Film: Lovesick (2014)

Warum Millionen ausgeben, wenn man mit wenig Geld auch tolle Filme machen kann?
Liebeskomödie mit Matt LeBlanc von Luke Matheny. 85 Min.
Inhalt: Ein Elementarschuldirektor ist krankhaft eifersüchtig, weshalb keine seiner Beziehungen hält. Er ist an sich ein toller Mann, weshalb die Frauen ihn auch auf Anhieb gern haben, wenn da nicht diese Eifersucht wäre.
Eifersucht ist eine psychologische Krankheit, ein Ungleichgewicht im Gehirn, wenn man sich verliebt. Und eben das wird im Film thematisiert.
All das, was aufgrund dieser Eifersucht passiert, ist für uns Zuschauer lustig, gleichzeitig lernen wir aber auch, welche abstrusen und dennoch logischen Schlussfolgerungen ein Mensch mit diesem Ungleichgewicht im Gehirn ziehen kann.
Wenn also Menschen sagen: „Warum soll ich über eine Krankheit lachen?“ Denn Eifersucht ist nichts anderes, dann sage ich: „Aufklärung ist der erste Schritt zur Besserung.“ Denn der Film thematisiert etwas, woran viele Beziehungen zur Bruch gehen, wenn man doch stattdessen einfach psychologische Hilfe in Anspruch nehmen könnte.
Fazit: Kein perfekter Film, aber dennoch eine angenehme Abendunterhaltung.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 1 Kommentar

Film: Kumiko, the Treasure Hunter (2014)

Heftiger Film, der auf wahren Begebenheiten beruht, die durch einen Übersetzungsfehler berühmt geworden sind.
Drama mit Rinko Kikuchi von David Zellner. 104 Min.
Inhalt: Eine deprimierte Japanerin – schon 30, noch Single und keine Beförderung – findet eine Videokasette eines amerikanischen Films und denkt, dass der Schatz, der dort vergraben wird, Realität wäre. Also begibt sie sich auf die Suche nach ihm.
Es gab die deprimierte Japanerin, die nach Minnesota gekommen ist, wirklich. Sie ist dort im Wald tot gefunden worden. Der Polizist berichtete damals, dass sie ihm erzählt habe, einen Schatz zu suchen und dann davongelaufen sei. Eben dieser Polizist und die Kommunikationsprobleme werden stark thematisiert. Denn bis heute ist man sich nicht sicher, ob sie wirklich diesen Schatz suchen wollte oder der Polizist das nur falsch verstanden hat und sie eigentlich Selbstmord begehen wollte.
Wie dem auch sei, Kikuchi spielt großartig, weshalb die Zuschauer mit ihr mitfühlen und davon lebt der Film.
Fazit: Kein Popcorn-Kino, aber sehenswert.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Film: The Garden of Words (Anime-Kurzfilm 2013)

Eine Perle der Animekultur.
Liebesdrama von Makoto Shinkai. 45 Min.
Inhalt: Ein Oberschüler hat bei Regenwetter keine Lust in die Schule zu gehen und geht daher im Park spazieren, wo er in einem japanischen Garten ein trockenes Plätzchen findet. Dort sitzt bereits eine junge Frau. Ohne sich abzusprechen kehren die beiden immer bei Regenwetter zurück und eine Art Freundschaft entsteht. Bis die Regenzeit zu Ende ist und sie die Realität konfrontieren müssen.
Der Film zieht einen von Anfang an wegen seiner hohen Grafikqualität in seinen Bann. Außerdem hat man den Oberschüler sehr bald ins Herz geschlossen und wünscht ihm, dass er sich seinen Traum, ein Schuhmacher zu werden, erfüllt und nicht im rigorosen japanischen Bildungs- und Arbeitssystem gefangen bleibt.
Die Frau lernt man erst später besser kennen und auch sie erweckt Mitleid. Doch das große Problem, der Altersunterschied, muss am Ende der Regenzeit konfrontiert werden.
Fazit: Wunderschön!

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 2 Kommentare

Film: Aloha (2015)

Bitte, nennt mir eine Szene in diesem Film, die man nicht kritisieren sollte.
Liebesfilm mit Emma Stone und Bradley Cooper von Cameron Crowe. 105 Min.
Inhalt: Ein Veteran kommt zu einer Militärbasis auf Hawaii, um einer privaten Space-Firma zu helfen. Dort trifft er seine verflossene Liebe und ihm wird die hübscheste Soldatin, die die Air Force zu bieten hat, als Aufpasser zur Seite gestellt, die sich natürlich in ihn verliebt.
Seit The Help wissen wir, dass Emma Stone eine großartige Schauspielerin ist, dass sie dann aber dennoch in solche Rollen gesteckt wird, ist typisch Hollywood. Leider scheint sie auch die einzige zu sein, die sich in diesem Film irgendeine Mühe gegeben hat, denn Cooper schlafwandelt dahin und hofft, dass man wegen seiner wunderbaren Augen seine miserable Leistung vergisst. Und dann noch Bill Murray! Wer hielt es für eine gute Idee, den zu einem Bösewicht zu machen? Absolute Fehlbesetzung.
Kommen wir zu dem, was die meisten kritisieren: Warum spielt Stone eine Halbasiatin? Haben sie keine echte gefunden? Oder haben sie gedacht, dass die alle so hässlich wären und Cooper sich sicher nicht in diese verlieben würde? Und warum hat man den Charakter dann nicht einfach umgeschrieben? Sie hätte ja, wie Barack Obama, auf Hawaii aufwachsen können, ohne gleich Halbasiatin sein zu müssen.
Aber nicht nur, dass sie die falsche Ethnizität hat, nein, nach Colin Firth in Magic in the Moonlight hat sie mit Cooper nun den nächsten Senior an der Angel. Auch das typisch Hollywood: Ältere Männer bekommen nur jüngere Frauen zur Seite gestellt.
Dann der Film selbst: Die Hawaiianische Kultur wird auf Aberglaube und Tanzen reduziert; ein Mädchen nimmt einfach so hin, dass ihr Vater, den sie über alles liebt, nicht ihr richtiger Vater ist; Warum kann Coopers Charakter plötzlich einen chinesischen Hacker überlisten, obwohl sein Hintergrund das gar nicht erklärt? Fragen über Fragen…
Fazit: Der Film macht das gut, was er will, nämlich eine Liebesgeschichte erzählen. Dass das ganze Drum-Herum dabei eine Katastrophe ist, scheint niemand bemerkt zu haben.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Buch: Scott, Walter – Ivanhoe

Der originale Robin Hood ist besser als jede Version, die wir kennen. Und doch würde kein moderner Redakteur dieses Buch verlegen wollen.
Inhalt: Ritter Ivanhoe kehrt vom Kreuzzug zurück, um seine Burg zu beziehen und seine Geliebte zu heiraten. Doch muss er feststellen, dass ihm in seiner Abwesenheit alles genommen worden ist. König Richard Löwenherz ist verschwunden und dessen Bruder versucht die Krone an sich zu reißen.
Walter Scott zeichnet hier ein wunderbares Bild des Konfliktes zwischen den unterdrückten Sachsen und den normannischen Eroberern, sowie eines über das Schicksal der Juden zur damaligen Zeit. Er versucht zu zeigen, wie schwierig es die Juden damals gehabt haben, wie unfair sie behandelt worden sind. Das tragische Schicksal der Rebekka ist das beste Beispiel dafür. Sie ist schön, reich, wohl erzogen und rettet ihrem geliebten Ritter das Leben. Aber da sie eine Jüdin ist, wird sie von ihm ignoriert und verschmäht.
Ivanhoe wurde 1820 geschrieben und ist daher natürlich in seinem Stil veraltet, aber es bedarf nur weniger Seiten, um sich zurechtzufinden. Die Geschichte ist spannend, das historische Bild interessant und die Charaktere grandios beschrieben.
Fazit: Dieses Buch ist es wert über seinen Schatten zu springen und endlich mal einen Klassiker zu lesen.

Veröffentlicht unter Bücher | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Serie: The Walking Dead – Staffel 5

Für mich die wahrscheinlich beste Staffel bisher.
Wie bereits in Staffel vier wurde auch diese in zwei Teile geteilt – vor und nach Winterpause -, was sehr gut funktioniert hat. In der ersten Hälfte haben wir die tolle Story mit den entführten Menschen im Krankenhaus und der Washington-Option. In der zweiten Hälfte wird die Frage gestellt, ob man nach all diesen Erfahrungen überhaupt noch fähig wäre, in einer Zivilistation zu leben.
Am Ende der vierten Staffel hatte ich TWD mit GOT verglichen. Als mich aber die fünfte Staffel von GOT so enttäuscht hatte, war ich bezüglich TWD ganz nervös. Aber die hat nicht enttäuscht. Im Gegenteil war sie so gut, dass ich mich sowohl auf die sechste Staffel als auch auf das Spin-Off Fear The Walking Dead freue.
Fazit: Fans der Serie werden ihre helle Freude damit haben.

Veröffentlicht unter Serien | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Film: Wie schreibt man Liebe? (2014)

Ein schöner Film, der wie die Autobiographie eines Drehbuchautors wirkt.
Liebeskomödie mit Hugh Grant und Marisa Tomei von Marc Lawrence. 107 Min.
Inhalt: Ein Hollywood-Drehbuchautor in der Krise akzeptiert eine Stelle als Professor für Drehbuch-Schreiben an einem College im kalten Nordosten der USA. Natürlich hasst er das zunächst und hat kein Interesse daran.
Der Film selbst lebt von seinen brilliant gestalteten Charakteren und nicht umsonst unterrichtet der neue Professor „Charakterentwicklung in Drehbüchern“. Da ist der Direktor, der knallharte Kriegsveteran, der aber vier Töchter hat und dadurch eine weiche Seite entwickelt. Dann ist da die Literaturprofessorin, die sich nur für Jane Austen interessiert. Die konfrontativen Dialoge zwischen dem Drehbuchautor, der nichts für klassische Literatur übrig hat, und der Professorin, für die Filmdrehbücher nichts wert sind, sind großartig gemacht.
Die Story selbst ist relativ banal: Mann in Krise akzeptiert Job, den er nicht will – beginnt ihn gern zu haben – findet Liebe – beginnt ein neues Leben. Das haben wir schon oft gesehen. Die Charaktere, Dialoge und der Humor aber heben diesen Film aus dem Sumpf gleichgearteter Klone heraus.
Fazit: Sehr sehenswert. Am besten mit dem Lebens(abschnitts)partner.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Film: The Interview (2014)

Auf keinen Film war ich so gesapnnt wie auf diesen. Und er hat mich absolut positiv überrascht.
Komödie mit James Franco und Seth Rogen von Seth Rogen und Evan Goldberg. 112 Min.
Inhalt: Zwei Journalisten der Klatschpresse bekommen die Chance, Kim Jong-un, den Diktator von Nordkorea zu interviewen. Das ruft den CIA auf den Plan, der die Gelegenheit nutzen möchte, Kim zu töten.
Der Film ist deshalb so gut, weil er nicht nur Rogens fragwürdigen Humor darstellt, sondern auch einige wichtige Themen anspricht. Selbst bezeichnet Rogen seinen Film ja als politische Satire, was gar nicht so verkehrt ist.
Der Film kritisiert einerseits die amerikanische Medienlandschaft, wo Shows über Stars und Sternchen wichtiger sind als konkrete Nachrichten. Andererseits aber auch die Mentalität des CIA, einfach immer jeden zu töten, ohne an die Konsequenzen zu denken. Und dann gibt es da noch Kim Jong-un, der dankenswerterweise nicht durch den Dreck gezogen wird, nicht albern darsgestellt wird, sondern einfach nur vermenschlicht wird. Er ist kein Gott, der mit Delphinen spricht, sondern ein normaler Mensch, der auch Alkohol mag und mal auf die Toilette muss. Und gerade diese Darstellung des Kim Jong-un zeigt die Qualität dieses Films. Und nur deshalb ist er so einprägsam und funktioniert.
Zuletzt aber noch die Botschaft: Ein gutes Interview kann mehr bewirken als eine Giftpille.
Fazit: Der Film ist weit von perfekt und Rogens Humor, der sich in den letzten Jahren eh gemäßigt hat, muss man einfach akzeptieren, aber der Film macht das, was er will, sehr gut.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Film: Spy (2015)

Sehr lustige Agentenkomödie.
Komödie mit Melissa McCarthy von Paul Feig. 120 Min.
Inhalt: Als die Identitäten sämtlicher CIA-Agenten offenbart werden, muss ein unbekanntes Gesicht her. Damit beginnt Susan Coopers Abenteuer, eine Atombombe zu finden. Ihre Statur und ihre bisherige Postion scheinen allerding gegen den Erfolg dieser Mission zu sprechen.
Aus zwei Gründen finde ich den Film absolut gelungen. Erstens ist McCarthys Charakter nicht ein Dummchen, das nur tollpatschig dahin schwimmt und einfach Glück hat. Nein, der erste Eindruck täuscht gewaltig. Und gerade aus diesem Elemt, dass man sie ständig unterschätzt, zieht der Film seinen gelungenen Humor. Und zweitens – was wohl nur für uns Europäer interessant ist – die geographischen „Fehler“. Mehr als einmal ärgern wir uns über die vermeintliche geographische Unkenntnis der Amis, doch keine Minute darauf belehren sie uns eines besseren und das auch noch auf eine witzige Weise. Ich habe fast das Gefühl, Paul Feig hatte es satt von der ganzen Welt zu hören, dass die Amis keine Geographiekenntnisse haben und hat diesen Leuten einen kleinen Seitenhieb verpasst. Aber vielleicht überinterpretiere ich das auch nur.
Jason Stathams brillianter Charakter darf natürlich auch nicht unerwähnt bleiben. Wer hätte gedacht, dass der auch witzig sein kann?
Das einzige Negative war für mich die stereotype, übersexualisierte Darstellung des Italieners, zumal sie auch gar nicht witzig ist. Naja, kein Film kann perfekt sein.
Fazit: Absolut empfehlenswert!

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Film: Black or White (2014)

Mit Stereotype gegen Stereotype.
Drama mit Kevin Costner und Octavia Spencer von Mike Binder. 121 Min.
Inhalt: Ein kleines Mädchen wächst bei den Eltern der verstorbenen Mutter auf. Als die Großmutter jedoch auch stirbt, wollen die Eltern des abgängigen Vaters das Mädchen zu sich nehmen, was natürlich zu Problemen führt.
Alter, weißer, konservativer Mann gegen schwarzen, drogenabhängigen, arbeitslosen Mann. Was wie eine schlechte Klischee-Suppe klingt, ist jedoch ein raffinierter Film, der bewusst mit den Stereotypen spielt, um diese zu brechen. Und dazu kommt noch die Geschichte des Großvaters, der mit seiner Enkelin eine Beziehung aufbauen möchte und kein Interesse daran hat, sie an die andere Familie abzugeben.
Fazit: Ein schöner Film und ich würde sagen, für die heutigen USA sogar ein wichtiger Film.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar