Gedankensprung: Anime-Update Herbst ’16

Die Herbst-Anime-Staffel ist zu Ende und wie im Sommer befürchtet, war sie eine Katastrophe. Symbolisch für diesen miserablen Herbst steht jene Anime-Serie, in welcher Mädchen in Arenen gegeneinander kämpfen, dabei aber nur ihr Hinterteil verwenden dürfen.
Aber der Reihe nach, beginnen wir mit dem größten Schocker: Naruto ist immer noch nicht fertig! Es gab einen großen Endkampf, der als Doppelfolge ausgestrahlt wurde – den ich übrigens jeden empfehlen kann, auch wenn er Naruto nicht geschaut hat – und dann noch die obligatorische Endfolge, in welcher die nun heile Welt mit einer friedlichen Zukunft präsentiert wird. Aus, die Serie ist zu Ende. Aber falsch gedacht! Es wurden noch ein paar Folgen nachgeschoben, in welcher die Kindheit einzelner Charaktere gezeigt wurde, und dann hat eine neue Sasuke-Story begonnen. Was soll denn das? Für meinen Teil war jener großartige Endkampf der Abschluss der Serie.
Der Herbst war aber nicht ein komplettes Desaster. Es gab ein paar Serien, die ich geschaut habe und die mir auch durchaus Spaß bereitet haben:

3-gatsu no Lion war für mich sicher die beste Serie im Herbst. Ein Melodram mit einem ganz einzigartigen, wunderbaren Zeichenstil. Es geht um einen Waisenjungen, der mit Shogi seinen Lebensunterhalt verdient. Aber eigentlich gefällt ihm Shogi gar nicht und er hat noch viele weitere Probleme. Die Serie geht in der kommenden Staffel weiter und ich freue mich schon.

Drifters war ebenfalls richtig toll. Ein selten wahnwitziges Actionspektakel. Hier werden verschiedene Charaktere unserer Geschichte wie Nobunaga, Hannibal oder Jeanne d’Arc in eine Fantasywelt gebracht, wo sie Krieg führen sollen. Drifters ist nicht abgeschlossen und hoffentlich kommt irgendwann die zweite Staffel.

Shuumatsu no Izetta war auch sehr interessant anzusehen. Es ist eine Neuinterpretation des zweiten Weltkriegs. Germania greift ein Fürstentum in den Alpen an, das jedoch von einer Hexe beschützt wird. Es ist dann sehr gut ausgeführt worden, welche Implikationen so eine Situation mit sich bringt. Besonders gefallen aber hat mir hier die zeichnerische Liebe zum Detail, ist doch das Fürstentum in den Alpen Tirol, das wunderbar wiedergegeben wird.

WWW.Working!! ist einfach nur witzig, eine Sitcom als Anime.

Dragon Ball Super ist natürlich auch weitergegangen. Das Tolle hier ist ja, dass die Story und die Kämpfe immer absurder werden.

Neben diesen aktuellen Serien habe ich auch zwei ältere geschaut:

Kamisama Hajimemashita erzählt die Geschichte eines Waisenmädchens, das in einem Shinto-Tempel aufgenommen wird und zu dessen Gottheit wird. Dadurch kommt es zu zahlreichen Abenteuern, in denen sie weitere Gottheiten trifft. Hauptsächlich aber ist es eine wunderbar kitschige Liebesgeschichte.

Suisei no Gargantia ist eine sehr interessante Sci-Fi-Story mit der besten Offenbarung, die ich je gesehen habe. Man glaubt irgendwann, dass die Serie an Elan verloren hat, doch dann kommt so ein phänomenaler Twist und man ist bis zum Schluss gefesselt.

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Gedankensprung: Ausblick 2017

Momentan befinde ich mich in einer etwas seltsamen Situation, denn im nächsten Jahr erscheint so wenig, auf das ich mich jetzt schon freue, wie noch nie zuvor. Normalerweise hatte ich zu Jahresbeginn immer lange Listen, doch heuer ist die sehr kurz. So gibt es etwa kein einziges Spiel, auf das ich händeringend warte. Und auch nur zwei Filme, nämlich Guardians of the Galaxy 2 und Valerian. John Wick 2 und War for the Planet of the Apes haben ebenfalls mein Interesse geweckt, aber fixe Kinotermine sind es nicht. Am meisten freue ich mich hingegen auf einige Bücher: Den dritten und abschließenden Band der Dark Space – Trilogie, die Fortsetzung von Giants, den neuen Brandhorst-Roman und natürlich die nächsten Expanse – Teile. Bei den Serien kann ich die neueste Version von Star Trek kaum erwarten.

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Gedankensprung: Jahresrückblick 2016

Das Jahr 2016 neigt sich seinem Ende und somit wird es auch Zeit sich den unzähligen Jahresrückblicken anzuschließen, die jetzt überall gedeihen. Was mir 2016 am besten gefallen hat, soll hier zusammengetragen werden und somit einen Abschluss für dieses Jahr bieten.

Gesellschaftsspiele
Wir starten mit dem Bereich, der auf meinem Blog die meisten Besucher erhalten hat: Brett- und Kartenspiele. Dabei sei gesagt, dass letztes Jahr etwa 1.500 Spiele erschienen sind und ich im Schnitt pro Woche ein neues kennenlerne, also vielleicht etwas über 52 im ganzen Jahr. Das ist nur ein Bruchteil und somit ist die folgende Liste, wie eigentlich alles auf diesem Blog, sehr subjektiv.
Zu meinem Bedauern muss ich kundtun, dass die zwei Spiele von 2015, die ich damals unbedingt spielen wollte und nicht geschafft habe, auch dieses Jahr nicht den Weg zu mir fanden, nämlich Blood Rage und New York 1901. Aber auch dieses Jahr gab es eine ganze Reihe von Spielen, die ich leider nicht gespielt habe, aber sehr gerne hätte: Terraforming Mars, Quadropolis, Oben und Unten, Ein Fest für Odin, Cry Havoc, Imhotep, Karuba, Via Nebula, Murder and Deception in Hong Kong, Ice Cool und Scythe. Aber auch ohne diese „großen“ Titel habe ich einige tolle Spiele gespielt. Doch welche davon haben mir am besten gefallen? Dabei schaue ich jedoch nicht, welche Spiele 2016 erschienen sind, sondern welche ich in diesem Jahr gespielt habe.
Um den Top-Platz kämpfen gleich vier Spiele: Great Western Trail, Nippon, Mombasa und Lords of Waterdeep. Dem Profi wird auffallen, dass alle vier strategische Spiele für Vielspieler sind und gleich zwei davon von Alexander Pfister stammen, der auch mit Isle of Skye und Broom Service in den letzten beiden Jahren sehr viele Spielepreise gewonnen hat. Und es ist auch sein Great Western Trail, das ich schließlich als bestes Spiel 2016 bezeichne. Es ist einfach die perfekte Kombination aus Simplizität und Komplexität.
Bei den kleinen, schnellen Spielen haben mir Ed, the Cat, Coloretto und Stich-Meister am besten gefallen. Wenn ich mich aber entscheiden muss, gebe ich Ed, the Cat den Vorzug.
Ebenfalls sehr gut gefallen haben mir, auch wenn sie nicht für den Top-Platz in Frage kommen, Automania, Odyssey und 7 Wonders – Duel.
Alle diese Spiele kann ich empfehlen und bin auch selber jederzeit bereit, sie zu spielen.

Filme
Bei den Filmen 2016 ist die Sache für mich eigentlich ziemlich klar und wird für Leser dieses Blogs auch keine Überraschung sein. Ich muss aber vorwegnehmen, dass ich drei Filme nicht gesehen habe, die vorne hätten mitmischen können, nämlich Kubo and the Two Strings, Vaiana und Die glorreichen Sieben. Von denen, die ich dieses Jahr gesehen habe, auch wenn sie bereits etwas älter sind, finde ich The Revenant – Der Rückkehrer, Spotlight, Zoomania, Star Trek Beyond, Skiptrace, BFG – Big Friendly Giant, Your Name – Kimi no na wa (Anime), Star Wars – Rogue One, Der Kleine Prinz, Creed – Rocky’s Legacy und Bridge of Spies am besten. Wenn ich mich aber entscheiden muss, wen ich als die Nummer eines dieses Jahres betrachte, liegt für mich die Entscheidung zwischen Your Name und Star Trek. Am Ende jedoch entscheidet das Herz eines Fanboys und Star Trek Beyond ist mein Lieblingsfilm 2016.

Bücher
Vor allem dieser Bereich war extrem Science-Fiction-lastig, doch es gab auch genug Ausflüge in andere Genres. Für Platz eins kommen jedoch nur einige Sci-Fi- bzw. Sachbücher in Frage: Steele, Allen – Apollo’s Outcasts / Corey, James S. A. – Leviathan Wakes (The Expanse 1) / Kurlansky, Mark – 1968: Das Jahr, das die Welt veränderte / Riese, Berthold – Die Inka. Herrscher in den Anden / Menzel, Randolf & Eckoldt, Matthias – Die Intelligenz der Bienen. Wie sie denken, planen, fühlen und was wir daraus lernen können / Neuvel, Sylvain – Giants. Sie sind erwacht / Brandhorst, Andreas – Das Schiff / Brandhorst, Andreas – Omni / Sullivan, James A. – Chrysaor.
Hier einen Liebling auszuwählen ist extrem schwierig. Brandhorst bietet faszinierende Universen, Sullivan ein tolles Abenteuer, Neuvel einen ganz eigenen Schreibstil. Doch da ich mich entscheiden muss, wähle ich Leviathan Wakes von Corey, weil das nicht nur eigenständig ein fantastisches Buch ist, aber auch den Auftakt für eine Serie bildet, in welcher fast jeder Band ein kleines Meisterwerk ist.

Serien
Serienmäßig war 2016 für mich von Comedy und Sci-Fi geprägt. Mit Fresh Off the Boat und Life in Pieces habe ich zwei tolle Comedy-Serien entdeckt, mit Dark Matter und The Expanse zwei tolle Sci-Fi-Serien. Von all den Superhelden-Serien hat mir Supergirl am besten gefallen. Limitless hat anscheinend nur mir allein gut gefallen, denn es wurde schon wieder abgesetzt, was sehr schade ist. Orange Is the New Black hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Die größte Überraschung aber war, dass das Remake von MacGyver so gut gelungen ist. Wenn es aber darum geht, die für mich beste Serie des Jahres zu küren, so muss es Westworld sein.

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Spiel: Dreams (Zoch)

Ein weiteres Spiel mit wunderschönen Karten, die kreativ beschrieben werden müssen.
Von Olivier Grégoire (ca. 30 Min.; 3-6 Spieler).
Theoretisch könnte man hier auch die Karten von Dixit und Mysterium verwenden oder umgekehrt. Wobei für meinen Geschmack die Karten hier bei Dreams etwas zu düster geraten sind.
Jedenfalls sind die Spieler Götter, die mit je drei verschiedenen Steinen gemeinsam versuchen ein bestimmtes Bild als Sternenbild am Himmel darzustellen. Das klingt extrem verwirrend und man würde allein von den Regeln her nie glauben, dass das funktionieren kann. Aber es entpuppt sich rasch als ein sehr interessantes Spiel mit einem faszinierenden Mechanismus. Ein Spieler ist nun kein Gott, sondern ein einfacher Mensch und er weiß nicht, welches Bild am Sternenhimmel dargestellt werden soll. Aber er darf nicht offenbart werden, weshalb er einfach auch Steine hinlegt und hofft, dass die Götter nicht merken, dass er keine Ahnung hat.
Die Götter versuchen also herauszufinden, welcher Mitspieler der Mensch ist und der Mensch versucht sich zu verbergen und herauszufinden, welches Bild dargestellt werden soll. Das führt zu einer sehr spannenden Dynamik mit einigen lustigen Offenbarungen.
Dreams ist jedoch sehr von der richtigen Gruppe abhängig. Wenn die Spieler sich konzentrieren und ruhig bleiben, wird es für den Menschen verdammt schwierig und das Spiel macht dann auch keinen Spaß. Nur wenn viel nebenbei geredet wird, man mit seinen schauspielerischen Fähigkeiten Ablenkungsmanöver startet, wird das Spiel gut. Doch leider lädt das Spiel nicht wirklich dazu ein. Als Gott gibt es für mich keinen Grund mich irgendwie zu verstellen, man sollte halt einfach die Bilder etwas wage halten. Und als Mensch darfst du nicht auffallen, kopierst also das Verhalten der Götter. Daher glaube ich, dass das Spiel in den meisten Gruppen langweilig sein wird.
Fazit: Im Grunde ein sehr gutes Spiel, das jedoch sehr von der Atmosphäre und den Spielern abhängig ist.

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Buch: Sullivan, James A. – Chrysaor

Ein tolles Abenteuer im Weltall.
Inhalt: Der Junge Chris wird plötzlich vom uranosischen Militär gejagt und muss sich mit einem Piraten verbünden, um zu entkommen. Auf der Flucht durch die halbe Galaxies finden sie heraus, warum Chris so wertvoll ist und beschließen einen Gegenangriff zu starten.
Man merkt, dass der Autor vom Fantasy-Bereich kommt, denn diese Autoren sind auf spannende Plots spezialisiert. Bei Sci-Fi ist es leider oft so, dass ein wunderbares Universum kreiert wird, wissenschaftlich durchdacht und mit großem Gegenwartsbezug, aber die Story selbst fällt total flach. Das beste Beispiel hierfür ist Robinson, Kim Stanley – 2312. Andererseits darf man sich bei Chrysaor dafür eben nicht diese „mindblowing“ Science-Fiction erwarten. Es ist wirklich ein tolles Abenteuer, das einem bis zum Ende fesselt und das erschaffene Universum ist absolut solide, hat auch einige interessante Details, ist aber weder innovativ noch besonders originell. Das muss es aber auch gar nicht sein, um darin einzutauchen und gefesselt zu sein.
Fazit: Wer ein tolles Abenteuer im Weltall mit spannenden Wendungen erleben möchte, sollte hier zugreifen.

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Serie: Westworld – Staffel 1

Packend, faszinierend, Mindblowing (dafür gibt es leider kein adäquates deutsches Wort).
„Westworld“ ist der Name eines Vergnügungsparks, in welchem lebensechte Roboter mit den Gästen interagieren und diesen unbeschreibliche Momente bescheren, ihre dunkelsten Wünsche erfüllen. Die Serie erforscht den Sündenfall der Menschen, deren tiefste Sehensüchte, befasst sich aber gleichzeitig mit der Künstlichen Intelligenz und der Erschaffung von Bewusstsein. Westworld ist eine wunderbar tiefsinnige Serie mit einem sehr spannenden Plot. Viele Fragen begleiten den Zuschauer andauernd: Ist das so programmiert oder hat der Roboter eine individuelle Enscheidung getroffen? Ist das noch Teil der Story des Parks oder weiß der Gast nicht, dass er sich irgendwo abseits befindet? Was ist das Labyrinth? Wer verfolgt welches Ziel?
Da ich wusste, dass das Ende eine Überraschung bereit hält und man sich nicht zu sehr an den originalen Film orientiert hat, habe ich natürlich genau hingeschaut, hingehört und versucht zu erkennen, was da vor sich geht und was einem erwarten wird. Das hat das Serienerlebnis verbessert und ich empfehle wirklich jedem, sich auf dieses Abenteuer einzulassen.
Das Ende ist wirklich toll und abschließend. Es braucht eigentlich keine zweite Staffel mehr. Diese wird jedoch kommen und da bin ich schon sehr skeptisch. Denn es wird entweder eine Kopie, was eher langweilig ist, oder eine auf Action reduzierte Staffel, was uninteressant ist. Schau ma mal, was passiert.
Fazit: Absolut sehenswert.

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Film: BFG – Big Friendly Giant (2016)

Was für ein schöner Film.
Fantasy-Abenteuer mit Ruby Barnhill von Steven Spielberg. 117 Min.
Inhalt: Das Waisenkind Sophie entdeckt des Nachts zufällig einen Riesen, der sie dann entführt, damit sie niemanden von seiner Existenz erzählt. Gemeinsam reisen sie ins Land der Riesen, wo jede Menge Abenteuer warten.
BFG erzählt die wunderbare, kindertaugliche Geschichte von der Freundschaft zwischen einem freundlichen Riesen und einem neugierigen Mädchen. Tolle Bilder, lustige Momente und ein spannender Plot garantieren beste Unterhaltung. Speziell die Szene, in welcher der Riese bei der Queen von England zum Essen eingeladen ist, ist für mich jetzt schon ein Klassiker der Filmgeschichte. So viel Phantasie und Humor ist einfach unglaublich.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Film: Star Wars – Rogue One (2016)

Jawohl, das ist der Star Wars – Film, den ich mir bereits letztes Jahr gewünscht hatte. Nachdem mich Star Wars 7 – Das Erwachen der Macht doch sehr enttäuscht hatte, bin ich nun vollends begeistert.
Sci-Fi-Abenteuer mit Felicity Jones von Gareth Edwards. 133 Min.
Inhalt: Um die Galaxie vor dem Imperium zu schützen, riskiert eine Gruppe von Rebellen ihr Leben, um die Pläne des Todessternes zu ergattern und diesen anschließend zu sabotieren.
Der Film hat das wichtigste, was ein neuer Teil eines Franchises braucht: Frische. Eine neue, spannende Story mit neuen, interessanten Charakteren, kein Aufwärmen von altenbekannten Dingen. Speziell das Ende, als die Pläne von einem Charakter zum nächsten weitergereicht werden, ist einfach fantastisch. Dadurch erhalten viele Momente in Episode 4 gleich eine ganz neue Ebene. Wenn das die Qualität ist, die uns die nächsten Jahre erwartet, dann freue ich mich. Aber mit den computergenerierten Kopien alter Charaktere können sie ruhig aufhören.
Effekte, Action, Kämpfe und Landschaftsaufnahmen waren bereits in Episode 7 großartig, jetzt aber haben sie bewiesen, dass sie auch neue, spannende Geschichten erzählen können. Ein tolles Kinoerlebnis. Besonders gefällt mir auch, dass hier nur Orte besucht werden, die in den anderen Star Wars – Filmen nie vorgekommen sind, was einfach zeigt, wie groß dieses Universum ist und wie viel da noch erzählt werden kann.
Mit Rogue One hat also nun endgültig ein neues Zeitalter begonnen, die Star Wars – Ära. Die Historiker der Zukunft werden über uns heute nicht mit den normalen Jahreszahlen sprechen, sondern 2016 wird „das Jahr von Rogue One“ heißen und 2019 „das Jahr von Episode 9„. Und das führt uns gleich zu einer anderen Frage, die rund um diesen Film immer wieder gestellt wurde: Brauchen wir überhaupt so separate Star Wars – Filme? Das ist aber schon eine seltsame Frage. Brauchen wir überhaupt Filme? Bücher? Objekte der Unterhaltungsindustrie? Kunst? Ja! Das brauchen wir alles, um unseren Geist zu füllen. Kreativität und Spaß sind der Antrieb für Innovation. Ich finde solche Fragen einfach lächerlich und wenn dich ein Film nicht interessiert, musst du ihn ja nicht schauen.
Fazit: Ich bin ein großer Star Trek – Fan und Star Wars hat für mich nicht einmal annährend den gleichen qualitativen Stellenwert. Sollten aber in den nächsten Jahren mehr Filme wie Rogue One folgen, dann könnte ich durchaus auch ein Fan dieses Franchises werden. Aber auch wenn „Star Wars“ nicht im Titel stehen würde und drei bestimmte Charaktere nicht aufgetaucht wären, hätten wir hier ein fantastisches Sci-Fi-Abenteuer. Aber andererseits wäre dann der Film nie gedreht worden, weil sich wohl niemand dafür interessiert hätte…

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Gedankensprung: Warum Science Fiction?

Treue Leser dieses Blogs haben schon vor langer Zeit bemerkt, dass ich ein Sci-Fi-Fan bin. Raumschiffe, fremde Planeten, Außerirdische und futuristische Technologie faszinieren mich einfach. Aber warum kann ich genau diesem Genre so viel abgewinnen? Das liegt nicht zuletzt an meinem, der Menschheit inhärentem Streben nach Neuem, nach Unbekanntem. Warum sind wir auf der ganzen Welt verstreut und sprechen bereits von der Reise zum Mars? Weil wir immer wissen wollen, was sich hinter dem nächsten Horizont befindet, hinter dem nächsten Atom, hinter der nächsten Ecke.
In meinen ersten Studienjahren bin ich mit großer Enttäuschung konfrontiert worden und musste resignierend und ernüchtert feststellen, dass ich ein Jahrhundert zu spät auf die Welt gekommen bin. Ich habe mein spezielles Studium nicht zuletzt deswegen ausgewählt, weil ich die Welt erkunden wollte, unbekannte Dinge entdecken wollte. Aber es gibt heute nichts Unbekanntes mehr. Von jedem Ort gibt es schon hunderte Fotos im Internet. Am abgelegenen Strand von Costa Rica treffe ich auf Landsmänner aus meinem Heimatort, im kleinen Geschäft in Tokyo begegne ich Kollegen aus meiner Studienzeit, auf den Bergen von Kasachstan stoße ich mit einer Wandergruppe aus meinem Heimatland zusammen. Aber nicht nur, dass ich überall Leute treffe, es gibt auch überall die gleichen Produkte, die gleichen Speisen in den Restaurants, wie etwa das Wiener Schnitzel in der kleinen Hütte in den Anden.
Und diese Erkenntnis, dass es nichts mehr zu entdecken gibt, hat eine große Leere in mir hinterlassen. Natürlich sind die Steppen in der Mongolei und die Täler in Neuseeland wunderschön anzusehen, aber sie sind nicht mehr neu, nicht unberührt und unbekannt. Ich habe mich dann früh in die Fantasy-Literatur gestürzt und habe dadurch meinen Durst gestillt, die Leere ausgefüllt. Doch Fantasy ist recht bald langweilig geworden, vor allem, weil ich in keiner der beschriebenen Welten selbst leben wollte. Die Geschichten sind durchaus spannend, keine Frage, aber außer bei Harry Potter hätte ich nie davon geträumt, dort herumzulaufen.
Ganz anders verhält es sich hingegen mit Science-Fiction. Dort sind nicht nur die Geschichten spannend, aber vor allem sind das regelmäßig Orte, in denen ich wirklich gerne leben würde. Und während man eine Fantasy-Welt irgendwann zu Ende erforscht hat, bleibt bei Space Operas immer noch diese offene Fragen, was es dort draußen noch alles geben könnte. Was wiederum auch ein reale Frage ist, wenn man des Nachts in den Sternenhimmel blickt. Im Gegensatz zu Fantasy schwebt bei Sci-Fi auch immer dieses Körnchen Realismus mit, da es ja in der Zukunft wirklich so sein könnte, es auf fremden Planeten wirklich so sein könnte. Hier wird meine Träumerei, mein Wunsch nach dem Unbekannten einfach viel besser gesättigt als in den anderen Genres.
Science Fiction gefällt mir aber auch deshalb so gut, weil es so viele Möglichkeiten für interessante und philosophische Geschichten bietet. Ein guter Sci-Fi-Autor ist nämlich nicht nur ein guter Schreiberling, sondern vor allem ein guter Beobachter und Analyst. Er sieht, was auf der Welt passiert, welche Entwicklungen es gibt, welche Technologien und extrapoliert davon ein mögliches Zukunftsszenario. Die besten Sci-Fi-Werke halten dem Leser einen Spiegel vors Gesicht, damit er sich und seine Umgebung hinterfragt. Oder es sind einfach fantastische Abenteuer in den Weiten des Weltalls.

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Spiel: Great Western Trail (Pegasus)

Ein neuer Meileinstein bei minimalistischen großformatigen Strategiespielen.
Von Alexander Pfister (75-150 Min.; 2-4 Spieler).
In diesem Spiel versuchen wir unsere Rinderherden durch den wilden Westen zu leiten, um sie dann so lukrativ wie möglich zu verkaufen. Vom Spielprinzip her ist Great Western Trail das vielleicht einfachste Strategiespiel, das ich je gespielt habe. Wir bewegen unseren Cowboy, führen eine Aktion aus und ziehen die Handkarten nach. Die Züge sind sehr schnell, die Optionen einfach und die Wartezeiten dementsprechend angenehm kurz. Aber dennoch gibt es viel zu beachten um den Sieg davonzutragen.
Neue Häuser sollten auf dem Weg errichtet werden, um mehr Aktionen zu haben und auch Zölle zu bekommen; Neue Kühe sollten erworben werden, um eine bessere Herde zu haben; Die Zuglinie sollte ausgebaut werden, um bessere Märkte zu erreichen. Für all dies gibt es unzählige kleine Details und Mechaniken, die wunderbar ineinandergreifen und ein tolles Spielerlebnis ermöglichen. Die wichtigste Entscheidung ist jedoch, auf welcher Route man sich bewegen möchte und wieviele Felder man überspringen möchte. Soll ich meinen Weg so schnell wie möglich zurücklegen und öfters Kühe verkaufen oder lieber langsam unterwegs sein, mehr Aktionen machen, dafür aber seltener verkaufen?
Das faszinierend-innovative bei diesem Spiel ist, dass man sich öfters über die Route bewegt. Man startet also nicht wie meistens bei Punkt A und Punkt B ist das Ziel, sondern wenn man am Ende des Weges die Kühe verkauft hat, startet man wieder am Anfang bei seiner Ranch, um erneut die Rinderherde entlang des großen westlichen Weges zu bewegen. Doch der Weg verändert sich ständig, wodurch man immer länger braucht, aber auch mehr Optionen hat.
Fazit: Ich kann dieses Spiel jedem Vielspieler nur wärmstens empfehlen.

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