Space Mission (Schmidt Spiele)

Ein familientaugliches Weltraum-Strategie-Spiel.
Von Matt Worden (ca. 45 Min.; 2-5 Spieler).
Inhalt: Wir versuchen mit unseren Raumschiffen Planeten zu erreichen, diese zu besiedeln und zu erforschen, was Punkte bringt, was wiederum den Sieg bringt.
Lange hing das coole Poster bei mir in der Wohnung, obwohl ich das Spiel selbst nie ausprobiert hatte. Abgehalten davon hat mich vor allem die Kritik vieler, wie schlecht das Spiel doch sei. Nun habe ich mich aber endlich dazu überwunden und muss sagen: Wenn du ein Vielspieler bist, dann hast du recht.
Space Mission bietet keine taktische Tiefe und ist ziemlich glückslastig. Du musst die richtigen Karten ziehen, um Planeten zu erreichen und dann musst du Glück haben, gute Punkteplättchen zu erhalten.
Wie dem auch sei, das Spiel ist simpel, hat eine tolle Atmosphäre und ist daher für Gelegenheitsspieler und Neulinge in der Szene ideal. Oder auch einfach für zwischendurch, wenn man nicht zu viel denken will.

Note: 3

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Waal de, Edmund – Der Hase mit den Bernsteinaugen

Ein wunderbares Buch für Interessierte an Kunst, Japan, Weltkriege, Geschichte der Juden und / oder Wien im 18. Jahrhundert. Für jeden ist etwas dabei.
Inhalt: Der Ich-Erzähler möchte die Geschichte eines Erbstückes, des Hasen mit den Bernsteinaugen, ein mittelalterliches japanisches Kunstobjekt, zurückverfolgen und lernt dabei die Geschichte seiner eigenen Familie kennen. Er entstammt nämlich der jüdischen Familie Ephrussi, die als Kaufleute in Odessa groß geworden sind. Anhand dieses Erbstückes beschreibt er dann ihre Reise nach Paris, Wien und schließlich zurück nach Japan.
Das Buch ist eine Mischung aus kunstgeschichtlichem Essay, Ahnenforschung und Selbstfindung. Fesselnd geschrieben und schnell gelesen.
Obwohl ich behaupte, dass ich mich für all die oben genannten Dinge interessiere und mich dabei auch gut auskenne, bot dieses Buch für mich soviele neue Informationen und Ideen.
Einfach schön.

Note: 2

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Supernatural – Staffel 8

Fertig. Aus. Amen. Diese Kuh wurde schon genug gemolken. Ich kann nicht mehr und gebe auf.
Supernatural hat mir eigentlich von Anfang an gut gefallen. Die Interaktion der Schauspieler, der Humor, der ganze Stil, die Musik, einfach alles. Jede neue Folge bot eine Überraschung: einmal geballte Action, dann packende Spannung oder einfach nur grandiose Witze. Aber mit der Zeit wurde der Hauptplot immer wichtiger, die Einzelfolgen immer weniger und verloren schließlich auch noch an Qualität.
Grundsätzlich habe ich nichts gegen einen spannenden Plot, der über mehrere Folgen oder gar Staffeln geht. Aber hier war dieser einfach nur lächerlich mies: Engel, Teufel, Propheten etc. Den Überblick habe ich bald verloren und innere Logik gibt es kaum.
Bis Staffel 5 hat mir die Serie super gefallen. Das ist auch die Anzahl an Staffeln, die von Anfang an geplant war und für die der Hauptplot verfasst worden ist. Aber bei so einem Erfolg muss man natürlich weitermachen, also gab das Studio eine weitere und eine weitere Staffel in Auftrag. Zurzeit wird ja schon die zehnte gedreht.
Und in der Tat hat für mich das Niveau in Staffel 6 extrem nachgelassen. Sie war noch OK, aber bei der siebten bin ich mittendrin ausgestiegen. Nach zwei Jahren Pause habe ich mich jetzt an der achten probiert, doch es geht einfach nicht. Die Story ist lahm und absurd, die Schauspieler wirken müde. Aber die zehnte Staffel soll eh die letzte sein. Hoffen wir es.

Note: 4

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Für immer Single? (2014)

Zac Efron hat sich wohl gedacht, er spielt nicht schon in genug schlechten Filmen mit, also machen wir halt noch einen.
Inhalt: Aus irgendeinem Grund beschließen drei Freunde ewig Single zu bleiben. Natürlich treffen sie daraufhin ihre große Liebe, was sie natürlich geheim halten wollen. Was wiederum zu keinen witzigen Momenten führt.
Der Film soll eine Komödie sein? Es gibt genau einen Moment im gesamten Film, der halbwegs witzig ist, und auf dem auch der Trailer basiert, aber ansonsten? Es ist ein romantischer Film mit einem Touch Drama, aber Komödie sicher nicht.
Die Story ist schlecht, die Dialoge eine Katastrophe und die schauspielerische Leistung zu vergessen. Zeitverschwendung pur.

Note: 5

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Sabotage (2014)

Wow. Die Überraschung für mich. Kein klassischer Actionfilm, wie einem der Trailer verspricht, sondern ein spannender Thriller (nicht für schwache Nerven). Und Arnold Schwarzenegger ist kein stereotyper Hau-Drauf-Held wie so oft, im Gegenteil zeigt er, dass er als Schauspieler viel mehr kann.
Inhalt: Nach einem verpatzten Einsatz werden die Mitglieder einer Elite-Einheit der Drogenfahndung einer nach dem anderen auf brutalste Weise ermordet. Eine FBI-Agentin versucht unter widrigen Umständen die Verantwortlichen zu finden.
Bevor ich den Film geschaut habe, wies alles daraufhin, dass es sich um einen Actionkracher wie in den 80ern handle, mit Schwarzenegger als unaufhaltbarer Kampfmaschiene. Also habe ich mich mit einem Bier zurückgelehnt und wollte Popcorn-Kino über mich ergehen lassen. Aber was für eine Überraschung mich da erwartet hat: eine spannende Story, grausame Morde, eine überforderte FBI-Agentin.
Mit Olivia Williams und Harrold Perrineau Jr. haben wir ein hochkarätiges FBI-Duo, aber auch der restliche Cast war ordentlich.
Arnold Schwarzenegger war sicher das Zugpferd des Films, auf dem die ganze Werbung basierte. Aber ist er hier eine Fehlbesetzung? Seine Rolle ist neu und ungewohnt für ihn, aber er meistert sie meiner Meinung nach bravourös. Vielleicht sogar der Höhepunkt seiner späten Karriere.
Dass diese Story mit diesen Schauspielern so gut funktioniert hat, verdanken wir natürlich dem Regisseur David Ayer, der bereits mit genialen Filmen wie Training Day und End of Watch gezeigt hat, wie gut er ist.

Note: 3

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Ad Astra (Nexus Design Series – NDS#01)

Von Bruno Faidutti und Serge Laget (ca. 60 Min.; 3-5 Spieler).
Kurz: Siedler von Catan (Kosmos) trifft Shogun (Queen Games) im Weltall. Aber so einfach ist es dann auch wieder nicht. Während die Grundmechanismen (Kolonisieren, Siedlung ausbauen, Rohstoffe sammeln) den Siedlern sehr ähnlich sind, gibt es doch genug Unterschiede. Man fliegt etwa blind in ein neues Sonnensystem und weiß nicht, welche Planeten, also welche Rohstoffe einem da erwarten. Außerdem ist der ganze Mechanismus, welche Aktionen in welcher Reihenfolge ausgeführt werden und wann es für was Punkte gibt, ähnlich dem Shogun.
Trotz dieser beiden Parallelen haben wir hier ein komplett eigenständiges Spiel vor uns, das ein großes Planungsvermögen und eine weite Voraussicht benötigt. Ja, es erinnert stark an die beiden oben genannten Spiele, aber die Kombination dieser beiden Mechanismen mit einigen neuen Elementen hat etwas einzigartiges entstehen lassen.
Fazit: Mir gefällt dieses Spiel sehr gut (Mechanismen und Thematik), auch wenn es einen großen Schwachpunkt hat. Im Regelheft steht zwar, dass man mit unterschiedlichen Strategien zum Sieg kommen kann, doch stellt sich heraus, dass es eigentlich eine ultimative gibt. Nur wenn alle diese eine Startegie spielen, ist das Ende wieder offen.
Ich persönlich passe meine Strategie immer meinen Mitspielern an. Wenn diese die ultimative nicht kennen, verwende ich sie auch nicht, um die Spannung zu erhalten. Anders ist es natürlich bei bereits erfahrenen Spielern, da rauchen die Köpfe dann bis zum Schluss, um ja nicht durch einen blöden Fehler zurückzufallen.

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Eminent Domain (TMG / Pegasus Spiele)

Von Seth Jaffee.
Dominion, oder eher Thunderstone im Weltall. Ein 45-minütiges Deckbauspiel für 2-4 Spieler, bei dem es darum geht, Planeten zu besiedeln und durch diese Punkte zu sammeln.
Das Spielprinzip ist immer das gleiche: Karten ausspielen, Karten kaufen, eigenes Deck größer machen. Im Gegensatz zu Dominion sammelt man hingegen bewusst jene Karten, die einem helfen, bestimmte Planeten zu besiedeln oder zu erobern, je nachdem, welche Strategie man verfolgt. Die errungenen Planeten verstopfen aber nicht dein Deck, sondern bleiben vor dir liegen und geben dir ab jetzt immer spezielle Pluspunkte. Zusätzlich gibt es dann noch einmalige Technikkarten und verschiedene Warensteine, was Eminent Domain von den anderen Deckbauspielen abhebt.
Fazit: Für Fans von Deckbauspielen oder Weltraumspielen ein absolutes Muss. Aber da die Interaktion zwischen den Spielern sehr spärlich ist, wird es für die meisten wohl auf die Dauer langweilig werden. Zum Ausprobieren empfehle ich es aber dennoch jedem.

Note: 2,5

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Robinson Crusoe (Pegasus Spiele)

Swiss Gamers Award 2013 (Schweizer Spielepreis).
Von Ignacy Trzewiczek.
Ein zweistündiges, kooperatives Abenteuerspiel für 2-4 Spieler, bei dem es darum geht, wie Robinson Crusoe auf einer einsamen Insel zu überleben.
(+) Das Regelwerk ist sehr gut; Das Material erdrückt zu Beginn, hat aber auf dem Spielplan perfekt Platz; Unzählige Varianten garantieren immer wieder neuen Spielspaß.
(-) Irgendwie habe ich mehr das Gefühl zu rechnen und zu analysieren, als ums Überleben zu kämpfen. Es kommt irgendwie keine richtige Atmosphäre auf.
(+/-) Die einzelnen Missionen sind schwer und beim ersten Mal ziemlich sicher nicht zu schaffen. Für Gelegenheitsspieler und Familien ist Robinson Crusoe daher nicht zu empfehlen, wer aber ein Spiel gerne öfters auspackt, um es mit jeweils anderen Strategien nochmal und nochmal zu probieren, der kann getrost zugreifen.
Fazit: Ein tolles, kooperatives Strategiespiel für Vielspieler.

Note: 3

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Abluxxen (Ravensburger)

Spiel der Spiele 2014 (Österreichischer Spielepreis).
Von Wolfgang Kramer und Michael Kiesling.
Ein schnelles, lustiges Kartenspiel mit Ärger- und Suchtpotenzial. Wie der Titel schon verrät, geht es darum, den Mitspielern Karten „abzuluxxen“, also zu stehlen. Aber Achtung, wer sie nur stiehlt und nicht schafft, abzulegen, sammelt Minuspunkte. Also nicht einfach blind stehlen, sondern gut überlegen, was abgeluxxt werden sollte.
Die Schachtelgröße ist für das Spiel angemessen und auch das Regelheft ist sehr gut.
Fazit: Eine absolute Empfehlung für kurzweiligen Spaß.

Note: 2

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Boyhood (2014)

Ein einmaligs Filmprojekt, dessen 12-jährige Umsetzung sich allemal ausgezahlt hat.
Der Regisseur Richard Linklater hat sich über 12 Jahre hinweg jährlich für 3-4 Tage mit seinen Schauspielern getroffen, um die Kindheit, bzw. das Erwachsenwerden von Mason zu erzählen, der sich zwischen seinen geschiedenen Eltern, trinkenden Stiefvätern, einer nervenden Schwester und all den anderen Problemen eines Teenagers zurechtfinden muss.
Es ist sehr interessant zu sehen, wie die Schauspieler in 164 Minuten 12 Jahre älter werden, wie sich ihr Aussehen, ihre Stimme und vor allem ihre Gedankengänge ändern, da sie ja das Script jährlich neu und selbst verfasst haben, aufgrund ihrer eigenen, momentanen Interessen und Gemütszustände.
Mason ist natürlich kein Quadrat, das perfekt ins System passt. Er ist ein Mehreck, vielseitig, der ausbrechen möchte und den Sinn des Lebens hinterfragt, es nicht einfach so akzeptiert. Und seine Familie ist natürlich auch keine normale amerikanische Vorstadtfamilie.
Einziger Kritikpunkt ist, dass der Film zu lange dauert. Das Ende zieht sich extrem hin. Ich persönlich hätte einen perfekten Schlusspunkt im Restaurant gesehen, als der Lateinamerikaner sich bei der Mutter bedankt. Aber leider geht es noch weiter und weiter…
Ich habe das schon oft bei Filmen erlebt, dass der Regisseur ein tolles Werk abliefert, aber einfach nicht weiß, wann Schluss ist. Das Problem dabei ist, dass Zuschauer aufgrund solcher langgezogenen Enden genervt das Kino verlassen und dann teilweise die positiven Elemente des Films vergessen.
Fazit: Ein kleines Meisterwerk, das einfach nur schön ist, anzusehen.

Note: 1,5

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