Film: Iceman (2014)

Inkoherentes Kampfkunst-Möchtegern-Epos aus China.
Action-Fantasy mit Donnie Yen von Law Wing-cheung. 104 Min.
Inhalt: Ein paar sich bekämpfende Offiziere der Ming-Dynastie werden zufällig eingefroren (?) und im Hong Kong der Gegenwart wieder aufgetaut, wo sie weiterkämpfen.
Über den abstrusen Plot müssen wir kein Wort verlieren, denn die eigentlichen Probleme liegen ganz woanders. Der Film hat einen extrem inkoherenten Rhythmus. Einmal scheint es ein Actionspektakel zu sein, dann ein Drama, anschließend eine Komödie, manchmal auch ein Thriller. Und das Problem liegt nun darin, dass diese Genres sich sehr abrupt abwechseln. Dazu kommen noch Logik-Fehler und ein sehr seltsamer Humor (Stichwort: Distanz-Pinkeln). Nicht zuletzt handelt es sich hier nur um den ersten Teil mit einem offenen Ende, was einem keiner sagt und was nirgends steht.
Fazit: Finger weg!

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Film: Philomena (2013)

Wunderbar sentimentales, aber auch lustiges Drama über einen dunklen Moment der irischen Geschichte.
Drama mit Judi Dench und Steve Coogan von Stephen Frears. 98 Min.
Inhalt: Im stark religiösen und konservativen Irland ist es nicht gut, unehelich schwanger zu werden, vor allem, wenn man erst 17 Jahre alt ist. Dies ist Philomena passiert, weshalb sie in ein Kloster gesperrt wird und ihr Kind ins beigefügte Waisenhaus. Sie muss zusehen, wir ihr Kind adoptiert wird. Viele Jahrzehnte später beschließt Philomena, bereits im hohen Alter, ihren verlorenen Sohn zu suchen.
Der Film lebt vom Zusammenspiel zwischen Judi Dench (Philomena) und Steve Coogan (Martin Sixsmith, der Reporter, der ihr hilft, den Sohn zu finden), die beide brillieren. Der Plot hat alles, was ein guter Film braucht: tiefe Emotionen, Spannung und einige witzige Momente. Das wichtigste aber ist, dass er auch den Zuschauer zum Denken anregt, vor allem am Ende: Würde man selbst wie Philomena reagieren oder doch wie Martin Sixsmith?
Fazit: Ein kleines Meisterwerk, das ich jedem ans Herz lege.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Update: 22.03.2015

Hallo meine Lieben!
Leider gehen sich dieses Wochenende keine Beiträge aus, ich hoffe aber, sie im Laufe der nächsten Woche nachholen zu können. Auf was dürft ihr euch freuen? Zunächst einmal auf den chinesischen Film „Iceman“ und ebenso auf den wunderbaren britischen Film „Philomena“. Die beiden Serien „The Leftovers“ und „Turn“ gibt es auch noch und vielleicht schaffe ich es sogar, den zweiten Teil der Coyote-Trilogie zu beenden.
Der Grund, warum ich dieses Wochenende keine Zeit habe, sind Spiele. Ich hoffe also, euch in den nächsten Wochen jede Menge neuer Spiele präsentieren zu können.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Buch: Steele, Allen – Coyote 01 (Coyote)

Ein großartiges Buch über den nächsten Schritt der Menschheit: Die Kolonisierung des Weltalls.
Dieses Buch bildet den Auftakt einer Trilogie und ich empfehle, die Folgebücher parat zu haben, denn das Ende ist offen und man will sofort weiter lesen.
Zunächst wird die Situation auf der Erde beschrieben: Politische Umwälzungen haben zu einem despotischem Regime in den USA geführt, das einen bewohnbaren Mond (Coyote) in einem anderen Sonnensystem entdeckt hat und beschlossen hat, diesen zu kolonisieren. Einige Intelektuelle, bzw. Dissidenten, sind jedoch nicht damit einverstanden, dieses Regime auf diesen Mond zu exportieren, weshalb sie das Raumschiff stehlen und selbst dorthin fliegen.
Im zweiten Teil werden die Probleme beschrieben, die während eines 400-Jahre-langen Fluges entstehen können. Zum Glück kann man so lange schlafen.
Der dritte und letzte Teil behandelt die Landung auf dem Mond und die Kolonisierung dessen, wobei dieser Abschnitt sehr stark an die ersten europäischen Siedler in Nordamerika erinnert. Welche Gefahren gibt es, wie kommt man zurecht, welche Herausforderungen gilt es zu überwinden.
Die drei Teile lesen sich beinahe wie eigenständige Bücher und sind jeweils sehr spannend und interessant gehalten.
Am Ende kommt dann natürlich noch der Appetitanreger für den zweiten Band: Während der 400 Jahre, die die Kolonisten geschlafen haben, hat die Erde natürlich nicht geschlafen. Neue politische Systeme sind entstanden und natürlich auch neue Technologien. Die Raumschiffe brauchen jetzt nicht mehr 400, sondern nur noch 50 Jahre, um den Mond Coyote zu erreichen. Absolut faszinierend.
Fazit: Ein MUSS für Sci-Fi-Fans

Veröffentlicht unter Bücher | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 4 Kommentare

Spiel: Dr. McNinja’s Legendary Showdown (Killer Robot Games)

Von Blake Hansen (ca. 30 Min.; 2-7 Spieler).
Aberwitzige, aber leider nicht ganz fulminante Schlägerei.
Jeder Spieler hat eine Reihe von Charakteren, die sich gegenseitig bekämpfen und der Letzte, dessen Charaktere noch leben, ist der Sieger. Immer die vordersten Charaktere einer Reihe kämpfen gegeneinander und diese gilt es entsprechend mit Waffen, Boni und anderen Zusätzen auszustatten, damit sie stärker werden. Aber Achtung, andere Spieler können auch Dinge auf deine Charaktere legen oder gar die Reihenfolge deiner Charaktere verändern. Welcher Charakter also jede Runde gewinnt, kann durchaus eine Überraschung sein. Das, gemeinsam mit den lustigen Karten, ergibt eine angenehme, unterhaltsame Atmosphäre.
Doch leider ziehen sich die Runden teilweise endlos, denn startegische Spieler legen nicht all ihre Karten auf einmal, sondern erst eine, dann schauen sie, was die anderen machen, dann die nächste usw. Daher kann man leider nicht von fulminanten Kämpfen sprechen, da sie eben teilweise langatmig sind.
Dazu kommt noch ein Spielelement, das mir überhaupt nicht gefällt: Ein Spieler kann relativ schnell all seine Charaktere verlieren und ausscheiden, doch die anderen spielen weiter, denn es gewinnt ja, wer als letzes übrig bleibt.
Fazit: Freunde von lustigen Bildern und Hau-Drauf-Mechanismen werden hiermit eine große Freude haben.

Veröffentlicht unter Gesellschaftsspiele | Verschlagwortet mit , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Serie: The Honourable Woman (Miniserie – 8 Folgen – fertig)

Großartige Serie über den Israel-Palästina-Konflikt.
Das zentrale Element der Serie ist Nessa Stein (die großartige Maggie Gyllenhaal), Chefin eines ehemaligen Rüstungskonzernes, die mit allen Mitteln versucht, so neutral und unbefangen wir möglich zu bleiben, ehrenhaft eben. Ihr Ziel ist es, Palästina aufzubauen, es an Israel anzunähern und dadurch Frieden zu schaffen. Ein lobenswerter Gedanke, der auch funktionieren würde, wenn nicht jeder Geheimdienst (CIA, MI6, Mossad) sich ständig einmischen würde und Nessa Stein es somit kaum möglich ist, unbefangen zu bleiben. Ihre Sache wird noch schwerer, weil sie selbst Geheimnisse mit sich trägt. Aus all diesen Elementen ergibt sich ein Hexenkessel, der nur darauf wartet, zu explodieren.
Eine absoult fantastische Serie, die mir sehr gut gefällt. Besonders lobenswert ist die Tatsache, dass die Serie nicht auf die heute so moderne Anti-Israel-Polemik eingeht, sondern versucht, eine Balance zwischen den verschiedenen Spielern aufzubauen.
Fazit: Wer sich für Politik interessiert und Geheimdienst-Verschwörungskonstruktionen spannend findet, muss diese Serie schauen.

Veröffentlicht unter Serien | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Film: Rosewater (2014)

Wahre Geschichte über die Gefangennahme eines iranischen Journalisten im Iran.
Drama mit Gael García Bernal von Jon Stewart. 103 Min.
Inhalt (wahre Begebenheiten): Der iranische Journalist Maziar Bahari wird von Jason Jones für die US-Comedy-Show The Daily Show interviewt, wobei sich Jones als CIA-Agent ausgibt. Bahari erklärt in diesem Interview, dass die Amerikaner und Iraner mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede haben. Dann wird Bahari gefangen genommen, wobei die Begründung darin liegt, dass er mit dem CIA (Jason Jones) verkehrt. Aber eigentlich will die iranische Regierung, dass Bahari, dessen Gesicht durch dieses Interview bekannt geworden ist, öffentlich erklärt, ein CIA-Agent zu sein und dass der CIA hinter allem steckt, was dem iranischen Regime nicht gefällt. Die Folge ist ein monatelanges Martyrium im Gefängnis, bis Politiker weltweit sich für seine Freilassung einsetzen, nicht zuletzt Hillary Clinton wegen dem Druck mehrerer amerikanischer Reporter, die wiederum Freunde von Jon Stewart, dem Moderator der Daily Show, sind.
Aber auch wenn man kein Fan der Daily Show ist und somit diese ganze Geschichte damals nicht mitverfolgt hat, ist der Film dennoch interessant. Denn er ist sehr gut gemacht, sowohl technisch als auch schauspielerisch, und behandelt ein sehr wichtiges Thema: die regelmäßige Gefangennahme von regimekritischen Journalisten und deren Qualen.
Fazit: Absolut sehenswert.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Film: Three Days to Kill (2014)

Lustig-gemütliche Abendunterhaltung mit netten Actionszenen.
Action-Thriller mit Kevin Costner von Joseph McGinty Nichol. 123 Min.
Inhalt: Ein CIA-Agent, für den nur die Arbeit zählt, erfährt, dass er krank ist und sterben wird. Somit beschließt er vor seinem Ableben noch mit seiner Tochter und seiner Ex-Frau etwas Zeit zu verbringen. Doch ein CIA-Agent hat nicht mal kurz vor seinem Tod seine Ruhe, erst recht nicht, wenn die Chance auf ein Heilmittel winkt. Dumm nur, dass er sich mit seiner Familie plötzlich super versteht und das wegen der CIA nicht wieder verlieren möchte.
Der Film ist eine Achterbahnfahrt der Emotionen. Zu Beginn denkst du, einen knallharten Agentenfilm vor dir zu haben, dann kommt die Hiobsbotschaft für den Agenten und du meinst, ein Drama vor dir zu haben. Doch als der Agent versucht, mit seiner Tochter eine Beziehung aufzubauen, sind wir in einer Komödie. Von da an wechseln sich diese drei Genres in dem Film ständig ab.
Ich persönlich finde die Action gut und die Witze lustig, nur der Plot mit der Krankheit und dem Heilmittel ist etwas abstrus, aber halt Mittel zum Zweck, also durchaus akzeptabel. Kevin Costner spielt auch sehr gut und somit ist Three Days to Kill eine empfehlenswerte Abendunterhaltung.
Fazit: Geld für ein Kinoticket ist der Film nicht unebdingt wert, aber am Abend im Fernsehen kann der allemal laufen.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Spiel: Tal der Könige (Pegasus)

Von Tom Cleaver (ca. 45 Min.; 2-4 Spieler).
Gemütliches Deckbauspiel ohne Tiefe.
Standardmäßig kaufen wir die Karten aus der Mitte und versuchen damit unser Deck zu vergrößern. Der Clou an der Sache ist aber, dass der gewinnt, wer die meisten Schätz aus seinem Deck wieder entfernt und ins Museum (?) bringt, wo sie erst Punkte bringen. Es bringt also nichts, einfach ständig einzukaufen, sondern sollte man nicht vergessen, auch regelmäßig Karten abzugeben. Da das Abgeben jedoch keine Alternative zum Einkauf ist, sondern eine zusätzliche Aktion, darf man es halt einfach nicht vergessen.
Die meisten Karten haben Sonderfunktionen, die aber großteils sinnlos sind. Da dies so ist, vergisst man häufig, dass es auch Sonderfunktionen gibt, die durchaus Sinn machen, nämlich jene, die es dir erlauben, mehr Karten aus deinem Deck abzugeben.
Fazit: Das Verhältnis von Komplexität und Länge passt nicht. Es ist zu einfach und uninteressant, um es als „füllendes“ Spiel mit in eine Runde zu nehmen, und als Spiel für Zwischendurch dauert es zu lange.

Veröffentlicht unter Gesellschaftsspiele | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Spiel: Mage Wars (Pegasus)

Von Bryan Pope und Benjamin Pope (ca. 45-90 Min.; 2 oder 4 [Team] Spieler).
Ein tolles Strategiespiel, das leider viel zu lang geht.
Die Spieler sind Magier und treten in einer Arena gegeneinander an. Wer als erstes all sein Leben aufgebraucht hat, ist Tod und hat verloren. Normalerweise treten zwei Magier gegeneinander an, aber es können auch vier spielen, dann bilden zwei jedoch immer ein Team (wichtig zu wissen, um gewisse Sonderfunktionen zu verstehen).
Warum gefällt mir das Spiel so gut: Das Zauberbuch ist super. Ich bin nämlich nicht auf den Zufall meines Decks angewiesen, welche Karten ich spielen kann, sondern kann in jeder Runde zwei beliebige Zauber aus meinem Buch wählen. Dazu kommt noch, dass du deine Kreaturen auf dem Spielfeld strategisch bewegen musst, es also nicht nur ein blindes Kartenlegen ist.
Was finde ich negativ: Die Spielanleitung könnte eindeutig besser sein. Vor allem die Unterteilung zwischen Anfänger- und Fortgeschrittenen-Regeln ist ziemlich missglückt. Viel Verwirrung ist zu Beginn also vorprogrammiert, da im Anfängerbereich Regeln beschrieben werden, die Karten betreffen, die nicht in den Anfängerzauberbüchern vorhanden sind.
Das größte Manko ist für mich aber der Zeitaspekt. Die 45-90 Minuten auf der Schachtel sind die absolute Untergrenze eines Spiels. Natürlich, wenn du nach zwei Stunden einen Kamikaze-Angriff startest, könnte sich diese Zeit schon ausgehen, aber ansonsten kann man schon mal bis zu vier Stunden, wenn nicht noch länger, da sitzen. Eventuell könnte man mit weniger Lebenspunkten als vorgegeben starten, um kürzer zu spielen.
Und dann sei noch das Wörtchen „intuitiv“ genannt. Ganz zu Beginn der Regeln steht, dass das Spiel vollkommen intuitiv zu spielen sei. Nun, vielleicht geht es nur mir so, aber davon hätte ich nichts gemerkt.
Fazit: Wer ein strategisches Spiel mit Kreaturen-Beschwören und Zaubersprüche-Schleudern mag, ist hier sehr gut aufgehoben, sofern er genug Zeit hat UND jemand findet, der ebenfalls genug Zeit hat. Ich persönlich freue mich schon auf die nächste Partie und bin schon gespannt, wie es ist, ein eigenes Zauberbuch zu basteln. Wenn ich nur jemand finde, der Zeit hat…

Veröffentlicht unter Gesellschaftsspiele | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 1 Kommentar