Buch: Ruocchio, Christopher – Das Imperium der Stille (Sonnenfresser, Buch 1)

Zu viele Déjà-vus. Muss das aber wirklich schlecht sein?
Inhalt: In einer weit entfernten Zukunft hat die Menschheit die Galaxie besiedelt und ein gewaltiges Sternenreich errichtet. Seit vielen Hundert Jahren befindet sich das Imperium im Krieg gegen die außerirdische Zivilisation der Cielcin, die mit ihren gewaltigen Eisschiffen bereits Tausende Planeten zerstört haben – einem Krieg, in dem sich Hadrian Marlowe als Held hervorgetan hat. Umso schwerer wiegt sein Verrat, wegen dem er auf seine Hinrichtung wartet: Er hat ein ganzes Sonnensystem ausgelöscht. Nun, kurz vor seinem Tod, erinnert sich Hadrian an sein Leben. Dies ist seine Geschichte.
Mein Problem mit dieser an sich sehr guten Space Opera ist ein persönliches. Ich habe nämlich schon zu viel gelesen und gesehen und so hat mich fast jede Szene in diesem Buch an ein anderes Werk erinnert, wie etwa Herberts Dune, Simmons Endymion oder Andersons 7 Sonnen, nur um ein paar zu nennen. Ganz konkret beispielsweise war das persönliche Körperschutzschild wie jenes aus Stargate (Nox-Folge) und die Szene im Kolosseum eine Mischung aus den Filmen Star Wars Episode II und Gladiator. Aber bitte, es ist nicht so schlimm wie bei Brandhorsts Artefakt oder bei Starfire, jedoch hat mir dieses Buch nicht viel geboten, wo ich gesagt hätte, wow, das ist eine coole neue Idee. Nichtsdestotrotz ist das hier ein spannendes Werk. Aber warum ist es spannend und was macht dieses Buch so toll?
Da sei einmal der Schreibstil genannt, denn das Buch liest sich locker und ehe man sich versieht, sind 300 Seiten um. Dabei hilft das sehr detaillierte Universum, das hier erschaffen wurde. Das Imperium erinnert sehr stark an die Griechische und Römische Antike, wie auch die angrenzenden Gebiete an historische Kulturen angelehnt sind. Man taucht schnell ein und möchte wissen, was es da noch gibt. Zum Glück funktioniert das super, denn eigentliche Spannung bietet das Buch keine. Man möchte nicht wissen, was als nächstes passiert, sondern was es noch gibt. Das liegt eben daran, dass der Erzähler ständig vorgreift und der Handlungsbogen von Anfang an bekannt ist, daher fast jede Szene vorhersehbar ist. Dies stört vor allem zu Beginn des Buches, wo auch noch jede Szene von irgendwoher kopiert zu sein scheint.
Das richtig Eigenständige und in meinen Augen beste Element des Buches sind die Sprachen, die der Autor erfunden hat. Aber nicht nur ein paar Wörter, die manchmal in den Raum geworfen werden, sondern richtige Systeme. Linguistik-Interessierte werden bei den Grammatik-Ausführungen des Erzählers viel Spaß haben. Das kommt jedoch erst spät im Buch.
Man kann dem Autor durchaus vorwerfen, aus den verschiedensten Werken Elemente herausgepickt und hier zusammengemischt zu haben. Aber es funktioniert und das dadurch entstandene Universum ist äußerst faszinierend. Das liegt nicht zuletzt auch an den zahlreichen Nebencharakteren, die allesamt interessant und gut ausgearbeitet sind, während der Hauptcharakter leider sehr oft einfach nur nervt.
Ein größeres Problem ist hingegen der Cliffhanger am Ende. Dass es einen gibt, ist schon einmal nervig. Noch schlimmer ist hingegen die Tatsache, dass in diesem Buch auf 900 Seiten ca. 50 Jahre behandelt werden, während der Erzähler schon über tausend Jahre alt ist. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, steht uns noch viel Lesetätigkeit bevor. Leider habe ich nicht herausgefunden, ob das hier der Beginn einer Trilogie oder einer Serie sein soll. Aber das ich auch egal. Ich bin noch jung und plane noch für viele Jahre Sci-Fi zu lesen.
Fazit: Empfehlenswert.

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Eine Antwort zu Buch: Ruocchio, Christopher – Das Imperium der Stille (Sonnenfresser, Buch 1)

  1. Rini schreibt:

    Du hast mir richtig Lust gemacht dieses Buch zu lesen! Danke 🙂

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