Film: Coco (2017)

Toller Film über die Liebe zur Musik und die Bedeutung der Vorfahren.
Animation / Fantasy von Lee Unkrich. 109 Min.
Inhalt: Miguel ist zwölf Jahre alt und ein großer Fan von Musik – aber leider hasst seine Schusterfamilie alles, was mit Tönen und Instrumenten zu tun hat. Miguels Urgroßvater verließ damals seine Frau, um Musiker zu werden, seitdem fühlen sich die Riveras durch Musik verflucht. Doch Familie hin oder her – Miguel will seinem Idol, dem Sänger Ernesto de la Cruz, trotzdem nacheifern. Aus Versehen kommt er dabei ins Reich der Toten und betritt dadurch einen wunderschönen Ort, an dem er die Seelen seiner toten Verwandten trifft. Miguels Urgroßmutter Imelda ist darunter, und das nette Schwindler-Skelett Hector. Zusammen suchen Skelett und Junge im Totenreich nach de la Cruz, wobei allerdings die Zeit drängt, denn zu lange darf Miguel nicht in der Unterwelt bleiben, ansonsten ist er auf ewig dort gefangen.
Coco bietet beste Pixar-Qualität, keine Frage. Großartige Animationen, hohe Detailverliebtheit, viel Humor, die richtige Menge Emotionen und tolle Musik machen das hier zu einem absoluten Filmerlebnis für die ganze Familie. Fast, denn die Skelette, zwar süß gemacht, sind dennoch mit Vorsicht zu genießen. Pixar ist es durchaus gelungen, das harte Thema Tod und Jenseits kindergerecht aufzubereiten, ich denke aber dennoch, dass es genug Kinder gibt, die sich bei deren Anblick erschrecken. Grundsätzlich muss man diesen Film nicht vor Kindern fernhalten, aber alleine damit würde ich sie keinesfalls lassen.
Fazit: Absolut empfehlenswert.

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Gedankensprung: Oscarverleihung 2018

Da waren sie also wieder, die Oscars. Dieses Jahr sind sie regelrecht an mich herangeschlichen, haben mich im letzten Moment überrascht.
The Shape of Water hat also den Oscar für besten Film gewonnen. Darin hat eine Frau Sex mit einem Fischwesen und Hollywood interpretiert das als Diversity-Glorifizierung. Von denen hat wohl noch nie jemand Star Trek gesehen, wo ständig Menschen mit Außerirdischen Sex haben. Also wie immer: Star Trek ist allen anderen um Lichtjahre voraus.
Im Unterschied zum letzten Jahr habe ich von den nominierten Filmen heuer sogar einen gesehen, nämlich Three Billboards Outside Ebbing, Missouri. Der hat immerhin den Oscar für beste Hauptdarstellerin und besten Nebendarsteller gewonnen, was ich absolut nachvollziehen kann. Von den restlichen Nominierten ist Dunkirk der einzige, der mich interessiert. Vielleicht komme ich ja noch dazu, ihn zu sehen. Von den Nominierten 2017 habe ich Moonlight und Manchester by the Sea jedoch auch noch nicht geschaut.
Die für mich interessanteste Kategorie sind Animationsfilm, wo Coco – Lebendiger als das Leben!, ein wirklich toller Film, dessen Rezension demnächst hier erscheinen wird, gewonnen hat. Dazu muss aber auch gesagt werden, dass die anderen Nominierten keine wirkliche Konkurrenz darstellten.

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Spiel: Reworld (eggertspiele)

Tolles Konzept mit zu großem Startspielervorteil.
Von Michael Kiesling und Wolfgang Kramer (ca. 50-90 Min.; 2 oder 4 Spieler)
In diesem Spiel geht es darum, dass wir zunächst unser Raumschiff mit unterschiedlichen Modulen füllen und diese anschließend auf einem fremden Planeten zur Besiedelung anbauen. Dies klingt sehr interessant, speziell die überraschende Zweiteilung des Spieles. Es geht zunächst mehrere Runden lang nur darum, mit einem gefinkelten Kaufmechanismus Module zu erwerben, die man an sein Raumschiff anlegt. Hier kann man auch bereits einige Siegpunkte gewinnen und durch den Wechsel des Startspielers ist das auch sehr ausgewogen. Dieser erste Teil des Spiels ist jetzt nichts umwerfend fantastisches, aber es funktioniert, ist spannend und bietet genug Optionen.
Doch dann kommt der zweite Teil. Einen derartigen Bruch in der Mitte eines Spiels habe ich noch nie erlebt, ist aber nicht schlecht, bietet viele interessante Möglichkeiten. Nun legen wir die Module, die wir in der ersten Spielhälfte gekauft haben, auf der anderen Schiffseite, also auf dem Planeten aus. Dabei müssen wir beachten, in welcher Reihenfolge die auf dem Schiff angebracht sind. Es gilt also schon in der ersten Spielhälfte genau zu überlegen, wie man die nachher runterlegen möchte. Diese Dynamik ist sehr interessant und offenbart sich erst richtig, wenn man das Spiel schon besser kennt, denn beim ersten Mal hat man noch keine Ahnung, was in der zweiten Spielhälfte alles wichtig ist. Das Problem ist aber die Punkteverteilung. Man bekommt Punkte, wenn man gewisse Kombinationen als erster runtergelegt hat. Der Startspieler entscheidet also mit dem ersten runtergelegten Modul, welche Punkte er ergattern möchte. Die anderen Spieler haben dann keine Chance mehr, ihm diese wegzunehmen, da sie immer erst nach ihm drankommen. Sie sind gezwungen die anderen Punkte zu erarbeiten, wenn die Module auf dem Raumschiff dem jedoch nicht entsprechen, dann haben sie Pech gehabt. Bei 2 Spielern ist das besonders eklatant und problematisch, bei mehreren Spielern geht das ein bisschen unter, weil man da weniger Module in der ersten Hälfte bekommt und da schon genau schauen muss, welche Kombinationen ich anstrebe und welche ich außen vor lasse. Auch wenn der Startspielervorteil bei mehr Spielern nicht so stark ist, ist er dennoch vorhanden, was dem gesamten Spiel einen bitteren Beigeschmack verpasst. Man hätte es vielleicht derart lösen können, dass Spieler, die in der gleichen Runde dieselbe Kombination erfüllen, sich die Punkte teilen müssen, aber so ist das einfach ungut und motiviert nicht wirklich zum Wiederspielen.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

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Buch: Grumley, Michael – In der Tiefe (Breakthrough 2)

Ein Science-Thriller. Aber ab wann ist Science eigentlich Science-Fiction?
Inhalt: Die Meeresbiologin Alison Shaw hat mit ihrem Team einen unglaublichen wissenschaftlichen Durchbruch erzielt: Tiere mit menschlicher Intelligenz sind kein Märchen mehr. Sie will weiterforschen, doch dann taucht in Südamerika ein lange verschollen geglaubtes russisches U-Boot auf. Welches Geheimnis hat es vom Meeresgrund geborgen? Die Navy schickt ihre Sonderermittler John Clay und Steve Cesare, um Licht ins Dunkel zu bringen. Schon bald stoßen die beiden auf erste Ungereimtheiten, die sie nur mit Alisons Hilfe lösen können. Eine Jagd quer über den Globus beginnt.
An sich wäre das ein recht spannender Agententhriller in der Tradition von Tom Clancy, wie auch schon der erste Band der Serie. Man muss den ersten Band nicht gelesen haben, sollte man aber, um die Beziehungen der Charaktere zueinander zu kennen und zu verstehen, was die Delphine da machen. Aber auch so gibt der Band zu Beginn genug Informationen, um die Lücken zu füllen.
Ich kann ja akzeptieren, dass eine Technologie, um mit Delphinen zu kommunizieren, als „Science“ durchgeht, das Geheimnis am Meeresgrund des Ersten Bandes war aber eindeutig „Science Fiction“. Jetzt kommen wir in den zweiten Band und neben den Delphinen kommunizieren wir nun auch mit Gorillas, was ich gerade noch als „Science“ akzeptieren kann, während der Meeresgrund weiterhin „Science Fiction“ bleibt. Das ist eben mein Problem, ich habe mir eine „Science“-Lösung erwartet, die mit „Science“-Technologie gefunden wird. Ansonsten hätte man dieses Buch einen „Sci-Fi“- oder „Mystery“-Thriller nennen sollen. Da man eben mit einer gewissen Erwartungshaltung an die ganze Sache herangeht, wirkt das Resultat dann eben umso schlechter, als hätte sich jemand in die Ecke geschrieben und dann schnell was aus den Fingern gezogen. Da ich das aber schon vom ersten Teil wusste, habe ich mich im zweiten Teil bewusst darauf eingelassen, was dazu führte, dass ich diesen zumeist spannenden Agenten-Thriller durchaus genießen konnte.
Fazit: Kann gelesen werden.

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In der Tiefe (Breakthrough-Serie, Band 2)
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Serie: 9JKL – Staffel 1

Selten so etwas schmerzhaftes gesehen, obwohl es Comedy sein sollte.
Die Idee der Serie ist, dass ein geschiedener Schauspieler, dessen Serie abgesetzt wurde, zurück nach Hause zieht. Er wohnt ab jetzt in Apartment 9K, seine Eltern in 9J und sein Bruder samt Familie in 9L. Das Problem ist nun, dass seine Familien keine Grenzen kennt und sein Privatleben kaum noch existiert.
Aufgrund der Prämisse hatte ich die Hoffnung, lustige Situationskomik präsentiert zu bekommen, gelungene Witze und angenehmen Humor. Das Problem ist jedoch, dass die Schauspieler so schlecht sind, dass jeder noch so gut geschriebene Witz, die es übrigens nicht gibt, während der Performance jeglichen Humor verliert. Die Schauspieler sind so schlecht, dass teilweise das Zuschauen alleine schon schmerzte. Vor allem der Hauptcharakter, der in der ersten Folge ständig halbnackt rumläuft und übrigens auch Hauptproduzent der Serie ist, ist grottenschlecht.
Fazit: Finger weg von diesem Schrott!

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Film: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (2017)

Toller Film über die Konsequenzen eines ungeklärten Mordfalles.
Drama mit Frances McDormand von Martin McDonagh. 115 Min.
Inhalt: Die Tochter von Mildred Hayes (Frances McDormand) wurde vor Monaten ganz in der Nähe ihres Zuhauses vergewaltigt und ermordet, aber noch immer tut sich in dem Fall nichts. Von einem Hauptverdächtigen fehlt jedenfalls noch jede Spur und so langsam glaubt Mildred, dass die örtliche Polizei einfach ihre Arbeit nicht richtig macht. Darum lässt sie eines Tages an der Straße, die in ihren Heimatort Ebbing, Missouri führt, drei Werbetafeln mit provokanten Sprüchen aufstellen, die sich an Polizeichef William Willoughby (Woody Harrelson) richten. Klar, dass die Situation nicht lange friedlich bleibt.
Es ist eine Tatsache, dass nicht alle Kriminalfälle aufgeklärt werden können und nicht jeder Mörder gefasst wird. Wenn man dann als Mutter eines Mordopfers keine Gerechtigkeit erfährt, muss man einen Weg finden, diesen Frust abzubauen. Dieser Film spielt sehr gut mit diesem psychologischen Dilemma, aber auch mit den Reaktionen, die diese Reaktion hervorruft.
Wir haben hier einen interessanten Film mit tollen Schauspielern. Das Ende ist dann vielleicht ein bisschen zu viel, man hat typisch Hollywood sehr viele dramatische Situationen zusammengepfercht, was aber nicht den Effekt des Films schmälert, die zentrale Studie beeinträchtigt. Einige lustige Szenen und markige Sprüche lockern das schwere Thema erfolgreich auf, damit der Film keine zu schwere Kost wird.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Spiel: Dice Forge (Libellud)

Da habe ich mich leider vom Hype verleiten lassen. Das wird mir eine Lehre sein!
Von Régis Bonnessée (ca. 40 Min.; 2-4 Spieler)
Vorweg sei gesagt, dass das Spiel nicht schlecht ist, überhaupt nicht, nur halt nicht so gut, wie ich es mir erwartet hatte. Man könnte jetzt darüber philosophieren, ob es mir ohne dieser großen Erwartungshaltung besser gefallen hätte.
In diesem Spiel sind die Würfel derart gemacht, dass man die sechs Seiten austauschen kann. Das hat es schon einmal im Spiel Rattlebones gegeben, das aber aufgrund seiner simplen Roll-&-Move-Mechanik sowie den umständlichen Würfeln keinen großen Erfolg erzielt hatte. Hier nun ist es anders. Die Würfelseiten lassen sich einfach austauschen und das Spiel selbst ist ein modernes Strategiespiel, das viele Optionen bietet und durchaus spannend ist. Das Spiel lebt von den austauschbaren Würfeln und das ist das Problem. Das Spiel ist nämlich recht simpel: Ich sammle Ressourcen, kaufe damit etwas und werde dadurch besser beim Ressourcensammeln. Nur würfelt man zu wenig, bzw. hat eine große Downtime. Das liegt an der Zugreihenfolge: Alle würfeln – einer macht etwas – alle würfeln – der nächste macht etwas. Während der aktive Spieler seine Dinge macht, was durchaus eine Weile dauern kann, dürfen die anderen nur zuschauen.
Das hier ist ein Würfelspiel, dessen Herzstück die veränderbaren Würfel sind. Ich habe kein Problem auf die anderen zu warten, wenn ich während dieser Zeit zumindest meine Würfel in der Hand halten könnte. Oder voraus würfeln, um schon meinen Zug zu planen. Aber nein, da nämlich manche Effekte sich auf die Würfelergebnisse der anderen beziehen, dürfen sie nicht berührt werden. Man mag mich als ungeduldig bezeichnen, aber ich finde das einfach nervig. Ich kenne kein anderes Spiel, wo ich so das Bedürfnis hatte, die Würfel in der Hand zu halten. Das liegt auch daran, dass man seine Würfel ja verändert, sie ausbaut und verbessert. Ich würde die gerne in der Hand halten, um mir zu überlegen, welche Seite ich mit welchem Teil upgrade oder einfach um mein kleines Werk zu bewundern. Oder einfach damit zu spielen.
Ich finde das Spiel schon gut. Es macht einfach Spaß sich zu überlegen in welche Richtung man sich entwickeln möchte und welche Elemente ich dafür meinem Würfel hinzufüge. Wenn man seine Würfel ordentlich optimiert hat, wird das Glückselement erheblich reduziert. Das ist richtig toll und ich freue mich schon auf das nächste Spiel mit dem gleichen Prinzip, wenn dann das drum herum mehr hergibt, wenn man mehr würfeln kann.
Ein weiterer negativer Punkt ist der Startspielervorteil. Es gibt ein sehr starkes Upgrade, das nur einmal vorkommt und wenn es nicht dumm hergeht, schnappt sich der Startspieler das regelmäßig im ersten Zug. Das ist nicht übermächtig und garantiert keinesfalls den Sieg, aber es ist dennoch zu Beginn des Spiels eine unangenehme Situation.
Fazit: Das Spiel ist eigentlich sehr toll, ich würde es jedem empfehlen und würde es auch jederzeit wieder spielen, absolut, aber es wird nicht schwer für ein anderes Spiel, das hier zu ersetzen. Würfelverändern ist großartig, kann aber sicher noch viel besser eingesetzt werden.

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Buch: Aßmann, Sarah – Kawaii backen

Für Fans der japanischen Backwaren oder allgemein niedlich aussehender Speisen.
Es geht in diesem Buch nicht so sehr um das Backen selbst, das wird eher nebensächlich besprochen, sondern um die Dekoration. Wenn wir vor den Vitrinen von Konditoreien stehen und all diese tollen Kekse und Torten sehen, wirkt das alles wie ein unnachahmbares Kunstwerk. Dieses Buch hier zeigt, dass es das aber nicht ist. Im Gegenteil sind solche – in beiden Bedeutungen – süße Dekorationen schnell und einfach gemacht, auch das nötige Material ist nichts speziell exotisches, sondern in entsprechenden Geschäften leicht zu kaufen.
Die Rezepte, bzw. Dekorationsanweisungen sind thematisch in sieben Gruppen geordnet, wobei dies nicht irgendwelche allgemeinen Kategorien sind, sondern konkrete Sammlungen für Themenpartys. Wenn ich also einen Kindergeburtstag zum Thema „Einhorn unterm Regenbogen“ machen möchte, finde ich hier zwölf Seiten voll mit Backideen für dieses Event. Dazu kommt am Ende noch ein angenehmes Rezeptverzeichnis, was man aber aufgrund der thematischen Aufteilung kaum benötigt.
Die Fotos weisen eine unterschiedliche Qualität auf. Meistens sind sie sehr gut, einige sind jedoch unscharf geraten. Es sind da auch wie immer bei solchen Werken unterschiedliche Fotografen ans Werk gegangen. Die Motive sind allesamt natürlich ideal für dieses Buch gewählt und verleiten sofort zum selberbacken.
Fazit: Empfehlenswert.

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Kawaii backen
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Film: Justice League (2017)

Wie bereits Batman v Superman habe ich auch diesen Film nicht so schlecht gefunden.
Superhelden-Actionfilm mit Ben Affleck und Gal Gadot von Zack Snyder. 120 Min.
Inhalt: Als sich das mächtige außerirdische Wesen Steppenwolf anschickt, die Erde zu überfallen, wendet sich Batman an Wonder Woman und gemeinsam rekrutieren sie ein Team von Superhelden, bestehend aus Aquaman, Cyborg und The Flash.
Im Unterschied zu Batman v Superman kann man das hier wirklich als Action-Orgie bezeichnen, die aber viel Spaß bereitet. Die unterschiedlichen Superhelden kommen zusammen, haben ihre obligatorischen Auseinandersetzungen, was Gelegenheit für tolle Kämpfe und Witze lässt. Am Ende finden sie dann zueinander und es kommt zu einem sehr gut gemachten Showdown.
Ja, es ist ein 0-8-15-Rezept und viele Elemente des Plots sollte man nicht weiter hinterfragen, aber es funktioniert. Der Film bietet gute Unterhaltung und steht in dieser Hinsicht den Marvel-Filmen in nichts nach.
Was ich aber bemängeln möchte ist The Flash. Wirklich? Da hat man eine Serie mit so einem guten Schauspieler und die Speed-Szenen sind dort super gemacht, doch stattdessen macht man lieber alles neu und schlechter? Denn die Darstellung wie The Flash läuft ist einfach nur hässlich und passt daher zum miesen Schauspieler.
Fazit: Empfehlenswert.

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Gedankensprung: Ist Sci-Fi tot?

Zumindest was das Kino betrifft, stellt sich momentan diese Frage. Marvel und Star Wars dominieren die Kinowelt, aber eigentlich ist das nicht Science Fiction, sondern Superhelden, bzw. Fantasy. Während diese Filme gemeinsam mit den traditionellen Komödien, Action- und Animationsfilmen den Studios einen regelrechten Geldsegen bescheren, ist dies bei Science Fiction nicht der Fall. Jupiter Ascending, Star Trek Beyond, Alien: Covenant, Valerian, Blade Runner 2049 und War for the Planet of the Apes waren die großen Sci-Fi-Filme der letzten Jahre, hatten allesamt kein kleines Budget und sind, wenn sie nicht gefloppt haben, zumindest hinter den Erwartungen zurückgeblieben. 2018 kommen aus dem gleichen Genre Ready Player One, Battle Angel Alita, Auslöschung sowie Pacific Rim 2 und die Prognosen sind aufgrund der aktuellen Marvel / Star Wars Konkurrenz nicht rosig.
Ich selbst bin froh über solche Filme, je mehr desto besser, auch gerne ruhiger und philosophischer, verrückt und untypisch, nur fragt man sich, wann Studios irgendwann den Stecker ziehen. In Anbetracht des Erfolgs von Marvel / Star Wars wird man wohl eher versuchen dessen Rezept zu kopieren, als neue Dinge zu riskieren. Dann besteht die Gefahr eines noch größeren Einheitsbreis im Kino als es ihn ohnehin schon gibt.
Wie ich schon öfter angeführt habe, gibt es eine Diskrepanz zwischen Kritiker und Masse. Lorbeeren und Filmpreise bringen einem Film nichts, wenn das Publikum ausbleibt. Es stellt sich also die Frage, ab welchem Einspielergebnis ein Studio einen weiteren Film in Auftrag gibt. Valerian etwa würde wohl jedes Studio begraben, aber Luc Besson ist sein eigenes Studio und er wartet noch auf die Zahlen der Video-on-Demand-Plattformen. Er meint nämlich, dass sich heutzutage vieles von vor fünf oder zehn Jahren unterscheide, insbesondere, wie die Zuschauer Filme konsumieren. So hätten viele zu wenig Zeit, um einen Film innerhalb von nur drei Wochen im Kino zu sehen. Zu Zeiten von Das fünfte Element oder Léon – Der Profi seien Filme noch 12, 15 oder 20 Wochen lang im Kino gelaufen, heute nur noch zwei, drei Wochen. Und dazu kommt noch, dass Leute, wenn sie dann mal Zeit fürs Kino haben, sich genau überlegen, was sie wollen und nur selten ein Risiko eingehen.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass so mancher Film bei längerer Kinoverweildauer und geringerer Konkurrenz viel besser abgeschnitten hätte. Aber die meisten, die sich zwischen Blade Runner 2049 und Star Wars 8 entscheiden müssen, wählen letzteren fürs Kinoerlebnis und sparen sich den anderen fürs gemütliche Heimkino auf. So wohl auch bei der Entscheidung zwischen Spider-Man – Homecoming und Valerian, zu denen sich die Woche danach dann noch Dunkirk hinzugesellt hat. Für welchen Filme gehe ich extra ins Kino und welchen bekomme ich einige Monate später auf Blue Ray oder VoD?
Heutzutage gibt es, wie Besson richtig sagt, viel mehr zu beachten als nur die Kinotickets am ersten Wochenende. Es ist natürlich toll, wenn da ein Film gut abschneidet, aber man sollte die anderen Konsumvarianten nicht vergessen.
Um also auf die anfängliche Frage zurückzukommen: Nein, Sci-Fi ist nicht tot. Dieses Genre hat im Kino momentan nur einen schweren Stand. Der Kanal Screen Junkies hat auf YouTube sogar ein „In Memoriam: A cerebral Sci-Fi Movie getting greenlit“ gemacht. Und wer weiß, vielleicht überraschen Spielberg und Cameron ja dieses Jahr mit ihren beiden Filmen und reanimieren Sci-Fi? Oder sie verpassen ihm endgültig den Todesstoß.

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