Serie: Altered Carbon – Staffel 1

Eine tolle Cyberpunk-Science-Fiction-Serie mit einem schwachen Ende.
Natürlich gefällt mir die Serie, spielt sie doch in einem gut durchdachten, futuristischen Universum und bietet einen spannenden Plot mit interessanten Charakteren. Visuell haben wir hier die gewohnt hohe Netflix-Qualität, gut gemachte Technologie und Kämpfe.
Die Serie spielt im 24. Jahrhundert in einer Welt, in der es möglich ist, sein Bewusstsein mitsamt Erinnerungen auf einem sogenannten kortikalen Stack zu speichern, und in andere Körper einzusetzen. Im Mittelpunkt der Handlung steht der ehemalige Elitesoldat Takeshi Kovacs, der 250 Jahre nach seinem Tod in den Körper eines Polizisten transferiert wird. Er erhält den Auftrag, einen Mord aufzuklären.
Stacks und Körpertausch sind das zentrale Element der Serie. Ein interessantes Konzept, dessen Möglichkeiten und Gefahren gut dargestellt werden. Doch leider wurde es nicht voll ausgenutzt. Ich verstehe aus produktionstechnischen Gründen, dass man die Schauspieler beibehalten möchte, damit es für den Zuschauer nicht verwirrend wird und auch nicht Unmengen an Leuten gecastet und bezahlt werden müssen. Das führt jedoch zu einigen erzwungenen, nicht logisch wirkenden Szenen, in denen irgendwie erklärt werden muss, warum man seinen Körper verteidigt und beibehalten möchte. Ich verstehe es und möchte es daher auch gar nicht kritisieren, weil es ja nicht wirklich schlimm ist, nur irgendwie schade.
Was aber sehr wohl kritisiert werden muss, ist das Ende. Dieses ist durchaus zufriedenstellend abgeschlossen, die Geschichte ist fertig erzählt und es braucht eigentlich keine weitere Staffel mehr. Es ist nur so schnell gekommen, überhastet. Die letzten beiden Folgen hätten ruhig weiter ausgebaut werden können, aber dann hätten 10 Folgen nicht gereicht. In diesen letzten beiden Folgen hat es daher leider auch einen Qualitätsabfall gegeben, der aber nicht so extrem ist, dass er die Serie ruinieren würde, ganz und gar nicht.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Film: Blade Runner 2049 (2017)

Was für ein toller Film. Noch nie hat mir ein Charakter so leid getan. Sehr gut gemacht.
Science-Fiction mit Ryan Gosling von Denis Villeneuve. 164 Min.
Inhalt: 30 Jahre nach den Ereignissen des ersten Films fördert ein neuer Blade Runner, der LAPD Polizeibeamte K (Ryan Gosling), ein lange unter Verschluss gehaltenes Geheimnis zu Tage, welches das Potential hat, die noch vorhandenen gesellschaftlichen Strukturen in Chaos zu stürzen. Die Entdeckungen von K führen ihn auf die Suche nach Rick Deckard (Harrison Ford), einem seit 30 Jahren verschwundenen, ehemaligen LAPD Blade Runner.
Der Originalfilm ist mittlerweile zu einem Kultstreifen geworden, den jeder (zumindest vom Namen her) kennt. Dieser Film hier ist eine würdige Fortsetzung, gefällt mir sehr gut. Dem Regisseur ist hier das Kunststück geglückt, dem Original treu zu bleiben und dessen Fans zufriedenzustellen, gleichzeitig aber auch modern genug zu sein, um ein neues Publikum zu gewinnen, die den ersten Teil auch gar nicht schauen müssen.
Der Film lebt von der Atmosphäre, vom Hintergrund und den Charakteren. Action ist spärlich und wenn, dann durchaus gut gemacht. Er ist kein Marvel- oder Star Wars-Film, weshalb er an den Kinokassen gefloppt ist. Es ist ein ruhiger Stil, gemächlich und tiefsinnig, absolut kein gemütliches Popcorn-Kino für die Abendunterhaltung.
Ich selbst war vom Film sofort gefesselt und fasziniert. Er ist vielleicht ein bisschen zu lang geraten, denn nach den ersten 120 Minuten hat mein Hirn langsam nicht mehr mitgemacht, aber die letzten 40 Minuten sind dann noch so spannend, dass ich hängen geblieben bin.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Gedankensprung: Spiele kaufen aber nicht spielen?

Sämtliche DVDs meiner spärlichen Sammlung waren schon einige Male in meinem Player, auch jedes Buch in meinem Regal habe ich gelesen, aber ein paar Spiele liegen immer noch originalverpackt in der Ecke. Ich habe sie jedoch nicht zu Sammelzwecken gekauft, wie immer wieder vermutet wird, sondern lediglich noch nie auf den Tisch gebracht. Jedenfalls nicht diese Exemplare des Spiels.
Nehmen wir zum Beispiel das Spiel Great Western Trail. Da es mir sehr gut gefällt, habe ich es mir gekauft, wenn wir es jedoch spielen, verwenden wir immer das Exemplar von wem anderen.
Wenn ich ein Sammler wäre, wäre das eine andere Diskussion. Dann würde ich Dinge kaufen, nur um die Lücken meiner Sammlung zu füllen. Das möchte ich aber nicht. Alles, was ich erwerbe, möchte ich auch benutzen, wenn auch nur ein einziges Mal. Daher stört es mich irgendwie, diese Spiele da in der Ecke stehen zu haben, die ich noch nie verwendet habe. Andererseits lese ich Bücher auch nur einmal, dann verstauben sie in meinem Regal. Naja, eigentlich versuche ich schon sämtliche Bücher herzuborgen, damit sie eben nicht nur ein einziges Mal gelesen werden.
Bücher sind zum Lesen gemacht, Spiele zum Spielen. Und wenn sie nur rumstehen, habe ich das Gefühl, dass sie ihre Bestimmung nicht erfüllen, es tut mir leid um sie.
Ich weiß aber von vielen Leuten, dass sie Spiele bei sich haben, auch schon mehrere Jahre, die sie noch nie gespielt haben, weder dieses, noch ein anderes Exemplar. Das würde mich wahnsinnig machen. Spätestens nach zwei Wochen hätte ich meinen Cousin, der gleichzeitig mein Nachbar ist, gezwungen, das mit mir auszuprobieren. Vielleicht bedeutet das aber auch, dass ich ein ungeduldiger Mensch bin. Wer sagt, dass ich ein Spiel spielen muss, nur weil es dort in der Ecke bereitsteht. Die zwei untersten Bücher meines (noch) ungelesenen Bücherturms liegen dort auch schon mindestens sieben Jahre, aber da stört es mich nicht. Warum? Weil mich andere Bücher immer mehr interessieren, ganz einfach.
Es ist aber auch eine Frage der Zeit. Ein Spiel habe ich an einem Abend normalerweise durch, bei einem Buch sitze ich eine Woche lang. Das ist aber eine andere Diskussion. Denn gespielt habe ich diese Spiele ja schon, nur nicht meine eigenen Exemplare. Vielleicht sollte ich sie verkaufen, weil sie eh noch original verpackt sind. Aber das will ich dann auch nicht, denn es sind ja gute Spiele und mein Regal berstet noch nicht, es herrscht also kein Platzmangel. Bin ich also doch ein Sammler? Ein Gelegenheitssammler sozusagen.

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Spiel: Fast Forward – Flucht (2F-Spiele)

„He, ich habe einen innovativen Spielmechanismus.“ – „Das Spiel ist Sch***!“ – „Aber es ist innovativ.“
Von Friedemann Friese (ca. 75-90 Min.; 1-4 Spieler)
Das innovative an diesem Spiel ist, dass es kein Regelheft gibt. Wow, voll cool. Dafür stehen halt die Regeln auf den Karten, die man hintereinander zieht, studiert und spielt. Und das ist auch schon das Spiel: Zieh eine Karte und mach, was draufsteht. Es gibt eine Monsterkarte, die ein Spieler irgendwann zieht. Die legt er vor sich ab. Sollte der Spieler mit dem Monster je wieder zum Zug kommen, haben alle verloren. Ehrlich, das ist kein Scherz! Das Spiel läuft also so, dass man versucht, dauernd die Spielrichtung zu ändern oder den Monster-Spieler zu überspringen. Der sitzt also wortwörtlich am Tisch und macht gar nichts. Es gibt auch Karten, durch deren Funktion die Spieler untereinander die Karten tauschen, da kann dann das Monster weiterwandern und ein anderer Spieler sitzt sinnlos am Tisch. Das geht so lange, bis der Stapel aufgebraucht ist. Hat man das geschafft, ohne das Monster zu aktivieren, haben alle gemeinsam gewonnen. Die Idee das Spiels ist also, dass es eigentlich ein Puzzle ist, wie man den Stapel aufbraucht ohne zu verlieren.
Fazit: Langweilig!

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Fast Forward: FLUCHT
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Buch: Guo, Xiaolu – Es war einmal im Fernen Osten

Ich habe diese Autobiographie nicht wegen der Autobiographie gelesen, was sehr interessant war.
Inhalt: Gleich nach der Geburt geben die Eltern, glühende Anhänger Maos, ihre Tochter in die Obhut eines kinderlosen Bauernpaares in den Bergen. Zwei Jahre später bringen diese die halbverhungerte Kleine zu ihren des Lesens und Schreibens unkundigen Großeltern. Ein Jahr später stirbt der Große Vorsitzende, und in China beginnt ein dramatischer gesellschaftlicher Wandel.
Eine junge Dame, die ich nicht kenne und von der ich noch nie etwas gehört habe, hat also eine Autobiographie geschrieben. Zugegeben, in Literatenkreisen ist ihr Name ziemlich bekannt und populär, bis zu mir ist er jedoch noch nie durchgedrungen. Aber ich finde Autobiographien von Personen, die noch nicht das Rentenalter erreicht haben, allgemein sinnlos. Anderseits schreibt sie selbst, dass sie nur mit Bücherschreiben in England begonnen hat, weil sie das Geld gebraucht hat. Vielleicht kann man dieses Buch hier auch darauf zurückführen.
Wie dem auch sei, finde ich das Buch, die ersten zwei Drittel zumindest, wirklich gut und sehr interessant. Ich wusste bisher sehr viel über die Ereignisgeschichte Chinas und die politischen Entwicklungen, aber einen richtig ausführlichen Bericht über das Leben der einfachen Menschen im kommunistischen China habe ich noch nicht in die Hände bekommen. Ich weiß sehr wohl, wie es in der Sowjetunion war, aber China ist doch etwas ganz anderes. Deshalb finde ich dieses Buch wirklich super, weil es einen Blick auf China wirft, den man so eigentlich nie bekommt.
Wie gesagt sind aber nur die ersten zwei Drittel interessant, also Kindheit in einem ärmlichen Fischerdorf und Jugend in einem Arbeiterwohnblock, der Vater ein Staatskünstler, die Mutter ehemalige Intellektuellenjägerin. Sobald die Autorin aber dann erzählt, wie sie in Peking studiert und dann nach England gekommen ist, wird es nur noch langweilig mit viel Geschwafel. Bis dahin ist der Einblick in den chinesischen Alltag faszinierend, teilweise verstörend und erklärt viel von dem, was wir heute in China sehen.
Fazit: Also Autobiographie sinnlos, als Sozialportrait sehr empfehlenswert.

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Es war einmal im Fernen Osten: Ein Leben zwischen zwei Welten
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Film: Bleeding Steel (2017)

Nun hat Jackie Chan also auch Science-Fiction abgehakt. Viele Genres bleiben ihm nicht mehr.
Sci-Fi / Kampfsport / Action mit Jackie Chan von Leo Zhang. 110 Min.
Inhalt: Ein hartgesottener Spezialagent nimmt den Kampf gegen eine teuflische Gang auf, um eine junge Frau vor den ruchlosen Schergen zu schützen.
Man möchte meinen, dass mein Lieblingsschauspieler in meinem Lieblingsgenre das beste ist, was mir je passiert ist. Leider ist dem nicht so. Ich finde den Film nicht schlecht, absolut nicht, aber er ist sowohl für Jackie als auch für Sci-Fi lediglich unteres Mittelmaß. Nur knallharte Fans wie ich es einer bin werden diesem Film etwas abgewinnen können, der Plot ist einfach zu wirr und die Optik teilweise lächerlich. Die Action passt, die ist solide und rettet den Film. Tolle Kampszenen und Stunts gibt es ebenso wie einige witzige Momente. Das macht diesen Film nicht gut, aber unterhaltsam genug ihn inmitten der Nacht zu schauen, wenn man noch nicht ins Bett gehen möchte.
Fazit: Nicht wirklich empfehlenswert.

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Gedankensprung: Science Fiction in Anime & Manga

Wenn ich an irgendein Animestudio einen Wunsch richten dürfte, wäre das, endlich mal ein richtig gutes Space-Sci-Fi-Anime zu produzieren.
1974/75 hat es Space Battleship Yamato gegeben, 1977-79 Space Pirate Captain Harlock, 1993 The Irresponsible Captain Tylor, 1993 Iria: Zeiram the Animation, 1998/99 Cowboy Bebop, 2005 Starship Operators und 2008 Tytania. Das war es dann auch schon mit Space Operas in Anime. Es gibt schon noch ein paar weitere Titel, die man aber geflissentlich ignorieren kann.
Während also Space Operas kaum vorkommen, ist Sci-Fi in anderen Aspekten schon sehr präsent. Man kann eigentlich 4 große Subgenres unterteilen:

1) Mecha
Riesige Roboter sind das vielleicht bekannteste Bild für Animes. Seien es die Power Rangers oder Pacific Rim, alle westlichen Filme und Serien mit solchen gewaltigen Maschinen basieren auf diesen Animegeschichten. Dieses Genre ist extrem überfüllt und es gibt heute kaum eine Animestaffel ohne zumindest eine Mecha-Serie. Momentan im Winter 2018 wäre das Darling in the FranXX. Aber wo die Quantität steigt, sinkt üblicherweise der qualitative Durchschnitt, so auch hier. Empfehlen kann ich hier auf jeden Fall Gundam Wing, Vision of Escaflowne und Eureka Seven.
2) Hochtechnisierte, teils dystopische Zukunft
Was wäre Japan ohne futuristische Technologie? Dass das natürlich auch in Animes und Mangas thematisiert wird ist nur logisch konsequent. Da gibt es dann unzählige Varianten von solchen Geschichten. Sei es nur ein paar Jahre in der Zukunft mit einer einzigen weitergedachten Technologie oder sehr weit mit enormen technologischen Fortschritten. Manchmal werden die Vorteile betont, manchmal die Gefahren. Das fantastische Ghost in the Shell ist hier sicherlich das bekannteste und empfehlenswerteste Beispiel, aber es gibt noch viele weitere wie jetzt gerade aktuell im Winter 2018 Beatless, oder bereits ältere wie Planetes, Psycho-Pass oder Serial Experiments Lain.
Auch hier rein fallen sämtliche Animes, in welchen Menschen vollkommen in eine Spielwelt eintauchen, wie etwa Sword Art Online.
3) Postapokalyptische Zukunft
Ein weiteres sehr beliebtes Setting ist die Erde in ferner Zukunft nach einer horrenden Katastrophe, wo dann meistens die Menschen in einigen wenigen hochtechnisierten Megastädten zusammen leben. Ergo Proxy wäre hier sicherlich das – aus meiner Sicht – beste Anime, das ich auf jeden Fall nur empfehlen kann. Andere wären etwa Gargantia on the Verdurous Planet und natürlich das berühmte Akira, aber auch God Eater, auf dessen zweite Staffel wir alle warten.
Manchmal wird dieses Setting mit Mechas kombiniert, wie beispielsweise im aktuellen Darling in the FranXX.
4) Lost Colony – Besiedlung eines fremden Planeten, aber zivilisatorische Regression und vergessen, dass Ursprung auf einem anderen Planeten
Ich liebe solche Geschichten immer, denn die Offenbarung, dass es sich um so etwas handelt, kommt immer erst am Ende und ist meistens eine sehr gut gemachte Überraschung. Man denkt am Anfang ein Fantasy-, Steam Punk- oder Geschichtsanime zu sehen, meistens sehr gut gemacht, spannend und mit einigen mysteriösen Elementen, bis dann am Ende diese Überraschung offenbart wird. Eigentlich dürfte ich hier jetzt keine Titel nennen, dieses Ende nicht vorweg zu nehmen, aber diese Animes sind auch mit diesem Wissen noch sehr gut. Sehr empfehlen kann ich auf jeden Fall Trigun und Last Exile.

Im Manga schaut es eigentlich spärlicher aus, basieren doch die meisten dieser Animes auf Romanen oder sind eigenständige Werke. Natürlich gibt es viele Sci-Fi-Mangas und wenn sie gut sind, wurden sie auch verfilmt. Es ist aber leider nicht so, dass man sagen könnte „Oh, ich finde kein gutes Space Opera Anime, schauen wir mal zu den Mangas.“ Was es hier nicht gibt, gibt es dort auch nicht. Sehr wohl hervorheben möchte ich aber den Mangaka – Mangazeichner und -schreiber – Yukinobu Hoshino, der seit den 70ern aktiv ist und für seine Science-Fiction-Geschichten, speziell Space-Sci-Fi berühmt ist. Einige seiner Werke wäre 2001 Night, Blue City oder Saber Tiger. Er hat auch drei Romane des britischen Schriftstellers James P. Hogan als Manga sehr gut adaptiert, nämlich The Two Faces of Tomorrow als Mirai no Futatsu no Kao, Inherit The Stars als Hoshi o Tsugu Mono, sowie Thrice Upon a Time als Mirai kara no Hotline.

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Spiel: Alien Artifacts (Portal Games)

Tolles Weltraum-Kartenstrategiespiel mit irreführendem Titel.
Von Marcin Senior Ropka und Viola Kijowska (ca. 60 Min.; 2-5 Spieler)
In diesem Spiel geht es darum, sein eigenes Imperium zu erweitern, ein klassisches 4X-Spiel also, nämlich „eXplore, eXpand, eXploit and eXterminate“. Es gibt sehr viele Aktionsmöglichkeiten, doch du darfst immer nur eine ausführen, wenn du dran bist, was einen angenehm raschen Spielfluss generiert. Deine Handkarten werden sowohl als Währung als auch als Kampfwert verwendet, was ebenfalls eine angenehme Dynamik entwickelt. Das Spiel dauert Spieleranzahl abhängig mehrere Runden, wobei eine Runde dann endet, wenn der Kartenstapel einmal aufgebraucht ist. Er wird dann einfach neu gemischt und die nächste Runde beginnt. Spieler haben also in den verschiedenen Runden eine unterschiedliche Anzahl an Aktionen, weil der Stapel ja nicht gleichmäßig aufgebraucht wird. Es gilt also viel zu beachten und gut zu planen.
Warum 4X? eXplore: Wir kaufen am Markt Technologien, die wir dann im eigenen Imperium erforschen und entwickeln müssen. / eXpand: Wir kolonisieren immer mehr Planeten. / eXploit: Wir beuten die Planeten aus. / eXterminate: Wir versuchen Aliens und Mitspieler militärisch zu besiegen. Das alles läuft mit Karten ab, die jeder Spieler in der eigenen Auslage vor sich aufreiht. Wie bei jedem solchen Strategiespiel liegt der Kern in den Funktionen dieser Karten, die in diesem Spiel sehr atmosphärisch, gut balanciert und interessant sind.
Man merkt, dass mir das Spiel sehr gut gefällt, ich würde es sofort wieder spielen. Nicht zuletzt deshalb, weil letztens drei Spieler drei komplett unterschiedliche Strategien benutzt haben und am Ende gleich viele Punkte hatten. Es musste dann die Gleichstandsregel verwendet werden.
Warum habe ich aber weiter oben von einem „irreführendem Titel“ gesprochen? Es gibt im Spiel sogenannte „Alien Artifact“-Karten und wenn das gesamte Spiel schon nach diesen benannt ist, hat man halt auch eine gewisse Erwartung an diese. Doch leider waren die eher enttäuschend, teilweise den Aufwand nicht wert, sie zu erhalten. Wenn das Spiel einen anderen Titel hätte und diese Karten als optionale, aber nicht spielentscheidende Bonuskarten beschrieben worden wären, wäre es uns gar nicht so negativ aufgefallen. Aber davon abgesehen ist das hier wirklich ein tolles, spannendes Spiel, das bei uns wohl noch öfter auf den Tisch kommen wird.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Alien Artifacts
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Buch: Simmons, Dan – Hyperion (Die Hyperion-Gesänge 1)

Ein hochgelobter Sci-Fi-Klassiker, der mich doch etwas enttäuscht zurückgelassen hat.
Inhalt: Sieben Pilger reisen auf dem Planeten Hyperion von der Hauptstadt bis zu den Zeitgräbern im Herrschaftsbereich des Shrike. Diese Reise verläuft in mehreren Etappen und ist recht eintönig. Innerhalb dieser sieben Tage erzählen die Pilger sich deshalb gegenseitig ihre Geschichte, bzw. die Geschichte der Ereignisse, die sie zur Teilnahme an der Pilgerreise motiviert hat. Jede einzelne der sechs Pilgergeschichten (der siebte Pilger geht unterwegs verloren) bietet genug Stoff für einen eigenen Roman. Sie sind das Herzstück des Buches und umfassen die letzten 50 Jahre der Hegemonie, des allumfassenden interstellaren Herrschaftsgebietes der Menschen. So gesehen lassen sie sich auch als historischen Abriss dieser Epoche lesen. Das Ende bildet die Ankunft der Pilger im Tal der Zeitgräber.
Der Roman lebt von diesen sechs Erzählungen, sechs Kurzgeschichten, die im selben Universum stattfinden. Und das ist das Problem. Mir gefällt der Schreibstil von Simmons sehr gut und das erschaffene Universum ist auch sehr spannend, jedoch hat mir von den sechs Geschichten nur eine einzige gefallen. Der Autor verarbeitet ständig große Figuren und Werke der Literaturgeschichte, ich finde jedoch, dass ihm das in Ilium besser gelungen ist. Dort wirken die Figuren, die er aus den verschiedensten Werken zusammenklaubt, viel symbiotischer und besser integriert in den spannenden Plot. Hier hingegen wirkt es wie eine Sammlung von Hommagen. Die Geschichte, die mir nun am besten gefallen hat, ist die Hommage an The Curious Case of Benjamin Button von F. Scott Fitzgerald, in welcher zusätzlich intensiv die Opferung Isaaks hinterfragt wird. Jede Kurzgeschichte erinnert an ein anderes Genre, sei es die abenteuerlichen Reistagebücher Afrika- und Südamerikaforscher des 18. und 19. Jahrhunderts oder eine Noir-Detektiv-Geschichte, und ständig wird auf irgendwelches bekanntes literarisches Material zurückgegriffen, wie etwas Leben und Werk des englischen Dichters John Keats. Aber auch der Aufbau des Romans, dass sich eben verschiedene Leute Geschichten erzählen um die Zeit zu überbrücken, gibt es schon seit Giovanni Boccaccio im 14. Jahrhundert. Im ähnlichen Stil hatte auch Ray Bradbury sein Buch Der illustrierte Mann verfasst, was in meinen Augen aber viel gelungener ist, weil dort wirklich jede Kurzgeschichte interessant ist. Allen Steele hat in seiner Coyote-Serie den Erzählerrahmen ganz weggelassen und die Kurzgeschichten einfach aneinander gereiht. Während Boccaccio damals und auch Bradbury später einfach irgendwelche Geschichten erzählt haben, gehören sie bei Steele und Simmons jeweils zusammen ins selbe Universum. Auch Steele gefällt mir besser, denn er treibt mit jeder Kurzgeschichte, die allesamt spannend sind, die Entwicklung des Planeten Coyote konstant und interessant voran.
Auch wenn Simmons hier wirklich stilistisch ein großartiges Werk vorgelegt hat, fand ich die Charaktere jedoch allesamt uninteressant und nur eine der Kurzgeschichten gefiel mir. Weil eben jede Kurzgeschichte anders ist, habe ich weitergelesen, um zu schauen, was da noch kommt, wie das Universum ausgebaut wird. Das war die Spannung, die mich vorangetrieben hat und mich am Ende mit einem zwiespältigen Gefühl zurückgelassen hat. Eigentlich finde ich das Buch super, aber andererseits gefällt es mir nicht wirklich.
Dieses Buch wird grundsätzlich hochgelobt und hat auch einige Preise gewonnen, was für mich absolut verständlich ist. Geschmäcker sind unterschiedlich und ich kann mir durchaus vorstellen, dass es genug Leute gibt, denen mehrere der Kurzgeschichten, wenn nicht sogar alle, gut gefallen.
Der zweiten Band ist anders aufgebaut und mit anderen Charakteren. Ich werde ihn auf jeden Fall lesen, denn, wie gesagt, das aufgebaute Universum finde ich sehr spannend.
Fazit: Empfehlenswert.

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Serie: Black Mirror – Staffel 1-4

Coole Mystery-Sci-Fi-Anthologie-Serie mit Qualitätsabfall.
Das Konzept dieser Serie ist sehr interessant. Man nehme eine vorhandene Technologie – oder eine, die gerade erforscht wird – und stelle sich vor, wie sich die Welt dadurch in 10, 20, 30 Jahren verändert hat. Übrigens jedes Mal negativ, also mit einer dystopischen Zukunftsvision. In den Augen der Produzenten führt jede technologische Neuerung zu einer Verschlechterung der Zivilisation. Natürlich, sonst wäre die Serie ja nicht spannend. Wer würde schon eine Serie schauen, in der alles positiv ist und die Zukunft rosig präsentiert wird? [*räusper – ich, deshalb gefällt mir ja Star Trek so gut – räusper*]
Nun gut, das ist also die Prämisse der Serie und sie weckt dein Interesse oder nicht. Es ist eine Anthologie-Serie, wie Philip K. Dick’s Electric Dreams, und hat daher jede Folge einen anderen Drehbuchautor, einen anderen Regisseur und andere Schauspieler, es ist aber dennoch gelungen eine konstant hohe Qualität zu bewahren, Netflix eben. Und da kommt die Crux an der Sache. Die ersten beiden Staffeln zu je drei Folgen waren von einem britischen Fernsehsender produziert worden und haben eine richtig coole Atmosphäre. Hier werden verschiedenste Aspekte tiefgründig beleuchtet und man scheut vor nichts zurück, das Ende ist immer eine Überraschung. Aber dann wurde die Serie von Netflix gekauft, welches dann zwei weitere Staffeln zu je sechs Folgen produziert hat. Auch wenn ich meistens ein Netflix-Fan bin, muss ich hier eine Kritik anbringen. Die Serie hat am neuen Standort einfach an Tiefsinnigkeit und Atmosphäre verloren, man merkt, wie manche Themen plötzlich tabu wurden und die Enden waren meistens vorhersehbar.
Die Netflix-Folgen waren nicht schlecht, absolut nicht, sie beleuchten immer noch interessante technologische Aspekte und verleiten zum Nachdenken. Aber sie erreichen nicht jene Qualität der originalen sechs britischen Folgen. Würde es diese ersten sechs Folgen nicht geben, würde ich wohl keine Kritik anbringen. Man könnte diesen Aspekt jetzt auf sämtliche Netflix-Serien übertragen und sich fragen, ob alle hätten noch besser werden können. Das ist aber eine sinnlose, philosophische Diskussion für die abendliche Stammtischrunde.
Black Mirror ist eine coole Serie, viel besser als Philip K. Dick’s Electric Dreams, wenn man ethische, moralische, philosophische Fragen mag. Jede einzelne Folge hat eine hohe Produktionsqualität und ist spannend. Naja, fast jede. Es gibt da eine Folge, nämlich „USS Callister“ (4.1), die mir gar nicht gefallen hat und über die ich mich auch geärgert habe. Denn natürlich ist ein introvertierter, asozialer Mensch automatisch Star Trek – Fan, oder? Abgesehen davon gibt es schon ein paar weitere Folge, die eher auf der langweiligen Seite sind, aber dennoch interessant genug, um sie zu schauen.
Fazit: Empfehlenswert.

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