Film: The Voices (2014)

Noch nie so einen guten Reynolds gesehen. Und was für ein grandioses Ende!
Schwarze Komödie mit Ryan Reynolds von Marjane Satrapi. 103 Min.
Inhalt: Ein psychisch kranker Mann spricht mit seinen Tieren und hört auf deren Ratschläge. Das kann für seine Mitmenschen kein gutes Ende nehmen.
Solche kleine Filme ohne Studiodruck und Medienrummel bringen meist das Beste von Schauspielern hervor. Und das merkt man hier einfach mit Reynolds. Er spielt großartig. Aber auch die anderen Schauspieler zeigen äußerst gute Leistungen.
Der Film selbst ist schon sehr schwarz und einige Wendungen, einige Szenen sind nichts für schwache Nerven. Wenn nicht immer dieser leicht komödiantische Unterton wäre, könnte dieser Film als brutaler Psychothriller oder Horror durchgehen. Der Stil des Films wurde bis zum Ende durchgehalten und bietet ein geniales Finale.
Fazit: Empfehlenswert für harte Leute.

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Gedankensprung: Deutsche Filmtitel

Seit ich denken kann, hagelt es Kritik an den Übersetzungen von Filmtiteln ins Deutsche. Man möchte meinen, dass lange und intensive Kritik irgendjemanden dazu bewegen würde, etwas zu verändern. Aber falsch gedacht! Wer diese Woche ins Kinoprogramm schaut, hat das Gefühl, dass es schlimmer denn je ist.
Star Wars 7 – Das Erwachen der Macht ist eine löbliche Ausnahme, aber ansonsten kann man nur den Kopf schütteln. Denn warum ist die Veränderung eines Titels so ein großes Problem? Zunächst einmal aus rein pragmatischer Sicht: Wie etwa soll ich Informationen zu einem Film finden, wenn ich den Titel nicht einfach zurückübersetzen kann? Na gut, deutsche Filmseiten und Wikipedia haben sich angewöhnt, den Originaltitel in Klammer hinzuzufügen. Aber das sollte eigentlich nicht nötig sein! Denn auch andersrum gibt es Probleme. Ich z.B. schaue immer Trailer auf Englisch und notiere mir den entsprechenden Titel. Wenn ich mir aber dann das Kinoprogramm durchlese, frage ich mich regelmäßig, warum ich noch von keinem dieser Filme etwas gehört habe. Erst beim Durchlesen der Beschreibung schaffe ich es, diesen Titel mit einem Trailer zu verbinden.
Neben dieser pragmatischen Sicht gibt es auch noch die viel wichtigere, nämlich die künstlerische. Denn ein Film ist ein Kunstwerk, wie auch ein Buch, und Titel sind integraler Bestandteil davon. Ein Titel verführt uns, weckt Assoziationen, gibt uns genau so viele Informationen, wie der Autor möchte. Ein Titel klingt normalerweise gut, fängt die Essenz des Werkes.
Die Suche nach einem perfekten Titel ist eine schwierige und langwierige Angelegenheit. Und dann kommen diese Deutschen und ruinieren alles.
Schauen wir uns das aktuelle Kinoprogramm an und analysieren es:
Creed – Rocky’s Legacy, Ride Along 2 wird zu Ride Along: Next Level Miami und auch noch Daddy’s Home – Ein Vater zu viel sind Beispiele für unnötig hinzugefügte Untertitel. Ich kann noch akzeptieren, dass man einen Untertitel hinzufügt, um Menschen, die der Fremdsprache nicht mächtig sind, einen Titel zu bieten, mit dem sie etwas anfangen können. Aber warum zum Teufel erfindet man einen Englischen Untertitel? Was für einen Sinn hat das?
Alles steht Kopf oder Die Wahlkämpferin sind Beispiele für absolute Fehlübersetzungen. Aber wie gesagt, ich habe kein Problem mit der Übersetzung von Titeln ins Deutsche oder dem Hinzufügen von deutschen Untertiteln, weil ja eine deutsche Klientel angesprochen werden soll. Aber bliebt doch bitte so nah wie möglich am Original!
Und dann kommt mit Tschiller: Off Duty eine deutsche Produktion und erhält einen englischen Namen?! Wie bitte?!
Warum ich mich aber gerade jetzt so darüber ärgere, ist der Film Die Highligen drei Könige. Dieser Titel macht überhaupt keinen Sinn, weder grammatikalisch noch filmtechnisch, und ist einfach nur die schlimmste Fehlübersetzung, die ich je gesehen habe. Aber dieser Titel offenbart uns, wie Deutsche Filmtitel entstehen: Einige Jungs kiffen in einer kleinen Kammer und suchen im Rauch eine Inspiration.

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Gedankensprung: Meine 10 Lieblingsbücher

Hier also meine Top 10 Bücher aller Zeiten (wird jährlich aktualisiert).

Ich habe lange darüber nachgedacht, welche Bücher ich als meine Lieblingsbücher auflisten könnte. Ich bin dann ganz pragmatisch vorgegangen und habe mir gedacht, dass Bücher, an die ich mich nicht mehr erinnern kann, hier keinen Platz haben. Mir ist dann aufgefallen, dass viele Bücher meiner Liste recht bekannt sind und von vielen gelobt werden. Das ist ja auch verständlich, denn wenn jemand ein gutes Buch schreibt, ist es durchaus so, dass es mehreren Menschen gefallen wird.

Zunächst auf Ehrenplatz 11: Neil Gaiman – Sternwanderer; Antoine de Saint-Exupéry – Der kleine Prinz; Homer – Odyssee; Hermann Hesse – Narziss und Goldmund; Douglas Adams – Per Anhalter durch die Galaxis; George Orwell – 1984; Stefan Zweig – Schachnovelle; Ray Bradbury – Der illustrierte Mann; Nikos Kazantzakis – Alexis Sorbas; Edmund de Waal – Der Hase mit den Bernsteinaugen; Stephen King – Das Mädchen; Max Brooks – World War Z; Eugène François Vidocq – Memoiren des Chefs der Pariser Sicherheitspolizei; Andy Weir – Der Marsianer; Dan Simmons – Ilium + Olympos (Homerzyklus 1+2); Brandhorst, Andreas – Der letzte Regent; Asimov, Isaac – der gesamte Foundation-Zyklus; Moon, Elizabeth – Vatta’s War (gesamte Serie); Frank Schätzing – Der Schwarm; Harari, Yuval Noah – Sapiens (Graphic Novel); Wells, Martha – Tagebuch eines Killerbots (gesamte Serie); J. R. R. Tolkien – Herr der Ringe (gesamte Trilogie); B.V. Larson – Undying Mercenaries Series; Tchaikovsky, Adrian – Die Kinder der Zeit; Anne Michaels – Fluchtstücke.

10. Frank Herbert – Dune (Die erste Trilogie)
9. Lois Lowry – Hüter der Erinnerung
8. James S. A. Corey – The Expanse (gesamte Serie)
7. Don Rosa – Onkel Dagobert. Sein Leben, seine Milliarden
6. Joanne K. Rowling – Harry Potter (gesamte Serie)
5. Simmons, Dan – Hyperion 1+2 & Endymion 1+2
4. Asimov, Isaac – I, Robot
3. Hermann Hesse – Siddhartha
2. Erich Maria Remarque – Im Westen nichts Neues
1. Noah Gordon – Der Medicus

Letztes Update am 29.01.2026

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Spiel: Lords of Waterdeep (Wizards of the Coast)

Von Peter Lee und Rodney Thompson (ca. 60-120 Min.; 2-5 Spieler).
Das Spiel ist so toll, dass man gar nicht merkt, dass es kein Thema gibt.
LoW ist ein typisches Worker-Placement-Spiel. Wir stellen unsere Männchen auf verschiedene Aktionsfelder und machen dann, was dort angegeben ist.
Ziel des Spiels ist es Aufgaben zu erfüllen, die Punkte bringen. Für jede Aufgabe benötigen wir eine bestimmte Anzahl von Würfelchen, die wir durch die Aktionsfelder bekommen. Also eine relativ klare Linie. Da aber nicht jeder Spieler die gleichen Aufgaben hat, verteilt sich das recht gut auf dem Spielbrett. Überschneidungen gibt es natürlich immer wieder, sonst wäre es nicht spannend.
Die Idee des Spiels wäre eigentlich, dass diese Würfelchen Helden wären, die mit uns Abenteuer bestehen. Aber dieses Thema verschwindet komplett, was jedoch kein Problem ist, weil das Spiel selbst so gut läuft und spannend ist, dass man die Abwesenheit eines Themas gar nicht merkt.
Die Intrigen-Karten sind ein kleines Problem. Es ist eher schwierig an sie zu kommen und ebenso schwierig, sie zu spielen, weil es eben nur über die limitierten Aktionsfelder läuft. Und für diesen Aufwand sind sie nicht wirklich stark genug. Sie sind nett, wenn man nichts anderes zu tun hat, und sind somit als Notlösung eine nette Alternative, wenn sonst alles schon voll ist.
Ganz toll sind die variablen Gebäude. Es gibt bei LoW also einige fixe Aktionsfelder und einige, die in jedem Spiel anders sind, was den Wiederspielwert erheblich erhöht.
Die Erweiterung „Scoundrels of Skullport“ ist nur zu empfehlen, da sie einige tolle Alternativen bringt und mit den Totenköpfen ein spannendes neues Element.
Fazit: Will ich sofort wieder spielen. Sehr zu empfehlen!

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Spiel: DREIst (Ravensburger)

Von Janet Kneisel (ca. 20 Min.; 1-4 Spieler).
Probleme mit Regelwerk, sonst recht flott und nett.
In diesem Spiel gibt es Spalten und Zeilen in einer fiktiven Tabelle. In den Spalten dürfen nur gleiche Zahlen, in den Zeilen nur gleiche Farben liegen. Unser Ziel ist es, immer eine Dreier-Reihe zu vervollständigen, denn dann verschwinden diese Karten, machen also Platz in der Tabelle, und geben uns Zusatzkarten.
Klingt etwas abstrakt und ist es auch. Das Regelwerk leistet leider keine gute Arbeit, aber mit etwas Hausverstand ist das bald wieder wettgemacht und dann gibt es ein nettes Karten-Lege-Spiel, das recht flott geht.
Fazit: Empfehlenswert für Zwischendurch, gibt aber sicher bessere Alternativen.

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Buch: Falkner, J. Meade – Moonfleet

Tolles Abenteuerbuch.
Inhalt (geschrieben 1898; angesiedelt 1757): „Wie jeder Junge werde auch ich von Höhlen magnetisch angezogen. Warum sollte ich auch nicht in dieses schwarze Loch steigen?“, fragt sich der 16jährige John Trenchard und damit beginnt das Abenteuer, das sein Leben verändern wird. Mit ihm lernen wir die Welt der Schmuggler kennen, die erste Liebe und gehen auf Schatzsuche.
Dieses Buch lag schon viele Jahre in meinem Noch-zu-lesen-Turm und jetzt bereue ich es, Moonfleet damals nicht sofort gelesen zu haben. Keine Ahnung, was mich immer wieder davon abgehalten hat. Denn es ist faszinierend und spannend bis zum Schluss.
Außerdem wird zwar die Geschichte eines 16jährigen Jungen erzählt, aber es ist kein simples Jugendbuch. Nicht nur, dass wir ihn aus heutiger Sicht sogar als historischen Text betrachten könnten, sondern ist das Buch auch für alle Altersgruppen interessant, bedeutend.
Dass Falkner neben Mark Twain und Robert Louis Stevenson untergeht, ist äußerst schade, was wohl auch daran liegt, dass Moonfleet sein einziges Werk ist. Zu Unrecht, behaupte ich!
Fazit: Sehr empfehlenswert!

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Film: Maggie (2015)

Schwarzenegger beweist, dass er mehr kann, als nur schwere Waffen anheben.
Zombie-Drama mit Arnold Schwarzenegger und Abigail Breslin von Henry Hobson. 95 Min.
Inhalt: Schwarzenegger spielt einen Vater in einer Welt, die einem Zombie-Virus zum Opfer gefallen ist. Seine Tochter ist krank und er versucht verzweifelt die letzten Momente mit ihr zu bleiben, bis sie endgültig eine lebende Tote wird.
Der Film ist teilweise etwas langatmig, was aber durch die tollen schauspielerischen Leistungen wieder wettgemacht wird. Außerdem ist der gesamte Film in einem tiefsinnigen, emotionalen Ton gehalten, was ihm eine außergewöhnliche Atmosphäre verleiht. Ein absolut untypischer Zombie-Film.
Fazit: Sehr empfehlenswert!

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Film: Picknick mit Bären (2015)

Da lacht des Wanderers Herz.
Film mit Robert Redford und Nick Nolte von Ken Kwapis. 104 Min.
Inhalt: Ein Senior ist unglücklich. Er hat ein gutes Leben, Freunde, eine Familie. Eigentlich würde man nicht mehr wollen. Aber er erinnert sich an seine Jugend, als er durch Europa gereist ist, Abenteuer in Mexiko erlebt und viele andere Orte aufgesucht hat. Und nun sitzt er seit über 10 Jahren in diesem Haus und hat gar Nichts mehr gemacht. Das muss geändert werden! Da trifft es sich gut, dass vor seiner Haustür der Appalachian Trail vorbeiführt, ein sehr langer Wanderweg im Osten der USA.
Wunderschöne Bilder! Nach diesem Film will wohl jeder in die USA reisen und dort wandern. Aber das ist es auch schon. Die beiden Freunde wandern, haben einige halbwegs witzige Momente, einige pseudo-philosophische Gespräche und dann ist die Wanderung zu Ende.
Allein wegen der tollen Naturbilder ist dieser Film es wert, gesehen zu werden. Aber wenn man einen derartigen Film sehen möchte, würde ich eher Wild mit Reese Witherspoon empfehlen, das ebenso großartige Bilder hat, aber dazu noch eine Story und eine großartige schauspielerische Leistung.
Fazit: Natur ist schön.

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Film: Monster Hunt (2015)

Der erfolgreichste chinesische Film aller Zeiten. Zu Recht!
Fantasy mit Baihe Bai von Raman Hui. 117 Min.
Inhalt: Die Welt der Monster ist in Aufruhr. Ein Usurpator möchte die Macht an sich reißen und die Welt der Menschen angreifen. Doch dazu muss er den Prinzen, ein Baby, der Monster töten, damit er Anspruch auf den Thron hat. Nun liegt es an einer Gruppe ungleicher Menschen, das Monsterbaby zu schützen.
Die Monster in diesem Film sind extrem gewöhnungsbedürftig und ich kann mir durchaus vorstellen, dass so mancher nach den ersten 5 Minuten schon wieder abschaltet. Aber macht das nicht! Der Film ist spannend, sehr witzig und die Monster fügen sich gut in die Story ein. Auch die Schauspieler sind sehr gut und die Action gewohnt großartig.
Fazit: Absolut empfehlenswert!

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Film: Cooties (2014)

Nie wieder Chicken Nuggets!
Zombie-Komödie mit Elijah Wood von Cary Murnion und Jonathan Milott. 88 Min.
Inhalt: An einer Schule bricht ein Zombie-Virus aus, der nur Kinder betrifft, die noch nicht die Pubertät durchlaufen haben. Das führt natürlich dazu, dass eine Gruppe unfähiger Lehrer um ihr Leben kämpfen muss.
Tolle Schauspieler präsentieren einzigartige Charaktere in einer surrealen Situation. Der Film ist sehr amüsant, vor allem, weil man sehr gut sehen kann, wie viel Spaß die Kinder haben, Zombies zu spielen und ihre Lehrer aufzufressen. Köstlich!
Fazit: Sehenswert!

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