Show: Last Week Tonight with John Oliver

John Oliver, zweiter Ziehson und würdiger Nachfolger von Jon Stewart.
Während Stephen Colbert in seiner Show ein anderes Konzept als Jon Stewart verwendet, könnte man John Oliver beinahe schon Plagiat vorwerfen. Aber das macht nichts, denn man kann eh nicht genug solcher Shows haben, die mit dem Irrsinn der Welt hart ins Gericht gehen. John ist jung, frisch und witzig. Vor allem aber ist seine Show nur einmal die Woche, im Gegensatz zu Stewart und Colbert, die täglich auftreten. Und diesen Unterschied merkt man. Seine Beiträge sind tiefsinnig und gut recherchiert, während die anderen beiden teilweise oberflächlich und einfach nur polemisch wirken. Aber das kann man ihnen nicht vorwerfen, da sie ja täglich eine Show vorbereiten müssen, die mehr von den Witzen als von den Recherchen lebt.
Der große Pluspunkt von John Oliver ist aber seine Internationalität. Denn er nimmt sich auch oft Zeit, um längere Beiträge zu anderen Ländern zu verfassen, weshalb er für uns Europäer von den Dreien wohl am interessantesten ist.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

Update 04.08.2025: Ich schaue die Show schon lange nicht mehr, denn gefühlt kommen nur noch Nischenthemen, die nur für ein bestimmtes Segment der US-Bevölkerung relevant sind. Ich habe ihn zwar auf Youtube abonniert und auch fest vorgenommen, jene Videos mit interessanten Themen zu schauen, aber da kommt nichts.

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Believe – Staffel 1 (fertig)

Eine Serie, die zum Glück schon wieder abgesetzt wurde. Denn leider ist J.J. Abrams kein Garant für Qualität, nicht einmal in Zusammenarbeit mit Alfonso Cuaron.
Inhalt: Ich bin mir nicht sicher, ob es hier so etwas gibt. Im Grunde genommen muss ein Mädchen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten von einem zum Tode verurteilten Mann beschützt werden. Ein Roadmovie als Serie.
Die großartigen Delroy Lindo (Romeo Must Die – Genialer Film) und Kyle MacLachlan (Twin Peaks) haben sich anscheinend auch gedacht, dass mit so einem Produzenten-Duo eine tolle Serie zustande kommt und bald bemerkt, dass dem nicht so ist, weshalb sie irgendwann angefangen haben, nur noch lustlos ihre Dialoge runterzusprechen. Dialoge, die in dieser Serie allgemein Schrott sind, wie auch die schauspielerischen Leistungen des restlichen Casts. Blamabler Höhepunkt war der mies choreographierte Kampf zwischen zwei Schauspielern, die eindeutig an dem Tag das erste Mal die Arme und Beine derart angehoben haben.
Es gibt eigentlich nichts mehr dazu zu sagen. Denn es gibt einfach kein Element, das man hier positiv hervorheben könnte.

Note: 5

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Coelho, Paulo – Elf Minuten

Ich weiß nicht, welcher Teufel mich geritten hat, schon wieder einen Coelho zu lesen. Aber diesmal war es definitiv der letzte.
Inhalt: Eine junge Brasilianerin sucht die Liebe, doch wird nur enttäuscht. Sie kommt zufällig in die Schweiz und wird Prostituierte. Das ist ein toller Job: man lernt interessante Leute kennen, hat ständig Sex und verdient viel Geld. Das macht man solange, bis ein guter Mann kommt und einen heiratet, aus diesem Leben rausholt und ein luxuriöses Altwerden bietet.
Wenn ich dieses Buch so lese, frage ich mich, warum nicht alle Frauen Prostituierte sind. Und ich hätte mir nie gedacht, so einen Satz einmal zu schreiben.
Ich habe vor Jahren Coelho kennengelernt, als ich das Standardwerk Der Alchimist gelesen habe. Das hat mir eigentlich recht gut gefallen und empfehle ich auch gerne weiter. Daraufhin habe ich das Handbuch des Kriegers des Lichts gelesen, was noch ok war, aber ich bin halt nicht so spirituell veranlagt. Ich war mir da schon nicht sicher, ob ich Coelho noch eine Chance geben sollte. Als ich dann in Kasachstan war, habe ich Der Zahir gelesen, was ja teilweise dort spielt. Das war einfach nur ein schlechtes Buch. Und jetzt habe ich zufällig Elf Minuten (gratis) in die Hände bekommen und bereue, es nicht gleich wieder weggelegt zu haben.
Denn von der „Alchimie der Liebe“, mit der das Buch ja beworben worden ist, sehe ich nichts. Eine Frau hat jede Menge sexuelle Erfahrungen und verliebt sich in den Mann, der „das Licht in ihr sieht“ und nicht nur ihre Brüste.
Das Schlimmste aber finde ich, ist die Tatsache, dass Coelho wenig subtil Hinweise auf seine anderen Bücher gibt und auch noch ganz unverfroren meint, wie gut diese seien.

Note: 5

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The Help (2011)

Ein wunderbarer Film, der eine schlimme Zeit locker angenehm und doch tiefsinnig porträtiert.
Inhalt: In Mississippi der 60er ist Rassismus und der Wunsch nach Sklaverei stärker ausgeprägt, denn irgendwo sonst. Und genau da beschließt eine junge Weiße die Alltagsgeschichten der afroamerikanischen Hausangestellten zu sammeln und zu veröffentlichen.
Der Film zeigt auf wunderbar unverklärte Art und Weise die negativen, aber auch die positiven Erfahrungen, die verschiedene Hausangestellte gemacht haben. Sei es vom Kindererziehen über getrennten Toiletten bis zu unbegründeten Diebstahls-Anschuldigungen.
Octavia Spencer hat für ihre Rolle absolut verdient den Oscar für beste Nebendarstellerin gewonnen und Emma Stone hätte sich zumindest eine Nominierung als beste Hauptdarstellerin verdient.
Der Film lebt von den vielen Details: dem Südstaaten-Akzent, den 60er-Kostümen und den sehr gut platzierten Wortwitzen. Er ist aber auch typisch amerikanisch: schwarz-weiß, gut-böse mit einer klaren Trennlinie. Grauzonen und Seitenwechsel sind unvorstellbar.
Fazit: Ein wunderbarer Film, der einem trotz des heftigen Themas nicht traurig stimmt, emotional nicht fertigmacht und daher problemlos angeschaut werden kann, ohne „in der richtigen Stimmung dafür“ zu sein.

Note: 1,5

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Planet der Affen: Revolution (2014)

Eine grandiose Affenparty.
Inhalt: Als die letzten Überlebenden von San Francisco einen Staudamm in Betrieb nehmen wollen, um wieder Strom zu erzeugen, geraten sie in Kontakt mit der Affenkolonie. Der Anführer der Affen, Caesar, ist intensiv damit beschäftigt, einen Krieg zu verhindern.
Eine spannende Story, tolle Effekte und gute Action garantieren ein großartiges Filmerlebnis. Und wie so oft führt der ewige Kreislauf des Hasses, denn das ist einfacher als vergeben, zu Entwicklungen, die eigentlich keiner will.
Aber auch die ständige, unterschwellige Kritik an unmoralischen Experimenten und Tierversuchen machen den Film sehr aktuell und steigern seine Qualität.

Note: 2

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Abenteuer Nordwestpassage (gen X games)

Blokus mit einem tollen Thema.
Ziel ist es, als erster eine Seeroute zwischen Kanada und dem Nordpol zu finden, die vom Atlantik zum Pazifik führt. Und ausgelegt wird das ganze mit geometrischen Wegmarken.
Das spiel selbst gefällt mir sehr gut. Man muss mit seinen Wegmarken die anderen blockieren, gleichzeitig jede Menge Schätze heben und am schnellsten unterwegs sein. Alle Spiele, die ich bisher gespielt habe, waren sehr knapp und haben sich erst auf der Zielgeraden entschieden. Das gefällt mir und reizt zum Wiederspielen. Und vor allem ist das Spiel sehr schnell.
ABER es gibt euch sehr viel zu kritisieren. Dass ein Verlag, zumal so ein kleiner, bemüht ist, billig zu produzieren, ist ja verständlich. Dennoch hätten die einzelnen Sechsecke ruhig größer sein können. Ich habe zum Glück die Finger eines Models und somit keine Probleme damit, aber es ist schon umständlich, mit diesen kleinen Dingen da herumzuhantieren. Und wenn man schon sparen will, dann hätte man die Aufteilung auf den Stanzkartonen besser durchrechnen können, denn die ist wirklich nicht ökonomisch.
Das Schlimmste aber ist das schlechte, ungenaue Regelwerk. Ich musste teilweise selbst Regeln aufstellen, da mich das beiliegende Heft arg im Stich lässt. Etwa: Wie passiert man einen Eisberg, der vom Gegner gesetzt wurde? In unserer Interpretation endete es mit einer starken Schräglage der Wegmarken.
Und dann gibt es noch die Hexteile „Wasser“, die nur mit einer einzigen Schatzkarte verwendet werden können. Dieses Detail hätte man sich sparen können, wenn man schon so bemüht ist, billig zu bleiben.
Fazit: Das Spiel an sich gefällt mir sehr gut und ich spiele es gerne wieder. Beim ersten Mal ärgert und wundert man sich über einige Dinge, aber einfach ruhig bleiben und genießen.

Note: 3

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Schwartz, Richard – Das Auge der Wüste. Das Geheimnis von Askir 3

Das Rollenspielabenteuer geht weiter und gibt erneut genug Stoff für einen tollen Roman her.
Inhalt: Die Gruppe muss sich in Bessarein mit politischen Intrigen rumschlagen, um dann endlich weiterreisen zu können.
Der Cliffhanger des vorhergehenden Teiles wird sehr schnell und unzufriedenstellend gelöst. Es wirkt beinahe so, als wäre der Spieler jenes Charakters beim zweiten Abenteuer nicht dabei gewesen und jetzt gesellt er sich sogleich wieder zur Gruppe dazu.
Dies hat man als Leser jedoch bald überwunden, denn der Stil ist immer noch packend und die Story fesselnd. Innerhalb einer Woche hatte ich das Buch durch, nur um ein rasch dahingeschriebenes Ende zu erleben. Auch hier erkennt man die Parallelen zum Rollenspiel: Anscheinend wollten die Spieler nachhause und so hat der Meister das Ende einfach schnell erzählt, ohne die Helden es ausspielen zu lassen.
Und zum Glück gibt es keinen Cliffhanger, weshalb ich eine Weile warten kann, bis der vierte Teil drankommt.

Note: 2,5

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The Walking Dead – Staffel 3 & 4

Staffel 3: Top / Staffel 4: Flop
Während man bei Staffel 3 eine in sich geschlossene, gut durchdachte Story vor sich hat, ist Staffel 4 einfach ein übler Wurstsalat. Aber ganz langsam.
Staffel 3: Die Gruppe versucht es sich im Gefängnis gemütlich zu machen und muss sich dann mit einem Nachbarort rumschlagen, was zu einem regelrechten Kleinkrieg ausartet. Immer wieder wird das Thema „Gruppenzusammengehörigkeit“ aufgegriffen („Er ist keiner von uns.“). Am besten hat mir da die Folge gefallen, wo sie zu Beginn bei einem Wanderer vorbeifahren, der sie um Hilfe bittet. Aber er gehört nicht zur Gruppe. Am Ende der Folge sieht man dann seine Leiche und die Gruppe nimmt eiskalt seinen Rucksack mit. Heftige Storys, tiefsinnige Gedanken und eine düstere Atmosphäre zeichnen diese Staffel aus.
Es fällt auch allgemein auf, dass die Castinglady der Serie eine Schwäche für großgewachsene, muskulöse Afroamerikaner hat. Denn kaum stribt so einer, ist schon der nächste da, um seinen Platz einzunehmen. Das hat mich an die Red-Shirts aus Star Trek erinnert.
Staffel 4: In der ersten Hälfte haben die Schreiber ganz kreativlos alles einzubauen versucht, was in so einem Gefängnis schief laufen kann. Und in der zweiten Hälfte gibt es dann überhaupt keine Handlung mehr. Wie auch bei der letzten Game of Thrones-Staffel die Charaktere in Position gebracht wurden, um die nächste Staffel fulminant zu gestalten. Und in der Tat, freue ich mich bei beiden Serien nun richtig auf die fünfte Staffel.

Note Staffel 3: 2 / Staffel 4: 4

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Die Schadenfreundinnen (2014)

Leslie Mann brilliert und lässt die Zuschauer wundern, warum Cameron Diaz der Star sein soll.
Inhalt: Eine erfolgreiche Frau erfährt, dass ihr Freund eigentlich verheiratet ist. Als dessen Frau dann bei ihr auftaucht, wird es turbulent und als die beiden bemerken, dass er auch noch eine Dritte hat, ist das Fass voll. Dann muss zurückgeschlagen werden.
Ich gebe ganz offen zu: Ich mag Cameron Diaz nicht. Was jedoch nicht bedeutet, dass sie nicht bisweilen doch in guten Filmen mitspielt. Wie auch hier, in dieser sehr witzigen, familientauglichen und teilweise nachdenklichen Komödie. Aber auch eine Komödie, die von der Performance von Leslie Mann lebt.
Teilweise sind die Witze sehr einfach gestrickt und Leute mit hohen Erwartungen werden sicherlich enttäuscht. Auch würde dieses Thema soviel für Emanzipation und Genderfragen hergeben, doch wird das alles geflissentlich umgangen.

Note: 3

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Winter’s Tale (2014)

Und schon wieder habe ich Colin Farrell eine Chance gegeben und schon wieder hat er mich enttäuscht.
Inhalt: Ich habe keine Ahnung. Anscheinend trägt jeder Mensch ein Wunder in sich, das er aber unbewusst wirkt und ein Dämon will diese fangen.
Nach Nicht Auflegen! schaue ich eigentlich jeden Film, in welchem Farrell mitspielt, denn bei denen besteht immer die Chance, doch positiv überrascht zu werden. Meistens aber leider nicht. Will Smith und Russell Crowe spielen hier auch mit, aber die beiden scheinen in den letzten Jahren ja eh alles daran zu setzen, ihre Karriere zu ruinieren.
Um es kurz zu machen: Der Film ist schrott. Ich musste mir das Ende dreimal anschauen, um zu verstehen, was da eigentlich und warum passiert ist.

Note: 5

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