Buch: Wells, Martha – Tagebuch eines Killerbots

Nicht was ich erwartet hatte und gerade deshalb so toll.
Inhalt: In der fernen Zukunft hat sich die Menschheit in der gesamten Galaxis ausgebreitet. Interstellare Megakonzerne haben mithilfe von seelenlosen Kampfrobotern alles unter ihre Kontrolle gebracht. Einer dieser Bots wurde nun ausgemustert und soll ein Team von Wissenschaftlern auf ihren gefährlichen Missionen beschützen. Also ein denkbar schlechter Zeitpunkt für den Bot, um ein eigenes Bewusstsein zu erlangen und über die eigene Rolle im Universum nachzudenken.
Vorweg sei erwähnt, dass das hier ein Sammelband ist. Im Original wurden vier kleine Büchlein veröffentlicht, die hier nun in einem einzigen Band zusammengefasst wurden, was ich extra lobend hervorheben möchte. Jede Geschichte ist in sich geschlossen und ca. 150 Seiten lang, man kann das Buch also angenehm zur Seite legen und ein paar Tage pausieren, was man aber sicher nicht möchte, denn es ist sehr gut geschrieben, absolut fesselnd und außerdem gibt es eine rote Linie, die sich durch die vier Geschichten zieht, ein übergreifender Handlungsstrang, dem man eigentlich schon ohne Unterbrechung folgen möchte.
Bevor ich das Buch zur Hand genommen habe, war ich etwas skeptisch, denn der Plot hat in mir eine bestimmte Erwartungshaltung hervorgerufen und mit Grausen habe ich mich an Robo Sapiens zurückerinnert. Aber ich bin so froh, dass ich mich dennoch dazu durchgerungen habe, denn die Darstellung des freidrehenden Roboters ist erfrischend anders. Normalerweise gibt es in all den gleichartigen Geschichten nur zwei Möglichkeiten, wenn Roboter ein eigenes Bewusstsein erlangen: entweder sie werden absolut böse oder sie fallen in philosophische Sinnkrisen. Nicht aber hier. Die Autorin hat eine sehr schöne Alternative gefunden.
Untermalt wird das Ganze von einem subtilen Humor, der mit dem spannenden Plot und den interessanten Charakteren für eine tolle Unterhaltung sorgt. Auch das erschaffene Universum ist gut durchdacht und wäre ein toller Hintergrund für noch weitere Geschichten.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Tagebuch eines Killerbots
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