Gut unterhalten, aber die Satire verfehlt ihr Ziel.
Sci-Fi/Komödie mit Robert Pattinson von Bong Joon-ho. 139 Min.
Inhalt: Mickey Barnes arbeitet als ein sogenannter „Expendable“ auf einem Raumschiff, das Kolonisten zu dem unerforschten Planeten Niflheim bringen soll. Als Expendable wird er für gefährliche Missionen eingesetzt. Sollte er dabei sterben, wird mit der Hilfe eines Bioprinters einfach ein Klon von ihm angefertigt. Als er bei der Erkundung des neuen Planeten in eine Gletscherspalte gerät, halten ihn die Kolonisten für tot und drucken eine neue Version. Doch das Original ist noch am Leben.
Mit Mickey 17 liefert Regisseur Bong Joon-ho ein absurdes Science-Fiction-Abenteuer ab, das mich ehrlich gesagt mit gemischten Gefühlen, aber insgesamt positiv überrascht zurücklässt. Um es gleich vorwegzunehmen: Ich hatte mir im Vorfeld definitiv etwas völlig anderes von diesem Film erwartet. Wer hier ein düsteres, existenzielles Sci-Fi-Drama sucht, greift fehl. Stattdessen schlägt das Werk eine merklich humorvollere und groteskere Richtung ein. Auch wenn der Streifen nicht ganz die erwartete emotionale Tiefe erreicht, wurde ich über die gesamte Laufzeit hinweg dennoch gut unterhalten. Das Tempo stimmt und die visuelle Umsetzung der sterilen Kolonialwelt ist absolut gelungen.
Das unbestrittene Highlight und das Fundament des Films ist jedoch Hauptdarsteller Robert Pattinson. Er spielt einfach fantastisch und trägt den gesamten Film quasi im Alleingang auf seinen Schultern. Die Herausforderung, zwei unterschiedliche Versionen desselben Charakters – den eher zurückhaltenden Mickey 17 und den völlig chaotischen, aggressiveren Mickey 18 – gleichzeitig zu verkörpern, meistert er mit einer grandiosen darstellerischen Phantasie. Seine Mimik und die feinen Nuancen, mit denen er den Klonen eine eigene Identität verleiht, machen unheimlich viel Spaß und retten so manche erzählerische Länge im Drehbuch.
Wo der Film im Vergleich zu Bong Joon-hos früheren Meisterwerken wie Parasite allerdings spürbar schwächelt, ist der gesellschaftskritische Unterton. Die eigentlich vielversprechende politische Satire verpufft hier leider komplett. Das liegt vor allem daran, dass die Kritik nicht allgemein und universell gehalten ist, um Missstände in Systemen oder der menschlichen Natur zu beleuchten. Stattdessen fokussiert sich das Skript viel zu sehr auf eine ganz spezifische, reale Person der Zeitgeschichte, was der gesamten Prämisse ihre Bissigkeit und zeitlose Relevanz raubt. Anstatt einer tiefgreifenden Parabel bekommt man so eher eine recht plakative Abrechnung serviert. Wer darüber hinwegsehen kann, erlebt dank eines genialen Hauptdarstellers dennoch ein unkonventionelles und kurzweiliges Weltraum-Abenteuer.
Fazit: Empfehlenswert.
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