Nette Unterhaltung.
Komödie/Abenteuer mit Benicio Del Toro von Wes Anderson. 101 Min.
Inhalt: Als der reiche Geschäftsmann Zsa-Zsa Korda seine Tochter, eine Nonne, zur Alleinerbin ernennt, zieht das unerwartete Konsequenzen nach sich. Bald geraten beide ins Visier skrupelloser Tycoons, Terroristen und kaltblütiger Auftragskiller.
Der Phönizische Meisterstreich beweist einmal mehr, dass selbst ein schwächerer Film von Mastermind Wes Anderson immer noch ein absolutes visuelles Fest ist. In seinem neuesten Streich entführt uns der Regisseur in eine gewohnt skurrile, detailverliebte Spionage-Welt, die von der ersten Sekunde an seine unverkennbare Handschrift trägt. Symmetrische Kompositionen, eine pastellene Farbpalette und das wie gewohnt hochkarätig besetzte Ensemble – darunter Benicio del Toro, Mia Threapleton und Michael Cera – sorgen von Beginn an für wohlige Vertrautheit. Dennoch lässt sich nicht leugnen, dass das Werk für mich persönlich zu den schwächeren Vertretern in Andersons filmischer Vita zählt. Die emotionale Tiefe von Meisterwerken wie Grand Budapest Hotel oder die erzählerische Dichte von Die Royal Tenenbaums werden hier leider nicht ganz erreicht. Die Story plätschert streckenweise etwas zu ziellos vor sich hin und verliert sich manchmal in ihrer eigenen Exzentrik.
Dass der Film am Ende aber keineswegs eine Enttäuschung ist, liegt an dem enorm hohen Unterhaltungswert, den der Film trotz seiner erzählerischen Schwächen besitzt. Die wunderbar trockenen Dialoge, der pointierte Humor und das spielfreudige Starensemble tragen das Publikum mühelos durch die Laufzeit und sorgen für zahlreiche Schmunzler und charmante Momente. Anderson versteht es einfach wie kein Zweiter, eine ganz eigene Kinomagie zu kreieren, der man sich nur schwer entziehen kann. Unter dem Strich bleibt Der Phönizische Meisterstreich somit zwar hinter den ganz großen Erwartungen zurück und ordnet sich im unteren Drittel von Andersons Filmografie ein, ist aber dennoch ein überaus unterhaltsamer, stilvoller und sehenswerter Film, den man als Fan des Regisseurs definitiv nicht bereuen wird.
Fazit: Kann geschaut werden.
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