Kartenchaos.
Von Kei Kajino (ca. 15-20 Min.; 2-5 Spieler)
dnup dreht das klassische Kartenspielprinzip sprichwörtlich auf den Kopf und bietet clevere Innovation im Hosentaschenformat. Das rasante Absacker-Spiel konfrontiert die Spielenden mit der Herausforderung, Handkarten loszuwerden, die bei fast jeder Aktion ihren Wert verändern. Wer hier stur nach Schema F spielt, sammelt schneller ungewollten Ballast an, als ihm lieb ist.
Das Ziel ist simpel: Alle Handkarten müssen so schnell wie möglich abgelegt werden. Der Clou liegt im doppelseitigen Design. Jede Karte besitzt oben und unten zwei unterschiedliche Zahlenwerte (1 bis 10). Die Karten werden auf die Hand genommen und dürfen zwar umsortiert, aber niemals eigenmächtig umgedreht werden.
Wer am Zug ist, räumt ein eventuell noch aus der Vorrunde vor sich liegendes Kartenset ab, das endgültig aus dem Spiel fliegt. Danach muss eine von vier Aktionen gewählt werden: Ein eigenes Set ausspielen, an ein gegnerisches Set anlegen, ein gegnerisches Set auf die eigene Hand nehmen oder die komplette Hand um 180 Grad rotieren. Letzteres macht alle bisher inaktiven unteren Werte schlagartig zu den neuen, aktiven Werten.
Der namensgebende Kniff („dnup“ für down/up) entsteht beim Überbieten. Legt man ein gleich großes Set wie die Konkurrenz mit einem höheren Wert aus, wird das gegnerische Set geschlagen. Die unterlegene Person muss diese Karten sofort wieder auf die Hand nehmen, allerdings um 180 Grad gedreht. Ein starkes Paar aus Neunen mutiert beim unfreiwilligen Rückzug so blitzschnell zu zwei schwachen Zweien.
dnup ist ein erstaunlich cleveres Kartenspiel, das trotz minimaler Regeln und kurzer Erklärzeit eine beachtliche Spieltiefe erreicht. Das physische Drehen der Karten fühlt sich frisch und dynamisch unterhaltsam an. Da eine Runde selten länger als 15 Minuten dauert, entfaltet das emotionale Auf und Ab eine enorme Sogwirkung.
Fazit: Empfehlenswert.
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