Spiel: Bomb Busters (Pegasus Spiele)

Großartig!
Von Hisashi Hayashi (ca. 30 Min.; 2-5 Spieler)
Spiel des Jahres 2025.
In diesem tollen kooperativen Spiel, das im Grunde nur ein großes, gewieftes Logikrätsel ist, versuchen die Spieler die Karten zu erraten, welche die anderen Spieler in ihren Händen halten. Insgesamt gibt es in diesem Spiel 66 Level, also 66 Variationen der Karten, welche ausgeteilt werden und somit ist jedes Spiel anders, weil es immer andere Dinge zu beachten gilt. Es kommen irgendwann noch Sonderkarten dazu, welche Bonuseffekte bieten, wenn man sie einsetzt.
Das Erraten der Karten klingt im ersten Moment abstrus und allein von der Regel ist nicht klar, wie das funktionieren soll. Aber wenn man mal die Tutorial-Level durchgespielt hat und verstanden hat, wie man gezielt Hinweise verteilt, offenbart sich hier ein fantastisches Spiel, das viel zum Denken anregt und immens Spaß macht. Diese Art von Logikrätsel und Deduktion ist genau meine Wellenlänge, ich bin absolut begeistert und unsere Spielrunde hat gleich ein einem Abend direkt 20 Level durchgespielt. Ich freue mich schon sehr darauf, wenn es weitergeht.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Buch: Corey, James S. A. – The Mercy of Gods (The Captive’s War 1)

Als großer Fan der Expanse-Reihe war meine Vorfreude auf das neue Werk von James S. A. Corey – dem Pseudonym der Autoren Daniel Abraham und Ty Franck – entsprechend groß. Doch The Mercy of Gods, der erste Band der neuen Trilogie The Captive’s War, hat mich leider nicht so abgeholt, wie ich es mir erhofft hatte.
Inhalt: In der fernen Zukunft hat die Menschheit die Galaxis besiedelt. Die Erde ist nur noch ein Mythos, und auf dem Planeten Anjin weiß niemand mehr, wann und auf welche Weise die Menschen hierher gekommen sind. Dafyd Alkhor führt ein bequemes Leben als Forschungsassistent für einen brillanten Wissenschaftler und sein Team. Bis eines Tages die Raumschiffe einer Alien-Zivilisation namens Carryx auftauchen und binnen kurzer Zeit die menschliche Bevölkerung auf einen Bruchteil dezimieren. Nur die schlausten Köpfe und wichtigsten Politiker werden gefangen genommen, unter ihnen auch Dafyd, und auf die Heimatwelt der Carryx verschleppt. Und sie müssen ihren Wert für die Eroberer erst noch unter Beweis stellen. Das Schicksal der Menschheit liegt auf einmal in den Händen von Dafyd Alkhor und seinen Gefährten.
Ich habe The Expanse mehrfach gelesen, bzw. gehört, vor allem wegen der Figuren, die mir ans Herz gewachsen sind. Der ruhige, reflektierte Erzählstil, die glaubwürdige psychologische Tiefe, das langsame, aber stetige Fortschreiten der Handlung. All das habe ich geschätzt. The Mercy of Gods besitzt vieles davon ebenfalls: Der Schreibstil ist erneut unaufgeregt, klug und präzise. Auch die Geschichte entfaltet sich in Echtzeit, ohne hektische Zeitsprünge oder künstlich erzeugtes Drama. Das ist positiv, aber leider nicht genug.
Was mich am meisten irritiert hat, war der übertriebene Drang, die außerirdischen Wesen und ihre Kulturen möglichst fremdartig und „unmöglich“ zu gestalten. Natürlich erwartet man in Science-Fiction fremde Welten, aber hier wirkt vieles überkonstruiert und beinahe albern. Die vielen seltsamen Spezies und Konzepte tragen nicht wesentlich zur Geschichte bei und erschweren den Zugang. Anstatt zu staunen, blieb bei mir oft nur ein Kopfschütteln zurück.
Inhaltlich geht es um große Themen: Biologie, Psychologie, Evolution, Macht und Unterwerfung. Der Handlungsort, der Planet Anjin, wirkt dabei irritierend erdähnlich, obwohl die Menschheit dort längst vergessen hat, woher sie kommt. Die Geschichte folgt einer Gruppe von Gefangenen, darunter der Forschungsassistent Dafyd Alkhor, die von der außerirdischen Rasse der Carryx auf einen anderen Planeten verschleppt werden. Sie sollen sich dort beweisen und vielleicht sogar die Gesellschaft ihrer Eroberer von innen heraus verändern.
Vor allem habe ich mich auch gewundert, warum so viel Platz darauf verschwendet wird, den Planeten Anjin zu beschreiben, eine Art Mysterium aufzubauen, wenn die Protagonisten dann eh entführt werden und die Geschichte woanders spielt. Ganz ehrlich: Ich hätte es interessanter gefunden, wenn der gesamte Roman auf dem Planeten Anjin spielt und die vergessene Kolonie nach ihrem Ursprung zwischen den Sternen sucht. Denn ob die Carryx jetzt Menschen direkt von der Erde oder von einem anderen Planeten entführen, macht gar keinen Unterschied.
Das Konzept klingt spannend, ist aber in der Umsetzung oft zäh. Besonders der Mittelteil des Romans zieht sich mit langatmigen Dialogen, Experimenten und introspektiven Passagen. Die ständigen inneren Monologe, das Trauern über Vergangenes und die psychologischen Abgründe der Figuren wirken manchmal zu breit ausgewalzt. Und obwohl das zentrale Motiv – Hoffnung, Freundschaft und Widerstand trotz Aussichtslosigkeit – stark sein könnte, gelingt es den Autoren nicht immer, daraus emotionale Tiefe zu entwickeln. Vieles bleibt auf Distanz.
Einige Figuren, wie Jessyn, bleiben im Gedächtnis, aber es sind insgesamt zu viele, man verliert bald den Überblick und kann zu keinem eine richtige emotionale Bindung aufbauen. Auch das Konzept eines dritten Spielers, eines Spions oder Gegners der Carryx, der sich mitten unter den Menschen verbirgt, bringt Spannung. Aber vieles wirkt wie ein langes Setup für die eigentliche Geschichte, die wohl erst im zweiten Band richtig an Fahrt aufnehmen wird.
The Mercy of Gods ist kein schlechtes Buch, aber es reicht in meinen Augen nicht an das Niveau von The Expanse heran. Die Welt ist originell, die Themen ambitioniert, der Stil gewohnt souverän. Doch die emotionale Bindung fehlt, das Erzähltempo schwankt, und viele Entscheidungen – von der Darstellung der Alienkulturen bis zur Charakterentwicklung – wirken überzogen oder unzugänglich.
Wer ein Faible für detailreiche, philosophische Science-Fiction hat und sich nicht von einem langsamen Start abschrecken lässt, könnte hier dennoch auf seine Kosten kommen. Für mich persönlich bleibt The Mercy of Gods ein interessanter, aber durchwachsener Auftakt und ich hoffe, dass die Folgebände (The Faith of Beasts erscheint im April 2026) mehr erzählerischen Schwung und emotionale Tiefe mitbringen.
Fazit: Kann probiert werden.

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Serie: Untamed – Miniserie (abgeschlossen)

Großartig! Eine Netflix-Serie zwischen Western, Krimi und Naturgewalt.
Schon in den ersten Minuten von Untamed wird klar: Diese Serie ist kein Schnellschuss. Die Kamera verweilt andächtig vor den majestätischen Granitfelsen von Yosemite, saugt das goldene Licht der Wälder auf, folgt Flüssen, Seen und dem Himmel darüber und fast vergisst man dabei, dass in dieser atemberaubenden Landschaft ein Verbrechen geschieht.
Eine junge Frau stürzt vom berühmten El Capitan in den Tod. War es ein Unfall? Oder doch Mord? Ermittler Kyle Turner (Eric Bana), ein stoischer Ranger mit kaputter Seele und einem Alkoholproblem, das er so beharrlich ignoriert wie sein eigenes Trauma, begibt sich auf die Spur. Seine Reise durch die Wildnis fühlt sich oft an wie ein moderner Western, nur ohne Cowboyhüte. Stattdessen: Pferde, Pistolen, Einsamkeit und eine Vergangenheit, die ihn nicht loslässt.
Untamed ist keine klassische True-Crime-Adaption. Und gerade das macht ihren Reiz aus. Die Serie nimmt reale Gefahren und traumatische Ereignisse als Ausgangspunkt, erzählt aber eine fiktive Geschichte, die sich erschreckend echt anfühlt. Besonders stark ist dabei der innere Konflikt Turners, der zwischen Pflichtgefühl und persönlichem Schmerz zerrieben wird.
Die Serie lebt von Ruhe, nicht von Tempo. Von der Stille der Natur, in der das Drama umso lauter nachhallt. Wer sich auf die Langsamkeit einlässt, wird mit einer Tiefe belohnt, die sonst oft fehlt. Turner öffnet sich im Laufe der Ermittlungen einer neuen Kollegin – ein zarter Hoffnungsschimmer, ohne Kitsch.
Eric Bana liefert hier seine vielleicht beste Leistung ab: zurückgenommen, wuchtig, ohne Pathos. Kein unnötiges Drama, kein übertriebener Schmerz, stattdessen stille Wut, Enttäuschung, Trauer.
Auch visuell ist Untamed ein Erlebnis: Die Landschaft wird nicht bloß zur Kulisse, sondern zur Projektionsfläche. Chaos, Unberechenbarkeit, Erhabenheit, alles, was im urbanen Alltag verloren geht, ist hier präsent. Die Natur ist nicht nur schön, sie ist Wahrheit. Unbestechlich, gleichgültig, manchmal grausam.
Kein Close-up zu viel, kaum Musik, dafür eine fantastische Soundkulisse aus Wind, Wasser und Wildnis. Die Musik, wenn sie kommt, setzt gezielt emotionale Akzente, verstärkt den Sog, der einen in die Serie hineinzieht. Man will fast selbst losziehen, in diese Wälder und hat gleichzeitig Angst davor, was man dort finden könnte.
Natürlich ist Untamed nicht perfekt. Manche Wendungen sind vorhersehbar. Auch die kulturellen Aspekte der indigenen Bevölkerung bleiben eher am Rand, obwohl sie sich gut ins Thema eingefügt hätten.
Aber: Die Serie will keine bahnbrechende Krimistory erzählen. Es geht nicht nur darum, wer es war, sondern was es mit einem macht. Schuld, Verlust, Verdrängung – Themen, die sich wie Nebel über Yosemite legen.
Wer schnelle Crime-Dramen mit Cliffhanger-Garantie sucht, wird mit Untamed nicht warm werden. Aber wer sich auf ein entschleunigtes, visuell überwältigendes Drama einlassen kann, mit grandioser Landschaft, tollen Schauspielern und einem leisen, aber tiefen Sog, der ist hier genau richtig.
Am Ende bleibt Gänsehaut. Und das Gefühl, dass Untamed keine wahre Geschichte erzählt, aber vielleicht eine, die morgen genau so in den Nachrichten stehen könnte.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Film: Der Buchspazierer (2024)

Wenn Bücher Herzen öffnen.
Komödie/Kinderfilm mit Christoph Maria Herbst und Yuna Bennett von Ngo The Chau. 98 Min.
Inhalt: Der menschenscheue Buchhändler Carl Kollhoff wickelt täglich Bücher in Papier ein und liefert sie zu Fuß an seine Stammkunden aus. Eines Tages wird er dabei von der neunjährigen Schascha begleitet, die ihn „Buchspazierer“ nennt. Anfangs toleriert er das Mädchen, doch von Mal zu Mal öffnet sich Kollhoff immer mehr. Das Ganze findet ein abruptes Ende, als die Buchhandlung geschlossen und Carl arbeitslos wird. Dennoch schafft er es, sich seiner Vergangenheit zu stellen.
Ein stiller, feinfühliger Film über Bücher, Verluste und neue Verbindungen. Christoph Maria Herbst zeigt eine überraschend sanfte Seite als wortkarger Buchhändler, der mit jedem Schritt und jeder Lieferung ein Stück Vergangenheit mit sich trägt. Yuna Bennett bringt mit ihrer Rolle als lebhafte Schascha frischen Wind in seine geordnete Welt und in den Film selbst. Ein Highlight aber sind die einzelnen Kunden, die der Buchspazierer besucht. Wunderbar skurrile Charaktere.
Regisseur Ngo The Chau inszeniert mit ruhiger Hand eine Geschichte, die nicht auf Drama, sondern auf Atmosphäre setzt. Warm, entschleunigt und fast schon zeitlos. Ein Film, der sich Zeit nimmt und dem man diese Zeit gern schenkt.
Fazit: Empfehlenswert.

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Gedankensprung: Harry Potter Revisited

Ich habe jetzt fast genau ein komplettes Kalenderjahr voller Harry Potter hinter mir. Letzten Sommer habe ich das Computerspiel Hogwarts Legacy gespielt – und es hat mir einfach unglaublich gut gefallen. Meine Tochter hat mir dabei teilweise zugeschaut und fing dann im Herbst an, den ersten Band von Harry Potter zu lesen.
Ursprünglich wollte sie lieber die Filme anschauen, aber ich habe ihr gesagt, dass die Bücher besser sind – und dass sie durch die Filme allein viele Dinge nicht erfahren, nicht wissen und nicht wirklich verstehen würde. Also hat sie das erste Buch gelesen.

Als sie damit fertig war, haben wir uns gemeinsam den ersten Film angesehen. Danach haben wir das Brettspiel Kampf um Hogwarts herausgeholt und die erste Box – also das erste Schuljahr – gespielt.

So haben wir das ganze Jahr über weitergemacht:
Sie hat das zweite Buch gelesen, dann den zweiten Film geschaut, anschließend im Spiel die zweite Box geöffnet und wieder gespielt. Danach das dritte Buch, dritter Film, dritte Box – und so weiter.
Am Ende hatte sie das siebte Buch beendet, beide Filme zum letzten Band gesehen (Heiligtümer des Todes Teil 1 und 2) – und wir haben auch die letzte Spielbox gemeinsam gespielt.

Und als wäre das nicht schon genug, haben wir anschließend noch alle drei Phantastische Tierwesen-Filme angeschaut.

Jetzt ist schon wieder Juli – das bedeutet, es ist fast genau ein Jahr vergangen, seit ich Hogwarts Legacy begonnen habe. In diesen zwölf Monaten haben wir also folgendes geschafft: das Computerspiel, alle sieben Bücher, alle acht Filme (bzw. sieben plus Zweiteiler), alle sieben Boxen des Brettspiels und zusätzlich die drei Phantastische Tierwesen-Filme.

Was für eine Reise!
Was für ein tolles Erlebnis!
Meine Tochter hat es geliebt – und jetzt, wo alles „durch“ ist, hat sie sich aus meinem Regal das Smart Ten Harry Potter-Quizspiel herausgenommen und testet ihr Wissen. Sie beweist uns allen, dass sie wirklich alles gelesen, geschaut und verstanden hat.

Für mich war es ebenfalls eine besondere Erfahrung – auch, um gewisse Dinge neu zu betrachten und anders zu bewerten.

Beispiel 1: Das Kartenspiel
Ein gutes Beispiel ist das Kampf um Hogwarts-Kartenspiel.
Als ich das damals zum ersten Mal gespielt habe, fand ich es ehrlich gesagt nicht besonders toll – spielmechanisch etwas träge, zu langwierig und nicht besonders spannend.
Aber jetzt, im richtigen Kontext – also nachdem man das Buch gelesen und den Film gesehen hat – macht es richtig Spaß!
Als wir uns mit der ersten Box hingesetzt haben, die Karten angeschaut haben, auf denen Bilder und Zaubersprüche aus dem ersten Band waren – war meine Tochter begeistert. Und auch ich hatte plötzlich Spaß daran.
Das Spiel an sich ist kein herausragendes Meisterwerk, aber es ist auch nicht schlecht – es kommt auf den Kontext an.
Und auf die Zielgruppe.
Wenn ein junger Harry-Potter-Fan frisch das passende Buch gelesen und den Film gesehen hat, dann ist dieses Spiel einfach eine schöne Ergänzung.

Beispiel 2: Der Halbblutprinz
Ein weiteres Beispiel: Band sechs – Der Halbblutprinz.
Ich erinnere mich, dass mir dieses Buch früher am wenigsten gefallen hat. Aber diesmal, beim gemeinsamen Lesen mit meiner Tochter und anschließendem Filmschauen, hat mir die Geschichte plötzlich deutlich besser gefallen.
Das war eine echte Neuentdeckung für mich.

Beispiel 3: Phantastische Tierwesen
Und schließlich die Phantastische Tierwesen-Filme.
Wenn man alle sieben Bücher gelesen und alle Filme gesehen hat, wirken diese drei Filme plötzlich viel besser, als man sie in Erinnerung hatte.
Es gibt unglaublich viele Easter Eggs und Details, die man nur erkennt, wenn man mit dem Harry-Potter-Universum wirklich vertraut ist. Und genau da lag vermutlich auch das Problem:
Als diese Filme ins Kino kamen, hatten viele Fans die Details der Bücher schon vergessen – oder waren einfach nicht mehr so emotional eingebunden. Es war schwer, neue Zuschauer abzuholen, weil man zu viel Vorwissen brauchte.
Als diese Filme damals in die Kinos gekommen sind, haben die meisten Harry Potter Fans viele Details schon wieder vergessen, viele Harry Potter Fans waren schon erwachsen und hatten kein Interesse mehr ins Kino zu gehen und um neue Fans abzuholen haben die Filme einfach viel zu viel Vorwissen erfordert. Deswegen sind sie leider auch nicht gut angekommen und ist auch nie ein vierter und fünfter Teil gemacht worden, was ich sehr schade finde. Denn jetzt im richtigen Kontext sind die Phantastische Tierwesen richtig tolle Filme, die aber eben nur funktionieren, wenn man die sieben Harry Potter Bücher gelesen hat und dann mit dieser Energie, mit diesem Elan da hineingeht. Aber dafür sind sie leider viel zu spät gemacht worden und das Publikum war leider nicht mehr zahlreich genug, um die Filme in ihrer Qualität zu schätzen.
Deswegen floppten die Filme an den Kinokassen und es wurden leider keine weiteren Teile produziert. Dabei stecken in den drei vorhandenen Filmen viele starke Elemente.

Fazit:
Dieses Jahr hat meine Liebe zu Harry Potter wieder neu entfacht – vielleicht sogar stärker als je zuvor.

Natürlich stehen zwei Fragen im Raum, wenn man sich mit Harry Potter beschäftigt:
– Wie geht man mit J. K. Rowlings kontroversen Ansichten um?
– Was hält man von der geplanten neuen Serie?

Ich finde:
Man muss diese Fragen nicht zwingend beantworten, nur weil man Fan eines Franchise ist.
Nur weil man ein Buch, einen Film oder ein Lied liebt, ist man nicht automatisch verpflichtet, den Schöpfer zu verteidigen – oder sich vom Werk zu distanzieren.
Für mich sind Werk und Autorin zwei verschiedene Dinge.
Ich liebe Harry Potter, die Bücher, die Filme, die Spiele.

Ob ich mir die neue Serie ansehen werde?
Eher nicht. Aber wenn meine Tochter sie schauen möchte, werde ich es ihr sicher nicht verbieten – und vielleicht schauen wir sie dann sogar gemeinsam.
Mal sehen, was noch kommt.

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Spiel: Conservas (Frosted Games)

Nettes solo Bagbuilding-Spiel.
Von Scott Almes (ca. 25-40 Min.; 1 Spieler)
In diesem Spiel besitzt du eine kleine Konservenfabrik an der spanischen Küste und stellst dort die besten Konserven her, die jeder genießen kann. Du bist für den gesamten Prozess verantwortlich – von der Steuerung der Boote, die morgens rausfahren, über den Fischfang bis hin zum Verkauf deiner Konserven. Du hast jeden Monat besondere Ziele, aber es geht nicht immer darum, möglichst viel Geld zu verdienen. Ein nachhaltiger Einfluss auf das Meer ist sehr wichtig: Schädigt man den Ozean durch Überfischung, scheitert man an seiner Mission. Ein ausgewogenes Verhältnis zum Meer ist unerlässlich, während du hart arbeitest und weiterhin die besten Konserven der Welt herstellst!
In jedem Spiel Conservas beginnst du jede Saison mit einem einzigen Boot und etwas Geld. Das Meer wird durch einen Beutel mit Fisch- und Wasserplättchen dargestellt. In jeder Runde fischst du aus diesem Beutel und nimmst einige Fische mit zum Konservieren in deine Anlage, während andere zur Fortpflanzung im Meer bleiben. Es muss ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Fischfang und Wachstum herrschen. Jeder Monat bietet einzigartige Ziele, die erfüllt werden müssen, spezifische Regeln und erfordert andere Strategien zur Erzielung von Gewinnen. Mit zwölf verschiedenen Szenarien und zufälligen Bootsdecks und Upgrade-Karten bietet jedes Spiel eine neue Herausforderung.
Als ich die Regeln gelesen habe, dachte ich, das Spiel verstanden zu haben: Fischen -> Fang auf Booten verteilen -> teils an Markt verkaufen, teils für Wachstum in den Beutel zurück. Doch nachdem ich in den Monaten Jänner und Februar kläglich versagt habe und nicht verstanden habe, was ich falsch mache, habe ich mir die ausführliche Beispielrunde im Heft nochmal durchgelesen und dann hat’s Klick gemacht, ein Aha-Erlebnis. Danach war es immer noch eine Herausforderung, doch ich habe es geschafft und es hat Spaß gemacht.
Ich habe dieses Spiel auf eine Geschäftsreise mitgenommen und dort im Hotelzimmer in ruhigen Momenten gespielt. In diesem Rahmen war das echt super. Aber ich muss auch sagen, dass ich zuhause genug andere Solospiele habe, die ich lieber auf den Tisch bringe, wenn ich mal alleine etwas spielen möchte. Conservas ist nicht schlecht, eine durchaus coole Idee, aber halt nicht gut genug, um bei mir im Regal zu bleiben.
Fazit: Empfehlenswert.

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Buch: Filippi, Denis-Pierre – Micky und der verlorene Ozean

Großartiges Comic!
Mit Zeichnungen von Silvio Camboni und der Kolorierung von Gaspard Yvan.
Inhalt: Nach vielen konfliktreichen Jahren haben endlich wieder Friedenszeiten Einzug gehalten. Micky, Minnie und Goofy verdingen sich in dieser Welt als sogenannte „Sammler“, indem sie nach alten Wracks von Kriegsschiffen tauchen, um von dort technisch verwertbare Gerätschaften zu bergen. Eines Tages stoßen sie in der Tiefsee auf einen seltsamen Kubus, dessen unermessliche Macht sie zu diesem Zeitpunkt ebenso wenig erahnen können, wie die wahren Beweggründe ihres Auftraggebers.
Der langjährige Disney-Zeichner Silvio Camboni und Szenarist Denis-Pierre Filippi erschaffen ein Abenteuer in „Entenhausen-Steampunk-Optik“, was sich absolut anschauen und lesen lässt. Dieses Buch hier ist eine ganz untypische Entenhausen-Geschichte, sowohl optisch als auch inhaltlich. Entsprechend wurde Micky und der verlorene Ozean auch nicht in einer der typischen Reihen veröffentlicht, sondern eigenständig als großformatiges Hardcover-Buch in der Egmont Comic Collection. Man muss daher auch kein Micky Maus oder Entenhausen Fan sein, um von diesem Buch unterhalten zu werden.
Der Plot ist spannend und die Bilder sind wunderbar detailliert. Das Buch lädt einfach dazu ein, auf jeder Seite ewig zu verweilen und in den Bildern zu versinken.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Serie: Tracker – Staffel 2

Weiterhin tolle Unterhalung.
Die Serie schließt qualitativ nahtlos an Staffel 1 an, also mit den gleichen Stärken und Schwächen. Wer diese mochte, wird also auch hier weiter gut unterhalten werden. Die einzelnen Episoden jede Woche, die in sich geschlossen sind, haben einfach Spaß gemacht. Ich freue mich schon auf Staffel 3, die bereits gedreht und im Herbst ausgestrahlt wird.
Wer sich Tracker noch gar nicht gegönnt hat, dem empfehle ich die ersten paar Episoden von Staffel 1 zu schauen, denn dann weiß man, wie der Hase läuft. Gefallen die einem, wird man bis zum Ende von Staffel 2 gut unterhalten werden, gefallen sie einem nicht, sollte man wieder abdrehen, weil sich nichts ändern wird.
Fazit: Empfehlenswert.

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Film: Heads of State (2025)

Tolles Lachmuskeltraining.
Action / Komödie mit Idris Elba und John Cena von Ilja Wiktorowitsch Naischuller. 114 Min.
Inhalt: Der neu gewählte US-Präsident Will Derringer und der britische Premierminister Sam Clarke verstehen sich überhaupt nicht gut. Um nach einem vor der Weltpresse ausgetragenen Disput die Wogen zu glätten, fliegen sie gemeinsam in der Air Force One zum bevorstehenden NATO-Gipfel in Italien. Als die Air Force One jedoch über feindlichem Gebiet abgeschossen wird, befinden sie sich auf der Flucht und müssen zusammenarbeiten, um eine globale Verschwörung zu vereiteln, die die gesamte freie Welt bedroht.
Ich möchte hier damit beginnen, zu sagen, dass dieser Film eine Komödie ist. Ich glaube, diese Information ist sowohl bei der Marketing-Abteilung als auch bei vielen Kritikern nicht angekommen. Denn der Film nimmt sich selbst nicht ernst und erst recht sollte das Publikum das auch nicht tun. Ein Flugzeug von England nach Italien fliegt über Weißrussland? Kompletter Schwachsinn, aber wen interessiert’s!
Dieser Film ist die beste Action-Komödie, die ich seit Jahren gesehen habe. Der vorhersehbare Plot dient nur dazu, von einem Gag zum nächsten zu führen und weil diese großteils funktionieren, kann man sich hier einfach sehr gut amüsieren. Sei es die Rivalität der beiden Staatsoberhäupter oder witzig choreografierte Actionszenen, der Regisseur hatte eine Vision und hat diese bis zum Ende durchgezogen. Sehr oft stürzen Action-Komödien in emotionalen Szenen ab oder versuchen zumindest im finalen Showdown ernst zu werden, was dann meistens misslingt. Nein, großes Lob hier, Heads of State bleibt dem Genre Komödie von der ersten bis zu letzten Szene treu und funktioniert daher als Gesamtpaket wunderbar.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Gedankensprung: Plagiate bei Brettspielen II – Das große Schweigen

Ich habe bereits bereits im November 2018 an dieser Stelle einen Beitrag zu diesem Thema verfasst, wurde jetzt aber wieder damit konfrontiert.
Was ist passiert? Das Kartenspiel Der Herr der Ringe – Die Gefährten. Das Stichspiel (Office Dog) ist veröffentlicht worden. Ich hatte bereits gehört, dass es wie das Spiel Die Crew (Kosmos) sein solle, eine Kopie sogar. Nun, Die Crew ist objektiv betrachtet ein richtig gutes Spiel, aber es war für mich persönlich nicht so der große Hit, weshalb ich es anfänglich ein paar mal gespielt habe, dann nie wieder. Entsprechend habe ich auch nicht die Fortsetzung Die Crew – Mission Tiefsee gespielt und hatte auch kein Interesse an Der Herr der Ringe – Die Gefährten. Das Stichspiel. Freunde von mir, große Fans von Die Crew und Herr der Ringe haben sich dieses Spiel dann sofort besorgt, wir haben es gespielt, hatten als Gruppe Spaß und ich habe es erneut objektiv als ein gutes Spiel empfunden. Ja, die Mechaniken sind gleich, aber in diesem Moment habe ich an nichts Böses gedacht und meiner Meinung nach – auch bedingt durch meine nur noch nebulöse Erinnerung an Die Crew – gibt es genug Unterschiede. Ich bin, naiv, einfach davon ausgegangen, dass Asmodee, zu dem Office Dog ja gehört und weshalb es die Herr der Ringe IP verwenden durfte, sich da rechtlich abgesichert hat.
Entsprechend habe ich dann auch auf diesem Blog eine kurze positive Rezension mit Empfehlung für Der Herr der Ringe – Die Gefährten. Das Stichspiel veröffentlicht.
Im Nachinein wurde ich dann jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass hier genauso unlauter vorgegangen wurde wie beispielsweise damals mit Clans of Caledonia gegenüber Terra Mystica und Crypto Cartel gegenüber Bohnanza, weshalb ich ja bereits damals den Beitrag Plagiate bei Brettspielen verfasst hatte.
Konkret bezieht sich der Vorwurf aber nicht auf das originale Die Crew, sondern auf dessen Fortsetzung Die Crew – Mission Tiefsee, was ich nicht gespielt habe. Denn das ist der springende Punkt. Im Vergleich mit dem originalen Die Crew hat Der Herr der Ringe – Die Gefährten. Das Stichspiel noch genug Unterschiede, um von einem „geistigen Nachfolger“, einem „Derivativ“ zu sprechen, entsprechend auch mein Eindruck und meine Rezension. Wenn man aber Die Crew – Mission Tiefsee anschaut, was ich, wie gesagt nie gespielt habe und erst jetzt mir konkret angeschaut habe, dann ist Der Herr der Ringe – Die Gefährten. Das Stichspiel tatsächlich fast eine Kopie davon, nur mit einem anderen Thema obendrauf.
Da sind wir bei dem Punkt angekommen, den ich bereits damals angesprochen habe, dass wenn man kein Kapital in Copyright-Rechte investiert, man nachher eigentlich keine rechtliche Handhabe hat, gegen so etwas vorzugehen. Ich wüsste auch gar nicht, ob man Mechanismen oder Spielideen per se schützen lassen kann. In der Branche wird einfach auf einen ungeschriebenen Ehrenkodex vertraut und gehofft, dass man sich im Regelwerk irgendwie für die Übernahme der Mechanik bedankt oder zumindest die Anleihungen zugibt. Das ist in diesem Fall alles nicht passiert. Office Dog hat Die Crew – Mission Tiefsee schamlos kopiert und mit keinem Wort irgendeine Würdigung abgegeben.
Juristisch ist hier sicher alles einwandfrei verlaufen, aber moralisch bleibt ein fahler Beigeschmack hängen. Denn nicht nur, dass im Regelwerk zu keinem Zeitpunkt auf auf Die Crew – Mission Tiefsee Bezug genommen wird, sondern der Autor schreibt auch noch auf boardgamegeek ein Designer Diary, wo er ebenfalls Die Crew – Mission Tiefsee komplett außen vor lässt. Wenn man dann aber Heft 2/2025 der Zeitschrift Spielbox gelesen hat, weiß man jedoch, dass der Autor von Der Herr der Ringe – Die Gefährten. Das Stichspiel im Jahr 2022 den Autor von Die Crew – Mission Tiefsee zwecks Kooperation angefragt hat, wozu es jedoch nicht gekommen ist.
Natürlich wurde hier kein Verbrechen begangen und für die meisten Leute sind solche Dinge auch komplett irrelevant. Aber ich finde doch, dass man als Spieleautoren eine Community ist, die sich gegenseitig unterstützen und wertschätzen sollte. Spieleautoren verdienen nicht viel an ihren Spielen und für die meisten ist es nur ein Hobby. Umso wichtiger ist es, zumindest einen moralischen Lohn zu erhalten, wenn es monetär schon nicht klappt. Ich verstehe nicht, was so schwer daran ist, zuzugeben, was einen inspiriert hat. Eine Art Quellenangabe sollte zum guten Ton gehören.
Besonders heute, wo alle kreativen Branchen damit zu kämpfen haben, dass ihre Werke von Datenkraken eingesaugt und an KIs verfüttert werden, ist es umso wichtiger, im zwischenmenschlichen Bereich noch ein Mindesmaß an Respekt aufzubringen und Quellen, Inspirationen zu nennen. Denn im ärgsten Fall kann einfach jede Firma, die irgendwelche IPs besitzt, einfach eine KI damit beauftragen, Spiel X mit IP Y zu verbinden, dieses selbst auf den Markt bringen und damit Autoren, Grafiker, Redakteure etc. obsolet machen.

Es ist schön und gut, dass ich hier in meiner kleinen Ecke des Internets mit der Fackel schwinge und Wolf rufe, aber wenn niemand der Betroffenen (Autor, Verlag) einen offenen Brief schreibt oder ein offizielles Statement abgibt, wird es halt nicht publik und keine Wellen schlagen. Es wäre vielleicht auch ein Thema für die Spiele-Autoren-Zunft e. V. (SAZ).

Es ist wie mit meinen Kollegen bei der Arbeit. Seit Jahren beschweren sie sich in der Teeküche im geschützten Eckchen über Dinge, aber wenn ich dann sage, sie sollen den Mund aufmachen und zu den Verantwortlichen gehen, dann zucken sie nur mit den Schultern und hüllen sich in Schweigen. Wenn immer nur Zaungäste (ich aus der anderen Abteilung oder ich als kleiner Blogger) auf Missstände aufmerksam machen, aber die Betroffenen selbst nichts sagen, dann wird sich halt auch nichts ändern.

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