Spiel: Underwater Cities (Delicious Games)

Tolles Strategiespiel!
Von Vladimír Suchý (ca. 80-150 Min.; 1-4 Spieler)
In diesem Worker-Placement-Spiel geht es darum, eine Siedlung unter Wasser aufzubauen und dabei mehr Ruhmespunkte zu sammeln als die Gegner. Dabei führen wir jede Runde genau eine Aktion aus, was sehr schnell geht und daher hält sich die Downtime in Grenzen. Das Prinzip beim Ausführen der Aktionen ist dasselbe wie beim großartigen Lisboa (Eagle-Gryphon Games), man muss nämlich immer auch eine Karte aus der Hand ablegen. Wenn die Karte farblich zur Aktion passt, erhält man einen Bonus, wenn nicht, dann ist die Karte halt einfach weg. Man steht also immer vor dem sehr interessanten Dilemma, ob man eine Aktion ausführen möchte, weil man genau diese Karte haben möchte oder weil man die Aktion braucht. Doch wenn ich die Aktion unbedingt brauche und keine passende Karte auf der Hand habe, welche werfe ich dann ab? Auf was kann ich verzichten? Das führt zu sehr interessanten Entscheidungen.
Ich sammle also Ressourcen, um damit Habitate und Tunnel zu errichten, mit denen ich noch mehr produzieren kann, was ich dann irgendwann in Ruhmespunkte umwandeln kann. Alles eine sehr geradlinige Sache, wenn jeder jede Aktion ausführen dürfte. Aber sobald ein Spieler irgendwo sitzt, ist diese Aktion blockiert. Es gilt also ständig, seine Strategie anzupassen und Alternativen parat zu haben.
Das Spiel bietet interessante Dilemmata und Entscheidungen, schaut optisch toll aus und bereitet mir als Vielspieler ordentlich Spaß. Es erinnert auch an Terraforming Mars (Schwerkraft-Verlag), das mir ja nicht gefallen hat, und ist in meinen Augen – eh klar – viel besser.
Es gibt aber natürlich auch einige Schwächen. Ein Startspielervorteil ist dadurch gegeben, dass der sich auf das erste Ressourcenproduktionsfeld setzen kann, der zweite dann aufs zweite und der dritte und vierte Spieler gehen leer aus. Speziell in den Runden der ersten Ära gibt es eigentlich keine andere Option, als sich dorthin zu setzen. Das bringt mich zur zweiten Schwachstelle: Kartenglück. Wenn ich ideale Karten in der Hand habe, kann ich es verschmerzen, nicht auf so ein Feld zu gelangen. Aber es kann auch ordentlich Kartenpech geben, wenn du etwa nur Karten einer Farbe in der Hand hast oder Endlos- und Produktionskarten erst bei Spielende ziehst. Das sind alles Elemente, die durchaus frustrierend sein können. Natürlich gibt es die Möglichkeit Prestige zu sammeln, um in der nächsten Runde der Startspieler zu sein oder Aktionen zu verwenden, bei denen man mehr Karten zieht. Aber zu bestimmten Zeitpunkten fühlt es sich nicht mehr wie eine Option, sondern wie ein Zwang an.
Diese Frustelemente gibt es jedoch nur in der ersten Ära. Wenn ich irgendwann eine gute Kartenauslage vor mir habe und auch die eigene Produktion läuft, dann bin ich nicht mehr vom Kartenglück und bestimmten Aktionen abhängig, dann startet der Kampf um den Sieg. Also ja, die ersten Runden können sich teilweise frustrierend anfühlen, aber das legt sich dann und danach macht das Spiel viel Spaß.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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