Spiel: Stationfall (Corax Games)

Das schlechteste Spiel seit langer Zeit.
Von Matt Eklund (ca. 60–150 Min.; 1-9 Spieler)
Schlechte Regeln, schlechtes Material, nervige Mechaniken, lächerliche Endwertung.
Was ist Stationfall? Stell dir vor, etwa ein Dutzend zufällig ausgewählte Menschen, Roboter und andere Charaktere, jeder mit seinen eigenen Fähigkeiten, Zielen und geheimen Beziehungen, wurden auf eine Raumstation losgelassen, die bei ihrem unvermeidlichen Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verbrennen wird. Du bist einer dieser Charaktere, und die anderen sind deine Kollaborateure, die dir bei der Erreichung deiner Ziele zur Seite stehen. Wähle sie aber mit Bedacht, denn jeder von ihnen könnte insgeheim ein anderer Spieler sein, der nur darauf wartet, dich zu verraten! Deine besten Züge werden die einzigartige taktische Freiheit einer geheimen Verschwörung sowie deine Schlussfolgerungen über die Identitäten und Motive deiner Gegner ausnutzen. Stationfall ist chaotisch, komplex und voller gefährlicher Variablen.
Was auf der Spielschachtel gut klingt und auch interessant ausschaut, entpuppt sich jedoch als brutaler Fehlgriff. Die schiere Menge an Optionen in diesem Sandbox-Spiel, kombiniert mit der taktischen Natur des Spiels, die den Spielplanzustand zwischen den eigenen Zügen stark verändert, sowie dem langsamen Tempo, das durch die Durchführung mehrerer Aktionen zum Erreichen eines Ziels entsteht (so kann beispielsweise das einfache Bewegen zu den Rettungskapseln eine Tortur mit mehreren Zügen sein), führt dazu, dass das Spiel trotz seiner albernen Absichten sehr anfällig für Analyse Paralyse ist. Die Züge sind zäh, die Aktionsmöglichkeiten unübersichtlich und die Schlusswertung mit dem Datentransfer idiotisch. Wer denkt sich so etwas aus und wer hat dabei Spaß? Dazu kommt ein komplett unübersichtliches Regelheft.
Die Ausrede, dass Stationfall von der Dynamik und den Geschichten am Tisch lebt, lasse ich nicht gelten, denn wie sollen lustige Momente entstehen, wenn jeder ewig braucht, um irgendetwas machen zu können? Ja, zwischendurch können solche witzigen Szenen entstehen, aber die sind so rar gesät zwischen den elendslangen Prozeduren und derart isoliert, dass sie es nicht schaffen, eine übergreifende positive Atmosphäre zu erzeugen.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

Veröffentlicht unter Gesellschaftsspiele | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Hörbuch: Wagner, Anja – Magic Agents 4. In Barcelona flippen die Drachen aus! (Hörbuch)

Magischer Agentenspaß.
Inhalt: Aufregung in Barcelona! Als die internationale Fabelwesenkonferenz ins Visier der Elite gerät, ruhen die Hoffnungen des magischen Geheimdiensts auf Elia Evander. Doch die Mission in Spanien stellt sie vor die bisher größte Herausforderung ihrer Magentenkarriere. Um zu verhindern, dass ihr Gegenspieler die Zusammenkunft der Fabelwesen für seine Zwecke nutzt, aktiviert Elia jede magische Ressource der Stadt. Womit sie nicht gerechnet hat: dass Barcelonas Drachen sich für die andere Seite entscheiden. Und plötzlich steht nichts weniger als die Sicherheit der Menschen auf dem Spiel.
Anja Wagners Magic Agents 4. In Barcelona flippen die Drachen aus! entführt junge Leser auf eine mitreißende Reise voller Magie, Spannung und einer guten Portion Humor. Schon der Titel verspricht ein Abenteuer der besonderen Art und genau das bekommt man hier geboten. Die Geschichte rund um Elia Evander und ihr Team spielt in der faszinierenden Kulisse Barcelonas, die die Autorin mit liebevollen Details lebendig werden lässt. Man spürt förmlich das Flair der Stadt, das den magischen Fall um die aufmüpfigen Drachen noch spannender macht.
Besonders beeindruckend ist der frische, dynamische Schreibstil, der Kinder ab etwa neun Jahren mühelos in die Geschichte hineinzieht. Die Mischung aus rasanten Agenten-Missionen, magischen Kreaturen und witzigen Charakteren sorgt für beste Unterhaltung. Dabei ist die Erzählweise klar und verständlich, was auch Kinder anspricht, die sonst vielleicht nicht so viel lesen. Die bekannten Figuren wie die schlagfertige Uhrenhexe Glenda oder die liebenswerte Entendrohne Flander bringen viel Charme ins Geschehen und werden schnell zu beliebten Begleitern.
Was diesen Band auszeichnet, ist die spannende Handlung, die mit unerwarteten Wendungen und einer Prise Chaos begeistert. Die Drachen, die sich gegen ihre Verbündeten wenden, sorgen für echte Nervenkitzel-Momente. Gleichzeitig bleibt die Geschichte humorvoll und lebendig, was den Lesespaß noch erhöht.
Gelesen wurde das Hörbuch wie bereits die ersten drei Bände von Mia Diekow, die erneut eine großartige Arbeit geleistet hat, weshalb ein wunderbares Hörvergnügen garantiert ist.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

Auf Amazon zu kaufen:
Wagner, Anja – Magic Agents 4. In Barcelona flippen die Drachen aus!
Wenn Ihr das Buch über diesen Link kauft, unterstützt Ihr diesen Blog. Vielen Dank dafür!
Das Buch wurde dankenswerterweise vom Verlag zu Verfügung gestellt.
Veröffentlicht unter Bücher | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Serie: Butterfly – Staffel 1

Spannend und emotional und mit kleinen Schwächen in Südkorea.
Butterfly startet als spannender, charaktergetriebener Thriller, der politische Intrigen mit persönlichen Konflikten verbindet. Schon ab der ersten Episode zieht die Serie die Zuschauer in eine Welt voller wechselnder Loyalitäten, heimlicher Absprachen und moralischer Grauzonen. Anders als viele Produktionen verlässt sich Butterfly nicht ausschließlich auf laute Explosionen oder endlose Shootouts. Stattdessen baut sie eine durchdachte Geschichte auf, zeigt glaubwürdige Beziehungen und schafft eine konstante Spannung, die bis zum Ende trägt. Die Performance der Schauspieler ist überwiegend stark, besonders Daniel Dae Kim, Reina Hardesty und die koreanischen Stars wie Kim Tae-hee, Park Hae-soo und Kim Ji-hoon stechen mit Authentizität, emotionaler Tiefe und Nuancen hervor.
Die Serie glänzt mit hochwertiger Inszenierung, die K-Drama-Ästhetik mit dem Stil eines amerikanischen Spionagethrillers verbindet. Dennoch zeigt Butterfly Schwächen im Bereich Action. Die Kämpfe wirken oft langsam, die Schüsse flach, Schwert- und Schlagbewegungen ohne Gewicht, Stunts vorhersehbar, und die Zerstörung der Umgebung enttäuscht. Diese Defizite bei den Actionszenen trüben den Gesamteindruck ein wenig, besonders für Zuschauer, die dynamische, koreanisch inspirierte Kampfszenen gewohnt sind. Einige nicht-koreanische Darsteller liefern zudem eher flache Darbietungen, was die Wirkung einzelner Szenen schwächt.
Außerdem muss Kritik am Finale angebracht werden. Vor allem die letzte Szene hat für mich Butterfly fast schon ruiniert. Statt einen ordentlichen Abschluss zu haben und das hier als abgeschlossene Miniserie zu präsentieren, musste noch dieser lächerliche, brutale, unnötige Cliffhanger hinzugefügt werden. Für mich wie immer unverständlich und ich hasse ihn.
Trotz dieser Schwächen ist Butterfly gut unterhaltsam, packend und emotional überzeugend. Die Serie lohnt sich besonders für Zuschauer, die sich für tiefere Figurenzeichnung, moralische Konflikte und politische Intrigen interessieren. Actionfans sollten jedoch mit weniger spektakulären Kampfszenen rechnen. Wer sich auf die Geschichte und die Leistungen der Schauspieler einlässt, wird dennoch gut unterhalten, auch wenn das Ende nicht jeden zufriedenstellt.
Fazit: Kann geschaut werden.

Veröffentlicht unter Serien | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Film: War of the Worlds (2025)

Eigentlich wollte ich den Film gar nicht schauen, aber nachdem ich an so vielen Stellen gelesen habe, dass es „der schlechteste Film aller Zeiten“ sei, musste ich einfach einschalten.
Sci-Fi/Thriller mit Ice Cube von Rich Lee. 89 Min.
War of the Worlds startet mit einem vollmundigen Versprechen: ein modernes Sci‑Fi‑Update des gleichnamigen literarischen Klassikers mit Ice Cube als Homeland-Security-Cyber-Ninja. Aber was wir bekommen, ist weniger intergalaktische Bedrohung, mehr ein überteuertes Clickbait-Experiment. Schon nach ein paar Minuten merkt man: Das ist kein Film, das ist ein 90‑Minuten‑Amazon‑Werbespot. Die gesamte „Action“ spielt sich auf einem einzigen Bildschirm ab. Ice Cube sitzt fast die ganze Zeit vor seinem Rechner, hantiert mit Überwachungsfenstern und stalkt seine Tochter via Handyüberwachung. Die inhärente Spannung eines Alien-Tritopus‑Angriffs? Fehlanzeige. Das lässt die ganze Sache, „alles auf einem Computerbildschirm zu sehen“, sehr sinnlos erscheinen.
Und diese CGI… tja, wenn man schon mal eine PowerPoint‑Animation der Marsianer gesehen hat, hat man mehr Special Effects erlebt als hier. Die Effekte wirken billig und trashig, bewusst trashig, aber eben nicht charmant. Ice Cube selbst wirkt steif und müde, als würde er einen lahmen alten Mann spielen, der gebannt auf sein Handy starrt, sich beschissene, gefälschte Alien-Videos reinzieht und seine Tochter stalkt. Jede Sekunde davon ist einfach nur kitschig und verdammt lahm.
Ganz mutig versucht der Film, Datenschutz und Überwachungssehnsucht als zentrale Themen zu etablieren. Das klingt nach Relevanz, fühlt sich aber eher an wie das Schulfach „Ethik im Büro“. Die Ausführung ist billig und effekthascherisch, nichts als eine Kulisse für endloses Produktplacement. Zum Höhepunkt wird Amazon selbst Teil der Handlung: Drohnen helfen bei der Rettung der Menschheit, Amazon-Geschenkkarten fungieren als Korruptionselement. Man hat das Gefühl, einen Product‑Placement-Marathon live mitzuerleben. Wie viel Story steckt da wirklich dahinter?
Und das Budget? Muss irgendwo in den Zehntausenden liegen und selbst das ist wohl großzügig geschätzt. Das CGI fühlte sich eher an wie eine Testversion von KI-generiertem Müll. Absoluter Müll! Schreckliche Schauspieler, langweilige Handlung, nerviger Filmstil – einfach nur absurder Unsinn und furchtbare Entscheidungen bei der Filmproduktion. Die für diesen Schrott verantwortliche Firma sollte allen Zuschauern die verlorene Zeit zurückzahlen! Keiner der Schauspieler oder Produzenten sollte bezahlt werden!
Und wer auch immer dachte, Ice Cube für diese Rolle zu besetzen, sollte gezwungen werden, sich diesen Film wie Uhrwerk Orange in Endlosschleife anzusehen.
Am Ende bleibt ein unausgegorener Flickenteppich: ein Sci‑Fi‑Kunstgriff ohne Rückgrat, ein Klassiker, der demontiert und in Pixelschrott serviert wird. War of the Worlds ist ein filmischer Fehlschlag von epischen Ausmaßen, eine cineastische Fehlzündung, die noch über Jahre digital nachbrennen wird. Ein Film, der nicht nur das Genre verspottet, sondern gleich die eigene Idee über Bord wirft.
Kurz gesagt: Wenn du dir 90 Minuten eines modernen Sci-Fi-Albtraums gönnen willst, der aussieht wie ein überteuerter Zoom-Call mit Alien-Screensaver, dann greif zu.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Gedankensprung: Podcasts

Vor fast genau fünf Jahren habe ich auf diesem Blog einen Beitrag veröffentlicht, in welchem ich erklärt habe, Warum ich keine Podcasts höre. Doch die Zeit vergeht und ich habe mich verändert. Also dachte ich mir, um das bekannte Sommerloch zu füllen, liste ich hier mal auf, welche Podcasts ich mittlerweile regelmäßig (auf Spotify) höre. Es sind eh nicht viele:
Trash Taste: Anime, Japan, Games, Filme, alles was das Nerd Herz begehrt. Ich finde die drei Hosts sympathisch und höre ihnen jede Woche gerne zu. Freitags erscheint immer die neue Folge, also kann ich samstags gemütlich beim Einkaufen und Putzen hören. Oft kommen auch interessante Gäste.
Spielboxcast: Einmal im Monat News aus der Brettspielszene, Rezensionen und Interviews. Sehr interessant.
Abroad in Japan: Zweimal in der Woche in aller Kürze News und Geschichten aus Japan.
What Now? with Trevor Noah: Ich mag zwar Trevor Noah sehr, bei seinem Podcast hängt es aber sehr stark davon ab, welcher Gast da ist. Er hat in jeder Folge einen Gast, aber oft finde ich sie leider nicht interessant. Wenn jedoch eine spannende Person Trevor gegenüber sitzt, dann sind das immer richtig tolle Unterhaltungen.
StarTalk Radio: Der bekannte Astrophysiker Neil deGrasse Tyson präsentiert wöchentlich spannende Themen aus allen Bereichen der Wissenschaft.
Dan Murrell: Dan Murrell ist meine erste Adresse wenn es um Filme und Serien geht. Charts, Reviews oder Business-Talk – das ist der Mann, dem mein cineastisches Ohr gehört.

Mehr Podcasts folge ich nicht und ich finde, das reicht vollkommen, man muss ja schließlich mit der Zeit haushalten.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Neu! Felix Montan – Das Erwachen

Das neue Space Sci Fi eBook von Felix Montan ist ab jetzt erhältlich.

Für >>Kindle auf Amazon<<
oder in den >>Tolino Shops<<.

Space Opera trifft auf Cyberpunk.

Die junge Wissenschaftlerin Allison Wu ist dabei, als eine unglaubliche Entdeckung zwischen den Sternen gemacht wird.
Der augmentierte Polizist Kevin Dyport muss auf der Erde in einer Unterwasserstadt eine Mordserie aufklären.
Der machthungrige Celtokese Gow-Al nimmt eine geheime Mission an, um das Imperium zu vergangener Größe zurückzuführen.
Eine Gefahr, die sie alle vereint.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Spiel: Andromeda’s Edge (Frosted Games)

Spannendes Weltraum-Strategiespiel.
Von Luke Laurie und Maximus Laurie (ca. 80–160 Min.; 2-4 Spieler)
Andromeda’s Edge ist eine schillernde, unerforschte Region am Rande der Andromeda-Galaxie. Übersät mit den modularen Trümmern der Vorgänger-Zivilisation, patrouilliert von bösartigen extragalaktischen Räubern und umgeben von dichten Nebeln, ist The Edge der letzte Ausweg für die Mutigen und Tollkühnen, die ein neues Leben jenseits der unterdrückenden Reichweite der Lords of Unity suchen.
In diesem Spiel führt ihr eine verzweifelte Fraktion an, die versucht, an Andromeda’s Edge eine neue Zivilisation aufzubauen. Ihr beginnt mit nur einer Raumstation, ein paar Schiffen und einer Handvoll Ressourcen. Durch geschicktes Platzieren eurer Schiffe sammelt ihr Ressourcen, erobert Monde, erwirbt Module für eure Station, bevölkert Planeten und baut darauf Anlagen. Ihr kämpft gegen Gegner und wetteifert mit anderen um den Aufstieg auf den Fortschrittsleisten: Wissenschaft, Industrie, Handel, Zivilisation und Vorherrschaft.
In eurem Zug startet ihr entweder ein Raumschiff oder bringt eure Schiffe zu eurer Station zurück. Beim Start fliegt eines deiner Raumschiffe in eine Region Andromedas, um dort entweder Ressourcen von Planetensystemen zu sammeln oder Aktionen an Allianzbasen durchzuführen. Ist die Region von deinen Gegnern oder furchteinflößenden Angreifern besetzt, trittst du in einem Würfelkampf gegeneinander an. Dabei steht die Vorherrschaft auf dem Spiel, doch strategische Manipulation kann eine Niederlage in eine Belohnung verwandeln. Kehrst du zu deiner Station zurück, aktivierst du deinen Antrieb und nutzt die erworbenen Module, um Energie zu erzeugen, Ressourcen zu gewinnen und Aktionen auszuführen.
Im Laufe des Spiels baust du deine einzigartige Fraktion auf, baust Entwicklungen (Observatorien, Fabriken, Raumhäfen, Städte und Obelisken) und erhältst Stationsmodule, die dich auf den Fortschrittsleisten nach oben bringen. Fortschritte auf den Leisten werden sowohl während der Spielmitte als auch am Ende belohnt und sind der Schlüssel zum Sieg.
Andromeda’s Edge ist eine fantastische und unterhaltsame Mischung aus traditionellen, durchdachten „Euro“-Mechaniken wie Worker Placement, Ressourcenmanagement, Tableau-Building, Fortschrittsleisten usw. mit tollen Interaktions- und Geplänkel-Mechaniken wie Gebietskontrolle, eskalierenden Multiplayer-Schlachten, Würfelkriegen, Ereignis- und Taktikkarten, asynchronen Fraktionen, feindlichen „Bots“ usw. All dies mit starken Optionen zur Glücksminimierung. Es ist wie eine Liste von Dingen, die ich an Brettspielen mag, zusammengefasst in einem Spiel.
Insgesamt ein richtig tolles Spiel mit schönen Komponenten auf allen Ebenen. Ich freue mich schon auf die nächste Partie.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

Veröffentlicht unter Gesellschaftsspiele | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Serie: Conan O’Brien Must Go – Staffel 1-2

Wenn Weltreisen auf Comedy und Chaos treffen.
Conan O’Brien, inzwischen über 60, stürzt sich in Conan O’Brien Must Go auf Max noch einmal mitten ins Abenteuer. Weg vom Late-Night-Sessel, hinein ins globale Improvisationskarussell.
In Staffel 1 reist er nach Norwegen, Thailand, Argentinien und Irland. Jede Folge beginnt mit einer absurden Einführung, die ihn als liebenswerten Tollpatsch beschreibt. Und tatsächlich: Conan taucht unangekündigt bei Fans auf, stolpert in deren Alltag und sorgt für Momente zwischen Fremdscham, Herzlichkeit und echtem Gelächter. Von Strickrunden in Norwegen über Bootsfahrten in Thailand bis hin zur Ahnenforschung in Irland – er findet immer einen Weg, aus dem Normalen etwas Skurriles zu machen. Besonders in Argentinien und Irland schlägt die Resonanz spürbar durch: Dort wird nicht nur gelacht, sondern gemeinsam gespielt, getanzt und improvisiert.
Staffel 2 verschiebt das Chaos weiter nach Spanien, Neuseeland und Österreich. In Madrid stolpert Conan durch Museen, versucht sich am Flamenco und findet absurde Chemie mit Javier Bardem. In Neuseeland wird er von Schafen regelrecht überrollt, während er in Wien zwischen Freud-Kostüm, Sängerknaben und Lederhosenhumor alles mitnimmt, was an Klischees zu greifen ist. Das Ganze bleibt herrlich unberechenbar und dennoch herzlich.
Conan O’Brien Must Go ist keine klassische Reisesendung, sondern ein liebevoll inszeniertes Improvisationstheater, das mehr über Menschen als über Sehenswürdigkeiten erzählt. Conan macht sich selbst zum Clown, ohne je respektlos zu sein.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

Veröffentlicht unter Serien | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Film: Asteroid City (2023)

Wes Andersons gewohnt exzentrisches Spiel mit Stil und Erzählkunst.
Sci-Fi/Komödie mit Scarlett Johansson von Wes Anderson. 105 Min.
Inhalt: Im Jahr 1955 reisen einige Schüler mit ihren Eltern in die amerikanische Wüstenstadt Asteroid City, um am Junior-Stargazer-Kongress teilzunehmen. Das Event lockt ebenso Astronomen, Lehrer und das Militär in den abgelegenen Ort. Doch während der wissenschaftlichen Veranstaltung bekommen die Teilnehmer plötzlich Besuch von einem echten Alien. Asteroid City wird darauf kurzerhand zur Sperrzone. Nun sind die sternbegeisterten Besucher auf einmal gefangen in der Kleinstadt.
Wes Anderson polarisiert wie kaum ein anderer Filmemacher, das zeigt sich auch bei seinem neuesten Werk Asteroid City. Zwischen glühenden Fünf-Sterne-Fans und enttäuschten Ein-Stern-Kritikern scheint ein großer Graben zu liegen. Das typisierte „Copy and Paste“-Gefühl, das Andersons Filme oft begleiten, ist auch hier präsent: Das kunstvoll arrangierte Set, die pastellfarbenen Kulissen und das exzentrische Schauspielensemble wirken vertraut, fast wie ein kunstvolles Fabrikprodukt, bei dem man weiß, was einen erwartet.
Dennoch bleibt Asteroid City ein optisches Erlebnis, das mit seinem Retro-Look und der sorgsam inszenierten Americana der 50er Jahre besticht. Die Verspieltheit, die skurrilen Figuren und die detailverliebte Ästhetik schaffen eine besondere Atmosphäre, die Anderson-Liebhaber schätzen. Der Film ist thematisch vielschichtig: Er lotet menschliche Gefühle wie Trauer, Isolation und Neugier aus und verbindet diese mit humorvollen, teils absurden Elementen. Ein Spiegelbild dessen, was Andersons Filme oft ausmacht.
Wer The French Dispatch mochte, wird sich auch hier zurechtfinden. Der Film ist keine durchgängige Erzählung, sondern besteht aus verschachtelten Geschichten und meta-kommentierenden Einblendungen. Das erfordert Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, sich auf die ungewöhnliche Erzählstruktur einzulassen. Der Humor ist subtil und nicht für jeden zugänglich, ebenso wie die Botschaften des Films, die sich nicht immer sofort erschließen.
Die schauspielerische Leistung ist hervorragend, auch wenn einige Charaktere und Szenen etwas banal oder emotionslos wirken, ein bewusstes Stilmittel, das nicht jedem gefallen mag. Das Staraufgebot trägt zur Faszination bei, selbst kleine Rollen bleiben in Erinnerung, etwa Jeff Goldblum im Alien-Kostüm.
Für einige Zuschauer wirkt Andersons Werk wie ein altbekanntes Sammlerstück, das man nur gelegentlich hervorholt. Für andere ist es eine erfrischende Abwechslung zum Mainstreamkino, die mit ihrem eigenwilligen Stil unterhält und zum Nachdenken anregt. Man muss bereit sein, den Film auf sich wirken zu lassen und auch über das Offensichtliche hinauszuschauen.
Asteroid City ist ein visuell beeindruckendes und inhaltlich vielschichtiges Werk, das seine Zuschauer polarisieren wird. Wer mit Andersons Handschrift vertraut ist und Freude an kunstvoller Filmästhetik und ungewöhnlichen Erzählformen hat, wird hier auf seine Kosten kommen. Alle anderen sollten sich bewusst sein, dass sie ein Werk erwarten, das weniger auf klare Handlung als auf Stimmung, Stil und kleine Geschichten setzt. Ein Film für Fans und Anspruchsvolle, zum Entdecken und Debattieren.
Fazit: Empfehlenswert.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Gedankensprung: Update Shows

Nach vielen Monaten habe ich mir nun endlich die Zeit genommen, zu allen Shows, zu denen ich je auf meinem Blog etwas geschrieben habe, ein kleines Update hinzuzufügen. Also bitte einfach oben in der Kopfzeile auf „Shows“ klicken, dann kommt ihr zur Liste.
Dabei ist mir aufgefallen, dass fast alle davon mittlerweile abgesetzt sind und von denen, die es noch gibt, schaue ich fast keine mehr. Nur Mit offenen Karten ist immer noch ein fixer Bestandteil meiner Woche. Die anderen konsumiere ich teilweise über Clips auf Youtube.

Veröffentlicht unter Allgemein, Shows | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar