Spiel: Terra Mystica (Feuerland Spiele)

Von Helge Ostertag und Jens Drögemüller (ca. 60 Min.; 2-5 Spieler).
Äußerst innovatives Strategiespiel.
Verschiedene Völker wollen das Land „Terra Mystica“ besiedeln und natürlich die Oberherrschaft erlangen. Doch ganz so einfach geht das nicht, vieles gilt es zu bedenken:
1) Jedes Volk hat eine eigene Landschaftsart, auf der es bauen kann. Daher muss erstmal Terraforming stattfinden, um überhaupt etwas zu bauen. Je schwieriger die Startlandschaft für dein Volk ist, desto mehr Ressourcen musst du ausgeben.
2) Damit nicht jeder in seinem Eck alleine baut, ist es so, dass direkt benachbarte Mitspieler immer dann „Macht“ bekommen, wenn ich etwas baue. Daher versucht natürlich jeder so zu bauen, dass die anderen neben dir bauen müssen und dir somit „Macht“ schenken.
3) Damit ist aber noch nicht genug. Jeder Spieler hat jede Menge Optionen, die er in jeder Runde natürlich am liebsten alle nutzen würde. Doch leider hat man fast keine Ressourcen und muss sich daher ganz genau überlegen, was man macht. Das führt leider oft zu einer sog. Analyse Paralyse und kann das Spiel ordentlich in die Länge ziehen.
4) Der Mechanismus, mit dem ausgerechnet wird, wieviele Ressourcen man jede Runde bekommt, ist derart, für mich jedenfalls, noch nie dagewesen und Leute, die Terra Mystica das erste Mal spielen, werden zu Beginn große Schwierigkeiten haben, vorauszuplanen. Der Mechanismus ist aber echt toll.
Fazit: Terra Mystica ist absolut zu empfehlen. Es ist aber ein Spiel, das hohe Konzentration und Planerei erfordert.

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Serie: The Last Ship – Staffel 1

Kino in Kleinformat.
Als eine tödliche und hoch ansteckende Krankheit ausbricht und die gesamte Menschheit bedroht, liegt es an einem Schiff der US Navy, ein Heilmittel zu finden und die Welt zu retten.
Zugegeben, die Story ist nicht besonders innovativ und auch die wissenschaftliche Korrektheit sollte nicht unbedingt hinterfragt werden. Dennoch weist die Serie eine hohe Produktionsqualität auf und hat sehr gute Schauspieler. Allein die Action-Szenen sind auf absolutem (und gutem) Kino-Niveau. Dazu kommt noch der hohe Realismus. Die Krankheit bleibt eine Krankheit und die Menschen auf dem Schiff bleiben ganz normale Menschen, es gibt keine abstrusen Entwicklungen.
Die letzte Folge ist eine typische Folge, die gedreht wurde, nachdem man wusste, ob es eine zweite Staffel geben würde oder nicht. Es wird eine geben und daher haben wir diesen Cliffhanger. Würde es keine zweite Staffel geben, hätte man da ein paar Szenen austauschen können und ein Happy End gehabt.
Fazit: Mir gefällt die Serie sehr. Sie bietet gute Unterhaltung und macht von Anfang an Lust, diese Charaktere weiter kennenzulernen.

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Spiel: Im Wandel der Zeiten – Das Würfelspiel: Eisenzeit (Pegasus)

Von Matt Leacock und Tom Lehmann (ca. 30-34 Min.; 1-4 Spieler).
Der Nachfolger von Im Wandel der Zeiten – Das Würfelspiel: Bronzezeit bietet einige Neuerungen.
Das Spiel funktioniert grundsätzlich genau gleich wie der Vorgänger: Würfeln, sammeln und ankreuzen. Es gibt aber einen neuen Würfel und daher einige neue Symbole. Die größte Neuerung aber ist der „Konflikt“. Neben Waren erhält man jetzt auch Stärke, die man dann für Tribute einsetzen kann, oder zur Verteidigung.
Wer Bronzezeit kennt, wird hier beim ersten Mal spielen etwas vor den Kopf geschlagen sein. Du willst es intuitiv genauso spielen, wie den Vorgänger, aber es gibt leider zu viele Details, die dich damit keinen Erfolg erringen lassen.
Zwei Mankos gibt es: Erstens finde ich das Spiel nicht ganz ausbalanciert. Die Schiffe sind komplett sinnlos und die Provinzen viel zu stark. Wenn man bei den Provinzen wenigsten keinen Tribut bekommen würde…
Zweitens missfällt mir das Thematische. Während bei Bronzezeit alles noch allgemein war, also sowohl in Skandinavien, als auch im Vorderen Orient oder Asien sein könnte, wird jetzt die globale Eisenzeit mit dem römischen Reich gleich gesetzt.
Fazit: Wer die Bronzezeit besitzt, sollte es dabei belassen. Ansonsten ist Eisenzeit ein fast genauso tolles Spiel wie der Vorgänger.

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Spiel: Auf nach Indien (Pegasus)

Von Hisashi Hayashi (ca.30-40 Min.; 3-4 Spieler).
Ich habe das Gefühl, in den letzten Jahren kommen immer mehr Spiele aus Japan zu uns. Nicht zuletzt deshalb, da die japanischen Autoren westliche Themen verarbeiten. Dadurch wiederum wächst auch das Interesse an Spielen derselben Autoren mit japanischen Themen. Für uns kann es nur gut sein, bekommen wir so doch mehr Spiele auf den Tisch.
In Auf nach Indien gilt es, den Seeweg von Lissabon nach Indien zu entdecken. Dabei sollten wir Waren einsammeln und verkaufen, damit wir Geld haben, um Technologien, weitere Schiffe und Gebäude zu bauen. Klingt eh alles ganz einleuchtend. Nur ist es kein Aufbau-Strategiespiel, wie man vermuten würde, und das Thema selbst ist auch nur auf einen innovativen Mechanismus geklebt worden.
Was also ist das für ein Spiel? Es ist ein minimalistisches Managerspiel mit wenigen Karten und ein paar Würfelchen. Das heißt aber nicht, dass es schlecht ist. Das Managen der Würfelchen ist sehr spannend und interessant. Aber es ist nicht unterhaltsam, ein Strategiespiel eben.
Du hast nie das Gefühl, dass du etwas entdeckst und auch die Interaktion mit den Mitspielern, der Wettkampf, ist kaum vorhanden. Auf nach Indien daher als Worker-Placement zu bezeichnen, ist zwar korrekt, aber verwirrend. Du blockierst nämlich nur zu Beginn Felder für andere Spieler. Mit der Zeit ist der Weg länger und es gibt immer viele Möglichkeiten.
Es ist vor allem ein mathematisches Spiel, da du intensiv darüber nachdenkst, wie du das meiste aus deinen mikrigen Mitteln rausholen kannst. Da aber beinahe jede zweite Runde deine Aktion „Waren verkaufen“ sein wird, gibt es meist auch nicht so viel zu überlegen.
Fazit: Das Spiel hat einen sehr interessanten Mechanismus und in einer Runde, in der alle gerne grübeln und rechnen, wird das Spiel auch ein Erfolg sein.

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Buch: Rowland, Laura Joh – Die rote Chrysantheme. Sano Ichiros elfter Fall.

Spannender Krimi im mittelalterlichen Japan.
Inhalt: Sano Ichiro und seine Frau Reiko werden beide gleichzeitig zweier brutaler Vergehen beschuldigt. Sano des Hochverrats und Reiko des Mordes. Sano schafft es, den Shogun zu überzeugen, ihm etwas Zeit zu gewähren, seine Unschuld zu beweisen. Jetzt beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, in dem es für Sano nicht nur gilt, die wahren Täter zu finden, sondern auch seinen politischen Feinden immer einen Schritt voraus zu bleiben.
Das mittelalterliche Tokio (Edo) erwacht zum Leben mit all seinen Facetten und Details. Die Geschichte ist spannend bis zum Schluss, immer wieder mit überraschenden Wendungen und der Leser spürt regelrecht, wie Sano die Zeit davonläuft.
Natürlich sollte man normalerweise nicht mit dem elften Band in einer Serie beginnen, doch Krimi-Reihen lassen dies für gewöhnlich zu und so kann auch dieses Buch hier gelesen werden, ohne die zehn Vorgänger zu kennen. Wobei ich zugeben muss, das Interesse wurde geweckt, diese jetzt auch zu lesen. Falls ich sie mal finde und Zeit dazu habe.
Einziges Manko für mich stellt der Ermittler Hirata dar. Er hat nämlich eine fantastische und daher eindeutig unhistorische Fähigkeit erlernt. Diese wird leider einmal als Deus Ex Machina verwendet, anstatt einen realsitischen Ausweg zu finden. Ich persönlich finde das unnötig und es stört auch nur. Aber das ist nur ein kleines Detail, das dem Buch allgemein nicht viel anhaben kann.
Fazit: Ein absolutes MUSS für Japan-, Krimi- oder Geschichte-Fans.

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Serie: Utopia – Komplette Serie (Staffel 1-2, fertig)

Eine Serie für Freunde von Verschwörungstheorien.
Als ein Comic-Fan das Manuskript eines unveröffentlichten Comics erhält, bricht Chaos aus. Plötzlich sind alle möglichen Menschen aus den verschiedensten Geheimorganisationen hinter ihm und seinen Freunden her und schrecken dabei vor nichts zurück. Doch weshalb? Welches Geheimnis enthält dieses Manuskript?
Vor ein paar Jahren noch hätte ich diese Serie geliebt, hätte sie verschlungen. Doch jetzt, ich weiß es nicht. Bin ich zu alt? Habe ich bereits zu viel gesehen? Der ganze Stil der Serie, der Rhythmus und die Bilder sind wirklich toll, der Plot sehr spannend bis zum Ende. Doch irgendwie konnte mich Utopia einfach nicht fesseln. Aber ich kann nicht erklären, woran das liegt.
Die zweite Staffel endet leider offen und eine dritte wurde nicht gemacht. Dennoch ist dieses offene Ende kein Problem, denn es passt voll zum Plot, allgemein zu diesem Genre.
Fazit: Die Serie ist sehr gut und ich bin mir sicher, dass sie vielen gefallen wird. Sie ist sehr eigenartig und man muss dieses Genre gern haben.

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Film: Let’s be Cops – Die Party Bullen (2014)

Nette Komödie für Zwischendurch.
Komödie mit Damon Wayans, Jr. und Jake Johnson von Luke Greenfield. 104 Min.
Inhalt: Zwei Männer erkennen in ihrem 30. Lebensjahr, dass sie nichts erreicht haben. Sie gehen zu einem Kostümball als Polizisten verkleidet und werden auf dem Heimweg wirklich für solche gehalten. Die beiden nutzen das natürlich aus, was zu zahlreichen lustigen Momenten führt.
Die Idee des Films ist nett und führt zu einigen witzigen Situationen. Doch wie immer in Hollywood, artet der Film am Ende in ein Actionfeuerwerk aus.
Fazit: Wer lachen möchte und nichts großartiges erwartet, ist hier genau richtig.

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Film: Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth (2014)

Actionspektakel mit Jugendlichen ohne Sinn.
Abenteuer/Sci-Fi/Fantasy/Jugend-Film mit Dylan O’Brien von Wes Ball.113 Min.
Inhalt: Eine Gruppe von Jugendlichen, ihrer Erinnerungen beraubt, befindet sich in der Mitte eines Labyrinths und sie haben keine Ahnung, was los ist. Irgendwie müssen sie überleben und einen Ausweg finden.
Der Film hat sehr viel, was für ihn spricht: Beinahe alle jugendlichen A-Schauspieler, die es irgendwo gibt, wurden gecastet, weshalb das schon mal Top ist. Nicht „Stars“, sondern gute Schauspieler. Dazu kommen noch die tollen Effekte und eine bis zum Ende anhaltende Spannung. Alles in allem ein guter Film.
Wenn da nicht dieses Ende wäre. Aber das liegt an der Romanvorlage, nicht am Film. Denn die Erklärung, weshalb das alles passiert, ist sehr abstrus und nicht zufriedenstellend. Ganz ehrlich: Nicht jede gute Idee muss auch verschriftlicht oder verfilmt werden, wenn man es nicht schafft, das in ein plausibles Umfeld zu stellen.
Fazit: Tolle Unterhaltung, aber nicht zu sehr über den Sinn nachdenken.

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Film: Liebe to go – Die längste Woche meines Lebens (2014)

Ein misslungener Versuch, Woody Allen und Wes Anderson zu imitieren.
Spielfilm mit Jason Bateman von Peter Glanz. 86 Min.
Inhalt: Ein erwachsener, reicher Mann wird plötzlich nicht mehr von seiner Familie unterstützt und erkennt, dass er nichts kann. Er versucht, eine Woche zu überleben, in welcher er eigentlich nicht viel erlebt und fast keine Wandlung durchläuft. Am Ende erhält er wieder die Unterstützung seiner Familie.
Ich denke durchaus, dass die Story großes Potenzial hätte, hier aber in die falschen Händer geraten ist. Die Charaktere sind unsympathisch, Witze nicht witzig und irgendwann hofft man nur noch, dass endlich Sonntag und die Woche vorbei ist. Ein toller Hintergrund, New York als Fassade und jede Menge gelungene Details machen leider noch keinen guten Film.
Fazit: Hände weg!

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Film: Madame Mallory und der Duft von Curry (2014)

Ein grandioses, kulinarisches Märchen.
Spielfilm mit Helen Mirren und Manish Dayal von Lasse Hallström. 124 Min.
Inhalt: Eine indische Familie muss nach Europa fliehen und versucht hier nun den perfekten Ort zu finden (sogar in den Dolomiten), um ein Restaurant zu eröffnen, wie sie es in ihrer alten Heimat besessen hatten. In einem kleinen, französischen Dorf beschließen sie schließlich, sich niederzulassen. Dort kommt es aber zum Konflikt mit einem Nobelrestaurant. Erst der Sohn der indischen Familie, ein kulinarisches Genie, schafft es, die kulturellen Gräben zu überbrücken.
Noch nie habe ich einen Film gesehen, in welchem die Küche, das Kochen, die Suche nach den perfekten Zutaten etc. so wunderbar dargestellt wurde. Es wird kaum jemanden geben, der diesen Film sieht, und nicht sofort in die Küche läuft und selber etwas zaubern möchte.
Dazu kommt noch der liebevoll dargestellte Restaurantkonflikt, sowie eine süße (im doppelten Sinne) Liebesgeschichte.
Fazit: Absolut sehenswert!

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