Serie: Marco Polo – Staffel 1

Nachdem HBO mit Game of Thrones vorgelegt hat und Starz mit Black Sails nachgesetzt hat, zieht jetzt auch Netflix mit Marco Polo mit.
Was haben diese drei Serien gemeinsam: Die Intros sind jeweils ein Meisterwerk für sich; sehr hohe Produktionsqualität (Kostüme, Requisiten, Drehorte); Sex (Black Sails viel weniger als Game of Thrones, Marco Polo wieder ein bisschen mehr); Intrigen über Intrigen über Intrigen.
Marco Polo ist ein Weltenbummler, der die einzigartige Gabe hat, Dinge zu sehen und diese danach auf eine ganz eigene Art zu präsentieren. Dies hat den großen Khan sehr beeindruckt, weshalb er Marco Polo als Gesandten durch sein Reich geschickt hat, um Dinge anzuschauen und davon zu berichten. Auf dieser historischen Prämisse basiert die Serie Marco Polo. Dass von da an jede Menge künstlerische Freiheiten genommen worden sind, um eine spannenden Geschichte zu erzählen, sei verziehen, da das Leben der Nomaden, der Mongolen und der damaligen Chinesen erstaunlich detailliert und präzise dargestellt wird. Nicht zuletzt, weil der Großteil in Kasachstan gefilmt wurde und somit Experten vor Ort ordentlichen Einfluss nehmen konnten.
Die einzige Kritik, die ich zu dieser Serie bisher gelesen habe, lautet: „Die Serie ist nicht spannend, weil eh jeder weiß, dass Marco Polo überleben und nach Italien zurückkehren wird.“ – Wenn ich so etwas lese, kann ich nur den Kopf schütteln. Bevor du so einen Blödsinn von dir gibst, sag halt, dass dir historische Filme nicht gefallen, denn die haben alle das gleiche Problem. Diesem Zitat aber muss ich weiter dagegenhalten, dass die Serie sich nicht nur um Marco Polo dreht, sondern um viel mehr Charaktere, und bei denen weiß man nicht, was passieren wird. Außerdem ist es nicht so sehr die Spannung, ob Marco Polo überleben wird, was die Serie am Leben erhält, sondern das Interesse an der fremden Kultur, die er kennenlernt. Aber wenn man kein Interesse hat, über den europäischen Rand zu blicken, dann kann man wohl mit der Serie nichts anfangen.
Zu all diesen tollen Dingen kommt aber noch dazu, dass in dieser Serie regelmäßig fantastische Kampfsport-Einlagen in bester chinesischer Tradition vorkommen. Für mich als Fan solcher Filme ist das natürlich noch die Kirsche auf dem Sahnehäubchen.
Fazit: Eine optisch sehr schöne und historisch sehr interessante Serie, die durch zahlreiche Intrigen spannend bleibt.

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Update: Oscars 2015

Zu meinem Entsetzen habe ich die Nominierungen für die diesjähirgen Oscars durchgelesen und festgestellt, dass ich fast keinen davon gesehen habe! Nur Boyhood (fantastisch, absolut sehenswert) und Grand Budapest Hotel (auch ein toller, sehenswerter Film, aber für mich nicht so gut wie andere Filme von Wes Anderson). Die letzten Jahre hatte ich es immer geschafft, zu diesem Zeitpunkt bereits über die Hälfte gesehen zu haben. Na gut, dann habe ich jetzt ein volles Programm bis zum 22.02.2015.
Was mich aber sehr ärgert sind zwei Dinge:
1) Lego-Movie wurde nicht einmal nominiert, aber Baymax – Riesiges Robowabohu (Big Hero 6), Boxtrolls und Drachenzähmen leicht gemacht 2 schon?! Was ist denen da eingefallen?!
2) Jake Gyllenhaal wurde für seine Performance in Nightcrawler nicht als bester Hauptdarsteller nominiert?! Aber Benedict Cumberbatch?!

So ist es also… Über Sinn und Unsinn von solchen Preisen werde ich mich ein anderes Mal auslassen. Jetzt stehen jede Menge oscarnominierte Filme auf dem Programm, die ich demnächst sehen werde.

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Gedankensprung: Mein Herz für sowjetische Komödien

Ich habe mich schon immer bemüht, Filme und Serien aus allen Teilen der Erde zu konsumieren. Denn man verpasst einfach so viele geniale Werke, wenn man sich nur auf Hollywood konzentriert, etwa die Polizeifilme aus Hong Kong, die Horrorfilme aus Japan oder die Martial-Arts-Filme aus Thailand und noch vieles mehr. Russland aber war immer ein blinder Fleck auf meiner Landkarte, von denen es leider noch zu viele gibt.
Vor etwas über einem Jahr habe ich dann begonnen, öfters auch russische Filme zu schauen, wobei ich leider die Erkenntnis gewonnen habe, dass die modernen Werke von dort sich sehr stark an amerikanischen und westeuropäischen Vorbildern orientieren.
Anders aber verhält es sich, wenn man ein bisschen in die Vergangenheit reist, also in die sowjetische Filmewelt der 60er, 70er und 80er. Es gibt aus dieser Zeit zahlreiche geniale seriöse Filme, mit denen ich mich aber noch nicht beschäftigt habe. Nein, ich habe die Komödien aus dieser Zeit verschlungen.
Eine der besten sowjetischen Komödien, die ich in letzter Zeit gesehen habe, ist Ivan Vasilevich menyaet professiyu – Ivan Vasilievich wechselt den Beruf, in der ein Wissenschaftler eine Zeitmaschine baut und mit Zar Ivan dem Schrecklichen Platz tauscht. Das führt natürlich zu zahlreichen chaotischen Momenten für den Wissenschaftler in der Vergangenheit und dem Zar in der Gegenwart.
Allgemein finde ich Aleksandr Demyanenko sehr witzig, der in einer Reihe von Komödien und auch in vielen slapstick sketches mitspielt. Am besten in Erinnerung sind mir die beiden geblieben, in welchen er einmal versucht auf einer Baustelle zu arbeiten und dabei ständig einem gewalttätigen Mitarbeiter davonlaufen muss, und im anderen als Ersatzwachmann mit Einbrechern konfrontiert wird.
Fazit: Lasst euch nicht abschrecken, sondern greift getrost zu, wenn ihr so eine Komödie mal in die Hände bekommen solltet. Natürlich ist nicht alles gut, was es da gibt, aber wo ist schon alles Gold, was glänzt? Sicher nicht in Hollywood.

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Buch: Murakami, Haruki – Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

Ein enttäuschender Murakami.
Leider haben all die Stimmen, die ich vernommen habe, recht behalten: die neueren Bücher Murakamis haben nicht mehr die Qualität wie seine früheren Werke.
Warum heißt das Buch „Pilgerjahre“, wenn die Pilgerschaft selbst gerade mal zwei oder drei Monate andauert? Aber okay, da kann man drüber hinweg blicken. Aus der Kombination dieses Titels und dem Klappentext und der Tatsache, dass Murakami der Autor ist, habe ich etwas anderes erwartet. Wenn ich doch wenigstens positiv überrascht worden wäre.
Herr Tazaki also lernt eine Frau kennen, die aber will, dass er zuerst seine Emotionen und seelischen Wunden in Ordnung bringt. Seine größte Wunde, die er mit sich trägt, ist die Tatsache, dass seine besten Freunde ihn damals kommentarlos verstoßen haben. So macht er sich auf die Reise, die gar nicht so lange dauert, um mit jedem ein klärendes Gespräch zu führen.
Ich habe die Idee genial gefunden, dass jeder Mensch sozusagen eine Farbe hat/ist, Herr Tazaki aber nicht. Er ist leidenschaftslos und interessiert sich wortwörtlich nur für Bahnhöfe. Leider ist im Buch viel zu wenig auf dieses Spiel der Farben eingegangen worden. Und auch die Begründung, weshalb er ausgestoßen wurde, war sehr seltsam, aber nicht Murakami-genial-seltsam, sondern ich-habe-keine-andere-Idee-seltsam.
Fazit: Wer Murakami noch nicht kennt, sollte zu seinen früheren Werken greifen. Wer diese schon kennt, kann durchaus zu diesem greifen, sollte aber vorsichtig sein mit seinen Erwartungen.

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Buch: Robinson, Kim Stanley – 2312

Das faszinierendste und gleichzeitig langweiligste Buch, das ich je gelesen habe.
2312 zeichnet das Bild, wie sich der Autor unser Sonnensystem im Jahre 2312 vorstellt, also mit einem desaströsen Klimawandel auf der Erde, Kolonisierung der Planeten und verschiedenen Monde, etc. … Und das ist der faszinierende Teil. Denn einerseits übernimmt Robinson konkret existierende Modelle und Pläne, andererseits lässt er auch vielerorts seiner eigenen Fantasie freien Lauf. Was hat eine Kolonisierung des Weltalls für politische und psychologische Folgen? Welche Technologien werden benötigt? Wie funktioniert Terraforming und welche Auswirkungen hat das? Wichtige Fragen – Interessante Antworten. Und in dieser Hinsicht ist das Buch wirklich toll zu lesen.
Aber dann kommt der negative Teil. Der Plot ist extrem langweilig. Man merkt hier einfach, wie der Autor ein fantastisches Zukunfts-Szenario erschaffen hat und dafür sehr viel und sehr gut recherchiert hat, aber leider nicht imstande ist, eine spannende Geschichte zu erzählen.
Fazit: Das Buch sei jedem empfohlen, der sich für Raumfahrt und zukünftige Technologien interessiert. Wenn jemand aber eine spannende Geschichte mit interessanten Charakteren lesen möchte, dann ist er hier fehl am Platz.

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Spiel: Coup (Heidelberger Spieleverlag)

Von Rikki Tahta (ca. 15 Min.; 2-6 Spieler).
Eine Mischung aus Love Letter und Werwolf mit einem sehr anfälligen Mechanismus.
Wie bei Werwolf geht es darum, andere anzuklagen und als einziger zu überleben. Wie bei Love Letter hat man immer zwei Karten, die bestimmte Funktionen haben. In meiner Runde kann ich nun eine beliebige Aktion ausführen. Wenn die anderen mir glauben, dass ich den entsprechenden Charakter habe, ist gut, wenn nicht, dürfen sie mich anklagen. Habe ich ihn nun wirklich, verliert der Ankläger eine Karte (ein Leben), habe ich ihn nicht, verliere ich eine Karte.
So weit, so gut. Wenn man dies aber mit einer Runde spielt, wo jeder auf Nummer sicher geht und nur seinen Charakter spielt und keiner traut sich, anzuklagen, bleibt nur übrig, die anderen mit entsprechenden Aktionen zu ermorden. Das Spiel ist nicht schlecht, entfaltet seinen Flair aber nur in einer Runde, wo jeder weiß, dass jeder durchaus bereit ist zu bluffen.
Fazit: Tolles Spiel, aber nicht für alle.

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Spiel: Augustus (Hurrican)

Von Paolo Mori (ca. 30 Min.; 2-6 Spieler).
Bingo mit einem Thema. Und dennoch super. Ave Caesar!
Anstatt Zahlen, ziehen wir Symbole aus einem Säckchen. Vor uns liegen immer drei Karten und sobald wir von einem sämtliche Symbole haben, rufen wir – nicht Bingo – sondern Ave Caesar!
Diese Karten bringen uns Punkte und Sonderfunktionen und daher liegt die Taktik darin, sich zu überlegen, auf welcher Karte ich das gezogene Symbol ausfülle.
Fazit: Tolles Spiel für Zwischendurch. Ave Caesar!

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Spiel: Chronos Conquest (Witty Editions)

Von Guillaume Aubrun (ca. 5 Min.; 3-6 Spieler).
Großartiges Spiel, das ein Genre für sich selbst darstellt.
Ich habe noch nie ein Spiel mit so einem Mechanismus gesehen und es ist einfach genial. Es geht eigentlich ganz einfach darum, Karten zu sammeln und damit auf Punkte zu kommen. Alle spielen gleichzeitig und versuchen als erstes, die offen ausliegenden Karten zu ergattern. Doch so einfach ist das nicht. Denn du musst deine Sanduhr auf die Karte setzen, die du haben möchtest. Erst, wenn die Zeit abgelaufen ist, darfst du die Karte auch nehmen, wenn sie da noch frei ist und keine zweite Sanduhr mittlerweile dort steht. Und ja, in 5 Minuten ist es fertig.
Fazit: Fantastisches Spiel, das absolut dazu einlädt, mehrere Runden hintereinander zu machen.

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Spiel: 12 Realms (MAGE Company)

Von Ignazio Corrao (ca. 90 Min.; 1-6 Spieler).
Unspannendes, kooperatives Solospiel.
Dieses Spiel ergibt keinen Sinn, macht keinen Spaß und bietet keine Spannung.
Eure Helden bewegen sich duch die 12 Reiche (wo sind da 12?) und müssen diese von dem Bösen befreien. Es ist sehr einfach, die einzelnen Monster zu töten. Absprache ist dafür keine nötig. Doch du solltest sie eigentlich nicht töten, da sonst der Endgegner nicht kommt. Hä? Aber gut, du tötest sie problemlos und rüstest dich dabei auf. Dann wartest du einige Runden, in denen du nichts tust, bis der Endgegner kommt, den du dann problemlos, da du ja ordentlich aufgerüstet bist, besiegst.
Nein, nur weil man ein Brett hat, auf dem man Figuren bewegen kann, heißt das nicht, dass man ein Spiel hat. Denn ein Spiel sollte ein Ziel haben, das zu erreichen eine Herausforderung sein sollte. Das ist, als würde ich Mensch ärgere dich nicht spielen, ohne die anderen vom Feld zu werfen, oder Monopoly, ohne Miete zu zahlen.
Fazit: Das ist kein Spiel!!!

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Gedankensprung: Das Spielejahr 2014

Es war schon immer unmöglich, sämtliche Spiele-Neuheiten auszuprobieren, die so erscheinen, aber 2014 sind so viele neue Spiele auf den Mark gekommen, wie noch nie, dass sogar die ehrgeizigsten unter uns es aufgegeben haben.
Was hat sich nun generell im Jahr 2014 auf dem Spielemarkt getan? Zunächst einmal wurde er größer und ich bin mir sicher, dass 2015 noch einmal mehr Spiele kommen werden. Aber danach? Wird der Markt dann weiter wachsen oder irgendwann implodieren, weil es einfach zu viel Angebot gibt? Wir werden sehen.
Hat 2014 uns neue Mechanismen gebracht? Durchaus! Einmal wurden Smartphones in Brettspiele eingebunden und dieser Bereich wird in den nächsten Jahren sicher noch einen großen Wachstum verzeichnen. Und daneben erschienen heuer auch viele Bag-Builder-Spiele. Während du beim bekannten Card-Building dein eigenes Kartendeck zusammenstellt, hast du beim Bag-Building ein Stoffsäckchen, in welches du Marker reinwirfst. Jede Runde ziehst du blind einen und dessen Aktion darfst du dann ausführen. Zu diesem Mechanismus habe ich nicht so viel Enthusiasmus vernommen und ich denke auch nicht, dass noch viele Spiele damit erscheinen werden. Im Gegenteil denke ich, dass 2015 das Jahr der Dice-Builder-Spiele sein wird.
Kommen wir aber konkret zu den Spielen des Jahres 2015. Mein absolutes Lieblingsspiel des Jahres ist „Five Tribes“. Am meisten gefreut habe ich mich aber, dass „Blue Moon“ neu erschienen ist. Dicht hinter „Five Tribes“ befindet sich „Deus“.
Es gibt aber eine Reihe von Spielen, die ich noch nicht probiert habe, aber unbedingt möchte: „Star Wars – Imperial Assault“ (soll super genial sein) / „Dead of Winter“ (Innovativer Mechanismus; Nachfolger von „Schatten über Camelot“ und „Battlestar Galactica“) / „Abyss“ (Ein grafisches Meisterwerk).
Wie bereits an einer anderen Stelle erwähnt, finde ich es persönlich sehr schade, dass immer neue Spiele erscheinen und man kaum Zeit findet, alte und gute Spiele öfters zu spielen. Auch wenn ich die drei erwähnten Spiele ungemein gern spielen möchte, würde ich mich auch freuen „Five Tribes“, „Terra Mystica“ oder einfach nur „Carcassonne“ wieder zu spielen.
Fazit: Spielt, wann immer es geht, denn wer weiß, wann ein neues Spiel erscheint.

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