Buch: Taylor, Dennis E. – Die Singularitätsfalle

Nette Sci-Fi-Story.
Inhalt: Schon sein ganzes Leben lang wird der Computerspezialist Ivan Pritchard vom Pech verfolgt. Um seiner Familie endlich ein komfortableres Leben zu ermöglichen, möchte er sein Glück nun mit Asteroiden versuchen und heuert auf der »Mad Astra« an. Die Suche verläuft tatsächlich erfolgreich, doch dann kommt Ivan mit einer geheimnisvollen Substanz in Berührung, die ihn nach und nach in einen Mann aus Chrom verwandelt.
Ich habe bei diesem Buch sofort zugegriffen, weil es vom selben Autor stammt, der auch die fantastische Bobiversum-Trilogie geschrieben hat. Doch leider kommt hier nie derselbe Charme auf wie dort. Das erste Kapitel erinnert zwar stark an jene Buchreihe, aber das ist es auch schon. Zu viele Charaktere werden zu schnell eingeführt, weshalb der Beginn extrem mühsam ist. Zwischendurch hat man das Gefühl, als hätte er erfolglos versucht den Stil von Neuvel in Giants zu imitieren. An anderen Stellen wirkt es so, als wäre der Plot stark an den ersten Band von The Expanse angelehnt. Nichtsdestotrotz schafft der Autor es aber, eine eigenständige Geschichte zu entwickeln, die ab dem Kontakt mit der fremdartigen Substanz auch durchaus spannend ist. Zu den Bereichen Wissenschaft und Technologie hat der Autor ausführliche Recherchen betrieben, was man auch merkt und sehr interessant ist. Seine hypothetische politische Entwicklung der Erde ist hingegen weniger nachvollziehbar. Auch die Auflösung am Ende hat mich etwas zwiespältig zurückgelassen. Einerseits ist sie schön und zufriedenstellend, andererseits haben mich einige Erklärungen und Entwicklungen nicht wirklich überzeugt.
Das Buch ist nicht schlecht, keinesfalls, aber auch nicht großartig. Es lebt vom Namen des Autors und sticht nur deshalb aus der Masse heraus. Es war eine angenehme, kurzweilige Lektüre, die nur deshalb enttäuscht, weil man mit einer zu großen Erwartungshaltung herantritt, das klassische Schicksal eines jeden Werkes, das auf einen Bestseller folgt.
Fazit: Kann gelesen werden.

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Serie: Fresh Off the Boat – Staffel 6 (abgeschlossen)

Eine meiner liebsten Serien der letzten Jahre hat nun ihr Ende gefunden.
Wir haben hier eine gelungene Fortsetzung der fünften Staffel, also toller Humor nach dem bewährten Rezept: Generelle Probleme mit einem chinesischen Touch. Es macht einfach Spaß, dieser Familie zuzuschauen, wie sie trotz all ihrer Eigenheiten versucht den Alltag zu meistern.
Ich bin sehr froh, dass hier noch eine Staffel dazugegeben werden, wenn auch nur eine verkürzte. Die letzte Episode der fünften Staffel war zwar durchaus gut, hat sich aber nicht wie ein Serienfinale angefühlt. Hier hingegen wurde nun ein klarer, zufriedenstellender Abschluss geliefert. Es war ein Genuss, diese neuen Folgen zu schauen.
Fazit: Die gesamte Serie ist sehr zu empfehlen.

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Film: Rambo 5 – Last Blood (2019)

Ich mag einfach keine Splatterfilme.
Action mit Sylvester Stallone von Adrian Grünberg. 159 Min.
Inhalt: Die Tochter von Rambos Haushälterin wurde von einem Menschenhändlerring entführt. Rambo wollte sich eigentlich zur Ruhe setzen. Doch schließlich nimmt er den Kampf gegen die kriminelle Organisation auf.
Das hier ist die Art von Actionfilmen die ich nicht mag. Für mich sollte ein ordentlicher Actionfilm gut choreographierte Kämpfe, tolle Effekte und coole Stunts beinhalten, also visuell ansprechend sein und nicht nur, so wie hier, reine Splatterszenen aneinanderreihen. Außerdem sollte ein Actionfilm entweder Humor haben oder eine spannende Story mit interessanten Charakteren, aber nicht wie hier nichts von Beiden. Das Einzige, was dieser Film schafft, ist ein Bedürfnis von Leuten zu befriedigen, die gerne sehen, wie Kriminelle niedergemetzelt werden und dann ausrufen können: „Ja, geschieht euch recht!“
Ursprünglich ging es bei Rambo ja darum zu zeigen, wie ein Mensch, der einmal den Krieg erlebt hat, diesen nicht mehr loswerden kann, ihn immer mit sich trägt. Es ging aber auch um eine kritische Aufarbeitung der jüngeren amerikanischen Geschichte. Jedoch bereits im zweiten Teil des Franchises verkam Rambo zu einer eindimensionalen Figur und im Heyne Filmlexikon von 1996 steht dazu: „An den Haaren herbeigezogene Handlung, die nur ein Vehikel für maßlose Gewaltdarstellungen ist.“ Dieses Zitat kann auch auf alle nachfolgenden Teile und inklusive jetzt den fünften Teil bezogen werden. Rambo ist eben eine brutale, effektive Ein-Mann-Armee, der weiß, wie man massenweise Gegner abschlachtet und Stallone, mit seinem steinharten Gesicht verkörpert ihn einfach ideal. Das einzige lobenswerte an all den Rambo-Filmen ist, dass Stalone es perfekt versteht einen Charakter zu spielen, der nur eine Sache kann, die dafür meisterhaft, nämlich töten, das aber absolut nicht will und es dann trotzdem tut. Eine freudlose Pflichterfüllung.
Fazit: Ich kann den Film nicht empfehlen, aber es wird sicher ein Publikum dafür geben.

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Spiel: Fog of Love (Pegasus Spiele)

Langweiliges 2-Personen-Spiel mit kontraproduktiven Mechaniken.
Von Jacob Jaskov (ca. 60-120 Min.; 2 Spieler)
Das Problem des Spiels ist, dass es zwei Mechaniken verwendet, die gemeinsam nicht funktionieren, weil sie sich gegenseitig aushebeln. Einerseits ist das hier ein Rollenspiel. Die beiden Spieler schlüpfen also in die Rollen von einem Liebespaar und erhalten einige zufällige Eigenschaften, die man ins Rollenspiel einbauen sollte. Man erhält Fragen, die man geheim beantworten sollte und dadurch bekommt man Punkte. Das klingt doch eigentlich recht nett und lustig. Doch andererseits muss man in verschiedenen Kategorien Punkte sammeln und meistens weiß man, welche Antwort in welcher Kategorie Punkte bringt. Das führt dazu, dass ich höchstselten eine Antwort entsprechend meiner Rolle gebe, sondern meistens jene Antwort, die mir die Punkte bringt, die ich für meinen geheimen Auftrag brauche. Wenn ich mich also rein auf das Rollenspiel einlasse, kann ich nicht gewinnen, wenn ich mich aber an meinem Auftrag orientiere und zum Sieg hin spiele, gibt es überhaupt keine Entscheidungsfreiheit und das Spiel ist einfach nur langweilig. Dazu kommt noch, dass es beinahe unmöglich ist, den Auftrag zu erfüllen und meisten beide Spieler verlieren.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

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Buch: Naylor, Grant – Better Than Life

Seltsam und zwischendurch witzig.
Inhalt: Die Crew eines Raumschiffes ist in einer virtuellen Realität gefangen. Nach einem hochkomplexen Ausbruch sehen sie sich einem Schwarzen Loch gegenüber.
Das Problem hier ist – und irgendwie war das beim Ergreifen des Buches nirgends ersichtlich – dass dieses Buch auf der TV-Serie Red Dwarf basiert, die ich nie gesehen habe, und auch noch die Fortsetzung eines anderen Romans ist. Aufgrund meiner mehrjährigen Erfahrung mit diesem Genre habe ich mich aber dennoch rasch zurechtgefunden, denn irgendwie ist das Buch eh alleinstehend und das Vorwissen kann man sich irgendwie selbst zusammenreimen. Am Ende ist das aber unnötige Mühe, denn der Plot ist nicht wirklich spannend und die wenigen witzigen Momente rechtfertigen die Lektüre nicht, außer man ist eben ein Fan der Serie, was ich nicht bin. Zum Glück ist das Buch aber relativ kurz, weshalb ich nur wenig Zeit vergeudet habe.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

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Film: Joker (2019)

Ich finde, da wird mehr hineininterpretiert, als da ist.
Drama / Thriller mit Joaquin Phoenix von Todd Phillips. 122 Min.
Inhalt: Für den an einer seltenen Lachstörung leidenden Comedian Arthur Fleck geht es im Gotham City der 80er Jahre in allen Bereichen des Lebens bergab. Der erhoffte Erfolg in seinem Job bleibt aus; er verliert seine Stelle als Clown und wird von einer, den Bach hinuntergehenden Gesellschaft nicht beachtet und misshandelt. Über dunkle, psychische Abgründe führt ihn sein Weg immer weiter hin zum Wahnsinn und dem Dasein als irrer Clown und Symbol der Anarchie.
Als Joker-Origin-Story innerhalb des DC Universums funktioniert dieser Film sehr gut und passt vom Tonfall her ideal zur fantastischen The-Dark-Knight-Trilogie von Christopher Nolan. Mehr ist der Film in meinen Augen aber nicht und das liegt daran, dass Arthur Fleck bereits zu Beginn psychisch krank ist und auf eine extrem traumatische Kindheit zurückblickt. In diesem Sinne zeigt der Film eigentlich nichts anderes, als dass das Sozialsystem nicht funktioniert und wie wichtig Medikation ist – Uh, welch Erkenntnis! Ich persönlich finde, der Film wäre viel intensiver gewesen, hätte seine Botschaft viel stärker vermittelt, wenn der Hauptcharakter nicht klischeehaft psychisch krank wäre, sondern normal. Ein Mann, der in ärmlichen Verhältnissen aufwächst und versucht gegen alle Widerstände seinen Platz in der Welt zu finden, seinen Traum zu verwirklichen, aber in dieser Ellbogen-Gesellschaft, in der nur Geld und Vitamin B regiert einfach nicht weiterkommt, ständig fertiggemacht wird und schließlich durchdreht.
Wie dem auch sei, ich finde Phoenix spielt fantastisch und der Film ist auch durchaus spannend, hat mich also wirklich gut unterhalten.
Fazit: Empfehlenswert.

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Gedankensprung: Der Einfluss des Weltgeschehens auf unseren Spieltisch

Ein Spieleabend mit Brett- und Kartenspielen ist eigentlich dazu da, sich vom Alltag, von der Realität loszulösen und mit Freunden ein einer anderen Welt, in einem Puzzle zu versinken. Es passiert schon öfters, dass dieses Hobby auch mit dem Weltgeschehen konfrontiert wird, aber speziell diese Woche war es recht eklatant.
Zunächst wurde bekannt, dass mehrere Vertreiber aufhören, Spiele aus den USA zu importieren, weil die Strafzölle diese unverhältnismäßig teuer machen würden. Manche Spiele sind also für uns hier in Europa nicht mehr erhältlich. Manche Vertreiber importieren weiter, werden aber entsprechend die Preise erhöhen. US-Spiele nicht mehr in Europa und europäische Spiele nicht mehr in den USA, soll das die Zukunft sein? Nun, lokale Verlage werden weiterhin Lizenzen kaufen, die Spiele übersetzen und hier dann unter dem eigenen Namen verkaufen. Wer also eh nur Spiele auf Deutsch kauft, wird wohl kaum etwas merken. Ob das gut oder schlecht für die Industrie ist, für Verlage, Autoren und Konsumenten, kann jeder für sich selbst philosophieren.
Neben dieser Nachricht wurde auch bekannt, dass einige Spiele und Erweiterungen, auf die wir warten und uns schon freuen, sich verzögern werden, weil diese in China produziert werden, dort jedoch die Fabriken wegen des Corona-Viruses geschlossen sind. Der Ruf, die Produktion in ein anderes Land zu verlegen, ist lächerlich. Bitte, Spiele sind Luxusgüter und statt sich über so etwas zu beschweren sollte man die Zeit nutzen und Spiele spielen, die man bereits im Regal stehen hat und ewig nicht ausgepackt hat.
Dazu passend, aber etwas älter, ist die Nachricht, dass iranische Spieleverlage bei der Spielemesse in Essen 2019 nicht haben ausstellen dürfen. Bei der weltgrößten Spielemesser der Welt, bei der Verlage aus allen Ländern der Welt ihre Spiele präsentieren und Konsumenten die Gelegenheit haben, Spiele kennenzulernen, die es normalerweise im lokalen Spielegeschäft nicht gibt, wurde iranischen Spieleverlagen das Visum verwehrt. Bauernopfer der Politik.
Diese Beispiele zeigen, dass man sich noch so sehr in sein Hobby verkriechen, dem Alltag entfliehen, der Welt den Rücken zukehren kann, aber die Realität wird einen immer einholen.

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Spiel: Imhotep – Das Duell (Kosmos)

Tolles 2-Personen-Spiel.
Von Phil Walker-Harding (ca. 30 Min.; 2 Spieler)
In diesem äußerst taktischen und minimalistischen Spiel geht es darum, Mehrheiten zu sammeln. Dabei haben wir in jedem Zug die Option, entweder ein Männchen auf ein freies Feld des 3×3-Rasters zu stellen oder eines der 6 Schiffe zu entladen. Wenn wir ein Schiff entladen, erhält jedes Männchen in dieser Reihe eines der Plättchen, die auf dem Schiff sind, welche für die Mehrheiten gesammelt werden.
Das Spiel bietet einige interessante Entscheidungen und spannende Dilemmata, macht bis zum Ende Spaß. Wohin stelle ich mein Männchen? Oder entlade ich ein Schiff? Vielleicht sollte ich ein schlechtes Schiff entladen, wodurch zwar der Gegner Plättchen bekommt, dadurch aber Felder auf dem Raster frei werden?
Fazit: Empfehlenswert.

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Buch: Corey, James S. A. – Auberon (The Expanse 8.5)

Tolles Angebot, um die Zeit bis zum nächsten Band zu überbrücken.
Diese Kurzgeschichte läuft eigentlich parallel zum siebten Band Persepolis Rising, die Nummerierung ist also ein bisschen komisch, aber das ist mit allen Expanse-Kurzgeschichten so.
Die hier erzählte Geschichte ist eine Kopie eines Handlungsstranges aus Persepolis Rising, nur dass sie hier auf einem Planeten spielt und nicht wie dort auf einer Raumstation. Außerdem gibt es einen entscheidenden Unterschied, weshalb sie sich auf interessante Weise anders entwickelt. Weiters kehrt hier ein Charakter zurück, den wir bereits in der Kurzgeschichte The Churn kennengelernt haben. Wer diese nicht gelesen hat, sollte jetzt die Gelegenheit dazu ergreifen, denn sie ist wirklich sehr gut.
Fazit: Lesenswert.

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Film: Parasite (2019)

Toller Film mit diskutablem Ende.
Drama / Thriller mit Choi Woo‑shik von Bong Joon-ho. 132 Min.
Inhalt: Als Ki-woo einen Posten als Nachhilfelehrer bei den reichen Parks bekommt, sorgt er dafür, dass seine Eltern und seine Schwester ebenfalls eingestellt werden. Die Familie profitiert vom luxuriösen Lebensstil der Parks, doch dann stoßen sie auf ein dunkles Geheimnis. Es kommt zu einem Zwischenfall und die Situation läuft aus dem Ruder.
Die Idee des Films ist wirklich toll und leider nicht spezifisch für Südkorea, sondern durchaus global. Klassenunterschiede als Konfliktpotenzial, die aber unterdrückt werden, um als Parasiten schmarotzen zu können. Doch wer sind die wahren Parasiten?
Das Ende ist aufgrund einer Wendung im Film konsequent, durchaus okay, dennoch hätte ich mir ein anderes gewünscht. Aber das ist mein persönlicher Geschmack. Viele sind zufrieden und es ist ja auch nicht schlecht.
Dass der Film den Oscar gewonnen hat, ist für mich absolut nachvollziehbar. Plot, Charaktere und Produktionsqualität bieten hier einfach ein gelungenes Paket mit einer aktuellen, sozialkritischen Botschaft.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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