Serie: Dirk Gently’s Holistic Detective Agency – Staffel 2

Eine ganz tolle Serie.
Wie bereits in Staffel 1 bietet die Serie allerlei abstruse Ereignisse aus Fantasy, Science-Fiction und Realität, die scheinbar nicht zusammengehören können, es aber dennoch tun. Diese Staffel ist witzig, spannend, überraschend und behält die Auflösung viel besser und länger geheim als die erste, weshalb mir diese hier auch besser gefallen hat. Die Charakterentwicklungen sind auch sehr interessant gemacht und allein deshalb freue ich mich schon auf die dritte Staffel.
Wem die erste Staffel gefallen hat, der wird auch hiermit seine Freude haben und wer die erste nicht gesehen hatte, sollte dies schleunigst tun, damit er das hier schauen kann.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

Veröffentlicht unter Serien | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 3 Kommentare

Film: Hunt for the Wilderpeople (2016)

Wunderbarer Coming-of-age-Rambo-Film aus Neuseeland.
Drama / Abenteuer / Komödie mit Julian Dennison von Taika Waititi. 101 Min.
Inhalt: Eine landesweite Verfolgungsjagd wird angeordnet, als ein rebellisches Kind mit seinem Pflegeonkel in den Wäldern Neuseelands verschwindet.
Der Film ist gleichzeitig eine witzige Komödie und ein herzerwärmendes Schicksalsdrama. Der Waisenjunge Ricky wird von einer Pflegefamilie zu nächsten weitergegeben, was dazu führt, dass er alles und jeden hasst und seinen Frust überall rauslässt. Der Film erzählt nun, wie er sich beruhigt und seinen Platz im Leben findet, indem er mit seinem Pflegeonkel in die Wildnis aufbricht. Durch ein Missverständnis denkt die Polizei, der Onkel sei Pädophil und bricht auf, ihn zu schnappen. Weil Ricky aber nicht zu einer anderen Pflegefamilie will, streifen sie gemeinsam durch die Wälder Neuseelands, was dem Zuschauer wunderbare Landschaftsaufnahmen beschert. Survivaltraining, Ramboaction und Touristenwerbung in Einem, mit viel Humor und Herz.
Was mir an dem Film auch gefällt, ist die Darstellung der Maori, dem indigenen Volk Neuseelands. Sie sind einfach Teil des Ensembles, weder besonders hervorgehoben oder kulturell markiert, noch auf Statisten für die Quotendiversität reduziert. Wäre das eine Hollywoodproduktion, wäre sicher an irgendeiner Stelle ein traditioneller Maori-Tanz gezeigt worden.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 3 Kommentare

Gedankensprung: Anime-Update Winter ’18

Im Vergleich zur letzten Staffel war das hier schon ein bisschen mickrig, was aber nicht bedeutet, dass keine Perlen dabei gewesen wären.

In dieser Staffel gab es zwei Serien, die über allen anderen standen. Die erste davon ist Violet Evergarden. Netflix ist damit groß ins Anime-Geschäft eingestiegen und hat diese Welt sogleich erobert. Da fragt man sich doch, welche fantastischen Animes es geben könnte, wenn alle Studios so viel Geld zur Verfügung hätten, wie Netflix hier ausgeschüttet hat. Das Anime selbst ist jedenfalls eine wunderbare Geschichte, angesiedelt in einem fiktiven Steam-Punk-Universum, nach dem großen Krieg. Die Serie verfolgt Violet, eine ehemalige Soldatin, die nach dem Krieg ihren Platz in der Gesellschaft sucht und dabei viele Charaktere trifft, die ebenfalls harte Schicksalsschläge erlitten haben und mit ihr Erfahrungen und Lebenslektionen teilen. Es ist aber nicht nur der Plot und die wunderbaren Charaktere, die überzeugen, sondern die fantastische Optik. Die Serie ist einfach super gezeichnet, super animiert.

Die andere Serie sollte nicht überraschen, war sie doch bereits im Herbst ganz vorne und lief jetzt einfach weiter, nämlich 3-gatsu no Lion 2nd Season. Ich habe bereits öfters ausgeführt, warum mir die Serie so gut gefällt. Ich muss aber sagen, dass mir jetzt der zweite Teil der zweiten Staffel besser gefallen hat, als der erste Teil im Herbst. Hier geht es nämlich wieder um Shogi, um die verschiedenen Shogi-Spieler, deren Leben, deren Dämonen. Das Tolle an der Serie ist, dass jeder eigentlich ein Konkurrent ist, aber weil von jedem die Hintergrundgeschichte so wunderbar erzählt wird, hat man als Zuschauer keine Präferenzen, würde jedem den Sieg gönnen. Ich freue mich schon auf die dritte Staffel nächstes Jahr.

Sehr gut gefallen hat mir auch Hakata Tonkotsu Ramens, das in einer modernen japanischen Stadt spielt. Es geht hier um die kriminelle Unterwelt, Hacker, Auftragsmörder. Der Plot ist spannend, die Charaktere interessant, der Zeichenstil gut. An der Serie gefällt mir vor allem auch, dass sie relativ realistisch gehalten ist, was dem Ganzen einen eigenen Flair verleiht.

In eine ähnliche Kerbe schlägt Kokkoku. Durch ein altes Artefakt ist die Welt in Stasis versetzt worden, nichts und niemand bewegt sich also mehr. Einzig die Mitglieder einer bestimmten Familie sowie die Anhänger einer speziellen Sekte sind noch frei. Während der Sektenanführer das Artefakt ausnützen will, versuchen die Familienmitglieder ihn aufzuhalten. Und das ist das Tolle an der Serie: Die Charaktere sind alle realistisch, Otto Normalverbraucher vom Haus nebenan. In der Stasis erhalten die Familienmitglieder wegen ihrer Gene jedoch spezielle Fähigkeiten, aber nichts Fantastisches Über-Drüber, sondern kleine Tricks, die sie geschickt einsetzen müssen. Sehr spannend und sehr interessant.

Mit Nanatsu no Taizai: Imashime no Fukkatsu ist eine meiner Lieblingsserien, die Seven Deadly Sins, in die zwei Staffel gegangen. Ich finde sie immer noch richtig toll, absolut, aber irgendwie ist der Flair der ersten Staffel verloren gegangen. Die Serie läuft ja im Frühling direkt weiter, mal schauen, ob es besser wird. Aber auch so unterhält sie sehr gut.

Sehr süß war Gakuen Babysitters. Dass mich eine Serie über Babysitter an einer Oberschule so unterhalten könnte, hätte ich nicht gedacht. Lustig mit sympathischen Charakteren, einfach eine gemütliche Unterhaltung.

Sehr gefreut hatte ich mich auf Dagashi Kashi 2, deren erste Staffel mir sehr gut gefallen hat. Aber auch hier, wie bei den Seven Deadly Sins, hat die zweite Staffel einfach an Flair verloren. Sie konnte mich einfach nicht mehr so gut unterhalten wie damals. Schade.

Ebenfalls enttäuscht hat mich Grancrest Senki. Die Serie hat wirklich toll angefangen und eine epische Geschichte mit interessanten Charakteren versprochen, doch am Ende war es einfach langweilig, eine chaotische Mischung aller möglichen Fantasy-Elemente. Die Serie läuft zwar im Frühling direkt weiter, aber ich werde sie nicht weiter schauen.

Eine weitere Enttäuschung war Death March kara Hajimaru Isekai Kyousoukyoku. Ein Mann wird in eine Fantasywelt teleportiert, ist dort jedoch extrem mächtig, mit gewaltigen magischen Kräften. Er versteckt seine Fähigkeiten, um ein ruhiges, gemütliches Leben zu führen. Doch am Ende war es sehr langweilig mit uninteressanten Charakteren. Die Serie läuft zwar im Frühling direkt weiter, aber ich werde sie nicht weiter schauen.

Wie letztens in meinem Gedankensprung zum Thema Science Fiction in Anime & Manga erwähnt, liefen in dieser Staffel zwei Sci-Fi-Serien, nämlich Darling in the FranXX und Beatless. Ersteres schaut super aus, hat jedoch einen total langweiligen Plot und uninteressante Charaktere. Beim zweiten ist es genau andersherum, werden hier doch auf sehr interessante Weise die Gefahren von humanoid aussehenden Androiden mit hoher Künstlicher Intelligenz dargestellt, jedoch optisch auf billigster Schiene. Beide Serien laufen im Frühling weiter und ich werde beide nicht weiter verfolgen.

Auch China steigt immer mehr ins Anime-Geschäft ein, diesmal basierend auf der weltweit erfolgreichen Roman- und Manhuareihe Douluo Dalu – Soul Land. Die Serie ist komplett in 3D computeranimiert, als wäre man mitten in einem sehr gut gemachten Computerspiel. Ich lese selbst das Manhua und es gefällt mir sehr gut. Ich finde, die Serie gibt die Vorlage sehr gut wieder, optisch ist sie aber natürlich gewöhnungsbedürftig. Da ich aber das Manhua lese, weiß ich nicht, ob ich die Serie weiterverfolge. Das hängt von der Zeit ab.

Ausblick Frühling 2018:
Der Anime-Frühling verspricht sehr viel. Mein Liebling Lupin III kehrt zurück! Letztens hat er auf fantastische Art Italien besucht, jetzt geht’s nach Frankreich. Oh, ich freue mich schon so darauf. Und dazu kommt auch noch die dritte Staffel von Boku no Hero Academia. Doch nicht nur das, als hätte irgendein Anime-Gott meine Gedanken gelesen, kommen mit Ginga Eiyuu Densetsu: Die Neue These und Uchuu Senkan Tiramisù gleich zwei Space Operas. Und als weiterer Höhepunkt kommt die zweite Staffel vom wunderbaren Amanchu!. Wenn man das so liest, kann ich es kaum erwarten.
Aber auch Vorsicht ist geboten. Mein Lieblingsmanga Golden Kamuy kommt als Anime. Da es in meinen Augen aber unverfilmbar ist, bin ich sehr skeptisch. Außerdem erscheint der fantastische Film Piano no Mori als Serie. Ich finde den Film super, aber diese Geschichte als Serie finde ich doch eher unnötig. Aber auch wenn ich zu diesen Serien Skepsis hege, gibt es doch genug im Frühling, auf das ich mich richtig freue.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Spiel: Photosynthese (Blue Orange)

Tolles Spiel mit einzigartigem Mechanismus und dementsprechenden Gedankengängen.
Von Hjalmar Hach (ca. 30-60 Min.; 2-4 Spieler)
In diesem Spiel pflanzen wir Bäume, lassen sie wachsen und fällen sie am Ende ihres natürlichen Daseins. Das klingt zunächst banal, wird aber richtig knifflig, wenn man sich das tolle Material anschaut. Die Bäume sind dreidimensionale Teile in drei verschiedenen Größenordnungen, die wir auf das Spielbrett stellen und nach einer Wachstumsphase mit dem nächstgroßen Baum austauschen. Den höchsten Baum entfernen wir und bekommen dafür Siegpunkte. Das wichtigste aber ist die Sonne. Diese dreht sich um das Spielbrett, hat also ständig eine andere Strahlrichtung. Als Spieler erhält man immer so viele Punkte, wie Bäume gerade von der Sonne bestrahlt werden. Habe ich also meine großen Bäume geschickt aufgebaut, verdecken sie die kleinen Bäume der Gegner, die dann keine Punkte erhalten. Genauso ist es wichtig günstige Plätze für meine kleinen Bäume zu finden. Da sich die Sonne aber dreht und immer eine andere Strahlrichtung hat, stehen Bäume manchmal im Schatten, die nächste Runde aber werden sie bestrahlt und generieren Punkte. Bei der Suche nach Plätzen muss man also ständig 360° im Auge behalten und sich gut überlegen, in welcher Runde man hier die Sonne möchte, oder wann man den Schatten akzeptiert.
Fazit: Tolles Thema, tolles Material, toller Mechanismus. Absolut empfehlenswert.

Auf Amazon zu kaufen:
Blue Orange: Photosynthese – Ein Spiel um Licht und Schatten
Wenn Ihr das Spiel über diesen Link kauft, unterstützt Ihr diesen Blog. Vielen Dank dafür!
Veröffentlicht unter Gesellschaftsspiele | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 3 Kommentare

Buch: Liu, Cixin – Der dunkle Wald (Trisolaris 2)

Fantastische Fortsetzung. Besser als der erste Teil.
Inhalt: Der erste Kontakt mit einer außerirdischen Spezies hat die Menschheit in eine Krise gestürzt, denn die fremde Zivilisation hat sich Zugang zu jeglicher menschlicher Informationstechnologie verschafft. Der einzige Informationsspeicher, der noch vor den Aliens geschützt ist, ist das menschliche Gehirn, weshalb das Wallfacer- Projekt ins Leben gerufen wird: Vier Wissenschaftler sollen die ultimative Verteidigungsstrategie gegen die Aliens ausarbeiten – doch können sie einander trauen?
Hier empfiehlt es sich wirklich, das zweite Buch direkt anschließend an den ersten Band zu lesen, insofern der einem gefallen hat, da man sich dann nicht erst wieder an den Stil gewöhnen muss, sondern direkt eintauchen kann. Vom Plot und den Charakteren her hat mir dieser zweite Teil sogar noch besser gefallen als er der Erste. Es ist einfach faszinierend, diesem einen Wissenschaftler zu verfolgen, der ganz auf sich alleine gestellt eine Alien-Invasion aufhalten muss. Wie er eingefroren wird und einige Jahrhunderte in der Zukunft unter komplett neuen Voraussetzungen weitermachen muss.
Das Buch geht von einer sehr spannenden Prämisse aus: Die Menschen wissen, dass in 400 Jahren eine Alien-Flotte die Erde angreifen wird. Was also machen, um sich darauf vorzubereiten? Um sich auf etwas Katastrophales vorzubereiten, das erst die eigenen Urenkel betreffen wird?
Interessant habe ich in diesem Zusammenhang gefunden, wie der Autor mit einer eigenen Theorie das Fermi-Paradox löst. Er geht davon aus, dass Leben im gesamten Universum auf zwei Grundregeln basiert: 1) Um jeden Preis überleben; 2) Ressourcen sind nicht unendlich. Bei einem Erstkontakt kann man sich über die wahren Motivationen des Gegenüber nie sicher sein und wegen der extremen Distanzen im Universum ist es unmöglich gut genug zu kommunizieren, um jede Unsicherheit auszuräumen, was Konflikt unausweichlich macht. Daher ist es für jede Zivilisation am idealsten, in einem Erstschlag den anderen auszulöschen, ohne die Koordinaten der eigenen Heimat zu offenbaren. Diese Theorie finde ich schon in sich selbst sehr interessant und dem Autor ist es gelungen, einen ganzen Roman um diese herum zu schreiben.
Mir haben bereits im ersten Teil die kreativen, neuartigen, unkonventionellen Sci-Fi-Ideen gefallen und hier geht es noch fulminanter weiter. Dazu kommt noch die Perspektive eines chinesischen Helden, was man sonst ja auch fast nirgends hat, der einen wirklich faszinierenden Plan ausheckt und einige brutale Schicksalsschläge durchmacht.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

Auf Amazon zu kaufen:
Der dunkle Wald: Roman (Die Trisolaris-Trilogie, Band 2)
Wenn Ihr das Buch über diesen Link kauft, unterstützt Ihr diesen Blog. Vielen Dank dafür!
Veröffentlicht unter Bücher | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Serie: Fuller House – Staffel 3

Schön.
Die Serie behält immer noch die gleiche Qualität wie in Staffel 1 und Staffel 2 bei. Fuller House ist einfach eine gemütliche Serie für die ganze Familie, in der unbedeutende Alltagsproblemchen behandelt werden und angenehmer, unverfänglicher Humor präsentiert wird. Einzig die drei alten Herren aus dem Original, die manchmal zu Besuch kommen, scheinen das Schauspielen verlernt zu haben und speziell in der Finalfolge ist ihre Performance teilweise zum Fremdschämen.
Fazit: Mir gefällt’s.

Veröffentlicht unter Serien | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare

Film: Kingsman 2 – The Golden Circle (2017)

Nachdem ich vom ersten Teil ziemlich enttäuscht war, habe ich diesen Film eher ignoriert. Als ich ihn dann jetzt dennoch geschaut habe, war ich überaus positiv überrascht.
Agenten-Actionfilm mit Colin Firth von Matthew Vaughn. 141 Min.
Inhalt: Nachwuchsspion Gary „Eggsy“ Unwin (Taron Egerton) und sein Kollege Merlin (Mark Strong) werden mit einer neuen Gefahr konfrontiert: Die skrupellose Poppy (Julianne Moore) zerstört das Hauptquartier ihrer Geheimorganisation Kingsman und hält die ganze Welt als Geisel. Doch glücklicherweise machen sie die Entdeckung, dass es noch eine weitere Spionageagentur wie die ihre gibt, die parallel in den USA gegründet wurde. Also verbünden sie sich mit der Organisation Statesman, um Poppy das Handwerk zu legen und einmal mehr die Welt zu retten.
Der Grund, weshalb mir dieser Film so viel besser als der erste gefallen hat, war der Gegner und dessen Plan. Allein schon Julianne Moore als Bösewicht zu erleben ist herrlich, aber auch ihr Plan ist einfach viel sinnvoller und logischer als der im ersten Teil. Das führt auch dazu, dass wir hier ein sehr zufriedenstellendes Ende haben. Dazu kommen toll choreographierte Kämpfe, einige witzige Momente und großartige Schauspieler. Auch wird hier keine Zeit mit einem seltsamen Agententraining verschwendet, sondern der gesamte Film dreht sich darum, den Plan des Bösewichts zu stoppen.
Fazit: Auch für Leute, die den ersten Teil nicht gesehen haben, sehr zu empfehlen. Man sollte aber wegen einiger sehr grotesker Szenen keine schwachen Nerven haben.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Gedankensprung: Wen ich alles kenne, obwohl ich ihn nicht kennen will

Ich bin manchmal überrascht, welche Namen ich kenne und nicht weiß, wie jene Person den Status erreicht hat, dass mir der Name geläufig ist. Nehmen wir zum Beispiel die beiden „Persönlichkeiten“ Kim Kardashian und Sarah Lombardi. Immer wieder tauchen diese Namen in den Medien auf und ich habe nie verstanden, wer die sind. Ich habe mitbekommen, was diese Leute machen, ohne zu wissen, weshalb sich Reporter überhaupt für die interessieren.
Ich interessiere mich für Filme und Serien, weiß also, wer ein Schauspieler ist und was die so machen. Ebenso was Buch- und Spieleautoren betrifft. Aber ich interessiere mich absolut nicht für Musik, besitze keinen Radio und die einzigen Töne, die bei mir manchmal laufen, sind atmosphärische, epische oder ruhige Compilations von YouTube. Sollte sich da mal ein Stück eines Stars hineinschummeln, würde ich das gar nicht realisieren. Und dennoch weiß ich, welchen Skandal Justin Bieber schon wieder verursacht hat, welche Kleidung Lady Gaga trägt und was Katy Perry getweetet hat, obwohl ich keinen einzigen Musiktitel von denen nennen oder auch nur erkennen könnte. Aber bei denen weiß ich zumindest, weshalb sie berühmt sind. Bei den beiden anfangs genannten Personen weiß ich gar nicht, weshalb die berühmt sind.
Allein durch den Konsum von Tageszeitungen und den entsprechenden Internetauftritten, dem Schauen einiger Comedyshows sowie dem gezielten – nicht belanglosen! – Surfen im Internet, weiß ich alles über Leute, die mich eigentlich überhaupt nicht interessieren. Wie kann das sein? Ist das wirklich schon Teil unseres modernen Allgemeinwissens geworden? Anderseits muss ich Informationen zu Politik und Wirtschaft aktiv suchen, anklicken und lesen, damit ich diese meinem Wissen hinzufügen kann. Justin Bieber ist omnipräsent, allein durchs Überfliegen von Nachrichtenseiten und dem Durchblättern von Zeitungen erfahre ich etwas über ihn. Um zu lesen, was der Innenminister für Pläne hat, muss ich mich konzentrieren und Energie investieren.
Ich verstehe durchaus, dass sich mehr Leute für das neue Tattoo von Justin Bieber interessieren, als für die Pläne irgendeines Ministers, dass solche Artikel also, ideal positioniert, viele Klicks und somit viel Geld generieren. Ich klicke sie ja nicht an, lese sie nicht und verliere dadurch auch effektiv keine Zeit. Es ist auch nicht so, dass mein soziales Leben dadurch beeinträchtigt wäre, weil meine Freunde und Kollegen darüber sprechen, was sie ja zum Glück nicht tun. Mich fasziniert einfach nur, dass ich bei Comedyshows Witze verstehe, die sich auf solche Personen beziehen oder bei Quizshows sogar Fragen dazu beantworten kann. Hätte ich doch damals in der Schule und später an Uni mir das Wissen auch so einfach nebenbei angeeignet.
Gleichzeitig beschäftigt mich noch eine ganz andere Frage: Warum interessiert sich überhaupt jemand dafür? Ich bin zum Beispiel ein große Fan von Leonardo DiCaprio und wenn er sich für Klimaschutz einsetzt, finde ich das toll. Aber es interessiert mich überhaupt nicht, welche Beziehung er hat, wo er Urlaub macht oder gar was seine Verwandten irgendwo treiben. Noch weniger interessiert es mich von Leuten, die ich gar nicht kenne. Dennoch ist so ein großer Teil der Bevölkerung daran interessiert, dass diese Informationen, wie bei einem Sprung ins volle Becken, auf all die unbeteiligten Personen daneben spritzen.
Es würde mich interessieren, was passiert, wenn sämtliche Medien Artikel über wissenschaftliche Erkenntnisse so gezielt und markant anbringen würden.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Spiel: Vienna (Schmidt Spiele)

Nettes Würfelspiel für Zwischendurch.
Von Johannes Schmidauer-König (ca. 30 Min.; 3-5 Spieler)
Das ist ein typisches Spiel, das man mal schnell auf den Tisch stellen kann, wenn man irgendwann noch ein kurzes und leicht-strategisches Spiel einschieben oder hinten dranhängen möchte. Die Regeln sind ein bisschen wirr geschrieben, speziell die Erklärung der „Kutsche“, aber wenn man sie einmal ganz durchgelesen hat, kann man viel interpretieren und nachvollziehen.
Wir würfeln und legen diese dann auf die Felder, der Reihe nach jeder Spieler immer 1-2 Würfel auf ein noch freies Feld. Dabei ist aber zu beachten, dass die Felder einen Weg bilden, den man folgen muss und der Verkehr so stark ist, dass die Kutsche nicht mehr zurückfährt. Es geht also nur vorwärts und wenn ich ein Feld verpasse, habe ich Pech gehabt, außer ich bezahle extra dafür. Es gilt also zu überlegen, ob ich sofort weit vorgehe, um ein spezielles Feld abzusichern und dadurch auf viele andere verzichte, oder ob ich langsam fahre, dafür aber riskiere, dass andere Spieler mir etwas weiter vorne wegschnappen. Dieser Mechanismus ist grundsätzlich sehr interessant und bietet viele Optionen. Die Felder sind entweder Punkte holen, Charaktere für die Mehrheiten sammeln oder Sonderkarten für Würfelmanipulation schnappen. Was die Funktionen der Felder betrifft, ist das Spiel recht einfach gehalten, was eben dazu führt, dass es rasch gespielt ist. Es bleibt aber dennoch spannend.
Das Spiel ist ein leichtes Gelegenheitsspiel und dementsprechend darf man sich nicht zu viel erwarten. Leider hat der Verlag die Gelegenheit für Variabilität verpasst. Das Spielbrett hat zwei Seiten, eine Tag- und eine Nachtseite, die sich jedoch nur optisch unterscheiden, man sich also je nach visuellen Geschmack für eine Seite entscheiden kann. Ich hätte es toll gefunden, wenn es wirklich unterschiedliche Felder geben würde, vielleicht auch nur die Anordnung oder der zu erreichende Würfelwert. Denn dann könnte man wirklich verschiedene Spielerlebnisse haben.
Fazit: Empfehlenswert.

Auf Amazon zu kaufen:
Schmidt Spiele – Vienna
Wenn Ihr das Spiel über diesen Link kauft, unterstützt Ihr diesen Blog. Vielen Dank dafür!
Veröffentlicht unter Gesellschaftsspiele | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Buch: Liu, Cixin – Die drei Sonnen (Trisolaris 1)

Science-Fiction aus China? Gibt’s denn so was? Ja! Und großartig noch dazu.
Inhalt: China, Ende der 1960er-Jahre. Während im ganzen Land die Kulturrevolution tobt, beginnt eine kleine Gruppe von Astrophysikern, Politkommissaren und Ingenieuren ein streng geheimes Forschungsprojekt. Sie sollen Signale ins All senden und noch vor allen anderen Nationen Kontakt mit Außerirdischen aufnehmen. Fünfzig Jahre später wird diese Vision Wirklichkeit – auf eine so erschreckende, umwälzende und globale Weise, dass dieser Kontakt das Schicksal der Menschheit für immer verändern wird.
Nachdem nun schon der zweite Teil dieses preisgekrönten Werkes auf Deutsch erschienen ist, war es auch für mich Zeit, hier endlich mal zuzugreifen. Das Buch ist teilweise sehr langatmig und kompliziert geschrieben, aber eine sinozentrische Sci-Fi-Geschichte ist einfach mal was anderes, bietet einen interessanten neuen Blickwinkel. Der Autor ist in China das, was Andreas Brandhorst in Deutschland ist, das Sci-Fi-Aushängeschild des Landes.
Das Buch muss zum Genre der Hard-Sci-Fi gezählt werden, so ausführlich und zahlreich sind die astrophysischen und mathematischen Ausführungen. Das ist auch der größte Streitpunkt, manche lieben es, andere hassen es. Ich finde aber, dass man über diese Stellen durchaus schnell drüber lesen kann, wenn es einen nicht interessiert. Ein wichtiges Element des Buches ist aber auch die tiefe Sinnkrise einiger Akteure. Der Hass auf die Mitmenschen bewegte sie dazu, gewisse Dinge zu tun. Eine Sinnkrise, die übrigens viele von uns in sich tragen und als Leser stellt man sich die Frage, ob man auch so handeln würde. Allgemein geht es im Buch um die Frage, was passiert, nachdem klar ist, dass es da draußen irgendwo Aliens gibt. In dieser Hinsicht ist das Buch eine interessante psychologische, soziale und politische Studie, sowie gleichzeitig eine Aufbereitung der chinesischen Geschichte seit der Kulturrevolution.
Ich finde das Buch vom Stil her nicht überragend, ist der doch zu gewöhnungsbedürftig. Inhaltlich hingegen, mit der fundierten wissenschaftlichen Basis und den interessanten Ideen, hat es mir sehr wohl gefallen.
Fazit: Sehr empfehlenswert, aber nur für Sci-Fi-Fans. Kein Buch, das man mal so zwischendurch ließt, auch wenn Obama und Zuckerberg es noch so sehr empfehlen.

Auf Amazon zu kaufen:
Die drei Sonnen: Roman (Die Trisolaris-Trilogie, Band 1)
Wenn Ihr das Buch über diesen Link kauft, unterstützt Ihr diesen Blog. Vielen Dank dafür!
Veröffentlicht unter Bücher | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 5 Kommentare