Buch: Esch, Arnold – Von Rom bis an die Ränder der Welt. Geschichte in ihrer Landschaft

Ein schwieriges, aber interessantes Buch für Liebhaber mit ordentlich Vorwissen.
Vorweg sei gesagt, dass dies kein „rundes“ Buch ist, sondern eine Artikelsammlung des Autors, der ein emeritierter Professor für Mittelalterliche Geschichte ist und lange Zeit Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Rom war. Einige dieser Artikel sind bereits irgendwann veröffentlicht worden, aber „die meisten Kapitel sind unveröffentlicht, einige greifen auf frühere Arbeiten zurück, alle beruhen auf eigener Anschauung und eigener Forschung.“ (S. 7) Das erklärt auch, warum das gesamte Buch in der alten Rechtschreibung verfasst worden ist, über dessen Sinnhaftigkeit man natürlich diskutieren kann.
Es braucht schon ein fundiertes Wissen, um mit dem Autor hier von Kapitel zu Kapitel zeitlich und geographisch kreuz und quer zu springen, denn vorausgesetzt wird viel. Außerdem ist der Schreibstil kein einfacher, als gemütliche Lektüre für den interessierten Laien sicher nicht geeignet. Weiters sei noch angemerkt, dass in jedem Kapitel sehr intensiv und breit die entsprechenden Quellen ausgeführt und interpretiert werden. Wer nun die nötigen Voraussetzungen erfüllt und entsprechendes Interesse besitzt, der wird in diesem Buch viele spannende Details und überraschende Anekdoten entdecken.
Thematisch passen sämtliche Artikel dahingehend zusammen, dass in allen mehr oder weniger Landschaft ein zentrales Element ist. Manche Kapitel, wie etwa „IV. Ferrovia locale“, können sogar als Reiseführer für Wanderungen verwendet werden.
Der Aufbau dieses Buches führt eben auch dazu, dass man manche Kapitel von der Qualität her besser und manche schlechter findet, manche dem persönlichen Interesse mehr entsprechen und manche weniger, weil das hier eben nicht in einem Guss mit einem einheitlichen Konzept geschrieben wurde. So war für mich persönlich etwa das Kapitel „V. Archipelagos“ sehr spannend, in welchem jene Quellen zusammengetragen werden, in welchen Reisende der Renaissance die griechische Inselwelt beschreiben. Oder „XVIII. Endlose Weite“, wo die Berichte der Reisenden zusammengetragen werden, die vor Marco Polo bereits ins Herz des Mongolenreiches vorgedrungen sind.
Eben diese thematische Varianz ist das Besondere an diesem Buch. Aber nicht nur offensichtliche Varianz, sondern wirklich faszinierende untypische Themen, über die man sonst wohl nie nachdenken würde, etwa die Beschreibung der Reise eines Ablasskollektors, die Ausbreitungsgeschwindigkeit einer Nachricht oder die Verwahrlosung freier Landschaft in der Spätantike.
Auch wenn ich Thema und Inhalt sehr spannend finde, hat der Schreibstil leider dazu geführt, dass ich das Buch eher als intensive Lektüre empfunden habe, für die man sich bewusst Zeit nehmen muss.
Fazit: Nur einem begrenzten Publikum zu empfehlen.

Auf Amazon zu kaufen:
Von Rom bis an die Ränder der Welt: Geschichte in ihrer Landschaft
Wenn Ihr das Buch über diesen Link kauft, unterstützt Ihr diesen Blog. Vielen Dank dafür!
Dieser Beitrag wurde unter Bücher abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.