Spiel: Patchistory (IELLO)

Von Yeon-Min Jung und Jun-Hyup Kim (ca. 120+ Min.; 2-4 Spieler).
Trotz solider Basis einige Mängel und wenig Neues.
Wie bei jedem Zivilisationsspiel geht es darum Ressourcen zu erhalten, sein Gebiet auszubauen und Krieg zu führen. Für all das und noch mehr gibt es Punkte. Auch typisch für solche Spiele ist die Spieldauer, nämlich viel länger als auf der Schachtel angegeben.
Das Innovative ist die Idee des Patchens. Dass man also die neuen Gebietskarten, die man am Anfang jeder Runde ersteigert, nicht einfach anlegt, sondern mehr oder weniger über- oder unterlappend an das bestehende Gebiet klebt / patcht. Das führt dazu, dass man sich entweder entscheiden muss, alte Gebäude zu verdecken oder neue Gebäude gar nicht zu verwenden. Dieser Mechanismus ist sehr interessant, aufgrund des schlechten Materials jedoch auch ziemlich lästig, da man ständig vorsichtig sein muss, nicht etwas zu verschieben.
Und das Material ist auch der große negative Punkt. Neben diesen ungeschickten Gebietskarten ist vor allem die grafische Platzierung gewisser Elemente zu kritisieren. Man muss zunächst entweder ständig den Kopf verdrehen oder immer wieder Dinge kurz zur Seite schieben, um Dinge zu erkennen, bis man irgendwann alles mehr oder weniger im Kopf hat.
Fazit: Wir haben ein solides Aufbau-Zivilisationsspiel vor uns und Fans dieses Genres werden sicher ihre Freude haben.

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Buch: Campbell, Jack – Fluchtpunkt Ixion (Die Verschollene Flotte 3)

Zum dritten Mal fast das gleiche Buch. Bis aufs Ende.
Inhalt: Über lange Strecken wirkt dieser Band wie eine Kopie der ersten beiden Teile, also Flotte fliegt in ein neues System, es gibt Kämpfe, der Kapitän kämpft mit Intrigen in den eigenen Reihen. Und ja, der Autor erklärt immer und immer wieder die gleichen Dinge wie in den letzten Bänden, der Hauptcharakter philosophiert immer und immer wieder über die gleichen Probleme wie in den letzten Bänden. Das wird wirklich langweilig!
Fans des Genres Military Science Fiction können sicherlich in den realistisch beschriebenen Weltraumschlachten schwelgen, haben sicher Spaß an den immer wieder neuen und kreativen Flottenformationen. Aber das war es dann auch schon.
Fast.
Denn es gibt ein Rätsel, dessen erste Hinweise in den ersten Bänden entdeckt werden und sich hier beim etwas überraschenden Ende konkretisiert. Eine gewisse Grundspannung ist also gegeben und man möchte durchaus wissen, wie das im nächsten Band aufgelöst wird.
Fazit: Wem die ersten Bände gefallen haben, wird auch hier seine Freude haben.

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Serie: Mr. Robot – Staffel 1

Seltsam … interessant … gut … schlecht …? Ich weiß es nicht…
Diese Staffel hat einen äußerst interessanten Zyklus durchgemacht. Zunächst kam da diese großartige Pilotfolge, wegen der die restliche Serie ja gedreht wurde. Hacker versuchen eine Revolution zu starten; ein junger Mann hat psychische Probleme und hackt andere Leute, um kommunizieren zu können; ein böser Konzern macht, was er will. All das wurde toll verpackt und interessant aufbereitet.
Und dann kam die zweite Folge. Irgendwie ist die Story ab da total aus den Fugen geraten, eine seltsame Liebesgeschichte und Drogenstory wurden eingebaut. Nach einigen Folgen war ich schon bereit die Serie abzubrechen, als sie das Ruder wieder herumgerissen haben.
Für die restliche Staffel hat man es geschafft, den Plot wieder auf das Wesentliche zu fokussieren, wieder das zu zeigen, weshalb man überhaupt mit der Serie begonnen hat. Ich war zufrieden.
Bis die letzte Folge kam. Die war irgendwie total absurd und was bitteschön will in der zweiten Staffel erzählt werden? Denn die wird kommen! Damit meine ich, dass die erste Staffel sich an unserer Realität orientiert hat und dadurch auch so interessant wurde. Aber die zweite Staffel wird dann nur noch Fantasie…
Fazit: Ich finde es wichtig, diese Serie zu schauen, da einige wichtige Probleme unserer Gesellschaft aufgegriffen werden.

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Film: Star Wars 7 – Das Erwachen der Macht (2015)

Ein typischer Film des Jahres 2015.
Sci-Fi-Fantasy mit Daisy Ridley und John Boyega von J. J. Abrams. 135 Min.
Inhalt: Siehe Star Wars 4 – Eine neue Hoffnung.
Dieser Film ist genauso, wie fast jeder andere Film aus 2015. Eine solide Story, dezente Schauspieler, eine Prise Humor, viel Nostalgie und ja keine Experimente, ja keine Innovationen. In diesem Sinne ist Star Wars 7 gut, aber nicht super oder gar spektakulär.
Verglichen mit den anderen großen Sci-Fi-Filmen der letzten Jahre gefallen mit Star Trek und Guardians of the Galaxy jedoch viel besser. Was vor allem auch daran liegt, dass Star Wars 7 in der zweiten Filmhälfte zu oft in mir eine „Wie das?“- oder „Warum das?“-Frage geweckt hat. Diese Spoiler folgen weiter unten.
Ansonsten hat der Film das SW-Universum und die Charaktere interessant weiterentwickelt, neue tolle Charaktere eingeführt und am Ende ordentlich Spannung für den nächsten Teil aufgebaut.
Fazit: Empfehlenswert.

Spoiler!
Warum ist ein Planet, der so nahe an der Sonne ist und der sich von Sonnenenergie speist, so kalt und mit Schnee bedeckt?
Die Leute sehen die Explosionen von 4 Planeten in einem anderen Sonnensystem?! Okay, vielleicht waren die im selben System, aber warum ist ihr Planet dann nicht auch zerstört worden, denn die Bösen ja wissen, dass viele Rebellen gerade dort sind?
4 Planten in einem System werden zerstört und die ganze Republik ist Futsch? 4 Planeten in einem Universum, das tausende Welten umfasst?
Dass ich eine Waffe habe, die Planeten in anderen Systemen zerstören kann, ist ja noch akzeptabel, da SW ja Fantasy ist, also interessieren uns mathematische Dilemmata nicht. Mehr noch aber wundert mich die Waffe selbst. Sie wird solange aufgeladen, bis die Sonne erloschen ist? Laut Erklärung dürfte sie dann nur einen Schuss abgeben? Aber sie hat vorher ja schon 4 Schüsse abgegeben. Und was passiert mit dem Waffenplaneten, wenn die Sonne erloschen ist?
Rey weiß sofort, wer Leya ist? Warum? Chewie umarmt Leya nicht tröstend? Warum?
Warum wacht R2D2 genau in dem Moment auf?
Ihr seht, in dem Film gibt es zu viel, das mich stört, als dass ich ihn als großartiges Spektakel hätte genießen können.

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Film: The Hateful Eight (2016)

Wenn Django Unchained Kill Bill ist, dann ist The Hateful Eight Kill Bill 2.
Western mit Samuel L. Jackson und Kurt Russell von Quentin Tarantino. 187 Min.
Inhalt: 8 verschiedene Personen (eigentlich mehr) treffen sich in einem abgelegenen Haus und müssen einen Schneesturm aussitzen. Doch irgendwann wird klar, dass irgendjemand nicht der ist, der er vorgibt zu sein, was natürlich unterschiedliche Reaktionen hervorruft, die meistens mit viel Blutvergießen enden.
Der Film fühlt sich wie ein Theaterstück an, da man eigentlich die ganze Zeit im selben Raum ist. Die Schauspieler sind gut, keine Frage, aber die Dialoge sind teilweise schon recht langatmig, selbst für Tarantino. Spannung kommt auch erst spät auf, denn die anfängliche Vermutung, dass jemand lügt, ist total aus der Luft gegriffen. Doch als dann endlich konkrete Spannung aufkommt, wird das Rätsel zu rasch gelöst.
Fazit: Für mich einer der schlechteren Tarantino-Filme.

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Film: Monsters 2 – Dark Continent (2014)

Der falsche Film.
Actionfilm mit Johnny Harris von Tom Green. 119 Min.
Inhalt: Einige US-Soldaten müssen im Nahen Osten Islamisten ausschalten, während im Hintergrund Monster toben.
Ich habe das Gefühl, dass der Regisseur vergessen hat, welchen Film er da drehen soll. Oder sie haben alle das falsche Drehbuch erhalten und nicht weiter darüber nachgedacht. Denn wie kann man sich sonst erklären, dass vom originalen und großartigen Monsters gar nichts mehr übrig ist? Im Gegenteil wurde hier einfach ein 0-8-15-Kriegsdrama minderer Qualität gedreht und in der Postproduktion an einigen wenigen Stellen Monster eingefügt.
Fazit: Eine Katastrophe!

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Film: Creed – Rocky’s Legacy (2015)

Fantastisch!
Boxerfilm mit Sylvester Stallone und Michael B. Jordan von Ryan Coogler. 133 Min.
Inhalt: Der Sohn von Apollo Creed möchte eine eigene Legende aufbauen und endlich aus dem Schatten seines Vaters treten. Dafür lässt er sich von Rocky trainieren.
2015 gab es zwei hochwertige Boxerfilme und Creed ist dabei definitiv der bessere. Eine erfrischend untypische Story mit genug Nostalgie und tollen Schauspielern garantieren einen unterhaltsamen Filmabend.
Stallone hat sich hier seine Oscar-Nominierung allemal verdient. Dass aber der Rest, allen voran der Regisseur, nicht nominiert worden sind, ist schon eine Frechheit. Man kann über die „weißen“ Oscars denken, was man will, aber dieser Film beweist, dass es an Qualität in der farbigen Community sicher nicht fehlt.
Fazit: Absolut sehenswert!

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Spiel: The Game (NSV)

Von Steffen Benndorf (ca. 20 Min.; 1-5 Spieler).
Nominiert zum Spiel des Jahres 2015.
Ein schnelles, tolles Spiel, das mit wenig Regeln Großartiges leistet.
Das Spielprinzip ist eigentlich rasch erklärt, denn man muss einfach sämtliche Karten loswerden, indem man sie aufsteigend oder absteigend auf die 4 verschiedenen Stapel verteilt. Was einfach und banal klingt, wird dadurch erschwert, dass eigentlich alle Spieler gemeinsam gegen das Spiel spielen, man also gemeinsam versuchen muss, sämtliche Karten abzulegen. Der Clou nun ist, dass die Kommunikation eingeschränkt ist. Man darf also seinen Mitspielern nicht mitteilen, welche Karten man in der Hand hat. Daher ist es nötig andere Wege zu finden, den anderen zu verstehen zu geben, was man möchte.
Dieses Spiel ist schnell, spannend und man will es sofort wieder spielen.
Fazit: Super!

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Buch: Akunin, Boris – Fandorin (Fandorin ermittelt, Band 1)

Spannendes Buch mit brutalem Ende.
Inhalt: (Moskau, 1876) Der junge, blitzgescheite Fandorin arbeitet als Schreiberling im Polizeikommissariat und stolpert zufällig über einige Ungereimtheiten bzgl. eines Selbstmordes. Rasch fällt er den Oberen wegen seiner Talente auf und ein russischer Sherlock Holmes nimmt sich seiner an. Am Ende wird aus Fandorin aber eher ein James Bond, als das Ebenbild seines Lehrmeisters.
Akunin ist ein Star in Russland und so habe ich voller Neugierde dieses Buch begonnen. Dazu sei angemerkt, das der Autor dafür bekannt ist, so zu schreiben, wie die Autoren des 19. Jahrhunderts, in welcher Zeit auch Fandorin seine Abenteuer erlebt. Ich weiß jetzt nicht, ob es an der Übersetzung liegt (vermutlich), aber richtig gelungen ist es ihm nicht und durchgehalten hat er auch nicht ständig. Spannend ist das Buch jedoch allemal, wenn auch nicht überragend, mit einigen überraschenden Wendungen. Einzig das letzte Kapitel kann man sich sparen. Denn im Vorletzten ist eigentlich alles abgeschlossen. Das Letzte dient nur noch dazu, den Leser mit einem Muss-das-jetzt-auch-noch-sein-Gedanken zurückzulassen. Als hätte der Verleger darauf bestanden, um einen Cliffhanger zu bilden, damit die Leser sich sofort den nächsten Band schnappen.
Nach einem Gespräch mit Russen (allesamt Akunin-Fans) ist klar, dass das Ende durchaus hart ist, aber wichtig für alle folgenden Bände. Auch ist klar, dass sie vor allem wegen dem Stil Akunin-Fans sind, den ich aber, zumindest in der Übersetzung, nicht so toll finde.
Fazit: Ein kurzweiliger, spannender Krimi für zwischendurch. Auch nett, um Russland und dessen Geschichte kennenzulernen.

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Serie: Jessica Jones – Staffel 1

Meh…
Jessica Jones ist der typische Antiheld, der vom Schicksal gezwungen wird, gegen das Böse anzutreten. In diesem Fall sollte sie einen Mann aufhalten, der andere Menschen mental kontrollieren kann. Kein leichtes Unterfangen, das noch zusätzlich durch die eigene Vergangenheit erschwert wird.
Über dieses Serie etwas zu schreiben ist sehr schwierig, da der Grund, warum mir diese erste Staffel nicht gefallen hat, etwas sehr Subjektives ist. Ich mag nämlich Telepathie u. Ä. überhaupt nicht, finde diese Fähigkeiten immer billig und kreativlos und die Möglichkeit, gegen solche Gegner zu siegen, ist immer irgendeine Deus Ex Machina. Dazu kommt noch, dass in dieser Staffel die Motivation des Gegners lange unklar blieb, wodurch sein Handeln selbst uninteressant wurde. Und als er seine Motivation dann offenbart, bricht Chaos aus und die Story wird nur noch wirr.
Jessica Jones als Charakter finde ich hingegen sehr interessant, ein Held, der mit seinen inneren Dämonen zu kämpfen hat, der einfach macht, weil es gemacht werden muss, nicht weil sie will. Abgesehen von der ziemlich billigen Darstellung ihrer übermenschlichen Kraft.
Fazit: Ich werde der zweiten Staffel eine Chance geben, in der Hoffnung, dass der Gegner eine interessantere Geschichte liefert.

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