Nein.
Von Stefan Dorra und Ralf zur Linde (ca. 20-30 Min.; 2-5 Spieler)
Triqueta erscheint auf den ersten Blick als leicht zugängliches Set‑Collection‑Spiel für 2–5 Spieler, bei dem jeder versucht, in vier Runden genau drei passende Tierplättchen (sogenannte „Triquetas“) zu sammeln, doch die grenzenlose Abstraktion sowie das mangelnde Thema machen das Spiel schnell zur seelenlosen Fingerübung. Es wirkt eher wie eine Variation von Coloretto oder Ra, aber weniger spannend.
Der Aufbau ist eine erhebliche Hürde: sechs Tierarten, je fünf Plättchen pro Ebene, gestapelt zu vier Türmen, insgesamt 60 Mini‑Holzteile, die filigran auseinandergesucht und exakt getürmt werden müssen. Das Aufbauen ist das Schlimmste an diesem Spiel. Das wiederholte Stapeln und Platzieren ist frustrierend und zeitaufwendig.
Thematisch bleibt Triqueta gänzlich leer: Es gibt keine narrative Einbettung, kein Setting, keine Atmosphäre. Die Tiermotive wirken rein dekorativ, hätten auch Zahlen oder abstrakte Formen sein können, ohne Informationsverlust. Das gesamte Design bleibt funktional-künstlich und trägt nichts zur Immersion bei.
Mechanisch ist das Spiel extrem simpel: Spieler legen ein Plättchen an oder nehmen eine Reihe. Doch wirklich fesselnd ist das nicht. Die strategischen Entscheidungen verkommen zu minimierten Push‑Your‑Luck-Überlegungen ohne größeren Einfluss, da die Auswahlmöglichkeiten rasch repetitiv werden und wenig Varianz bieten.
Triqueta ist zwar reisefreundlich und rasch erklärt, doch dieser Vorteil wird durch das monotone Spielgefühl schnell relativiert. Wer mehrere Partien hintereinander spielt, stellt fest, dass der Reiz der Abwechslung fehlt und nach zwei oder drei Spielen birgt Triqueta kaum Überraschungen mehr.
In Zeiten, in denen clever gestaltete Blind-Draft‑ oder Set‑Collection‑Spiele mit sinnvollem Thema und hoher Interaktion glänzen, wirkt Triqueta wie eine gute Idee ohne Tiefe und ohne eine echte Dosis Freude beim Spielen. Für Gelegenheitsspieler, die ein thematisch abstrahiertes Familienspiel für kurze Runden suchen, mag es genügen. Für alle, die mehr Substanz, Interaktion oder gestalterischen Anspruch möchten, enttäuscht das Spiel nachhaltig.
Fazit: Nicht zu empfehlen.
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