Der zweite Teil der Akinya-Trilogie spielt 200 Jahre nach dem ersten und ist ganz anders, aber auch faszinierend.
Inhalt: Erzählt wird die Geschichte von Chiku Akinya, Tochter der Protagonisten des ersten Bandes. Sie hat von sich zwei Klone anfertigen lassen und sie führen nun drei sehr unterschiedliche Leben, doch immer mit dem Ziel, das Rätsel um ihre Großmutter Eunice zu erforschen, was ja schon der Plot des ersten Bandes war. Chiku Gelb blieb auf der Erde zurück, Chiku Rot streift durchs Sonnensystem und Chiku Grün befindet sich auf einem Holoschiff, das zu einem weit entfernen Planeten reist.
Ich hatte bereits während des ersten Bandes und auch jetzt wieder das Gefühl, dass Reynolds eine zu fantastische Zukunftsvision hat. Während die Expanse-Serie von Realismus lebt, man sich all die Dinge wirklich vorstellen kann, stellt man sich hier jedoch sehr oft die Frage „Kann das wirklich sein?“. Und das liegt daran, dass die Bücher in der nahen Zukunft spielen, nämlich im Jahre 2160, bzw. 2365, die Technologie aber zu futuristisch wirkt, als wäre das in diesem kurzen Zeitraum gar nicht möglich. Versteht mich nicht falsch, ich liebe großangelegte, extravagante Zukunftsvisionen, nur finde ich, dass die Kombination aus Naher Zukunft und Extrem Fortschrittlicher Technologie irgendwie nicht passt, ebenso die massiven sozialen und politischen Umwälzungen. Das ist aber mein persönlicher Stolperstein und die meisten werden wohl keinen zweiten Gedanken daran verschwenden.
Der Plot selbst ist echt toll, wenn auch streckenweise etwas langatmig. Die offenen Fragen aus dem ersten Band und die drei Handlungen in diesem werden zu einem großartigen Ende zusammengeführt. Eigentlich braucht es gar keinen dritten mehr, dennoch ist das eine Trilogie. Hm, ich bin gespannt.
Das Herz dieses Buches ist Chiku, die in drei Varianten auftritt. Es ist wirklich faszinierend zu sehen, wie sich die drei Charaktere, die dieselben Erinnerungen, Gefühle, Erfahrungen haben, sich so unterschiedlich entwickeln, nur weil sie plötzlich mit anderen Geschehnissen und Personen konfrontiert werden. Die kleinsten Elemente können eine Person verändern und am Ende möchte man gar nicht glauben, dass die Mal derselbe Mensch waren.
Fazit: Fans des ersten Bandes werden auch hier ihre helle Freude haben.
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