Film: Cleaner (2025)

Verschenktes Potenzial.
Thriller/Action mit Daisy Ridley von Martin Campbell. 97 Min.
Inhalt: In der Hoffnung, Korruption aufzudecken, nehmen radikale Aktivisten bei der jährlichen Gala eines Energieunternehmens in einem Hochhaus 300 Geiseln fest. Ihr Anliegen wird bald von einem Extremisten in ihren Reihen missbraucht, der bereit ist, alle zu töten. Nun liegt es an einer ehemaligen Soldatin, die als Fensterputzerin arbeitet, die im Gebäude gefangenen Geiseln, darunter ihren jüngeren Bruder, zu retten.
Cleaner präsentiert sich als klassischer Thriller mit deutlichen Anleihen an bekannte Hochhaus Geisel Szenarien und weckt damit schnell Erinnerungen an Stirb langsam. Das Grundkonzept bietet dabei durchaus großes Potenzial an dieses Vorbild ranzukommen, doch der Film nimmt sich zu viel Zeit für die Vorbereitung und baut die eigentliche Konfliktsituation nur langsam auf. Dadurch entsteht zunächst ein eher ruhiges Tempo, das zwar Hintergrundinformationen liefert, aber die Spannung nicht sofort greifen lässt.
Problematisch ist dabei, dass kaum eine emotionale Bindung zu den Geiseln entsteht und die Action erst viel zu spät einsetzt. Das lange dramatische Vorspiel wirkt stellenweise überdehnt, wodurch der Film sein Spannungspotenzial nicht vollständig ausschöpft. Interessant bleibt hingegen die Darstellung der Aktivisten, die inhaltlich teilweise nachvollziehbar wirken und moralische Grauzonen eröffnen, wodurch die Konfliktlage differenzierter erscheint. Leider werden diese Grauzonen jedoch nur eröffnet, spielen aber dann keine wirkliche Rolle mehr.
Insgesamt bietet Cleaner solide Ansätze und ein vertrautes Thriller Gerüst, erreicht jedoch nicht ganz die Intensität seines offensichtlichen Vorbilds und bleibt daher ein eher durchwachsenes Genre Beispiel.
Fazit: Kann geschaut werden.

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