Buch: Liu, Cixin – Die drei Sonnen (Trisolaris 1)

Science-Fiction aus China? Gibt’s denn so was? Ja! Und großartig noch dazu.
Inhalt: China, Ende der 1960er-Jahre. Während im ganzen Land die Kulturrevolution tobt, beginnt eine kleine Gruppe von Astrophysikern, Politkommissaren und Ingenieuren ein streng geheimes Forschungsprojekt. Sie sollen Signale ins All senden und noch vor allen anderen Nationen Kontakt mit Außerirdischen aufnehmen. Fünfzig Jahre später wird diese Vision Wirklichkeit – auf eine so erschreckende, umwälzende und globale Weise, dass dieser Kontakt das Schicksal der Menschheit für immer verändern wird.
Nachdem nun schon der zweite Teil dieses preisgekrönten Werkes auf Deutsch erschienen ist, war es auch für mich Zeit, hier endlich mal zuzugreifen. Das Buch ist teilweise sehr langatmig und kompliziert geschrieben, aber eine sinozentrische Sci-Fi-Geschichte ist einfach mal was anderes, bietet einen interessanten neuen Blickwinkel. Der Autor ist in China das, was Andreas Brandhorst in Deutschland ist, das Sci-Fi-Aushängeschild des Landes.
Das Buch muss zum Genre der Hard-Sci-Fi gezählt werden, so ausführlich und zahlreich sind die astrophysischen und mathematischen Ausführungen. Das ist auch der größte Streitpunkt, manche lieben es, andere hassen es. Ich finde aber, dass man über diese Stellen durchaus schnell drüber lesen kann, wenn es einen nicht interessiert. Ein wichtiges Element des Buches ist aber auch die tiefe Sinnkrise einiger Akteure. Der Hass auf die Mitmenschen bewegte sie dazu, gewisse Dinge zu tun. Eine Sinnkrise, die übrigens viele von uns in sich tragen und als Leser stellt man sich die Frage, ob man auch so handeln würde. Allgemein geht es im Buch um die Frage, was passiert, nachdem klar ist, dass es da draußen irgendwo Aliens gibt. In dieser Hinsicht ist das Buch eine interessante psychologische, soziale und politische Studie, sowie gleichzeitig eine Aufbereitung der chinesischen Geschichte seit der Kulturrevolution.
Ich finde das Buch vom Stil her nicht überragend, ist der doch zu gewöhnungsbedürftig. Inhaltlich hingegen, mit der fundierten wissenschaftlichen Basis und den interessanten Ideen, hat es mir sehr wohl gefallen.
Fazit: Sehr empfehlenswert, aber nur für Sci-Fi-Fans. Kein Buch, das man mal so zwischendurch ließt, auch wenn Obama und Zuckerberg es noch so sehr empfehlen.

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2 Antworten zu Buch: Liu, Cixin – Die drei Sonnen (Trisolaris 1)

  1. Michael Kleu schreibt:

    Ich habe mir aus der WDR5-Mediathek das Hörspiel besorgt, bin aber noch nicht dazu gekommen, es mir anzuhören.

  2. Pingback: Buch: Liu, Cixin – Der dunkle Wald (Trisolaris 2) | Meine Kritiken

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