir schauen heute hinter die Kulissen der Welt von Dagobert, Donald, Micky und all den anderen.
Zuerst mal eine kleine Überraschung: Die Comics rund um Entenhausen, also Donald Duck, Micky Maus, Onkel Dagobert, werden heute gar nicht mehr in den USA produziert.
Obwohl alles dort begann, entstehen die meisten Geschichten heute in ganz anderen Ländern: In Italien, Dänemark, den Niederlanden, oder Brasilien.
Aber gehen wir mal kurz zurück zum Anfang: Der Mann, der Entenhausen im Grunde erfunden hat, hieß Carl Barks. Er arbeitete ab den 1940er Jahren für Disney und schrieb und zeichnete über 500 Donald-Duck-Comics. Er hat viele Figuren erschaffen, die wir heute kennen: Onkel Dagobert, Daniel Düsentrieb, Gustav Gans, Gundel Gaukeley – um nur ein paar zu nennen. Seine Geschichten waren nicht nur lustig, sondern oft auch gesellschaftskritisch, manchmal abenteuerlich, manchmal sehr menschlich. Er war übrigens so einflussreich, dass er später den Spitznamen „The Good Duck Artist“ bekam, weil anfangs nicht mal sein Name unter den Comics stand.
Heute sieht das aber ganz anders aus. Die meisten Duck-Comics entstehen nicht mehr in den USA, sondern zum Beispiel:
• in Italien, wo es riesige Teams von Künstlern gibt, die z. B. für Topolino arbeiten.
• in Dänemark, wo der Egmont-Verlag viele klassische Donald-und-Dagobert-Geschichten produziert.
• und auch in Ländern wie Brasilien, Frankreich, den Niederlanden.
Jedes Land hat dabei seinen eigenen Stil. Italienische Comics zum Beispiel sind oft abenteuerlich, mit langen Geschichten und manchmal sogar Superhelden-Versionen der Enten. Dänische Geschichten dagegen sind oft etwas kürzer, witziger und der Zeichenstil unterscheidet sich auch.
Vielleicht ist euch das auch schon aufgefallen: Im Lustigen Taschenbuch, also dem LTB, sind fast ausschließlich Comics aus Italien. Aber warum eigentlich?
Ganz einfach: Das Taschenbuch-Format selbst stammt aus Italien. In den 1960ern wurde dort das Konzept entwickelt, lange Donald-Geschichten in kleinen, dicken Taschenbüchern zu erzählen. Das kam super an und wurde vom deutschen Verlag Ehapa übernommen. Deshalb bekommst du im LTB fast nur italienisches Material.
In anderen Formaten, wie dem Micky Maus Magazin oder dem Donald Duck Sonderheft, finden sich auch Geschichten aus Dänemark oder anderen Ländern.
Egal ob aus Italien, Dänemark oder anderswo, die Comics aus Entenhausen sind das Ergebnis einer riesigen, internationalen Zusammenarbeit von Zeichnern, Autoren und Verlagen.
Daher möchte ich jetzt gerne kurz über die einzelnen Produktionsländer sprechen:
Italien ist das mit Abstand produktivste Land für Entenhausen Comics. Rund 8 000 Seiten neue Comics pro Jahr werden dort produziert, das entspricht etwa 50 % der weltweiten Neuauflagen. Verlage wie Disney Italia (ehemals Mondadori) geben unter anderem das Heftchen Topolino heraus, wöchentlich mit komplett neuen Geschichten. Typisch für die italienischen Comics sind lange Abenteuer, kreative Erzählweisen und viele neue Figuren. Italien entwickelt längere Geschichten (bis zu 30 Seiten als Standard) und treibt kreative Parodien und innovative Serien voran. Stilprägende Künstler aus Italien sind etwa Romano Scarpa, Giorgio Cavazzano, Massimo De Vita, Marco Gervasio, Giovan Battista Carpi oder Luigi Perego, die zur „italienischen Disney-Schule“ gehören und Klassiker wie Paperinik erschufen.
In Dänemark hat der Verlag Egmont das Zentrum seiner Produktion, mit Studios in den anderen skandinavischen Ländern. Viele Comics entstehen in diesen skandinavischen Studios oder von Freelancern. Viele Comics entstehen hier im klassischen Barks-Stil, eher humorvoller und kürzer als in Italien. Einer der größten Unterschiede zwischen den beiden Varianten ist Dagobert Duck. Während er in Italien auch mal Emotionen zeigt, ist er in Dänemark ein knallharter Geschäftsmann. Und während Donald Duck in Italien auch mal der Held ist, ist er in Dänemark der absolute Pechvogel. Der bekannteste Künstler aus dieser Region ist sicherlich Don Rosa, der berühmt für die Barks-Hommagen und seine preisgekrönte Serie über das Leben von Onkel Dagobert ist. Eigentlich ist Don Rosa US-Amerikaner, hat aber von dort für Egmont gearbeitet. Weitere wichtige Künstler wären etwa Vicar, Flemming Andersen, Arild Midthun oder Freddy Milton.
In den Niederlanden produziert DPG Media bzw. Sanoma (früher Oberon) eigene Disney-Hefte wie Donald Duck Weekblad. Viele Künstler und Autoren aus den Niederlanden arbeiten häufig auch für Egmont in Dänemark. Der bekannteste Künstler aus diesem Land ist wohl Daan Jippes.
In Frankreich selbst werden keine Serien oder regelmäßige Hefte wie in den oben genannten Ländern produziert, sondern die künstlerische Szene ist dort kreativer und experimenteller. Die Entenhausen Comics dort haben einen ganz eigenen Stil und werden sporadisch großformatig eher als Graphic Novels veröffentlicht. Der bekannteste Künstler aus diesem Land ist wohl Glénat.
Sonst gibt es in Europa keine eigenständigen Entenhausen Studios, aber Künstler aus allen Ländern können als Freelancer bei Egmont engagiert werden.
Außerhalb Europas ist Südamerika der größte Entenhausen Markt, wo es früher eigene Studios in Argentinien und Chile gab, die mittlerweile geschlossen sind. Einzig in Brasilien werden diese Comics weiter produziert, z.B. im Verlag Editora Abril, mit einer eigenen Tradition und stark lokalem Humor. Einige Figuren wurden dort neu erschaffen, die dort regional erfolgreich sind. Der bekannteste Künstler aus diesem Land ist wohl Waldyr Igayara de Souza.
International werden vor allem Comics aus Italien und Dänemark importiert, übersetzt und vertrieben. Die Niederlande, Frankreich und Brasilien sind, wie gesagt, die einzigen Länder neben den beiden Giganten mit einer eigenständigen Entenhausen Produktion.
Aber was ist mit den USA, dem Geburtsland von Entenhausen? Wann hörten die USA auf, Entenhausen-Comics zu produzieren?
Der Ursprung der Entenhausen Comics liegt in den 1930er–1970er Jahren. Diese klassische Ära begann mit Zeitungsstrips von Floyd Gottfredson (Micky Maus) und den Heftgeschichten von Carl Barks (Donald Duck, Onkel Dagobert). In dieser Zeit entstanden viele tausend Seiten, die heute als „Goldene Ära“ gelten. Bis ca. 1973 erschienen regelmäßig neue Geschichten von US-Zeichnern (u. a. Tony Strobl, Paul Murry). Um ca. 1980 stellte Disney in den USA die eigene Comic-Produktion ein, denn die Nachfrage war stark gesunken. Stattdessen setzte man auf den Import europäischer Comics (v. a. aus Dänemark und Italien). Ab da erschienen US-Hefte (z. B. „Donald Duck“, „Uncle Scrooge“) zwar weiter, aber mit importiertem Material. Verlage wie Gladstone, später Boom! Studios oder IDW Publishing, veröffentlichten in den USA zwar Disney-Comics, aber fast ausschließlich durch den Import europäischer Geschichten. Nur sehr vereinzelt entstanden neue US-Geschichten, z. B. einige Titel zu Filmen oder TV-Serien. Seit den 2000ern gibt es praktisch keine originären US-Produktionen von Duck- oder Micky-Comics mehr. Die USA sind heute nur noch Importmarkt für internationale Disney-Comics. Die aktuellen Ausgaben (sofern es überhaupt welche gibt) enthalten meist Comics aus Italien (Topolino) oder Dänemark (Egmont).
Zusammengefasst kann man sagen: In den USA wurden bis in die 1970er-Jahre hinein regelmäßig neue Entenhausen-Comics produziert, von Künstlern wie Carl Barks oder Floyd Gottfredson. Aber ab den 1980ern hörte Disney in den USA damit auf. Seitdem kommen die Geschichten fast ausschließlich aus Europa, besonders aus Italien und Dänemark. Heute ist die USA nur noch ein Lizenznehmer, nicht mehr der Ursprung von Donald Duck.
In Deutschland stammen fast alle Comics im Lustigen Taschenbuch aus Italien. Aber es gibt auch vereinzelt Geschichten aus anderen Ländern. Besonders im Donald-Duck-Sonderheft oder im Micky-Maus-Magazin tauchen hingegen regelmäßig überwiegend Geschichten aus Skandinavien, den Niederlanden oder Brasilien auf. Und ganz gelegentlich erscheinen sogar französische Künstlerausgaben, zum Beispiel in Form von Graphic Novels.
Wenn man den internationalen Markt anschaut, dann ist auch irgendwie logisch, dass in den Ländern, in denen Entenhausen Comics produziert werden, diese auch am häufigsten verkauft werden. Italien ist das Zentrum der weltweiten Entenhausen Comics. Hier werden mehr als 8.000 Seiten neue Comics pro Jahr veröffentlicht, was etwa 50% der weltweiten Gesamtproduktion entspricht.
Der deutschsprachige Raum (Deutschland, Österreich, die Schweiz, Südtirol) ist nach Italien der größte Konsummarkt für Entenhausen Comics. Allein das reguläre Lustige Taschenbuch verkauft pro Monat mehrere Hunderttausend Exemplare.
Skandinavien, die Niederlande und Brasilien sind daneben noch die wichtigsten Absatzmärkte für Entenhausen Comics.
Die restlichen europäischen (insbesondere Griechenland) und südamerikanischen Länder sowie die Türkei haben ebenfalls stabile Verkaufszahlen für Entenhausen Comics und aktive Fanszenen.
Großbritannien hingegen ist das einzige Land in Europa, in dem Entenhausen kaum eine Rolle spielt. Auch in Nordamerika, Australien und Neuseeland ist die verbliebene Fangemeinde sehr klein. Dazu kommen noch Asien und Afrika, wo Entenhausen fast keine Präsenz hat.
In Japan und anderen ostasiatischen Ländern sind die Entenhausen Charaktere sehr wohl bekannt und beliebt, aber aufgrund anderer Kontexte, wie Filme, Videospiele (z.B. Kingdom Hearts), Merchandise und Freizeitparks, aber die Entenhausen Comics werden nicht gelesen.
In der arabischen Welt waren die Entenhausen Comics ab den 1950ern und 60ern bekannt und beliebt, wurden auch regelmäßig ins Hocharabische übersetzt. Die Präsenz ist aber drastisch zurückgegangen und im Jahre 2020 wurde in Ägypten das letzte Micky Maus Heft gedruckt.
Interessant ist auch ein Blick darauf, welche Charaktere in welchen Ländern besonders beliebt sind. Während Donald Duck, Dagobert Duck und die Neffen Tick, Trick und Track sich international großer Beliebtheit erfreuen, werden andere Charaktere doch recht unterschiedlich wahrgenommen. Phantomias ist etwa in Italien extrem beliebt, Daniel Düsentrieb besonders in Deutschland und Gustav Gans stark in den Niederlanden. In Brasilien ist der Papagei José Carioca ein lokaler Star, kommt aber in Europa kaum vor.
Indiana Goof, oder wie er in Italien heißt: Indiana Pipps, mein persönlicher Liebling, ist vor allem im Herkunftsland Italien ein echter Star. Dort begleitet er Micky regelmäßig als verrückter Archäologe auf Schatzsuchen und Tempelabenteuer. In Deutschland ist er ebenfalls bekannt, vor allem durch das Lustige Taschenbuch. In Skandinavien oder Brasilien dagegen kennen ihn viele gar nicht, weil dort ganz andere Geschichten produziert werden.
Entenhausen-Comics sind in Italien, Deutschland, Österreich und der Schweiz so beliebt, weil sie dort früh ankamen und sich fest im Alltag verankerten. In Italien erschien schon 1932 das Magazin Topolino, in Deutschland folgten Micky-Maus-Hefte ab den 1950ern und das Lustige Taschenbuch ab 1967. Donald, Dagobert und Micky wurden zu ständigen Begleitern auf dem Schulweg, im Urlaub, beim Arzt im Wartezimmer. Und bis heute sind sie für viele ein Stück Zuhause, Nostalgie und Humor zugleich.
In Italien wurden die Comics schon früh für den italienischen Geschmack angepasst: lebendiger, wilder, humorvoller. Mit italienischem Alltag: Fußball, Pasta, Sommerferien, Vespas. Topolino wurde zum Kult-Heft für Jung und Alt, bis heute mit wöchentlichen Ausgaben.
Carl Barks’ Geschichten (aus den USA) machten Donald & Dagobert in Deutschland unglaublich populär, gerade durch ihren Witz, ihre Abenteuer und die klar gezeichneten Figuren. Später kamen viele italienische Geschichten dazu (über das LTB). Die Figuren passten einfach gut in den deutschen Zeitgeist: Etwa Donald als „Jedermann“, der immer verliert, aber nie aufgibt. Oder Dagobert als Kapitalist, den man trotzdem liebt. Besonders beliebt waren sie als Urlaubslektüre, Ferienhefte oder Zeitvertreib bei der Bahnfahrt.
Wenn ihr heute selbst Geschichten aus Entenhausen schreiben oder zeichnen wollt, müsst ihr euch bei Verlagen wie Egmont oder Panini bewerben, mit einem professionellen Portfolio. Ihr arbeitet dann als Freelancer, müsst den offiziellen Disney-Stil perfekt beherrschen und könnt, wenn alles passt, tatsächlich Geschichten mit Donald, Dagobert oder Micky erzählen. Der Weg ist schwer, aber es gibt auch heute noch Zeichner aus Deutschland, die das geschafft haben.
Man kann auch Autor für Entenhausen-Geschichten werden, ohne zeichnen zu können. Dafür bewirbt man sich bei Verlagen wie Egmont oder Panini mit einem fertigen Comic-Skript oder einer Story-Idee. Wenn die Redaktion das gut findet, beauftragen sie passende Zeichner und ihr bekommt als Autor ein Honorar. Die größte Herausforderung: Man muss den typischen Ton von Donald, Dagobert & Co. wirklich draufhaben und im Comicformat denken können.
Egmont in Dänemark hat eine lange Tradition der Kooperation mit Freelancern auf Englisch, in Italien hingegen ist es schwer reinzukommen, wenn man nicht in Italien selbst bestimmte Kunstschulen besucht und die richtigen Diplome hat.

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Spiel: Harmonies (Libellud)

Großartig!
Von Johan Benvenuto (ca. 30-45 Min.; 1-4 Spieler)
Mit Harmonies präsentiert Libellud ein visuell bezauberndes Legespiel, das mit eleganter Einfachheit und durchdachter Tiefe überzeugt. Das Thema der Traumlandschaften verbindet sich hier nahtlos mit einem cleveren Legemechanismus: In wenigen Minuten sind die Regeln erklärt, und schon beginnt das Puzzeln mit runden Holzscheiben, Tierkarten und transparenten Würfeln. Trotz seiner zugänglichen Mechanik entwickelt Harmonies ein spürbar planvolles Spielgefühl, das gleichermaßen an Cascadia, Azul und Reef erinnert und doch eigenständig wirkt.
Grafisch setzt das Spiel neue Maßstäbe: Die stilvollen Illustrationen von Maëva da Silva, kombiniert mit haptisch ansprechenden Holzkomponenten und einem geräumigen Stoffbeutel, verleihen dem Spiel einen hochwertigen, harmonischen Look. Besonders beeindruckend: Die Token tragen Symbole zur Unterstützung bei Farbenfehlsichtigkeit – ein durchdachtes Detail in Material und Gestaltung.
Spielerisch zieht Harmonies seine Stärke aus dem subtilen Spannungsfeld zweier Wertungsebenen: Landschaftsplättchen und Tierkarten interagieren elegant miteinander und erfordern strategisches Vorausdenken. Wer sich intensiv mit den Tierkarten beschäftigt, entdeckt Synergien und Muster, wodurch jede Partie individuell und herausfordernd wirkt.
Die Downtime ist quasi nicht vorhanden, stattdessen sinniert man während der Züge anderer über die nächste Strategie. Das Spiel eignet sich gut für kleine Runden, aber auch Solo-Spiel ist möglich und optionale „Naturgeister“-Karten bieten zusätzliche Abwechslung.
Insgesamt macht Harmonies einen nachhaltigen Eindruck. Es ist ein „Feel‑good‑Game“, das mit minimaler Einstiegshürde großen Spielspaß liefert und zugleich zum Denken anregt. Es spielt sich flockig, sieht bezaubernd aus und schafft ein Gefühl von Harmonie, das rundum zum Titel passt. Wer Legespiele mag und etwas zwischen kurzweiligem Familienspiel und elegantem Kennerspiel sucht, ist mit Harmonies gut beraten.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Buch: Lustiges Taschenbuch Space 04

Leider nicht so gut wie die ersten drei.

© 2025 Egmont Ehapa Media/Disney
Alle zwei Monate erscheint eine neue Ausgabe der Miniserie LTB SPACE bei Egmont Ehapa Media.

Nachdem mir ja bereits die ersten drei Bände dieser neuen Miniserie sehr gut gefallen haben, war es klar, dass ich hier wieder sofort zugreifen würde.
Doch leider muss ich diesmal Kritik anbringen.
Konkret geht es um die Deutsche Erstveröffentlichung in diesem Band. Während die bis jetzt ja die Highlights der LTB Space Spezialreihe waren, ist diese hier nun leider ein Fehlgriff. Die Geschichte „Die Zweite Sonne“ besteht aus zwei Teilen, was an sich ja okay ist, aber sie sind die Fortsetzung von Geschichten, die im Lustigen Taschenbuch Maus-Edition Band 21 veröffentlicht worden sind. Wer die nicht gelesen hat, ist hier also aufgeflogen, denn ihm fehlt erhebliches Vorwissen. Ich verstehe halt nicht, dass wenn man schon einen ganzen Band mit Wiederveröffentlichungen füllt, warum man dann nicht diese beiden relevanten alten Geschichten nicht auch mit reingenommen hat, damit es komplett ist.
Dazu kommt noch, dass genau in dieser Geschichte die Kolorierung extrem hässlich ist. Hat man da etwa versucht bei der Tinte Geld zu sparen?
Besonders schade finde ich, dass ich diese Geschichte kritisieren muss, weil sie inhaltlich eigentlich wirklich spannend ist und voll meinen Geschmack treffen würde. Ich weiß, dass es von dieser Geschichtenreihe „Die Zweite Sonne“ auf Italienisch noch mindestens eine weitere Geschichte gibt. Wer weiß aber schon, ich welchem Band die dann irgendwann veröffentlicht wird.
Zu den Wiederveröffentlichungen sei gesagt, dass hier zwei richtig tolle Klassiker neu abgedruckt worden sind, nämlich die Geschichte „Tulpen aus dem All“ aus dem Jahre 1978 von Guido Martina und Giovan Battista Carpis sowie die Geschichte „Das Kraut der Weisheit“ aus dem Jahre 1968 von Rodolfo Cimino, Romano Scarpa und Luciano Capitanio. Das sind zwei tolle, epische Geschichten im Weltall, die Spaß machen und spannend sind. In „Tulpen aus dem All“ versucht Onkel Dagobert einen Geldspeicher auf dem Mond zu bauen, wird dann aber mit seinen Neffen in eine andere Welt transportiert und erlebt dort eine epische Reise. In „Das Kraut der Weisheit“ werden Donald, Tick, Trick und Track von Aliens entführt und müssen dann einen ganzen Planeten befreien.
Aber auch die restlichen Geschichten sind durchaus lesenswert.
Lustiges Taschenbuch Space 04 hat mir leider nicht so gut gefallen, wie die anderen drei, ist aber dennoch wegen einiger toller Klassiker lesenswert und ich freue mich schon auf den nächsten Band in zwei Monaten.
Fazit: Für Sci-Fi und Entenhausen Fans sehr zu empfehlen.

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Serie: Wednesday – Staffel 2

Nette Fortsetzung.
Nach dem Überraschungserfolg der ersten Staffel kehrt Wednesday düster und stilvoll zurück. Die zweite Staffel bleibt dem schaurigen Charme der Serie treu, bietet erneut viel Mystery, bissigen Humor und ein visuell beeindruckendes Setting. Jenna Ortega trägt die Serie weiterhin mühelos mit ihrer markanten Präsenz und sorgt dafür, dass Wednesdays lakonische Art nie langweilig wird. Inhaltlich versucht die Staffel, größere Themen wie Freundschaft, Familie und Selbstfindung stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Dabei gelingt es ihr über weite Strecken, Spannung und Atmosphäre auf hohem Niveau zu halten. Allerdings merkt man gelegentlich, dass zu viele Nebenhandlungen gleichzeitig erzählt werden, was den Fokus verwässert. Speziell die Handlung mit dem Bruder und dem Zombie wirkt über lange Strecken belanglos.
Insgesamt hatte ich schon das Gefühl, dass man hier versucht hat viel von Staffel eins zu wiederholen und gleichzeitig noch viel mehr dazu zu werfen, weshalb es vor allem in der ersten Staffelhälfte überfrachtet wirkt. In der zweiten Hälfte kommt dann Fahrt auf, die Story ist fokussierter und spannender, mit tollen Auflösungen und einem gelungenen Showdown.
Besonders möchte ich die Performance von Catherine Zeta‑Jones als Morticia loben. Man merkt einfach, wie sehr sie es schätzt, im Spätherbst ihrer Karriere noch einmal so eine bedeutende Rolle bekommen zu haben.
Dennoch bleibt die zweite Staffel von Wednesday eine lohnenswerte Fortsetzung für alle Fans von düsterer Fantasy und cleverer Figurenzeichnung und macht definitiv Lust auf mehr. Und es wird auch mehr geben. Nach dem immensen Erfolg der ersten Staffel war klar, dass noch eine zweite und dritte folgen würden, entsprechend auch der große Cliffhanger hier am Ende. Dieser weckt meine Freude auf die nächste Staffel deshalb so sehr, weil diese anscheinend in eine andere, interessante Richtung gehen wird.
Fazit: Empfehlenswert.

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Film: The Pickup (2025)

Nette Unterhaltung.
Komödie/Action mit Eddie Murphy von Tim Story. 94 Min.
Inhalt: Ein routinemäßiger Geldtransport nimmt eine dramatische Wendung, als die grundverschiedenen Kuriere Russell und Travis ins Visier der skrupellosen Verbrecherin Zoe geraten. Was zunächst wie ein simpler Überfall erscheint, entpuppt sich als Teil eines viel größeren Plans. Während sich die Ereignisse überschlagen, müssen die beiden widerwilligen Partner nicht nur ihr Leben retten, sondern auch ihre persönlichen Konflikte überwinden.
The Pickup reiht sich als weitere Actionkomödie nach Heads of State bei Prime ein, zwar witzig, aber weit nicht auf dessen Niveau. Der Film erzählt die Geschichte von Travis, einem Wachmann für gepanzerte Transporte, und seinem Partner Russell, der kurz vor seiner Pensionierung steht. Beide geraten unfreiwillig in eine turbulente Flucht, die von chaotischen Situationen und Verfolgungsjagden geprägt ist. Dabei sorgt Pete Davidson als der etwas trottelige Travis für einige lustige Momente, während Eddie Murphy als Russell einen entspannteren Gegenpol bildet. Die Chemie der beiden Hauptdarsteller bringt viel Energie in den Film, unterstützt von Keke Palmer, die mit frischer Dynamik aufwartet.
Trotz der unterhaltsamen Grundidee und einiger witziger Szenen überzeugt The Pickup jedoch nicht durchgängig. Die Handlung wirkt oft unlogisch, mit absurden Momenten. Solche Drehbuchschwächen ziehen sich durch den Film und beeinträchtigen das Gesamterlebnis. Zudem vermisst man bei Eddie Murphy die Dominanz, die er in seinen späten Erfolgen wie Beverly Hills Cop: Axel F noch ausstrahlte.
Dennoch bietet der Film eine kurzweilige Unterhaltung. Das Zusammenspiel der Darsteller und die popkornfreundliche Inszenierung machen The Pickup zu einer unterhaltsamen Heist-Komödie, die man durchaus genießen kann, wenn man nicht zu viel Tiefgang erwartet. Die kurzen 90 Minuten lassen sich gut wegschauen, auch wenn das Drehbuch keine Preise gewinnen wird. Fans von einfachen, verrückten Komödien kommen hier auf ihre Kosten.
Abschließend bleibt ein zwiespältiger Eindruck. The Pickup ist eine leidlich spannende Actionkomödie mit flachen Charakteren und einer Prise zweifelhaftem Vulgärhumor. Für Eddie Murphy-Fans ist es schön, ihn wieder in Aktion zu sehen, auch wenn man sich von ihm etwas mehr Präsenz gewünscht hätte. Insgesamt ist der Film ein leichter Spaß mit Charme, der trotz einiger Logiklöcher und Ungleichmäßigkeiten unterhält, ohne jedoch nachhaltig zu begeistern oder zum Wiedersehen einzuladen.
Fazit: Kann geschaut werden.

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Der Entenhausen Podcast

Die neue Folge vom Entenhausen Podcast ist da!

Der Podcast über Enten und Mäuse. Hier erzähle ich euch von unseren Lieblingscomics aus Entenhausen und stelle die verschiedenen Charaktere vor, die uns dort immer wieder begegnen: Donald Duck, Micky Maus & Co.
Taucht ein mit mir in die Welt von Entenhausen!

Mittlerweile ist bereits die vierte Folge erschienen. Diesmal blicke ich hinter die Kulissen der Entenhausen Comics. Kommt vorbei und hört rein. Ich würde mich freuen!

Hören könnt ihr den Podcast auf diesen Plattformen:
Spotify
Amazon Music
Castbox

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Spiel: Galileo Galilei (Frosted Games)

Tolles Astronomiespiel.
Von Tomáš Holek (ca. 50-100 Min.; 1-4 Spieler)
Mit Galileo Galilei liefert Frosted Games ein stilvoll gestaltetes, elegant schlichtes Euro-Spiel, das Spieler in die Rolle eines Astronomen versetzt, mit dem Ziel, neue Planeten und Sternsysteme zu entdecken. Trotz geringer Regelkomplexität entfaltet das Spiel eine überraschend angenehme spielerische Tiefe. Der zentrale Mechanismus, ein drehbares Teleskop auf dem eigenen Spielertableau, wirkt auf den ersten Blick simpel, führt jedoch zu taktisch reizvollen Entscheidungen. Beobachtungen und deren Timing beeinflussen die Punkteausbeute spürbar und eröffnen strategische Möglichkeiten.
Die Kombination aus klarer Mechanik, gut eingebettetem Thema und klassisch-europäischem Spielgefühl ist rundum gelungen. Das Setting der Sternenbeobachtung wird durch eine wissenschaftlich fundierte Gestaltung überzeugend transportiert. Auch die Gestaltung der Entdeckungskarten und Tableaus zeigt Liebe zum Detail. Besonders lobenswert ist die Barrierefreiheit, etwa durch Markierungen für Farbenwahrnehmung. Das Material wirkt hochwertig, auch wenn einige Plättchen etwas klein geraten sind.
Spielerisch handelt es sich bei Galileo Galilei um ein gehobenes Kennerspiel mit stark solitärem Charakter und eher geringer Interaktion. Bei mehreren Spielern kann es durch mögliche Kettenzüge zu längerer Downtime kommen, zu zweit hingegen läuft es deutlich flüssiger. Die Inquisitoren-Mechanik fügt dem Spiel einen cleveren taktischen Kniff hinzu, der für zusätzliche Spannung sorgt. Inhaltlich überzeugt Galileo Galilei durch durchdachte Verzahnung, thematische Tiefe und einen hohen Wiederspielwert, besonders durch die variable Auslage und die Expertencharaktere mit individuellen Fähigkeiten. Ein zugängliches, aber keineswegs oberflächliches Spiel, das Viel- wie Gelegenheitsspieler gleichermaßen ansprechen kann.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Buch: Lehmann, Matthias B. – Jüdische Geschichte. Von der Antike bis zur Gegenwart

Schöne Übersicht über ein schwieriges Thema.
Der Autor Matthias B. Lehmann, Professor für neuere jüdische Kultur- und Sozialgeschichte an der Universität Köln, beschreibt hier sehr gut die Jüdische Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, über 2.500 Jahre lang. Dieses Büchlein hat mich durch seine klare Sprache und den gut strukturierten Aufbau sofort überzeugt. Anstatt sich in trockenen Fakten zu verlieren, gelingt es dem Autor, die immense Zeitspanne von den Anfängen bis in die Gegenwart spannend und verständlich darzustellen. Besonders beeindruckt hat mich, wie er historische Ereignisse mit kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen verknüpft und so ein umfassendes Bild jüdischen Lebens zeichnet. Auch komplexe Zusammenhänge werden nachvollziehbar erklärt, sodass das Buch sowohl für geschichtlich Interessierte als auch für Leserinnen und Leser ohne Vorkenntnisse bestens geeignet ist. Insgesamt eine empfehlenswerte Lektüre, die nicht nur informiert, sondern auch zum Nachdenken anregt.
Die Bedeutung solcher Bücher heutzutage kommt in einem Satz auf der letzten Seite zum Ausdruck: „Die zunehmend schrillen Töne antiisraelischer Kritik und die Erfahrung eines nicht zuletzt in intellektuellen und künstlerischen Kreisen zunehmenden Anti-Israelismus verunsicherten allerdings auch Jüdinnen und Juden, die sich nicht unbedingt mit der Politik der israelischen Regierung identifizierten, und verstärkten ihr Gefühl der Ausgrenzung.“ (S. 122)
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Serie: Shōgun – Staffel 1

Fernöstliches Prestigefernsehen vom Feinsten
Wenn sich eine Serie traut, Historie, Drama und kulturelle Tiefe in einem epischen Erzählbogen zu vereinen, dann hat sie meine Aufmerksamkeit sicher. Shōgun, eine Prestigeproduktion aus dem Hause FX, ist die Verfilmung des gleichnamigen Buches von James Clavell.
Wir begleiten den englischen Seefahrer John Blackthorne, der Anfang des 17. Jahrhunderts an der Küste Japans strandet. Er ist ein Fremder in einem faszinierenden, aber für ihn völlig unverständlichen Land. Was sich zunächst wie ein klassisches Abenteuerszenario liest, entpuppt sich schnell als tiefgründiges, vielschichtiges Spiel um Macht, Ehre und kulturelle Identität. Die Serie nimmt sich Zeit, ihren Figuren Raum zu geben, statt uns in westlichem Tempo durchzujagen. Das tut gut. Denn Shōgun lebt von Nuancen in Gestik, Sprache, Politik.
Visuell ist das Ganze eine Augenweide: Die Kameraführung ist ebenso ruhig wie eindringlich, das Setdesign authentisch und bis ins kleinste Detail durchdacht. Der Score unterstreicht die Spannung subtil, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Und dann diese Darsteller! Besonders Hiroyuki Sanada als Lord Toranaga spielt mit solcher Würde und Präsenz, dass man ihn kaum aus den Augen lassen kann. Auch Cosmo Jarvis als Blackthorne überzeugt mit einem Mix aus Trotz, Neugier und allmählicher Demut. Selten wurde kulturelles Unverständnis so glaubhaft dargestellt.
Ein weiteres Highlight ist die Sprache. Statt ausschließlich auf Englisch zu setzen, hören wir in dieser Version viel Japanisch. Eine kluge Entscheidung, die zur Authentizität beiträgt. Untertitel sind hier kein Hindernis, sondern ein Fenster in eine fremde Welt.
Was Shōgun letztlich so stark macht, ist sein Mut zur Entschleunigung. Statt Actiongewitter und Dauerintrigen bekommen wir stille Spannungsmomente, politische Ränkespiele mit Tiefgang und eine beeindruckende Auseinandersetzung mit kulturellen Unterschieden. Hier wird nicht exotisiert, sondern respektvoll erzählt.
Wer sich also auf diese Reise einlässt, wird reich belohnt, mit einem Serienerlebnis, das gleichzeitig fordernd, schön und bewegend ist.
Shōgun ist großes Fernsehen – bildgewaltig, klug und tiefgründig. Eine Serie, die uns lehrt, wie faszinierend das Fremde sein kann, wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Film: KPop Demon Hunters (2025)

Dämonenjagd trifft Girlpower und Glitzer.
Animation/Musical/Action mit Arden Cho von Maggie Kang. 96 Min.
Inhalt: Als eine skrupellose Dämonen-Boyband droht, die Welt zu unterjochen, muss ein Trio mutiger K-Pop-Superstars gemeinsam die Menschheit retten.
Mit KPop Demon Hunters wird uns ein wildes, aber überraschend harmonisches Genre-Crossover serviert, das irgendwo zwischen Popkultur, Actionfantasie und Coming of Age pendelt. Der Film erzählt die Geschichte einer erfolgreichen KPop Girlgroup, die nicht nur mit Tanzproben, Konzerten und Fanmeetings jongliert, sondern nachts heimlich gegen übernatürliche Kreaturen kämpft, die Seoul bedrohen. Was zunächst wie ein überdrehter Plot klingt, entpuppt sich als clever inszenierte Metapher für den Druck und die Doppelmoral der Unterhaltungsindustrie, verpackt in spektakuläre Bilder und mitreißende Musik.
Visuell ist der Film ein Feuerwerk. Die Choreografien sind nicht nur stilistisch auf den Punkt, sondern auch erzählerisch relevant. Jede Performance dient der Charakterentwicklung, jede dämonische Konfrontation einem inneren Konflikt. Besonders gelungen ist die Kombination aus traditioneller koreanischer Mystik und hypermodernem Popästhetikdesign, das weder in Klischees versinkt noch den kulturellen Kontext verliert. Man spürt, dass hier mit viel Liebe zum Detail gearbeitet wurde.
Die Figuren sind erfreulich differenziert. Statt der üblichen Rollenverteilung bekommen wir ein glaubwürdiges Team aus starken jungen Frauen, deren Schwächen ebenso sichtbar sind wie ihre Stärken. Die Dynamik innerhalb der Gruppe wirkt authentisch, Konflikte werden nicht oberflächlich abgehandelt, sondern tragen spürbar zur Handlung bei. Besonders die Protagonistin Jiwoo überzeugt mit einem inneren Zwiespalt, der sich nicht nur auf der Bühne, sondern auch in jeder Konfrontation mit dem Übernatürlichen widerspiegelt.
Auch musikalisch lässt der Film keine Wünsche offen. Der Soundtrack ist eingängig, vielseitig und bleibt lange im Ohr, ohne kitschig zu wirken. Die Songs sind organisch in die Handlung eingebettet und wirken nie wie reine Werbebeiträge. Im Gegenteil treiben sie die Geschichte voran, kommentieren das Geschehen und unterstreichen die emotionale Entwicklung der Heldinnen.
KPop Demon Hunters ist kein Film, der sich leicht einordnen lässt. Und genau das macht seinen Reiz aus. Zwischen Glamour und Gefahr, Lichtershow und Schattenwelt schafft er es, ein modernes Märchen zu erzählen, das vor allem junge Zuschauerinnen ernst nimmt. Wer bereit ist, sich auf die ungewöhnliche Mischung einzulassen, wird mit einem temporeichen, ideenreichen und vor allem bestärkenden Kinoerlebnis belohnt.
Ein mutiger, bunter und rundum gelungener Film, der mehr zu sagen hat, als man auf den ersten Blick vermuten würde.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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