Gedankensprung: Die ersten 100 Seiten

Wenn ich ein Buch zur Hand nehme, lese ich meistens die ersten 100 Seiten, bevor ich mich entscheide, ob ich weiterlese oder aufhöre.
Warum so viel? Als Jugendlicher habe ich regelmäßig in unserer Dorfbibliothek ausgeholfen und der Bibliothekar dort, in meinen Augen ein alter weiser Mann, hat mir erzählt, dass er es so handhabt. Daraufhin habe ich es mir auch angewohnt. Es hat aber noch einen weiteren Grund: Ich habe nämlich im Laufe der Jahre die Erfahrung gemacht, dass Bücher sehr oft schlecht beginnen. Ich weiß, dass viele Leute ein Buch bereits nach 10 oder 30 Seiten zur Seite legen, aber das ist in meinen Augen noch die Aufwärmphase des Autors, bzw. des Übersetzers. Selbst mache ich das nur dann, wenn ich merke, dass das Buch ein anderes Thema als erwartet hat, denn man mag gar nicht glauben, wie oft Klappentexte einen in die Irre führen.
Deshalb liebe ich auch die Bücher der Beck-Wissen-Reihe, denn die haben im Schnitt nur 120 Seiten, also muss ich mir nie Gedanken machen, ob ich es schon zu Ende lesen soll.
Es passiert aber immer wieder, dass mir gesagt wird, dass das Buch nach 100 Seiten toll wird. Da bin ich dann ziemlich hin- und hergerissen. Soll ich meiner Gewohnheit treu bleiben oder soll ich dem Hinweis folgen? Hat ein Buch, das 100 Seiten lang schlecht, bzw. langweilig ist, es überhaupt verdient, weitergelesen zu werden? Nun ja, ich bin Harry Potter-Fan geworden, weil ich so einem Hinweis gefolgt bin. Und auch letztens hat es sich bei Sullivan, James A. – Die Granden von Pandaros und Weir, Andy – Artemis auch ausgezahlt. Aber wie viele Leser bekommen diesen entscheidenden Hinweis? Wie viele Bücher verschwinden unbeachtet in verstaubten Regalen und alten Kisten, obwohl sie vielleicht kleine Meisterwerke sind, nur weil der Anfang schlecht ist? Aber sind Autoren und Verlage da dann nicht selber Schuld? Eine alte Weisheit besagt schließlich, dass der erste Eindruck der wichtigste sei. Ein nichtssagendes Titelbild, ein verwirrender Klappentext und ein schlechter Anfang sind halt Garanten für einen Misserfolg.

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