Film: Inherent Vice (2014)

Möglicherweise irgendwann ein Kultfilm. Oder auch nicht.
Kriminalkomödie mit Joaquin Phoenix von Paul Thomas Anderson. 149 Min.
Inhalt: Wenn ein kiffender Detektiv in einer kiffenden Gesellschaft drei Fälle gleichzeitig lösen muss, kann nichts Gutes dabei rauskommen.
Der Film spielt im Sommer 1970 und möchte das Ende der Hippie-Ära darstellen, auch wenn man das vom Film her alleine nicht merken würde. In der Tat spielt der Film die ganze Zeit in verschiedenen Drogenszenen und der etwas flache Humor raubt jeglichen Anflug von Sozialkritik oder philosophischer Tiefe. Nichts desto trotz sind die Schauspieler, allen voran Joaquin Phoenix, großartig und die Atmosphäre des Films ist sehr ergreifend.
Der Plot des Films ist sehr kompliziert. Der Detektiv muss nämlich drei unabhängige Fälle gleichzeitg lösen, deren gemeinsames Thema Drogen und Freie Liebe ist. Aufgrund der zahlreichen Drogeneskapaden des Detektivs verliert man ständig den roten Faden und bei jedem neuen Gespräch braucht es eine Weile, bis man versteht, welcher Fall jetzt gerade weiter untersucht wird.
Fazit: Der Film ist grundsätzlich nicht schlecht, nur sehr lange und kompliziert. Irgendein Koffein sollte man parat haben, bevor man diesen Film anzuschauen beginnt.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Spiel: Pantheon (Hans im Glück)

Von Bernd Brunnhofer (ca. 90 Min.; 2-4 Spieler).
Ein Spiel, das toll sein könnte, aber anscheinend nicht bis zum Ende durchdacht wurde.
Unser Ziel ist es – wie bei jedem Hans-im-Glück-Spiel – viele Punkte auf verschiedenste Weise zu sammeln. Hier ist das zum Glück überschaubar und es gibt keine bösen Überraschungen am Ende.
Beginnen wir mit dem Positiven: Es gibt 6 Epochen und in jeder starten wir mit unserer „Fußlinie“ woanders, es gilt also immer neue Dinge zu berechnen. Auch geht es sehr schnell, denn jeder macht genau eine Sache und schon ist der nächste dran. Spielbedingte Auszeit gibt es fast keine, außer ein Mitspieler muss viel Grübeln, was hier eher selten der Fall ist.
Kommen wir nun zum Negativen: Es gibt sehr viel Zufall im Spiel, fast schon zu viel. Ein Spieler könnte etwa bei Spielbeginn einige Halbgötter bekommen, die bei ihm dann zweimal gewertet werden und ihm viele Punkte bringen. Wenn keine weiteren Halbgötter gezogen werden, haben die anderen Spieler einen klaren Nachteil. Ebenso ist es mit den Götter. Wenn ein Spieler zu Beginn einen mächtigen Gott bekommt und für lange Zeit keiner mehr gezogen wird, hat er einen großen Vorteil.
Nun gut, diese beiden Punkte sind Kleinigkeiten, denn jeder hat die Möglichkeit, sie zu bekommen und bei mehr Spielern wird auch viel mehr gezogen, bei zwei Spielern ist es aber sehr glückslastig.
Der größte Kritikpunkt sind die Karten. Augrund der unbalancierten Kartenverteilung und der sehr teuren Plättchen muss man sehr lange Karten ziehen und in der Hand horten, bis man etwas machen kann. Es ist einfach nur frustrierend, wenn man rundenlang da sitzt und hofft, endlich die richtigen Karten zu bekommen. Dazu kommt noch, dass der Autor dieses Problem anscheinend bemerkt hat, denn es gibt die Regel, dass wenn der Stapel aufgebraucht ist und alle Karten irgendwo auf die Spieler verteilt sind, müssen alle abgegeben und gemischt werden. Es besteht also ganz klar die Möglichkeit, dass sämtliche Karten verteilt sind und niemand etwas machen kann/will, dass das Spiel stecken bleibt. Wie oft das vorkommt, ist eine andere Diskussion, aber dass es geschehen kann, ist schon eine Frechheit.
Fazit: Das Spiel ist nicht schlecht und durchaus nett, hin- und wiedermal zu spielen, aber es sind zu große Fehler in der Balance gemacht worden, um einen Kauf zu empfehlen.

Veröffentlicht unter Gesellschaftsspiele | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Buch: Steele, Allen – Coyote 02 (Coyote Rising)

Was kommt nach der Kolonisierung? Natürlich die Revolution!
Während Steele im ersten Band der Coyote-Serie sehr gut den Aufbruch ins Weltall und die Kolonisierung eines anderen Planeten beschreibt, folgt im zweiten Buch nun die Revolution. Das Regime der Vereinten Westlichen Hemisphäre von der Erde mit dem Prinzip des Sozialen Kollektivismus hat Truppen geschickt, um Coyote zu unterwerfen und auszubeuten. Die ersten Kolonisten sind damit natürlich überhaupt nicht einverstanden und es gibt auch genug Neuankömmlinge, die keine Lust haben, der gleichen Unterdrückung wie auf der Erde ausgesetzt zu sein, weshalb die Rebellen gegen das Regime der Erde immer mehr werden.
Das Buch besteht grob aus zwei Teilen. Im ersten Teil werden verschiedenste Ereignisse aus der Perspektive von Neuankömmlingen von der Erde beschrieben. Hier lässt Steele der Fantasie freien Lauf, was es alles für mögliche Leute gibt, die nach Coyote kommen und was diese erleben. Eine religiöse Sekte mit einem äußerst eigenartigen Anführer oder eine ehemalige Musikerin.
Im zweiten Teil liegt dann der Fokus auf den Hauptcharakteren der Coyote-Serie und ihr Kampf gegen das Regime. Auch dieser wird sehr interessant und spannend beschrieben.
Im Gegensatz zum ersten Band gibt es hier einen Abschluss, keine Handlungsstränge verpflichten den Leser, den nächsten Band zur Hand zu nehmen. Aber Coyote ist groß, beinahe unerforscht, es gibt also noch viel zu erzählen.
Fazit: Ein spannendes Buch mit vielen tollen Ideen.

Veröffentlicht unter Bücher | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Film: Magic in the Moonlight (2014)

Woody Allen verzaubert Südfrankreich.
Romantische Komödie mit Colin Firth und Emma Stone von Woody Allen. 100 Min.
Inhalt: 1928 wird der weltberühmte Illusionist Wei Ling Soo, bzw. der Engländer Stanley (Colin Firth) von einem alten Freund gebeten, in Südfrankreich eine betrügerische Hellseherin (Emma Stone) zu entlarven. Doch dort wird Stanley mit der Frage konfrontiert, ob es doch mehr geben kann, als unser Auge zu sehen vermag. Gibt es reale Magie?
Magic in the Moonlight ist ein netter, lustiger Film, der aber nicht an andere Meisterwerke Woody Allens rankommt. Colin Firth trägt den Film und man merkt hier sehr gut, dass er auf der Bühne aufgewachsen ist und nicht vor der Kamera. Emma Stone ist nett anzuschauen, aber ihre Liebesgeschichte mit Firth mutet aufgrund des eklatanten Altersunterschiedes etwas seltsam an.
Der Film ist aber daher sehenswert, da er sehr gut mit dem Zuschauer spielt: Ist die Hellseherin eine Betrügerin oder etwa doch nicht? Außerdem behandelt der Film auch ein interessantes Thema: Kann ein Mensch nur glücklich sein, wenn er an Dinge glaubt, die er nicht sehen kann, nicht begreifen kann? Etwa Gott? Sind Realisten automatisch Pessimisten und daher unglücklich?
Fazit: Ein netter Film, der den Flair der 20er Jahre sehr gut trägt und einige interessante Fragen aufwirft.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Update: 04.04.2015

Ich mache Ferien! Eine Woche Gardasee und Südtirol sollten mir genug Energien geben, um nächste Woche meinen Blog mit neuen Beiträgen zu füllen. Was könnt ihr da erwarten? Ich habe den zweiten Band der Coyote-Trilogie fertig und vielleicht schaffe ich bis dahin sogar noch den dritten. Mehr habe ich im Moment nicht geplant, aber etwas wird sicher noch dazu kommen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Spiel: Ugo! (Kosmos)

Von Ronald Hoekstra, Thomas Jansen und Patrick Zuidhof (ca. 30 Min.; 2-4 Spieler).
Nettes kleines Stich-Sammel-Spiel.
Wie bei jedem Stichspiel versuchen wir die höhere Zahl in der richtigen Farbe auszulegen, um die ausliegenden Karten zu stechen und somit zu erhalten. Doch gilt es auch zu beachten, dass die Karten dir auch Bauern geben und somit gilt es nicht nur zu stechen, sondern auch darauf zu achten, welche Karte ich dafür verwende oder welche Karte ich passe. Denn nur die Bauern helfen dir, viele Punkte zu bekommen.
Für stichspielgewohnte Spieler wird das Konzept mit den Bauern und der Sammlung von Farben zunächst seltsam anmuten, aber nach einer Runde haben es die meisten verinnerlicht. Das Problem aber ist, dass wenn man eine Runde mies spielt, kann man nur noch aufholen, wenn jeder andere auch mal eine Runde mies spielt, was eher selten der Fall ist.
Fazit: Nettes Spiel für Zwischendurch, bei dem man zunächst unbedingt eine Testrunde spielen muss, um den Clou mit den Bauern zu verstehen.

Veröffentlicht unter Gesellschaftsspiele | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Serie: True Detective – Staffel 1

Großartige Krimi-Serie, die das „goldene Zeitalter der Serien“ auf ein neues Niveau hebt.
Die Serie ist als eine Art Kurzgeschichtensammlung konzipiert, wobei jede Staffel einen anderen Cast und einen anderen Plot präsentiert. Die erste Staffel war schon mal großartig und ich kann kaum auf die zweite und dritte Staffel, die bereits bestellt sind, warten.
Die erste Staffel handelt von zwei Polizisten in Louisiana, die mit einem brutalen Mordfall, bzw. einem Serienmörder konfontiert werden, der sie 17 Jahre lang beschäftigen wird. Spannend von Anfang bis zum Ende.
Zunächst einmal sind Matthew McConaughey und Woody Harrelson zu erwähnen, die die beiden Polizisten verkörpern und dabei eine oscarreife Leistung bieten. Dazu kommt ein spannender Plot, gut geschriebene Charaktere und tolle Bilder. Was will man mehr?
Ich habe lange über den Titel nachgedacht und ich finde, er lügt. Ja, es gibt das Genre „True Detective“, aber da diese Serie reine Fiction ist, kann der Titel nicht darauf hinweisen. Vielleicht meint er ja die realistische Darstellung der beiden Polizisten. Wenn dem so ist, hoffe ich wirklich, dass nicht alle Polizisten in den USA so sind.
Fazit: Ein großartige Serie, die aber nichts für schwache Nerven ist.

Veröffentlicht unter Serien | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Serie: The Leftovers – Staffel 1

Es ist nicht alles Gold, wo HBO drauf steht.
Prämisse: Von einem Moment auf den anderen verschwinden weltweit unzählige Menschen, als hätten sie sich in Luft aufglöst. Die Serie spielt nun drei jahre nach diesem Ereignis und stellt das Leben der Zurückgebliebenen dar, welche sozialen, moralischen und anderen Änderungen es gegeben hat.
Ich war bereits zu Beginn skeptisch, als ich diese Prämisse gelesen habe, gab der Serie jedoch trozdem eine Chance, denn schon oft wurde ich positiv überrascht. Doch diesmal nicht. Ich kann mich mit dem abstrusen Plot nicht anfreunden, genauso wenig mit den Charakteren und die „Folgen“ finde ich auch nur seltsam.
Fazit: Seltsam! Vielleicht kann sich jemand damit anfreunden und es schauen, ich sicher nicht.

Veröffentlicht unter Serien | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Serie: Turn – Staffel 1

Seltsame Darstellung der amerikanischen Revolution.
Die Serie spielt also in den Jahren 1776/77, während der amerikanischen Revolution und folgt den Abenteuern einiger junger Amerikaner, die sich als Spione versuchen.
Abgesehen von den schlechten Schauspielern und der etwas seltsamen, sprich unhistorischen Darstellung der amerikanischen Revolution, ist vor allem die sehr naive Darstellung von Spionage zu kritisieren. Die Serie schafft es nicht, Spannung aufzubauen oder Sympathie für die Charakere zu erschaffen.
Fazit: Langweilig!

Veröffentlicht unter Serien | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Film: Der siebte Sohn (2014)

Miese, langweilige Zeitverschwendung.
Fantasy mit Jeff Bridges und Julianne Moore von Sergei Bodrov. 102 Min.
Inhalt: Ein Geisterjäger braucht einen neuen Schüler, der der siebte Sohn eines siebten Sohns sein muss, um eine böse Hexenkönigin zu besiegen.
Dieser Film ist das beste Beispiel dafür, was passiert, wenn man das Budget in Location und Effekte steckt, dafür aber die Story ignoriert. Na gut, Transformers ist ein besseres Beispiel.
Beginnen wir bei den beiden Top-Schauspielern Jeff Bridges und Julianne Moore, die dieses Projekt anscheinend mehr als Urlaub statt als Arbeit betrachtet haben. Aber ich denke nicht, dass eine gute Performance ihrerseits noch etwas gerettet hätte. Dann ist da noch Ben Barnes, der den Schüler spielt und somit die eigentliche Hauptrolle hat. Eine totale Fehlbesetzung, außer er hat es wie Bridges und Moore gehalten und hätte eigentlich mehr drauf, was ich aber nicht glaube. Da wäre Kit Harington besser gewesen, der den ersten Schüler spielt, der gleich zu Beginn stirbt, weshalb es einen neuen Schüler braucht. Barnes und Harington hätten die Rollen tauschen müssen.
Aber selbst top schauspielerische Leistungen hätten diesen langweiligen und unlogischen Plot nicht mehr retten können. Alles fängt spannend an, dann werden nur unzählige plot-irrelevante Monster getötet und am Ende kommt es zum Endkampf. Wenn die Kämpfe optisch wenigsten gut gewesen wären und die Schauspieler da etwas Charisma reingesteckt hätten, aber ein perfekt computeranimiertes Monster alleine reicht leider nicht.
Fazit: Miese, langweilige Zeitverschwendung.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar