Gedankensprung: Über die Kunst eine positive Rezension zu schreiben

Den meisten Verfassern von Rezensionen wird aufgefallen sein, dass es sehr einfach ist negativ über etwas zu schreiben, aber unheimlich schwer etwas positives zu verfassen. Was ja eigentlich auch ganz normal ist. Wenn mir ein Buch nicht gefällt, weiß ich genau, warum es mir nicht gefällt und kann diese Dinge auch nennen. Negative Elemente stören einfach, bleiben einem intensiver im Gedächtnis und dann ist die Rezension der ideale Platz sich darüber auszulassen. Und die meisten Rezensenten starten dieses Hobby ja auch, weil sie das Bedürfnis haben, ihren Frust über bestimmte Filme oder Serien abzubauen und die Hoffnung haben, damit andere zu warnen.
Und dann kommen Filme daher, die gar nicht schlecht sind, die einem eigentlich gefallen und durchaus empfehlenswert sind. Sehr oft steht man dann jedoch da und fragt sich, warum es einem gefallen hat. Sätze wie „die Schauspieler waren großartig“, „die Action ist toll“ oder „die Effekte sind sehr gut“ hängen mir langsam beim Hals raus, aber ich weiß ehrlich nicht, welch anderen Formulierungen es für positive Rezensionen gibt. Die Superlative möchte man sich für ganz spezielle Bücher oder Spiele aufhalten, wodurch nur Ausdrücke wie „gut“, „toll“ und „solide“ übrigbleiben.
Mir ist das letztens aufgefallen, als ich vier Kritiken hintereinander verfasst habe, die Werke allesamt weder überragend noch schlecht, sondern gut. Nachdem dann diese vier Beiträge ziemlich ähnlich aussahen, war ich total unzufrieden mit mir und habe lange darüber nachgedacht, wie man in solchen Situationen Varianz reinbringen kann. Aber am Ende des Tages ist ein Buch halt gut und vier andere sind auch gut.
Mir ist dann die berühmte Anekdote von dem Schriftsteller eingefallen, der gebeten wurde eine Glückwunschkarte zu schreiben, weil ein Schriftsteller ja etwas hervorragendes zustande bringen müsste. Nach etlichen Stunden überbrachte er die Karte und da stand dann lediglich „Alles Gute“ drauf. Ja, manchmal gibt es einfach nicht mehr zu sagen.

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Spiel: 7 Wonders Duel – Pantheon Erweiterung (REPOS Production)

Ein toller Zusatz für ein tolles Spiel.
Von Antoine Bauza und Bruno Cathala (ca. 30-45 Min.; 2 Spieler).
Im Gegensatz zur Targi-Erweiterung handelt es sich hier wirklich um eine Erweiterung. Das Grundspiel bleibt dasselbe, nur kommen durch die Götterkarten neue interessante Optionen hinzu. Was mir besonders gefällt, ist, dass diese Götter nicht zu mächtig sind. Sie sind eine nette Alternative zum normalen Zug, doch wenn man sie nicht verwendet, ist dies kein entscheidender Nachteil. Vor allem wenn man Mal keine Karte nehmen möchte, kann man zu den Göttern greifen und dem Gegner das Nehmen der Karte überlassen.
Die Großtempel-Karten finde ich hingegen nicht so toll, da haben mir die Gildenkarten besser gefallen. Ich muss mir noch gut überlegen, mit welchen der beiden ich dann konkret spielen möchte. Aber die sind nur ein kleines Detail dieser Erweiterung, das nicht weiter wichtig ist.
Ebenfalls bekommt man mit dieser Erweiterung zwei neue Weltwunder und einen neuen Wertungsblock.
Fazit: Pantheon bereichert das Spiel ohne es zu verändern. Genau das, was man von einer Erweiterung erwartet.

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Buch: Corey, James S. A. – Babylon’s Ashes (The Expanse 6)

Der vielleicht beste Band der Expanse-Reihe bisher.
Inhalt: Nach den katastrophalen Umwälzungen im Sonnensystem in Band 5 ist nun ein offener Krieg ausgebrochen, in welchem jeder gegen jeden kämpft und neue Allianzen geschmiedet werden.
Das Tolle an der Expanse-Reihe ist, dass wirklich jeder Band ganz anders ist. Auch hier wieder haben wir eine ganz neue Art von Plot. Ebenfalls neu sind die unzähligen Charaktere, aus deren Blickwinkeln die Geschichte erzählt wird. Normalerweise sind es immer 3 neue mit Captain Holden als roten Faden, doch hier werden ganz viele aufgeführt. Aber es sind allesamt Charaktere, die wir bereits kennengelernt haben, weshalb es gar kein Problem ist, da hineingeworfen zu werden, im Gegenteil ist toll alle wieder zu treffen.
Der fünfte Band war das erste Buch der Reihe, das keinen Abschluss hatte und das hat mich ziemlich geärgert, doch Babylon’s Ashes entschädigt dafür vollends und bietet auch einen guten Abschluss. Das ist ein weiterer Aspekt, der mir bei Expanse immer so gut gefällt: Das Ende wird nie künstlich in die Länge gezogen. Wenn die Geschichte zu Ende ist, ist sie zu Ende, keine plötzlichen Hindernisse oder Probleme, die nur da sind, um Seiten zu gewinnen.
In diesem Band ist auch immer sehr gut ausgeführt worden, wie jedes noch so kleine Ereignis für uns Menschen gigantisch ist, aber im Vergleich zum Weltall ist sogar ein Krieg nur eine Lappalie. Aber auch andere ethische und philosophische Fragen finden ihren Platz, wie auch futuristisch-realistische Technologie und tolle Action, was ja die Expanse-Reihe so großartig macht.
Nicht nur kommen hier die Ereignisse zu einem Ende, die in Band 5 begonnen haben, sondern wäre das hier auch ein wunderbarer Abschluss für die gesamte Serie. Aber ich will unbedingt weiterlesen und es sind eh noch drei weitere Bände geplant. Ich freue mich schon!
Fazit: Ich kann diese Buchreihe jedem empfehlen. Wenn jemand sich für Sci-Fi interessiert, aber nicht weiß, mit was beginnen, dann sollte er hier zugreifen.

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Serie: Luke Cage – Staffel 1

Nette Serie für Marvel-Fans.
Luke Cage ist unverwundbar und superstark, eigentlich ein tolle Kombination. Aber wie macht man eine spannende Serie um einen Charakter mit solchen Attributen? Warum erfindet man überhaupt solche Superhelden ohne ersichtliche Schwächen? Hier in der Serie also möchte Luke Cage in Harlem ein gemütliches Leben aufbauen und schützt die Nachbarschaft vor verschiedenen Gangstern. Und da beginnt für mich auch schon das Problem an der ganzen Sache: Warum geht er nicht direkt zum Boss und vermöbelt diesen? Nein, er verprügelt alle Handlanger, bis der Boss so wütend ist, dass er einen Weg sucht, Cage und dessen Freunde zu töten. Der Cast ist sehr gut hier, aber den Plot finde ich streckenweise ziemlich unlogisch. Man merkt einfach, wie sehr man sich bemüht, Luke Cage Dinge machen zu lassen, damit die Serie auf 13 Folgen kommt und nicht bereits nach 10 Minuten zu Ende ist. Außerdem haben mir die Kämpfe gar nicht gefallen.
Fazit: Marvel-Fans, die Jessica Jones und Daredevil mögen, werden vermutlich auch mit dieser Serie ihre Freude haben, aber alle anderen brauchen hier gar nicht einzuschalten.

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Film: Bad Moms (2016)

Ein guter Film der großartig hätte sein können.
Komödie mit Mila Kunis von Jon Lucas und Scott Moore. 100 Min.
Inhalt: Nachdem einer Mutter ihr Leben zu stressig wird, beschließt sie alles lockerer anzugehen und eine „schlechte Mutter“ zu werden.
Ich finde diesen Film eigentlich sehr gut und sehr wichtig. Eine „gute“ Mutter zu sein ist heutzutage unmöglich: Sie muss arbeiten aber auch zu Hause sein, sie darf nicht Nein sagen muss aber streng sein, sie darf nur gesundes Essen zubereiten, den Kindern alles ermöglichen etc. … Ist man ein gute Mutter, wenn man die Erwartungen der Gesellschaft erfüllt oder wenn aus den Kindern am Ende anständige Erwachsene werden? Ist man automatisch eine schlechte Mutter, wenn man Kindern Mal Fast Food gibt? Und aus dieser Fragestellung heraus finde ich den Film sehr gelungen. Der Cast ist sehr gut und viele Witze sind durchaus lustig.
Aber ich muss sagen, dass für mich der Film in seiner Gesellschaftskritik nicht weit genug geht. Die Rolle der Institutionen und Arbeitsplätze, die den Müttern das Leben erschweren, und die Väter werden kaum thematisiert, zentral geht es nur um das, was andere Mütter denken, welche Erwartungen man an sich selbst stellt.
Wie gesagt finde ich den Film gut. Keine Mutter ist perfekt und sollte auch nicht diesen Anspruch haben. Der Film geht aber nicht weit genug um großartig zu sein.
Fazit: Empfehlenswert!

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Gedankensprung: Blockbuster und Bestseller – obsolete Begriffe?

Ich persönlich schaue weder einen Film, nur weil er mit dem Attribut „Blockbuster“ versehen ist, noch lese ich ein Buch nur wegen dem Begriff „Bestseller“. Genauso wenig habe ich Freunde, die sich an diesen Begriffen orientieren. Und dennoch werden wir ständig damit konfrontiert, obwohl sie schon längst ihre Bedeutung verloren haben und zu leeren Floskeln verkommen sind.
Filme werden schon in den ersten Teasern mit der „nächste Blockbuster“ beworben und Bücher, die gerade erst ins Geschäft kommen, haben schon den Sticker mit der Aufschrift „der neue Bestseller“ drauf kleben. Natürlich ist es so, dass gerade diese Worte den Produkten helfen zu dem zu werden und am Ende sind die Worte doch nicht fehl am Platz. Ich habe schon mehrmals darüber geschrieben – Die Krux mit den Kinderbüchern oder Warum Ghostwritern die Zukunft gehört oder Sinn und Unsinn von Preisverleihungen – möchte dieses Thema aber jetzt noch einmal aufgreifen.
Bei Filmen tappe ich leider oft auch in diese Marketing-Fallen. Ein neuer Titel wird angekündigt, die Schauspieler genannt und sofort schwebt der Begriff „Blockbuster“ im Raum. Dann wird man mit Trailern, Plakaten und Star-Interviews bombardiert, bis man den Film unbedingt sehen will. Und somit ist die Ankündigung „Blockbuster“ im Grunde nur noch eine selbsterfüllende Prophezeiung. Ebenso brauche ich bei einem Buch nur noch einen bekannten Namen, manchmal sogar das nicht, klebe „Bestseller“ drauf und platziere es markant in der Buchhandlung. Wenn ich die Wahl habe zwischen einem „normalen“ Buch und dem „neuen Bestseller aus den USA“, bleibt wohl wenig Zweifel, was öfter gekauft wird. Aber bis dann die ersten Kritiken erscheinen und die Konsumenten warnen, haben sich diese Produkte diese Auszeichnungen bereits verdient.
Natürlich ist nicht alles schlecht, das groß beworben wird, aber es ist auch nicht alles gut und vieles Gute wird oft vernachlässigt. Andererseits kann man auch nicht erwarten, dass alle Menschen Rezensionen lesen oder Reviews auf Youtube schauen, die in der Ära der Fake News vielleicht sogar gekauft sind.
Im Grunde bin ich ja auch selbst ein Blockbuster- und Besteller-Konsument. Filme und Spiele, die groß beworben werden und über die dann automatisch viel gesprochen wird, wecken nun Mal auch mein Interesse. Ist das nun etwas Negatives? Etwas Positives?
An sich sollten die Begriffe „Blockbuster“ und „Bestseller“ Werke bezeichnen, die so gut sind, dass viele Leute sie schauen wollen. Obwohl „gut“ hier das falsche Wort ist, „interessant“ trifft es eher. Und normalerweise sollten diese Begriffe erst verwendet werden, wenn die Besucher- oder Verkaufszahlen ersichtlich sind. Nehmen wir nun den Film Teenage Mutant Ninja Turtles 2 – Out of the Shadows (2016) der im Frühling als „Sommer-Blockbuster“ bezeichnet wurde. Die konkreten Zahlen aber zeigen, dass er das absolut nicht war. Der Begriff ist jedoch schon hier und nur noch schwer loszuwerden. Speziell bei Filmen werden heute viele als „Blockbuster“ bezeichnet, obwohl sie es dann gar nicht waren. Ich habe schon das Gefühl, dass in den letzten Jahren die Kinobesucher kritischer geworden sind und als Reflektion dessen sollte auch der Begriff „Blockbuster“ spärlicher verwendet werden.
Warum schreibe ich nun das Ganze und was ärgert mich konkret? „Blockbuster“ und „Bestseller“ sind heute selbsterfüllende Prophezeiungen und nicht mehr lediglich Bezeichnungen für den Erfolgsgrad eines Werkes. Das ist wiederum eine direkte Konsequenz davon, dass Menschen eher solche Werke konsumieren, die von vielen anderen auch konsumiert werden, anstatt konkret ihren eigenen Interessen und Qualitätsstandards zu folgen. Andererseits werden Filme und Bücher ja gemacht, eine so breite Masse wie möglich anzusprechen.
Bitte schaut nicht irgendeinen Film im Kino, nur weil ihr etwas schauen wollt und nichts Interessantes läuft. Und wenn ihr das schon macht, folgt bitte nicht blind dem Wort „Blockbuster“ oder geht automatisch dorthin, wo alle anderen wie Lemminge marschieren. Bitte kauft nicht einfach ein Buch, nur weil es im „Bestseller“-Regal einer Buchhandlung steht und ihr sonst nicht wisst, was ihr verschenken könnt. Ein Buch soll ein „Bestseller“ werden, weil viele Leute es kaufen und nicht umgekehrt. Ein Film soll ein „Blockbuster“ sein, weil viele ihn schauen und nicht umgekehrt.
Ja, diesmal ist mein Gedankensprung vielleicht ein bisschen wirr geworden, aber ich hoffe dennoch meine springenden Gedanken irgendwie vermitteln zu können.

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Spiel: Targi – Die Erweiterung (Kosmos)

„Erweiterung“ ist hier eigentlich der falsche Begriff. Ich würde das „Targi Zweite Edition“ nennen.
Von Andreas Steiger (ca. 60 Min.; 2 Spieler).
Man muss das originale Targi besitzen, um mit diesem Produkt hier etwas anfangen zu können. Es ist jedoch nicht so wie bei einer normalen Erweiterung, dass man einfach mehr Material bekommt, eventuell auch neue Regeln, und diese dem Basisspiel hinzufügt. Nein, hier ist die „Erweiterung“ eigentlich ein neues Spiel und man muss aus dem Basisspiel einiges an Material heraussuchen (Spielfiguren, Ressourcen und die Hälfte der Randkarten), um spielen zu können. Da eben sämtliche Stammeskarten ausgetauscht werden und mit den Wanderdünen sowie der Targi-Figur neue Elemete ins Spiel kommen, finde ich, dass wir hier eine zweite Edition vor uns haben, nicht eine Erweiterung.
Wie spielt sich jetzt dieses neue Targi? Vom Spielgefühl und der Denkanforderung ist es gleich geblieben, die neuen Karten gefallen mir sehr – die alten werde ich nicht mehr anrühren – und die neue Ressource Wasser wurde gut integriert. Doch die Targi-Figur und die Wanderdünen, auch wenn sie echt cool sind, machen meiner Meinung nach das Spiel zu einfach. Während man beim alten Spiel ständig gut überlegen musste, ja nicht mit einer schlechten Option übrig zu bleiben, gibt es hier immer eine gute Option. Der Bonus der Targi-Figur ist eigentlich recht klein und einige Stammeskarten beziehen sich auf sie, doch die Wanderdünen würde ich, wenn beide Spieler das Spiel schon kennen, weglassen. Andererseits haben sie wirklich tolle Effekte und vielleicht gibt es auch Leute, die sich über diese zusätzlichen Optionen freuen.
Fazit: Wem Targi gefällt, sollte sich die Erweiterung unbedingt gönnen.

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Buch: Robinson, Kim Stanley – Aurora

Noch nie habe ich ein Buch bereits nach der ersten Seite wieder weglegen wollen. Aber bei diesem Autor hätte ich eigentlich gewarnt sein müssen.
Inhalt: Erzählt wird vom Leben auf einem Generationenschiff, das in ein anderes Sonnensystem geschickt worden ist, um dort einen Planeten zu kolonisieren.
Ich finde die Grundidee des Buches wirklich super, dass eben die Möglichkeit beschrieben wird, einige tausend Menschen in ein Raumschiff zu stecken und fortzuschicken. Diese erste Generation hat das freiwillig getan, doch jede nachkommende Generation ist dazu gezwungen, in diesem Raumschiff zu leben und dann einen fremden Planeten zu kolonisieren, hatte nie wirklich eine andere Option. Diese psychologische Betrachtung finde ich wirklich faszinierend. Nur weil wir so leben wollen, haben wir dann das Recht, unsere Kinder und Urenkel dazu zu zwingen?
Was aber ist nun mein Problem mit dem Buch? Genau das gleiche wie bereits bei 2312 vom selben Autor: Der wissenschaftliche Aspekt ist super. Gut recherchiert und toll beschrieben. Aus diesem Grund ist er auch berühmt und wird dem Genre des „Hard Science Fiction“ zugerechnet. Aber der Plot und die Charaktere sind eine Katastrophe und der Schreibstil, weshalb ich eben nach der ersten Seite wieder zumachen wollte, ist extrem gewöhnungsbedürftig, einfach nur zäh.
Wenn man über den anfänglichen Ärger ob des Stils hinweg ist, ist das erste Drittel des Buches bis zur Ankunft beim Planeten aus rein wissenschaftlicher Sicht sehr interessant zu lesen, also die konkrete Zeit auf dem Generationenschiff. Doch die letzten beiden Drittel haben den wissenschaftlichen Fokus verloren und der Autor schweift ab in philosophische und moralische Dilemmata. Die Beschreibung der Kolonisierung war total langweilig und was danach folgt einfach nur blöd.
Wer ein spannendes und gut recherchiertes Buch über die Kolonisierung eines fremden Planeten lesen möchte, sollte zu Coyote von Allen Steele greifen, aber nicht zu Aurora.
Fazit: Ich würde gerne das erste Drittel des Buches als eigenständiges Werk empfehlen und den Rest verbrennen.

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Serie: Dirk Gently’s Holistic Detective Agency – Staffel 1

Eine ganz tolle Serie, aber nicht Dirk Gently.
Die Serie bietet all das, was eine Dirk Gently – Serie ausmacht, nämlich viele abstruse Ereignisse aus Fantasy, Science-Fiction und Realität, die scheinbar nicht zusammengehören können, es aber dennoch tun und es ist Dirk Gentlys Aufgabe die Verknüpfungen zu erkennen. Jede Menge witzige Momente und überraschende Wendungen garantieren beste Unterhaltung, Elijah Wood setzt dem ganzen die Krone auf. Wenn da nicht dieser Titel wäre, würde ich auch kein weiteres Wort verlieren. Doch ich habe das Buch Dirk Gently gelesen und so muss ich einen Kommentar dazu abgeben. Zwei Dinge haben mich nämlich gestört: Als Zuschauer weiß man in der Serie recht bald, was da so abgeht, im Buch bleibt dies jedoch viel besser bis zum Ende verborgen. Natürlich sind es zwei komplett verschiedene Geschichten, aber ich habe es schon schade gefunden gleich zu Beginn fast alle Informationen zu haben. Andererseits mindert das nicht die Qualität der Serie. Mehr noch aber stört mich der militärische Hintergrund Gentlys in der Serie. Im englischen Original ist er nur ein Akademiker, aber die Amerikaner haben da ihre ganz eigenen Geschmäcker.
Fazit: Die Serie ist wirklich ein Genuss und da ich nicht glaube, dass viele das Buch gelesen haben, werden auch nur wenige irgendetwas zu meckern haben.

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Film: The Huntsman – Winter’s War (2016)

Überraschend gut.
Fantasy-Abenteuer mit Chris Hemsworth und Emily Blunt von Cedric Nicolas-Troyan. 120 Min.
Inhalt: Die Eiskönigin versucht den magischen Spiegel an sich zu bringen und damit die Welt der Menschen zu unterwerfen. Es liegt an Eric und seinen Gefährten, sie dabei zu stoppen.
Natürlich ist das kein überragender Film, das hat auch niemand erwartet. Effekte, Kämpfe und Kostüme sind alle von guter Qualität, der Plot ist einfach aber spannend, die Schauspieler sind gut und die böse Königin hat eine interessante, nachvollziehbare Motivation. Ich finde, der Film bietet alles, um einen angenehmen Filmabend zu haben. Natürlich wird hier niemand voll begeistert vom Bildschirm gefesselt sein und noch wochenlang darüber diskutieren, aber es wird sich auch niemand langweilen. Der Film ist flott, bietet einige schöne Bilder und manche Witzen funktionieren sogar.
Fazit: Kann man schauen.

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